Höschen Gate

3. April 2007 05:45

Lieber Freund

Die Frage, ob Politikerinnen Höschen tragen und wann und für wen sie sie ausziehen, ist für die Medien der Nation wesentlich wichtiger wie die Frage ob Politiker Unterhosen mit Eingriff tragen und wer ihnen ständig die Hoden krault.
Dabei stecken die Affen doch alle nackig in den Kleidern und tragen darunter Feinripp oder Seidiges, Biederes oder Sündiges, mal mit und mal ohne Bremsspuren.

Die mediale Aufwallung um die „erotischen Photos der rothaarigen Latex-Lady Gabriele Pauli“ und den investigativen Journalismus auf der Suche nach dem letzten Schamhaar würde sich der Leser bei anderen, wirklich wichtigen, Themen auch wünschen.
Oder haben sie den Aufsichtratsvorsitzenden und früheren Vorstandsvorsitzenden des größten Schmierstoffherstellers Deutschlands schon mal in Unterhosen gesehen oder davon gehört dass die Presse dem „AMIGO-System“ mal so richtig an den Eier gegangen ist?

Statt dessen lesen wir jetzt im SPIEGEL von „Höschen-Gate“, offensichtlich das journalistische Gegenstück zu „Water-Gate“ und erkennen daran auf welcher Degenerationsstufe der deutsche Journalismus nach 50 Jahren BRD nun schon angekommen ist.

Was werden wir nach diesem journalistischen Husarenstück zukünftig im SPIEGEL lesen?
Welche Slipeinlage die Bundeskanzlerin trägt?
Ob sich der SPD-Vorsitzende Beck die Brusthaare rasiert?
Welche Zigarettenmarke der Herr Wowereit vor und/oder nach dem Analverkehr raucht?
Ob die Gesundheitsulla ein Arschgeweih hat?
Oder, ob sich der Altbundeskanzler Schröder die Haare färbt?
Ach nee, das hatten wir ja schon mal!

Wen interessiert das eigentlich?
Wem nützt das denn?
Dem Leser sicher nicht.
Eher irgendjemand außerhalb des Scheinwerferlichts, um den es im Moment verdächtig still ist, denn schon Berthold Brecht dichtelte „und die Gabi die hat Zähne und die trägt sie im Gesicht und der Edmund hat ein Messer doch das Messer sieht man nicht“.
Oder glauben Sie wirklich, dass der Edmund nicht nachtragend ist und das von Pauli in die Öffentlichkeit gezerrte „stoibersche Bespitzelungs- und Diffamierungssystem“ plötzlich nicht mehr existiert.
Nur weil der Ede seinen Büroleiter geschasst hat?

Menschen mit Erinnerungsvermögen sind hier durchaus im Vorteil und das nicht nur im Bezug auf die Unzahl der „bajuwarische Amigo-Geschichten“ aus Politik und Wirtschaft.
Und jetzt war die Gabi eben so unvorsichtig und ist mit ihrer Fotosession für einen guten Zweck, von dem jetzt eigentlich niemand mehr spricht, eben in die Messer und Hirschfänger ihrer Parteigenossen von der Christlich Sozialen Union gelaufen.

Und noch ein letztes Wort zu der „Foxy Lady“ und „Königsmörderin“ aus Bajuwarien und ihren „erotischen Fotos“ mit den „verruchten Posen“, die der SPIEGEL als „besonders aufreizend, mit schwarz-glänzenden Latex-Handschuhen, Seidenbluse und rothaariger Perücke“ betitelt, auch wenn die Frau Dr. rer. pol. Gabriele Pauli und langjährige CSU-Landrätin aus Fürth in Bayern darauf aussieht wie ein schlechtes Remake von Katja Ebstein oder wie Nana Mouskouri ohne Brille.

Gabriele Pauli

Also wenn diese Fotos „erotisch“ sein sollen, dann muss der Betrachter schon ziemlich abartig veranlagt sein und muss wohl die letzten zwanzig Jahre mit sich allein auf einer einsamen Insel oder mit der Hand im Latz seiner Lederhose in der bayrischen Provinz verbracht haben.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. April 2007 um 05:45:09 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Höschen Gate”

  1. otti meint:

    Urbayerisch!
    Höschen-Gate ist politisch anrüchiger als Amigo-Gate!

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Höschen Gate

3. April 2007 05:45

Lieber Freund

Die Frage, ob Politikerinnen Höschen tragen und wann und für wen sie sie ausziehen, ist für die Medien der Nation wesentlich wichtiger wie die Frage ob Politiker Unterhosen mit Eingriff tragen und wer ihnen ständig die Hoden krault.
Dabei stecken die Affen doch alle nackig in den Kleidern und tragen darunter Feinripp oder Seidiges, Biederes oder Sündiges, mal mit und mal ohne Bremsspuren.

Die mediale Aufwallung um die „erotischen Photos der rothaarigen Latex-Lady Gabriele Pauli“ und den investigativen Journalismus auf der Suche nach dem letzten Schamhaar würde sich der Leser bei anderen, wirklich wichtigen, Themen auch wünschen.
Oder haben sie den Aufsichtratsvorsitzenden und früheren Vorstandsvorsitzenden des größten Schmierstoffherstellers Deutschlands schon mal in Unterhosen gesehen oder davon gehört dass die Presse dem „AMIGO-System“ mal so richtig an den Eier gegangen ist?

Statt dessen lesen wir jetzt im SPIEGEL von „Höschen-Gate“, offensichtlich das journalistische Gegenstück zu „Water-Gate“ und erkennen daran auf welcher Degenerationsstufe der deutsche Journalismus nach 50 Jahren BRD nun schon angekommen ist.

Was werden wir nach diesem journalistischen Husarenstück zukünftig im SPIEGEL lesen?
Welche Slipeinlage die Bundeskanzlerin trägt?
Ob sich der SPD-Vorsitzende Beck die Brusthaare rasiert?
Welche Zigarettenmarke der Herr Wowereit vor und/oder nach dem Analverkehr raucht?
Ob die Gesundheitsulla ein Arschgeweih hat?
Oder, ob sich der Altbundeskanzler Schröder die Haare färbt?
Ach nee, das hatten wir ja schon mal!

Wen interessiert das eigentlich?
Wem nützt das denn?
Dem Leser sicher nicht.
Eher irgendjemand außerhalb des Scheinwerferlichts, um den es im Moment verdächtig still ist, denn schon Berthold Brecht dichtelte „und die Gabi die hat Zähne und die trägt sie im Gesicht und der Edmund hat ein Messer doch das Messer sieht man nicht“.
Oder glauben Sie wirklich, dass der Edmund nicht nachtragend ist und das von Pauli in die Öffentlichkeit gezerrte „stoibersche Bespitzelungs- und Diffamierungssystem“ plötzlich nicht mehr existiert.
Nur weil der Ede seinen Büroleiter geschasst hat?

Menschen mit Erinnerungsvermögen sind hier durchaus im Vorteil und das nicht nur im Bezug auf die Unzahl der „bajuwarische Amigo-Geschichten“ aus Politik und Wirtschaft.
Und jetzt war die Gabi eben so unvorsichtig und ist mit ihrer Fotosession für einen guten Zweck, von dem jetzt eigentlich niemand mehr spricht, eben in die Messer und Hirschfänger ihrer Parteigenossen von der Christlich Sozialen Union gelaufen.

Und noch ein letztes Wort zu der „Foxy Lady“ und „Königsmörderin“ aus Bajuwarien und ihren „erotischen Fotos“ mit den „verruchten Posen“, die der SPIEGEL als „besonders aufreizend, mit schwarz-glänzenden Latex-Handschuhen, Seidenbluse und rothaariger Perücke“ betitelt, auch wenn die Frau Dr. rer. pol. Gabriele Pauli und langjährige CSU-Landrätin aus Fürth in Bayern darauf aussieht wie ein schlechtes Remake von Katja Ebstein oder wie Nana Mouskouri ohne Brille.

Gabriele Pauli

Also wenn diese Fotos „erotisch“ sein sollen, dann muss der Betrachter schon ziemlich abartig veranlagt sein und muss wohl die letzten zwanzig Jahre mit sich allein auf einer einsamen Insel oder mit der Hand im Latz seiner Lederhose in der bayrischen Provinz verbracht haben.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. April 2007 um 05:45:09 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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  1. otti meint:

    Urbayerisch!
    Höschen-Gate ist politisch anrüchiger als Amigo-Gate!

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