Reviermarken

13. März 2007 05:45

Lieber Freund

Aus dem Tierreich ist bekannt, dass besonders männliche Tiere dazu neigen ein saisonbedingtes absonderliches Verhalten an den Tag zu legen und das von ihnen beanspruchte Revier durch das Setzen von Duftmarken kennzeichnen. Dazu wird meist Urin oder Kot verteilt, oder aus einer Körperdrüse ein spezielles, meist stark und übel riechendes Sekret verspritzt oder verschmiert.

Ein ähnliches Verhalten kann man saisonunabhängig bei der Spezies der Politiker feststellen, wobei diese ihre Duftmarken meist mit Kot setzen und dazu neigen diesen irgendwo mitten in die (politische) Landschaft zu kacken.
Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Anlass dies geschieht, manchmal geschieht das auch vollkommen grundlos. Einfach nur so um auf sich aufmerksam zu machen.
Schauen Sie doch mal unter diesem Aspekt in die Zeitung und ich garantiere Ihnen, dass Sie nicht bis zum Lokalteil lesen müssen, sondern bereits auf der Titelseite fündig werden.

Bei mir war es diesmal die Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland (FTD) und da genügte schon ein einziger Artikel um den Nachweis der von mir aufgestellten Tatsachenbehauptung zu erbringen.
Man mag es schon fast nicht mehr erwähnen, aber es ging natürlich mal wieder um den Schutz der Umwelt und den CO2-austoßenden Autofahrer.

Reviermarke Nr. 1
Die Grünen setzen sich für autofreie Wochenenden als Zeichen gegen den Klimawandel und Entlastung der Stadtbewohner ein.
Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn sagte der Chemnitzer “Freien Presse”, (unter Bezug auf ein autofreies Wochenende in 150 Städten in Norditalien), mit autofreien Wochenenden könne man “ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen”. Die Bürger würden dann schnell merken, “dass es auch mal ohne Auto geht”. Vor allem aber würden die Bewohner in den Innenstädten und Ballungszentren von der Aktion gegen die Luftverschmutzung profitieren. Sie könnten wieder einmal richtig durchatmen, meinte Kuhn. Die Grünen-Fraktion stellte klar, dass es keinesfalls um ein generelles Fahrverbot an Wochenenden oder Sonntagen gehe.

Reviermarke Nr. 2
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sprach sich unterdessen für eine Benzinverbrauchs-Anzeige in Neuwagen aus. “In den Schubladen der Autoindustrie schlummern gute Öko-Ideen”, sagte der SPD-Politiker der “Bild”-Zeitung. In alle Neufahrzeuge gehöre eine Verbrauchsanzeige, damit der Fahrer sehen könne, ob er spritsparend unterwegs sei.”

Reviermarke Nr. 3
Außerdem sagte der Flachwassertaucher Tiefensee (wörtlich!):
“Sinnvoll ist auch ein Leuchtpfeil, der anzeigt, wann der höhere Gang eingelegt werden sollte.

Wie Sie sehen habe ich Recht behalten.
Ein Artikel und drei Reviermarkierungen, wobei mir die vom „Bundesverkehrtminister“ Tiefensee mit Abstand besser gefallen, als den Haufen Methangasgrundstoff der da fast gewohnheitsmäßig von den Grünen ausgeschieden wurde.

Nun weiß ich natürlich nicht, wann dieser Mann, der uns da durch eine Laune des Schicksal als Minister für Verkehr auf’s Auge gedrückt wurde, zum letzten Mal selbst hinter einem Lenkrad gesessen hat. Nach seinem Kenntnisstand über die Anzeigen und Funktionen eines PKW-Cockpits muss das wohl noch zu Zeiten gewesen sein, als man das Fahrzeug noch mit „Hü“, „Brrr“ und „Hüst und „Hott“ gelenkt hat. Aus Sicht des Umweltschutzes war man damals zwar weiter, denn für den Betrieb kamen ausschließlich erneuerbare Energien zum Einsatz und die Gas- und Feststoffemmisionen der Pferdestärken waren zu 100% umweltverträglich, aber die Idee mit der „“Benzinverbrauchsanzeige“ schlummert schon lange nicht mehr in den Schubladen der Automobilindustrie, sondern ist längst Realität geworden.
Und auch der “sinnvolle Leuchtpfeil, der anzeigt, wann der höhere Gang eingelegt werden sollte” kann seit Erfindung des Automatikgetriebes besser für „Hüst“ und „Hott“ verwendet werden und wird im allgemeinen Sprachgebrauch zwischenzeitlich als „Blinker“ oder „Fahrtrichtungsanzeiger“ bezeichnet. Und der kann sich nach Betätigung, zur Anzeige einer geplanten Änderung der Fahrtrichtung des Fahrzeugs und deren erfolgreichen Ausführung, sogar schon von ganz alleine wieder ausschalten. :-)

Vielleicht sollte man dem Herrn Verkehrsminister des Hochtechnologielandes BRddr im Rahmen eines Technologiebriefings mal etwas aufschlauen, bevor man ihn zurück ins Heim fährt.
Stellen Sie sich doch mal vor, der Mann lässt so eine überriechende Duftmarke seiner geballten Inkompetenz auf irgendeiner internationalen Automesse ab.
Da bricht uns ja der ganze Export weg und es werden Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. März 2007 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Reviermarken”

  1. André Zechbauer meint:

    *lach*

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*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Reviermarken

13. März 2007 05:45

Lieber Freund

Aus dem Tierreich ist bekannt, dass besonders männliche Tiere dazu neigen ein saisonbedingtes absonderliches Verhalten an den Tag zu legen und das von ihnen beanspruchte Revier durch das Setzen von Duftmarken kennzeichnen. Dazu wird meist Urin oder Kot verteilt, oder aus einer Körperdrüse ein spezielles, meist stark und übel riechendes Sekret verspritzt oder verschmiert.

Ein ähnliches Verhalten kann man saisonunabhängig bei der Spezies der Politiker feststellen, wobei diese ihre Duftmarken meist mit Kot setzen und dazu neigen diesen irgendwo mitten in die (politische) Landschaft zu kacken.
Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Anlass dies geschieht, manchmal geschieht das auch vollkommen grundlos. Einfach nur so um auf sich aufmerksam zu machen.
Schauen Sie doch mal unter diesem Aspekt in die Zeitung und ich garantiere Ihnen, dass Sie nicht bis zum Lokalteil lesen müssen, sondern bereits auf der Titelseite fündig werden.

Bei mir war es diesmal die Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland (FTD) und da genügte schon ein einziger Artikel um den Nachweis der von mir aufgestellten Tatsachenbehauptung zu erbringen.
Man mag es schon fast nicht mehr erwähnen, aber es ging natürlich mal wieder um den Schutz der Umwelt und den CO2-austoßenden Autofahrer.

Reviermarke Nr. 1
Die Grünen setzen sich für autofreie Wochenenden als Zeichen gegen den Klimawandel und Entlastung der Stadtbewohner ein.
Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn sagte der Chemnitzer “Freien Presse”, (unter Bezug auf ein autofreies Wochenende in 150 Städten in Norditalien), mit autofreien Wochenenden könne man “ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen”. Die Bürger würden dann schnell merken, “dass es auch mal ohne Auto geht”. Vor allem aber würden die Bewohner in den Innenstädten und Ballungszentren von der Aktion gegen die Luftverschmutzung profitieren. Sie könnten wieder einmal richtig durchatmen, meinte Kuhn. Die Grünen-Fraktion stellte klar, dass es keinesfalls um ein generelles Fahrverbot an Wochenenden oder Sonntagen gehe.

Reviermarke Nr. 2
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sprach sich unterdessen für eine Benzinverbrauchs-Anzeige in Neuwagen aus. “In den Schubladen der Autoindustrie schlummern gute Öko-Ideen”, sagte der SPD-Politiker der “Bild”-Zeitung. In alle Neufahrzeuge gehöre eine Verbrauchsanzeige, damit der Fahrer sehen könne, ob er spritsparend unterwegs sei.”

Reviermarke Nr. 3
Außerdem sagte der Flachwassertaucher Tiefensee (wörtlich!):
“Sinnvoll ist auch ein Leuchtpfeil, der anzeigt, wann der höhere Gang eingelegt werden sollte.

Wie Sie sehen habe ich Recht behalten.
Ein Artikel und drei Reviermarkierungen, wobei mir die vom „Bundesverkehrtminister“ Tiefensee mit Abstand besser gefallen, als den Haufen Methangasgrundstoff der da fast gewohnheitsmäßig von den Grünen ausgeschieden wurde.

Nun weiß ich natürlich nicht, wann dieser Mann, der uns da durch eine Laune des Schicksal als Minister für Verkehr auf’s Auge gedrückt wurde, zum letzten Mal selbst hinter einem Lenkrad gesessen hat. Nach seinem Kenntnisstand über die Anzeigen und Funktionen eines PKW-Cockpits muss das wohl noch zu Zeiten gewesen sein, als man das Fahrzeug noch mit „Hü“, „Brrr“ und „Hüst und „Hott“ gelenkt hat. Aus Sicht des Umweltschutzes war man damals zwar weiter, denn für den Betrieb kamen ausschließlich erneuerbare Energien zum Einsatz und die Gas- und Feststoffemmisionen der Pferdestärken waren zu 100% umweltverträglich, aber die Idee mit der „“Benzinverbrauchsanzeige“ schlummert schon lange nicht mehr in den Schubladen der Automobilindustrie, sondern ist längst Realität geworden.
Und auch der “sinnvolle Leuchtpfeil, der anzeigt, wann der höhere Gang eingelegt werden sollte” kann seit Erfindung des Automatikgetriebes besser für „Hüst“ und „Hott“ verwendet werden und wird im allgemeinen Sprachgebrauch zwischenzeitlich als „Blinker“ oder „Fahrtrichtungsanzeiger“ bezeichnet. Und der kann sich nach Betätigung, zur Anzeige einer geplanten Änderung der Fahrtrichtung des Fahrzeugs und deren erfolgreichen Ausführung, sogar schon von ganz alleine wieder ausschalten. :-)

Vielleicht sollte man dem Herrn Verkehrsminister des Hochtechnologielandes BRddr im Rahmen eines Technologiebriefings mal etwas aufschlauen, bevor man ihn zurück ins Heim fährt.
Stellen Sie sich doch mal vor, der Mann lässt so eine überriechende Duftmarke seiner geballten Inkompetenz auf irgendeiner internationalen Automesse ab.
Da bricht uns ja der ganze Export weg und es werden Tausende von Arbeitsplätzen gefährdet.

Machopan
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  1. André Zechbauer meint:

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