Konzernumkrempelung

16. März 2007 05:45

Lieber Freund

Die T-Com geht und T-Kotz kommt.
So oder ähnlich könnte man als Kunde des rosa Riesen die Ankündigung einer „Konzernumkrempelung“ inklusive einer „Auslagerung“ von circa 50.000 Mitarbeitern nennen.
Wobei sich der Kunde bei dem Wort „umkrempeln“ sicher nicht nur vorstellt, dass die Pfeifen von oben den Platz mit den Luschen von unten tauschen.
Auch dass die ausgelagerten Mitarbeiter künftig in einer Firma namens T-Service ihrem Beschäftigungsprogramm nachgehen, bedeutet kundenseitig nicht unbedingt eine Verbesserung, denn wo „T“ draufsteht kann eigentlich kein „Service“ drin sein.

T-Kotz und T-WürgDie Firma „T minus irgendwas“ ist aus Kundensicht strukturell und organisatorisch eine Katastrophe und eine Servicewüste. Die Callcenter bestehen aus Warteschleifen nach deren Überwindung man im „First Level Support“ auf absolut inkompetentes Personal trifft, denen man seitens der Konzernleitung wohl eine Art seelsorgerischen Auftrag gegeben hat. Meist mit abschließendem Verweis auf himmlische Ereignisse, von denen man aber nicht genau sagen kann, ob sie jemals eintreffen werden.

Wer als Kunde jemals in den Warteschleifen einer endlosen Behämmerung und Gehirnwäsche mit psychedelischem Geklimpere und Musik unterworfen war, wird sicher nicht abstreiten wollen, dass er irgendwann den heißen Wunsch verspürte einen Menschen mit Hilfe eines Telefonkabels langsam strangulieren zu dürfen.

Aber jetzt hat sich der Vorstand vom Aufsichtrat genehmigen lassen, dass die bei „vielen Kunden unbeliebte Marke T-Com für das Festnetzgeschäft verschwindet.
Zukünftig wird die Marke T-Home für Kunden zu Hause zuständig sein und T-Mobile für Kunden unterwegs.
Mein Gott, wie originell!
Sicher freuen sich die verbliebenen Kunden schon jetzt darauf, sich auch zukünftig mit mehreren T-Chaoten herumschlagen zu dürfen, von denen der eine vom anderen nix weiß und die auch nicht in der Lage sind miteinander zum Nutzen des Kunden zu kommunizieren.
Für Kunden mit Festnetzanschluss und Mobiltelefon geht das T-heater also weiter.

Dem Konzern aus der Patsche helfen soll neben der „Auslagerung der Mitarbeiter“ auch der „Verkauf von nicht strategischen Beteiligungen” .
Außerdem wird es ab dem Sommer eine neue Billigmarke geben - etwas radikal Neues, eine Marke die ganz ohne „T“ auskommt. Diese neue Marke solle “mit einem eigenen Auftritt, einfachen Angeboten beziehungsweise Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen sehr preisbewusste Kundengruppen ansprechen“.

Womit wohl klar ist, dass die T-elekom die ihr noch verbliebenen Kunden als „nicht sehr preisbewusste und an Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu wettbewerbfähigen Preisen wenig interessierte“ Dummdödel einschätzt.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. März 2007 um 05:45:28 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Konzernumkrempelung”

  1. mitdenker meint:

    Ich war tatsächlich etwas verduzt, als ich mal nach o.g. Aufsichtsrat der Telekom suchte: http://www.telekom.de/dtag/cms/content/dt/de/28792
    und traute meinen Augen nicht: ein Mann mit Namen Michael Sommer, seines Zeichens Vorsitzender des DGB. Unter (auch) seiner Aufsicht also Lohndumping durch “Auslagerung”. Wieso wird nicht auch eine T-ZEIT als Zeitarbeitsfirma gegründet? Geht und lohnt sich, wie schon häufig bewiesen; massive Freisetzungsbemühungen - will heißen Arbeitsplatzabbau usw. Alles für den Kunden?
    Doch schon lange nicht mehr - bewiesenermaßen. Die letzten versklavten oder leibeigenen Harlekine sind mit ihren Herrschern untergegangen. Aber sicher dafür, dass die Forbes-Liste wachse und die Zahlenangaben größer werden.
    (Zwischen 1996 und 2006 stieg laut Forbes die Zahl der Milliardäre weltweit von 423 auf 946.)
    Getreu dem neuen ersten Gebot dieser abendländischen Gesellschaft mit einigen Menschen, eine Banknote in den gefalteten Händen haltend und betend: “Du bist der Herr, mein Gott. Ich werde keine anderen Götter haben neben dir!”

  2. minatina meint:

    Stellt Euch vor, Ihr wärt nicht nur Teil des Aufsichtsrates,
    sondern Entscheidungsinstanz im Magenta-Vorstand. Wie sähen Eure Veränderungen aus?

  3. Machopan meint:

    Wieviel Wünsche hätte ich denn frei?
    Nachdem man sich über so viele Jahre und so verbissen den Ruf lädiert hat, können hier eigentlich nur noch Wunder helfen.
    Schon mit der Ummeldung meines Telefon beim letzten Umzug war diese Firma überfordert. Und erst die Eintragung im Telefonbuch ;-(
    Ein Mischmasch aus Alt und Neu, dabei gab es weder in der alten noch in der neuen Wohnung Telefon. Aber berechnet wurden beide Anschlüsse, allerdings mit unterschiedlichen Vertragsvarianten.
    Und bei jedem Anruf im Callcenter entstand eine neue Variante.
    Bis ich mich direkt und schriftlich an den Vorstand wandte und sich eine sehr nette, ausschließlich für Vorstandsangelegenheiten zuständige Dame, meiner Sache annahm.
    Ich schließe sie noch heute in mein Nachtgebet ein, denn ohne ihr Eingreifen und ihr hervorragendes Eskalationsmanagement … wäre ich nicht zu der Telefonnummer 12345 gekommen :-)

  4. Jim Sanders meint:

    Hey Rolf, oder Marzipan Man! What’s going on olde buddy? See you’re thinking and writing about BIG things. Hope all’s well with you. Are you still in touch with any of the others (e.g., Uli, Clive, Phillip and that mega-asshole, Felix)? Hey, I’ve still not spent my DM200 Abfindung yet. Thanks to you and some of those other cocksuckers (not you, but Jaakkolla, Mr. Tony, Fischer, Gruenwald, et.al.), it was a wonderful gift that just somehow just keeps on giving, even after 10 years. Drop me a note sometime, old-timer! tchüssie, dein Jim [Sanders] ICS ‘95/’97. Dont’ be a stranger, dude!!!

  5. mitdenker meint:

    @minatina
    wieviele Dinge im Leben hängen nicht nur vom WOLLEN und KÖNNEN sondern auch vom DÜRFEN ab…Daher ist die Fragestellung fast schon philosophisch…
    Aus meiner Sicht hängen zu viele Dinge des Lebens jedoch sehr eng zusammen. Sie aus dem Zusammenhang reißen bedeutet immer nur Teilwahrheiten liefern - oder eben deren Negation: Teillügen.
    Deshalb aus meiner Sicht nur zwei entscheidende Kriterien menschlischen Lebens:
    1. die Erkenntnis eines Philosophen namens Karl Marx, der da behauptete: “Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine Lebensmittel selbst produziert.”
    2. der Mensch ist in seiner heutigen Existenzstufe nur (noch) existenzfähig durch Arbeitsteilung. (Will sagen, es gibt niemanden mehr, der als Bauer, Müller, Bäcker, Schuster, Schneider usw. allein alle notwendigen Dinge produzieren kann).
    Alles ist demnach darauf gerichtet, produziert und damit auch konsumiert zu werden. Werden die Produzenten jedoch durch fehlerhafte Verteilung der Produkte am Konsum gehindert, wird zwangsläufig irgendwann niemand mehr produzieren können.
    Die in den letzten zwei Jahrzehnten einsetzende rigerose Umverteilung zugunsten einer Minderheit muss irgendwann zu einer wachsenden Unzufriedenheit der Produzenten führen.
    Für mich ist schon allein dieses heuchlerische Gehabe um die sogenannte Neiddiskussion das menschlich widerwärtigste, vergegenwärtigt man sich den Charakter der menschlischen Gesellschaft und ihre Existenzgrundlage. Einfach ausgedrückt: es gibt niemanden, der 1000 mal stärker oder klüger ist - nachweisbar.
    Oder ein anderes anschauliches Beispiel: Ein Arbeiter im polnischen OPEL-Werk bekommt im Monat etwa 300 bis 400 Euro. Damit kann er relativ gut leben (80 Euro Miete usw.), sich jedoch nie im Leben eines der Autos kaufen, das er selbst gebaut (produziert) hat.
    (Drastisch gesagt, der Bäcker verhungert, weil er das von ihm selbst gebackene Brot nicht essen darf.)
    Mit dem von ihm geschaffenen Gewinn werden hingegen Fussballer gesponsert (und nicht zu knapp), Schauspieler und andere Sternchen bekommen satte Gagen für Werbeauftritte jeglicher Art. Also eine Umverteilung von “unten” nach “oben”. Ich will die Leistung eines Autobauers nicht vergleichen mit der eines Fussballers. Aber wieso soll die Leistung des Fussballers 1000 mal mehr Wert sein? Und wieso soll das Ziel eines Henry Ford von vor fast 100 Jahren heute nicht mehr gelten nach all den technischen Fortschritten? Was uns heute aufgetischt wird an Lebenslügen, ist schier unerträglich - Arbeitsplätze schaffen, Renteneintrittsalter, Effektivität und was weiß der Teufel noch alles.
    Wieso spricht niemand über die Gewinne einiger durch das gestiegene Lebensalter der Menschen? Oder essen die nicht mehr und wohnen nicht mehr und bewegen sich mit Bus, Schiff, Auto, Zug oder sonstigem nicht mehr oder oder oder.
    Weshalb werden bei EADS Arbeitsplätze abgebaut bei übervollen Aufragsbüchern? Widersinnig bis zum Erbrechen. Wieso werden bei der Telekom Arbeitsplätze ausgelagert in ein “Tochterunternehmen” mit sinkenden Realeinkommen der Mitarbeiter? So will man den Service verbessern? So wie man schon viele Teile der Telekom platt gemacht hat und an andere Firmen vergeben wie z.B. alle Kabelverlegearbeiten?
    Mit dem Resultat verspäteter Anschlussbereitstellungen wegen mangelhafter Koordination. Wieso sollen bei der Allianz tausende Arbeitsplätze geschliffen werden trotz gigantisch gestiegener Gewinne? Damit man weiter viele viele Policen verkaufen kann? Irgendwann stellt sich die Frage: an wen noch?
    Wenn die Wirtschaft mit der gegenwärtigen breiten politischen Unterstützung so weitermacht, muss es in einigen Jahrzehnten wieder zu einem großen Zusammenbruch kommen - denn es gibt auch in der Ökonomie Gesetzmäßigkeiten (wie war das mit außerhalb und unabhängig vom Bewusstsein???).
    Es ist deshalb ganz wurscht, was jemand von uns bei Magenta tun würde, weil tatsächlich nebenan die noch kleinere Firma es verstanden hat, dass Service in erster Linie Umgang mit Menschen ist - auch mit den eigenen. Deshalb vielleicht auch “Servicewüste Deutschland”.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Konzernumkrempelung

16. März 2007 05:45

Lieber Freund

Die T-Com geht und T-Kotz kommt.
So oder ähnlich könnte man als Kunde des rosa Riesen die Ankündigung einer „Konzernumkrempelung“ inklusive einer „Auslagerung“ von circa 50.000 Mitarbeitern nennen.
Wobei sich der Kunde bei dem Wort „umkrempeln“ sicher nicht nur vorstellt, dass die Pfeifen von oben den Platz mit den Luschen von unten tauschen.
Auch dass die ausgelagerten Mitarbeiter künftig in einer Firma namens T-Service ihrem Beschäftigungsprogramm nachgehen, bedeutet kundenseitig nicht unbedingt eine Verbesserung, denn wo „T“ draufsteht kann eigentlich kein „Service“ drin sein.

T-Kotz und T-WürgDie Firma „T minus irgendwas“ ist aus Kundensicht strukturell und organisatorisch eine Katastrophe und eine Servicewüste. Die Callcenter bestehen aus Warteschleifen nach deren Überwindung man im „First Level Support“ auf absolut inkompetentes Personal trifft, denen man seitens der Konzernleitung wohl eine Art seelsorgerischen Auftrag gegeben hat. Meist mit abschließendem Verweis auf himmlische Ereignisse, von denen man aber nicht genau sagen kann, ob sie jemals eintreffen werden.

Wer als Kunde jemals in den Warteschleifen einer endlosen Behämmerung und Gehirnwäsche mit psychedelischem Geklimpere und Musik unterworfen war, wird sicher nicht abstreiten wollen, dass er irgendwann den heißen Wunsch verspürte einen Menschen mit Hilfe eines Telefonkabels langsam strangulieren zu dürfen.

Aber jetzt hat sich der Vorstand vom Aufsichtrat genehmigen lassen, dass die bei „vielen Kunden unbeliebte Marke T-Com für das Festnetzgeschäft verschwindet.
Zukünftig wird die Marke T-Home für Kunden zu Hause zuständig sein und T-Mobile für Kunden unterwegs.
Mein Gott, wie originell!
Sicher freuen sich die verbliebenen Kunden schon jetzt darauf, sich auch zukünftig mit mehreren T-Chaoten herumschlagen zu dürfen, von denen der eine vom anderen nix weiß und die auch nicht in der Lage sind miteinander zum Nutzen des Kunden zu kommunizieren.
Für Kunden mit Festnetzanschluss und Mobiltelefon geht das T-heater also weiter.

Dem Konzern aus der Patsche helfen soll neben der „Auslagerung der Mitarbeiter“ auch der „Verkauf von nicht strategischen Beteiligungen” .
Außerdem wird es ab dem Sommer eine neue Billigmarke geben - etwas radikal Neues, eine Marke die ganz ohne „T“ auskommt. Diese neue Marke solle “mit einem eigenen Auftritt, einfachen Angeboten beziehungsweise Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen sehr preisbewusste Kundengruppen ansprechen“.

Womit wohl klar ist, dass die T-elekom die ihr noch verbliebenen Kunden als „nicht sehr preisbewusste und an Festnetz- und Mobilfunk-Bündeln zu wettbewerbfähigen Preisen wenig interessierte“ Dummdödel einschätzt.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. März 2007 um 05:45:28 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Konzernumkrempelung”

  1. mitdenker meint:

    Ich war tatsächlich etwas verduzt, als ich mal nach o.g. Aufsichtsrat der Telekom suchte: http://www.telekom.de/dtag/cms/content/dt/de/28792
    und traute meinen Augen nicht: ein Mann mit Namen Michael Sommer, seines Zeichens Vorsitzender des DGB. Unter (auch) seiner Aufsicht also Lohndumping durch “Auslagerung”. Wieso wird nicht auch eine T-ZEIT als Zeitarbeitsfirma gegründet? Geht und lohnt sich, wie schon häufig bewiesen; massive Freisetzungsbemühungen - will heißen Arbeitsplatzabbau usw. Alles für den Kunden?
    Doch schon lange nicht mehr - bewiesenermaßen. Die letzten versklavten oder leibeigenen Harlekine sind mit ihren Herrschern untergegangen. Aber sicher dafür, dass die Forbes-Liste wachse und die Zahlenangaben größer werden.
    (Zwischen 1996 und 2006 stieg laut Forbes die Zahl der Milliardäre weltweit von 423 auf 946.)
    Getreu dem neuen ersten Gebot dieser abendländischen Gesellschaft mit einigen Menschen, eine Banknote in den gefalteten Händen haltend und betend: “Du bist der Herr, mein Gott. Ich werde keine anderen Götter haben neben dir!”

  2. minatina meint:

    Stellt Euch vor, Ihr wärt nicht nur Teil des Aufsichtsrates,
    sondern Entscheidungsinstanz im Magenta-Vorstand. Wie sähen Eure Veränderungen aus?

  3. Machopan meint:

    Wieviel Wünsche hätte ich denn frei?
    Nachdem man sich über so viele Jahre und so verbissen den Ruf lädiert hat, können hier eigentlich nur noch Wunder helfen.
    Schon mit der Ummeldung meines Telefon beim letzten Umzug war diese Firma überfordert. Und erst die Eintragung im Telefonbuch ;-(
    Ein Mischmasch aus Alt und Neu, dabei gab es weder in der alten noch in der neuen Wohnung Telefon. Aber berechnet wurden beide Anschlüsse, allerdings mit unterschiedlichen Vertragsvarianten.
    Und bei jedem Anruf im Callcenter entstand eine neue Variante.
    Bis ich mich direkt und schriftlich an den Vorstand wandte und sich eine sehr nette, ausschließlich für Vorstandsangelegenheiten zuständige Dame, meiner Sache annahm.
    Ich schließe sie noch heute in mein Nachtgebet ein, denn ohne ihr Eingreifen und ihr hervorragendes Eskalationsmanagement … wäre ich nicht zu der Telefonnummer 12345 gekommen :-)

  4. Jim Sanders meint:

    Hey Rolf, oder Marzipan Man! What’s going on olde buddy? See you’re thinking and writing about BIG things. Hope all’s well with you. Are you still in touch with any of the others (e.g., Uli, Clive, Phillip and that mega-asshole, Felix)? Hey, I’ve still not spent my DM200 Abfindung yet. Thanks to you and some of those other cocksuckers (not you, but Jaakkolla, Mr. Tony, Fischer, Gruenwald, et.al.), it was a wonderful gift that just somehow just keeps on giving, even after 10 years. Drop me a note sometime, old-timer! tchüssie, dein Jim [Sanders] ICS ‘95/’97. Dont’ be a stranger, dude!!!

  5. mitdenker meint:

    @minatina
    wieviele Dinge im Leben hängen nicht nur vom WOLLEN und KÖNNEN sondern auch vom DÜRFEN ab…Daher ist die Fragestellung fast schon philosophisch…
    Aus meiner Sicht hängen zu viele Dinge des Lebens jedoch sehr eng zusammen. Sie aus dem Zusammenhang reißen bedeutet immer nur Teilwahrheiten liefern - oder eben deren Negation: Teillügen.
    Deshalb aus meiner Sicht nur zwei entscheidende Kriterien menschlischen Lebens:
    1. die Erkenntnis eines Philosophen namens Karl Marx, der da behauptete: “Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine Lebensmittel selbst produziert.”
    2. der Mensch ist in seiner heutigen Existenzstufe nur (noch) existenzfähig durch Arbeitsteilung. (Will sagen, es gibt niemanden mehr, der als Bauer, Müller, Bäcker, Schuster, Schneider usw. allein alle notwendigen Dinge produzieren kann).
    Alles ist demnach darauf gerichtet, produziert und damit auch konsumiert zu werden. Werden die Produzenten jedoch durch fehlerhafte Verteilung der Produkte am Konsum gehindert, wird zwangsläufig irgendwann niemand mehr produzieren können.
    Die in den letzten zwei Jahrzehnten einsetzende rigerose Umverteilung zugunsten einer Minderheit muss irgendwann zu einer wachsenden Unzufriedenheit der Produzenten führen.
    Für mich ist schon allein dieses heuchlerische Gehabe um die sogenannte Neiddiskussion das menschlich widerwärtigste, vergegenwärtigt man sich den Charakter der menschlischen Gesellschaft und ihre Existenzgrundlage. Einfach ausgedrückt: es gibt niemanden, der 1000 mal stärker oder klüger ist - nachweisbar.
    Oder ein anderes anschauliches Beispiel: Ein Arbeiter im polnischen OPEL-Werk bekommt im Monat etwa 300 bis 400 Euro. Damit kann er relativ gut leben (80 Euro Miete usw.), sich jedoch nie im Leben eines der Autos kaufen, das er selbst gebaut (produziert) hat.
    (Drastisch gesagt, der Bäcker verhungert, weil er das von ihm selbst gebackene Brot nicht essen darf.)
    Mit dem von ihm geschaffenen Gewinn werden hingegen Fussballer gesponsert (und nicht zu knapp), Schauspieler und andere Sternchen bekommen satte Gagen für Werbeauftritte jeglicher Art. Also eine Umverteilung von “unten” nach “oben”. Ich will die Leistung eines Autobauers nicht vergleichen mit der eines Fussballers. Aber wieso soll die Leistung des Fussballers 1000 mal mehr Wert sein? Und wieso soll das Ziel eines Henry Ford von vor fast 100 Jahren heute nicht mehr gelten nach all den technischen Fortschritten? Was uns heute aufgetischt wird an Lebenslügen, ist schier unerträglich - Arbeitsplätze schaffen, Renteneintrittsalter, Effektivität und was weiß der Teufel noch alles.
    Wieso spricht niemand über die Gewinne einiger durch das gestiegene Lebensalter der Menschen? Oder essen die nicht mehr und wohnen nicht mehr und bewegen sich mit Bus, Schiff, Auto, Zug oder sonstigem nicht mehr oder oder oder.
    Weshalb werden bei EADS Arbeitsplätze abgebaut bei übervollen Aufragsbüchern? Widersinnig bis zum Erbrechen. Wieso werden bei der Telekom Arbeitsplätze ausgelagert in ein “Tochterunternehmen” mit sinkenden Realeinkommen der Mitarbeiter? So will man den Service verbessern? So wie man schon viele Teile der Telekom platt gemacht hat und an andere Firmen vergeben wie z.B. alle Kabelverlegearbeiten?
    Mit dem Resultat verspäteter Anschlussbereitstellungen wegen mangelhafter Koordination. Wieso sollen bei der Allianz tausende Arbeitsplätze geschliffen werden trotz gigantisch gestiegener Gewinne? Damit man weiter viele viele Policen verkaufen kann? Irgendwann stellt sich die Frage: an wen noch?
    Wenn die Wirtschaft mit der gegenwärtigen breiten politischen Unterstützung so weitermacht, muss es in einigen Jahrzehnten wieder zu einem großen Zusammenbruch kommen - denn es gibt auch in der Ökonomie Gesetzmäßigkeiten (wie war das mit außerhalb und unabhängig vom Bewusstsein???).
    Es ist deshalb ganz wurscht, was jemand von uns bei Magenta tun würde, weil tatsächlich nebenan die noch kleinere Firma es verstanden hat, dass Service in erster Linie Umgang mit Menschen ist - auch mit den eigenen. Deshalb vielleicht auch “Servicewüste Deutschland”.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)