Geduldet zugewandert

29. März 2007 05:45

Lieber Freund

Leichte Verwirrung herrscht zur Zeit unter den Zugewanderten und den Geduldeten.
Auch so manchem Einheimischen ist nicht ganz klar, was denn nun mit dem Zuwanderungsrecht und dem neuen Bleiberecht erreicht werden soll, denn zuwandern darf nur jemand der mindestens 40.000 Euro im Jahr verdient und bleiben darf nur jemand der bis Ende 2009 einen Job gefunden hat.

Jetzt kenn ich selber eigentlich niemand, der ohne Job und ohne etwas zu tun auch nur einen einzigen Euro verdient, von 40.000 mal ganz zu schweigen. Von einer gewissen Berufsgruppe mit Parteibuch mal abgesehen. Aber die hätte man schon gar nicht zuwandern lassen sollen und müsste ihnen jetzt auch das Bleiberecht entziehen.

Das Problem, zu dem ich nun intellektuell keinen richtigen Zugang finden kann, ist ein anderes. Mir ist nämlich nicht so ganz klar, wo die „Geduldeten“ herkommen, die keine 40.000 Euro im Jahr verdienen und deswegen kein Bleiberecht haben.

Oder sind das in Wirklichkeit Zuwanderer, die 40.000 Euro gezahlt haben, damit sie für ein Jahr zuwandern können um sich danach als Geduldete bis 2009 einen Job suchen zu können?
Oder müssen die Geduldeten jetzt diese 40.000 Euro zahlen, damit sie bleiben können?

Wie wird man eigentlich zugewanderter Geduldeter oder sind das geduldete Zuwanderer?
Gibt es neben dem Bleiberecht und dem Zuwanderungsrecht auch schon eine Bleibeverpflichtung? Konsequenterweise müsste es dann in Ergänzung zum Zuwanderungsrecht auch ein Auswanderungsrecht geben.
Gelten diese Rechte und Pflichten eigentlich nur für Zugewanderte und Geduldete, die sich für Einheimische halten, oder auch für Einheimische die sich wie Zugewanderte oder Geduldete fühlen?
Müssen Personen, die als Geduldete oder Einheimische jetzt keine 40.000 Euro im Jahr verdienen bis Ende 2009 mit ihrer Ausweisung rechnen?
Können geduldete Einheimische für den Fall ihrer Ausweisung Asylrecht beantragen und den Europäischen Gerichtshof anrufen um ihre Gleichstellung mit zugewanderten Geduldeten oder geduldeteten Zuwanderern sicherzustellen?

Bevor Sie jetzt aber „Ihren“ Abgeordneten zu diesem komplizierten Sachverhalt befragen und ihn in Erklärungsnöte bringen, geben Sie ihm doch bitte erst mal die Gelegenheit sich eine verständlich klingende Meinung über die „Reform des bundesdeutschen Gesundheitswesen“ zu bilden, der er vor einiger Zeit im Bundestag zugestimmt hat.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. März 2007 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Geduldet zugewandert”

  1. hab ich vergessen meint:

    Ja macho,Du bist nicht auf dem laufenden,lies mal hier

    “Nachweis (Staatsangehörigkeitsurkunden)”

    http://www.stmi.bayern.de/buerger/staat/staatsangehoerigkeit/detail/05788/

    Gelle, was es nicht so alles gibt in diesem Lande.
    Also schnell deine ” Staatsangehörigkeit ” beantragen mit Nachweis.

    Ich hab da im Untergrund jemanden schallen lachen hören.:-))

    Nie über München einreisen,man weiss ja Nie.

    Viel Spaasssss beim Antrag ._)))

  2. Machopan meint:

    Hochinteressant und informativ, was da so zum Nachweis der “deutschen” Staatsangehörigkeit benötigt wird. Ohne Pass und Personalausweis wird es manchem “Deutschen” schwerfallen, diesen Nachweis zu erbringen, denn wer kann schon auf Anhieb glaubhaft machen, dass er und ggf. die Personen, von denen er seine Staatsangehörigkeit ableitet, spätestens seit dem 01.01.1938 von deutschen Stellen als deutsche Staatsangehörige (Deutsche) behandelt wurden.
    Und ob mir das dann auch noch die 25 Euro für die Staatsbürerschaftsurkunde wert ist, muss ich mir wirklich erst mal reiflich überlegen.

    Und außerdem ist es für den Tipp ein bisschen spät, denn ICH BIN (zur Zeit) IN MÜNCHEN!

  3. pathologe meint:

    Wenn ich den ersten Absatz mal so wirken lasse, dann löst sich unser Arbeitslosenproblem also spätestens im Jahre 2009. Endgültig.
    Und dann verstehe ich auch, weshalb niemand diese Diskussion um Mindestlöhne halten will, denn bei einem Einkommen von 40.000 Euro per anno läge der Mindestlohn ja bei 19,16 Euro, also weit über dem, was sich da Politiker in wilden Träumen haben einfallen lassen.
    (Rechenweg zum Nachvollziehen: Euro 40.000 / 12 Monate = Monatsgehalt 3.333 Euro. Laut Zeitarbeitsfirmarechnung 21,75 Arbeitstage pro Monat. Ergo 3.333 / 21,75 = 153,26 Euro pro Tag. Diese geteilt durch 8 Stunden. Fertig)

  4. otti meint:

    Geduld hat der Deutsche schon immer gehabt. Mit den “Reformen” der Politik und mit dem Geschwätz der Meinungsmacher.
    Wer keine Geduld hat, der haut ab!

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Geduldet zugewandert

29. März 2007 05:45

Lieber Freund

Leichte Verwirrung herrscht zur Zeit unter den Zugewanderten und den Geduldeten.
Auch so manchem Einheimischen ist nicht ganz klar, was denn nun mit dem Zuwanderungsrecht und dem neuen Bleiberecht erreicht werden soll, denn zuwandern darf nur jemand der mindestens 40.000 Euro im Jahr verdient und bleiben darf nur jemand der bis Ende 2009 einen Job gefunden hat.

Jetzt kenn ich selber eigentlich niemand, der ohne Job und ohne etwas zu tun auch nur einen einzigen Euro verdient, von 40.000 mal ganz zu schweigen. Von einer gewissen Berufsgruppe mit Parteibuch mal abgesehen. Aber die hätte man schon gar nicht zuwandern lassen sollen und müsste ihnen jetzt auch das Bleiberecht entziehen.

Das Problem, zu dem ich nun intellektuell keinen richtigen Zugang finden kann, ist ein anderes. Mir ist nämlich nicht so ganz klar, wo die „Geduldeten“ herkommen, die keine 40.000 Euro im Jahr verdienen und deswegen kein Bleiberecht haben.

Oder sind das in Wirklichkeit Zuwanderer, die 40.000 Euro gezahlt haben, damit sie für ein Jahr zuwandern können um sich danach als Geduldete bis 2009 einen Job suchen zu können?
Oder müssen die Geduldeten jetzt diese 40.000 Euro zahlen, damit sie bleiben können?

Wie wird man eigentlich zugewanderter Geduldeter oder sind das geduldete Zuwanderer?
Gibt es neben dem Bleiberecht und dem Zuwanderungsrecht auch schon eine Bleibeverpflichtung? Konsequenterweise müsste es dann in Ergänzung zum Zuwanderungsrecht auch ein Auswanderungsrecht geben.
Gelten diese Rechte und Pflichten eigentlich nur für Zugewanderte und Geduldete, die sich für Einheimische halten, oder auch für Einheimische die sich wie Zugewanderte oder Geduldete fühlen?
Müssen Personen, die als Geduldete oder Einheimische jetzt keine 40.000 Euro im Jahr verdienen bis Ende 2009 mit ihrer Ausweisung rechnen?
Können geduldete Einheimische für den Fall ihrer Ausweisung Asylrecht beantragen und den Europäischen Gerichtshof anrufen um ihre Gleichstellung mit zugewanderten Geduldeten oder geduldeteten Zuwanderern sicherzustellen?

Bevor Sie jetzt aber „Ihren“ Abgeordneten zu diesem komplizierten Sachverhalt befragen und ihn in Erklärungsnöte bringen, geben Sie ihm doch bitte erst mal die Gelegenheit sich eine verständlich klingende Meinung über die „Reform des bundesdeutschen Gesundheitswesen“ zu bilden, der er vor einiger Zeit im Bundestag zugestimmt hat.

Machopan
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  1. hab ich vergessen meint:

    Ja macho,Du bist nicht auf dem laufenden,lies mal hier

    “Nachweis (Staatsangehörigkeitsurkunden)”

    http://www.stmi.bayern.de/buerger/staat/staatsangehoerigkeit/detail/05788/

    Gelle, was es nicht so alles gibt in diesem Lande.
    Also schnell deine ” Staatsangehörigkeit ” beantragen mit Nachweis.

    Ich hab da im Untergrund jemanden schallen lachen hören.:-))

    Nie über München einreisen,man weiss ja Nie.

    Viel Spaasssss beim Antrag ._)))

  2. Machopan meint:

    Hochinteressant und informativ, was da so zum Nachweis der “deutschen” Staatsangehörigkeit benötigt wird. Ohne Pass und Personalausweis wird es manchem “Deutschen” schwerfallen, diesen Nachweis zu erbringen, denn wer kann schon auf Anhieb glaubhaft machen, dass er und ggf. die Personen, von denen er seine Staatsangehörigkeit ableitet, spätestens seit dem 01.01.1938 von deutschen Stellen als deutsche Staatsangehörige (Deutsche) behandelt wurden.
    Und ob mir das dann auch noch die 25 Euro für die Staatsbürerschaftsurkunde wert ist, muss ich mir wirklich erst mal reiflich überlegen.

    Und außerdem ist es für den Tipp ein bisschen spät, denn ICH BIN (zur Zeit) IN MÜNCHEN!

  3. pathologe meint:

    Wenn ich den ersten Absatz mal so wirken lasse, dann löst sich unser Arbeitslosenproblem also spätestens im Jahre 2009. Endgültig.
    Und dann verstehe ich auch, weshalb niemand diese Diskussion um Mindestlöhne halten will, denn bei einem Einkommen von 40.000 Euro per anno läge der Mindestlohn ja bei 19,16 Euro, also weit über dem, was sich da Politiker in wilden Träumen haben einfallen lassen.
    (Rechenweg zum Nachvollziehen: Euro 40.000 / 12 Monate = Monatsgehalt 3.333 Euro. Laut Zeitarbeitsfirmarechnung 21,75 Arbeitstage pro Monat. Ergo 3.333 / 21,75 = 153,26 Euro pro Tag. Diese geteilt durch 8 Stunden. Fertig)

  4. otti meint:

    Geduld hat der Deutsche schon immer gehabt. Mit den “Reformen” der Politik und mit dem Geschwätz der Meinungsmacher.
    Wer keine Geduld hat, der haut ab!

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