Rose in Afghanistan

21. März 2007 05:45

Lieber Freund

Mit Blumen kann man(n) seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Auch seine Geringschätzigkeit kann man(n) „durch die Blume“ sagen und man(n) kann sogar Fehltritte „blumig“ umschreiben und visualisieren.

Afghanische RoseMan(n) weiß auch, dass Rosen zwar Dornen haben, aber dennoch bestens dafür geeignet sind „Gefühle“ zum Ausdruck zu bringen, auch und gerade dann, wenn es sich um das gewisse „erste Mal“ handelt.
Jetzt wurde bekannt, dass ein Mann namens Rose seine „Gewissensbisse“ zum Ausdruck gebracht hat und das zum ersten Mal nicht etwa durch die Blume, sondern „klar und deutschlich“ und wie es sich für einen ordentlichen Deutschen gehört in Form eines schriftlich formulierten Antrages.

Doch statt sich über so viel staatstragende Anständigkeit zu freuen, sind die Empfänger des Antrages „alarmiert“ und sprechen sogar von einer „brisanten“ Angelegenheit.
Denn der Antragsteller ist der Oberstleutnant der Bundeswehr Jürgen Rose und er hat beim Wehrbereichskommando IV des Streitkräfteunterstützungskommandos in München aus „Gewissensgründen“ beantragt, nicht an der von der deutschen Bundesregierung auf Kosten des Steuerzahlers gebuchten Afghanistanreise teilnehmen zu müssen, denn er habe „gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche sowie strafrechtliche Bedenken“.

Nun ist ja bekannt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland mehr als einen Menschen gibt, der diese „gravierenden verfassungsrechtlichen, völkerrechtlichen sowie strafrechtlichen Bedenken“ teilt, auch wenn das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe so tut als wäre die Welt noch in Ordnung und versucht sich mit dem Argument der „Nichtgegebenen Antragsberechtigung zum Organklageverfahren“ einiger Bundestagsabgeordneten, solange aus der Affäre zu ziehen bis die Tornados in der Luft und am Boden Gras über die Sache gewachsen ist.

Die Situation in Afghanistan ist die zwangsläufige Folge einer von den Großmächten USA und Sowjetunion in den letzten Jahrzehnten betriebenen Außenpolitik. Die Taliban sind, wie Saddam Hussein auch, ehemalige Helfershelfer der USA, die hochgerüstet wurden um in der Region die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika zu vertreten.
Man(n) muss schon auf beiden Augen ziemlich blind sein oder eine Binde über dem Brett vor dem Kopf tragen um die ach so offensichtlichen Zusammenhänge nicht erkennen zu wollen, sondern die Lügen um den Kriegesgrund vom 11. September 2001 zu glauben.
Mit der Ausweitung und Intensivierung militärischer Aktionen ist weder in Afghanistan noch im Irak etwas zu erreichen, zumindest nichts, das zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Lage und Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Zivilbevölkerung führen wird.

Während nun die zuständigen Vorgesetzten des Oberstleutnant Rose über dessen Antrag brüten und offen ist wann eine Entscheidung fällt und welche Konsequenzen diese haben wird, darf man(n) sich daran erinnern, dass in München schon einmal „weiße Rosen“ den Mut hatten ihre „Gewissensbisse“ schriftlich zu formulieren und per Flugblatt zu verteilen.

Und all jenen Volksvertretern im Deutschen Bundestag, die ihr Gewissen nicht beißt und denen man(n) mangels Fehlen dieses Körperteils auch nicht ins Gewissen reden kann, wünsche ich statt dem gemachten Nest, in dem sie sich jeden Tag fläzen und ihre Ausdünstungen über “Rose in Afghanistan” absondern, ein Bett voller dorniger Rosen aus Afghanistan.
Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige in dieser Republik bin, der ihnen dort gerne helfen würde, die Hände zum letzten Gebet zu falten.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2007 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Rose in Afghanistan”

  1. Gabi Ullmann meint:

    Hallo, Machopan
    dazu gehört Mut.
    Unter darmstaetder-signal.de haben sich mit J.Rose noch andere “Militär`s” zusammengetan und die MdB in einem offenen Brief angeschrieben, den Tornadoeinsätzen in Afghanistan nicht zuzustimmen.
    Doch sieht man sich die “Abstimmungsliste” der MdB an, stellt man bei CDU/CSU und bei SPD die feigen Zustimmungen fest. Frau Merkel hat ihre Stimme nicht abgegeben! Ich hoffe, dass sich die verschlafenen Deutschen endlich auf die Barrikaden begeben und die Regierung zum Teufel jagen.
    In Wittenberg hat man einen kleinen Anfang am 14.03.07 mit den “Thesenanschlägen” getan.
    Sie können sich sicher sein, dass Sie nicht der Einzige in dieser Republik sind….!
    Herzlichen Gruß und danke für Ihre Seite.

  2. Korrektur meint:

    http://www.darmstaedter-signal.de/aktuell.php

  3. Minotaurus meint:

    Zitat: >>Deutschland verlässt seine neutrale Helferrolle und wird in den Augen der Taliban-Glaubenskrieger - aber auch in der Bevölkerung - zu den „Kreuzrittern“ gezählt, wie BND-Chef Ernst Urlau vor wenigen Tagen feststellte. Deutsche Soldaten rücken in das Fadenkreuz der Terroristen!

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Rose in Afghanistan

21. März 2007 05:45

Lieber Freund

Mit Blumen kann man(n) seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Auch seine Geringschätzigkeit kann man(n) „durch die Blume“ sagen und man(n) kann sogar Fehltritte „blumig“ umschreiben und visualisieren.

Afghanische RoseMan(n) weiß auch, dass Rosen zwar Dornen haben, aber dennoch bestens dafür geeignet sind „Gefühle“ zum Ausdruck zu bringen, auch und gerade dann, wenn es sich um das gewisse „erste Mal“ handelt.
Jetzt wurde bekannt, dass ein Mann namens Rose seine „Gewissensbisse“ zum Ausdruck gebracht hat und das zum ersten Mal nicht etwa durch die Blume, sondern „klar und deutschlich“ und wie es sich für einen ordentlichen Deutschen gehört in Form eines schriftlich formulierten Antrages.

Doch statt sich über so viel staatstragende Anständigkeit zu freuen, sind die Empfänger des Antrages „alarmiert“ und sprechen sogar von einer „brisanten“ Angelegenheit.
Denn der Antragsteller ist der Oberstleutnant der Bundeswehr Jürgen Rose und er hat beim Wehrbereichskommando IV des Streitkräfteunterstützungskommandos in München aus „Gewissensgründen“ beantragt, nicht an der von der deutschen Bundesregierung auf Kosten des Steuerzahlers gebuchten Afghanistanreise teilnehmen zu müssen, denn er habe „gravierende verfassungsrechtliche, völkerrechtliche sowie strafrechtliche Bedenken“.

Nun ist ja bekannt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland mehr als einen Menschen gibt, der diese „gravierenden verfassungsrechtlichen, völkerrechtlichen sowie strafrechtlichen Bedenken“ teilt, auch wenn das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe so tut als wäre die Welt noch in Ordnung und versucht sich mit dem Argument der „Nichtgegebenen Antragsberechtigung zum Organklageverfahren“ einiger Bundestagsabgeordneten, solange aus der Affäre zu ziehen bis die Tornados in der Luft und am Boden Gras über die Sache gewachsen ist.

Die Situation in Afghanistan ist die zwangsläufige Folge einer von den Großmächten USA und Sowjetunion in den letzten Jahrzehnten betriebenen Außenpolitik. Die Taliban sind, wie Saddam Hussein auch, ehemalige Helfershelfer der USA, die hochgerüstet wurden um in der Region die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika zu vertreten.
Man(n) muss schon auf beiden Augen ziemlich blind sein oder eine Binde über dem Brett vor dem Kopf tragen um die ach so offensichtlichen Zusammenhänge nicht erkennen zu wollen, sondern die Lügen um den Kriegesgrund vom 11. September 2001 zu glauben.
Mit der Ausweitung und Intensivierung militärischer Aktionen ist weder in Afghanistan noch im Irak etwas zu erreichen, zumindest nichts, das zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Lage und Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Zivilbevölkerung führen wird.

Während nun die zuständigen Vorgesetzten des Oberstleutnant Rose über dessen Antrag brüten und offen ist wann eine Entscheidung fällt und welche Konsequenzen diese haben wird, darf man(n) sich daran erinnern, dass in München schon einmal „weiße Rosen“ den Mut hatten ihre „Gewissensbisse“ schriftlich zu formulieren und per Flugblatt zu verteilen.

Und all jenen Volksvertretern im Deutschen Bundestag, die ihr Gewissen nicht beißt und denen man(n) mangels Fehlen dieses Körperteils auch nicht ins Gewissen reden kann, wünsche ich statt dem gemachten Nest, in dem sie sich jeden Tag fläzen und ihre Ausdünstungen über “Rose in Afghanistan” absondern, ein Bett voller dorniger Rosen aus Afghanistan.
Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige in dieser Republik bin, der ihnen dort gerne helfen würde, die Hände zum letzten Gebet zu falten.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2007 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Rose in Afghanistan”

  1. Gabi Ullmann meint:

    Hallo, Machopan
    dazu gehört Mut.
    Unter darmstaetder-signal.de haben sich mit J.Rose noch andere “Militär`s” zusammengetan und die MdB in einem offenen Brief angeschrieben, den Tornadoeinsätzen in Afghanistan nicht zuzustimmen.
    Doch sieht man sich die “Abstimmungsliste” der MdB an, stellt man bei CDU/CSU und bei SPD die feigen Zustimmungen fest. Frau Merkel hat ihre Stimme nicht abgegeben! Ich hoffe, dass sich die verschlafenen Deutschen endlich auf die Barrikaden begeben und die Regierung zum Teufel jagen.
    In Wittenberg hat man einen kleinen Anfang am 14.03.07 mit den “Thesenanschlägen” getan.
    Sie können sich sicher sein, dass Sie nicht der Einzige in dieser Republik sind….!
    Herzlichen Gruß und danke für Ihre Seite.

  2. Korrektur meint:

    http://www.darmstaedter-signal.de/aktuell.php

  3. Minotaurus meint:

    Zitat: >>Deutschland verlässt seine neutrale Helferrolle und wird in den Augen der Taliban-Glaubenskrieger - aber auch in der Bevölkerung - zu den „Kreuzrittern“ gezählt, wie BND-Chef Ernst Urlau vor wenigen Tagen feststellte. Deutsche Soldaten rücken in das Fadenkreuz der Terroristen!

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