Schweini Wurst

26. März 2007 05:45

Lieber Freund

Im Gegensatz zur Wurst mit Curry wird es keine Wurst mit Schweini geben.
Das hat das Landgericht in Augsburg entschieden und verfügt, dass die auf einen Großhändler eingetragene Marke „Schweini“ beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marke gelöscht werden muss.

Der Fleischhändler hätte seine Marke nur mit Zustimmung des FC-Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger, genannt „Schweini“, verwursten und anpreisen dürfen, erklärte das Gericht.
Nun muss der Metzger nicht nur die Kosten des Prozesses bezahlen, sondern Schweini Schweinsteiger hat auch noch Anspruch auf Schadenersatz wegen der unbefugten Namensverwendung. Der Streitwert betrug übrigens 200.000 Euro.
Auch Spitznamen genießen den besonderen gesetzlichen Schutz des Namensrechts“, hieß es dazu in der Urteilsbegründung.

Man muss über dieses Urteil nicht längere Zeit nachdenken um dessen Tragweite zu erkennen, denn neben der Curry-Wurst wäre da noch die Brüh-Wurst, die Bier-Wurst, die Blut-Wurst, die Mett-Wurst, die Tee-Wurst, die Weiß-Wurst und die Leber-Wurst.

Bei konsequenten Umsetzung des Urteils und sofern sich ein Kläger mit Namen Blut, Weiß, Leber oder Bier findet, dürften diese jetzt logischerweise auch nicht mehr vermarktet werden.

SchweiniNur weil so ein Herr „Schweinsteiger“ (die mögliche Herkunft dieses Namens möchte ich jetzt nicht näher analysieren), der seine Brötchen vorübergehend durch Kicken nach einer ehemals mit Luft gefüllten Schweineblase verdient und deshalb auch „Schweini“ gerufen werden darf, die beleidigte Leber-Wurst spielt.
Gegen die Vermarktung seines Namens als Plastikfigur der Firma Revell (siehe Abbildung) hat Schweini dagegen wohl nichts einzuwenden.

Und dass jetzt auch Spitznamen durch das Namensrecht geschützt werden, erschließt doch vollkommen neue Geschäftideen.
Sofern Sie zum Beispiel auf den Spitznamen „Hasilein“ oder „Schatzilein“ hören, kann ich Ihnen schon mal die Adresse der „Wildecker Herzbuben“ raussuchen.
Es dürfte sich lohnen, sofern Sie die Klage beim Landgericht in Augsburg einreichen, denn die Richter dort kennen sich mit Spitznamen aus und sind sicher auch in der Lage den Unterschied zwischen einem Spitznamen und einem Kosenamen juristisch fundiert zum Ausdruck zu bringen.

Ach übrigens, bevor ich’s vergesse, ich gehe (fast) jede Wette ein, dass in einigen Jahren kein Schwein mehr von „Schweini Schweinsteiger“, dem Schweinsblasenkicker, spricht.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. März 2007 um 05:45:54 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schweini Wurst”

  1. pathologe meint:

    Was die Puppe auf dem Bild trägt: die Farbe - so rot; der Aufdruck - so T. Ist das dann eine Schweins-Teewurst?

  2. Machopan meint:

    Ja, das sieht stark nach T minus aus.
    T minus Schweini dot com.
    Aber das darf man nicht so laut sagen, denn T minus ist als Marke geschützt und Schweini jetzt auch.
    Ob dieser Schweini (den darf man so nennen) auch der Erfinder der T minus Wurst ist, ist dabei eigentlich wurst.

  3. mitdenker meint:

    Die Abzocke mit Namen und Ähnlichkeiten sind doch seit Jahren hinlänglich bekannt - spätestens seit diesem windigen RA Freiherr von Gravenreuth, der sicherlich ob der Dummheit einiger immer noch gut lachen (und klimpern) hat.
    Also aufgepasst, liebe Leute, bei der Suche nach Hündchens oder Kätzchens Namen. Könnte ein Geschützter sein. Wenn Bayern-Ede den Spitznamen seiner Frau schützen läßt, ist in den Bordellen dieses Landes der Teufel los. Es wird nur so von abmahnenden Rechts-(und Linksanwälten) dort wimmeln…und erst die Lauschangriffe in den Schlafzimmern dieser Rebblublik. Und jeder, der nur sein Kätzchen zum Abendmahl ruft, hat dann sofort eine Abmahnung wegen unerlaubter Benutzung von Namensrechten im Briefkasten.
    Man kann es verfolgen: die Dummheit grasiert in diesem Ländle nicht, sie galoppiert. Die Frage ist nur - wohin?

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Schweini Wurst

26. März 2007 05:45

Lieber Freund

Im Gegensatz zur Wurst mit Curry wird es keine Wurst mit Schweini geben.
Das hat das Landgericht in Augsburg entschieden und verfügt, dass die auf einen Großhändler eingetragene Marke „Schweini“ beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marke gelöscht werden muss.

Der Fleischhändler hätte seine Marke nur mit Zustimmung des FC-Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger, genannt „Schweini“, verwursten und anpreisen dürfen, erklärte das Gericht.
Nun muss der Metzger nicht nur die Kosten des Prozesses bezahlen, sondern Schweini Schweinsteiger hat auch noch Anspruch auf Schadenersatz wegen der unbefugten Namensverwendung. Der Streitwert betrug übrigens 200.000 Euro.
Auch Spitznamen genießen den besonderen gesetzlichen Schutz des Namensrechts“, hieß es dazu in der Urteilsbegründung.

Man muss über dieses Urteil nicht längere Zeit nachdenken um dessen Tragweite zu erkennen, denn neben der Curry-Wurst wäre da noch die Brüh-Wurst, die Bier-Wurst, die Blut-Wurst, die Mett-Wurst, die Tee-Wurst, die Weiß-Wurst und die Leber-Wurst.

Bei konsequenten Umsetzung des Urteils und sofern sich ein Kläger mit Namen Blut, Weiß, Leber oder Bier findet, dürften diese jetzt logischerweise auch nicht mehr vermarktet werden.

SchweiniNur weil so ein Herr „Schweinsteiger“ (die mögliche Herkunft dieses Namens möchte ich jetzt nicht näher analysieren), der seine Brötchen vorübergehend durch Kicken nach einer ehemals mit Luft gefüllten Schweineblase verdient und deshalb auch „Schweini“ gerufen werden darf, die beleidigte Leber-Wurst spielt.
Gegen die Vermarktung seines Namens als Plastikfigur der Firma Revell (siehe Abbildung) hat Schweini dagegen wohl nichts einzuwenden.

Und dass jetzt auch Spitznamen durch das Namensrecht geschützt werden, erschließt doch vollkommen neue Geschäftideen.
Sofern Sie zum Beispiel auf den Spitznamen „Hasilein“ oder „Schatzilein“ hören, kann ich Ihnen schon mal die Adresse der „Wildecker Herzbuben“ raussuchen.
Es dürfte sich lohnen, sofern Sie die Klage beim Landgericht in Augsburg einreichen, denn die Richter dort kennen sich mit Spitznamen aus und sind sicher auch in der Lage den Unterschied zwischen einem Spitznamen und einem Kosenamen juristisch fundiert zum Ausdruck zu bringen.

Ach übrigens, bevor ich’s vergesse, ich gehe (fast) jede Wette ein, dass in einigen Jahren kein Schwein mehr von „Schweini Schweinsteiger“, dem Schweinsblasenkicker, spricht.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. März 2007 um 05:45:54 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schweini Wurst”

  1. pathologe meint:

    Was die Puppe auf dem Bild trägt: die Farbe - so rot; der Aufdruck - so T. Ist das dann eine Schweins-Teewurst?

  2. Machopan meint:

    Ja, das sieht stark nach T minus aus.
    T minus Schweini dot com.
    Aber das darf man nicht so laut sagen, denn T minus ist als Marke geschützt und Schweini jetzt auch.
    Ob dieser Schweini (den darf man so nennen) auch der Erfinder der T minus Wurst ist, ist dabei eigentlich wurst.

  3. mitdenker meint:

    Die Abzocke mit Namen und Ähnlichkeiten sind doch seit Jahren hinlänglich bekannt - spätestens seit diesem windigen RA Freiherr von Gravenreuth, der sicherlich ob der Dummheit einiger immer noch gut lachen (und klimpern) hat.
    Also aufgepasst, liebe Leute, bei der Suche nach Hündchens oder Kätzchens Namen. Könnte ein Geschützter sein. Wenn Bayern-Ede den Spitznamen seiner Frau schützen läßt, ist in den Bordellen dieses Landes der Teufel los. Es wird nur so von abmahnenden Rechts-(und Linksanwälten) dort wimmeln…und erst die Lauschangriffe in den Schlafzimmern dieser Rebblublik. Und jeder, der nur sein Kätzchen zum Abendmahl ruft, hat dann sofort eine Abmahnung wegen unerlaubter Benutzung von Namensrechten im Briefkasten.
    Man kann es verfolgen: die Dummheit grasiert in diesem Ländle nicht, sie galoppiert. Die Frage ist nur - wohin?

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