Anstand

13. Juni 2006 05:45

Mehr Anstand hat SPD-Kurti Beck von den Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzern gefordert. Dabei blieb allerdings offen, ob der SPD-Kurti mit dem Wort „Anstand“ eine Form des menschlichen Miteinanders und die Umgangsformen oder eine erhöhte Deckung in der Einzeljagd gemeint hat, die dem Jäger eine bessere Beobachtung zum Abschießen des Wildes ermöglicht.
Dass wir in den letzten Jahren in unserer Republik eine zunehmende Verrohung der Umgangsformen zwischen Stärkeren und Schwächeren feststellen durften, ist zwischenzeitlich wohl nicht nur zu den 5 Millionen Arbeitslosen durchgedrungen. Auch zwischen Arbeitgebern und (Noch)Arbeitnehmern hat sich der Ton verschärft.
Im bundesrepublikanischern gesellschaftlichen Schichtenmodell ist es zwar in den oberen Schichten erlaubt zu raffen und zu nehmen was immer man auch bekommen kann, aber in den unteren Schichten sollte man sich wohl anstandshalber damit begnügen, was gnädigerweise an Segnungen von den Oberen gespendet wird.

Doch selbst das wäre zuviel meinte nun der SPD-Kurti mit der unrasierten Visage, die er wohl aus Imagegründen von seinem Vorgänger Matze Platzeck übernommen hat, damit die SPD-Basis den Wechsel an der Spitze nicht als zu radikal empfinden muss.
«“Man muss nicht alles rausholen, was geht”, sagte Beck der Zeitung “Die Welt”. Besonders die Hartz-IV-Regelungen hätten eine Reihe von Möglichkeiten geschaffen, die die Politik zuvor nicht richtig abgesehen habe.»

Abgesehen davon, dass unsere Politiker für sich schon immer rausholen was geht und Regelungen geschaffen haben, deren Möglichkeiten und Auswirkungen sie vorher nicht richtig abgesehen haben, haben sich die Sozialschmarotzer diese Verhaltensweise wohl bei Vorbildern aus Politik und Wirtschaft abgesehen.

Doch während man den Raffkes aus Politik und Wirtschaft die Schulter klopft, Orden verleiht und ihnen letztendlich bei ihrem Abtritt aus dem Amt den Arsch versilbert und vergoldet, ist das kleine Arschloch auf der Straße längst zum Abschuss freigegeben.

Mehr „Anstand“ braucht die Republik vor allem bei den Personen auf dem Anstand, denn unten stehen die Menschen schon an.
Nicht nur bei der Arbeitsvermittlung, sondern auch bei allen Ämtern und Behörden, die diese Republik im Bürokratieschwitzkasten haben und ihren Bürgern die Luft abdrücken.

Etwas mehr Anstand wäre von dringend von Nöten – sonst geht der nächste Schuss nach hinten los.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Juni 2006 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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13. Juni 2006 05:45

Mehr Anstand hat SPD-Kurti Beck von den Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzern gefordert. Dabei blieb allerdings offen, ob der SPD-Kurti mit dem Wort „Anstand“ eine Form des menschlichen Miteinanders und die Umgangsformen oder eine erhöhte Deckung in der Einzeljagd gemeint hat, die dem Jäger eine bessere Beobachtung zum Abschießen des Wildes ermöglicht.
Dass wir in den letzten Jahren in unserer Republik eine zunehmende Verrohung der Umgangsformen zwischen Stärkeren und Schwächeren feststellen durften, ist zwischenzeitlich wohl nicht nur zu den 5 Millionen Arbeitslosen durchgedrungen. Auch zwischen Arbeitgebern und (Noch)Arbeitnehmern hat sich der Ton verschärft.
Im bundesrepublikanischern gesellschaftlichen Schichtenmodell ist es zwar in den oberen Schichten erlaubt zu raffen und zu nehmen was immer man auch bekommen kann, aber in den unteren Schichten sollte man sich wohl anstandshalber damit begnügen, was gnädigerweise an Segnungen von den Oberen gespendet wird.

Doch selbst das wäre zuviel meinte nun der SPD-Kurti mit der unrasierten Visage, die er wohl aus Imagegründen von seinem Vorgänger Matze Platzeck übernommen hat, damit die SPD-Basis den Wechsel an der Spitze nicht als zu radikal empfinden muss.
«“Man muss nicht alles rausholen, was geht”, sagte Beck der Zeitung “Die Welt”. Besonders die Hartz-IV-Regelungen hätten eine Reihe von Möglichkeiten geschaffen, die die Politik zuvor nicht richtig abgesehen habe.»

Abgesehen davon, dass unsere Politiker für sich schon immer rausholen was geht und Regelungen geschaffen haben, deren Möglichkeiten und Auswirkungen sie vorher nicht richtig abgesehen haben, haben sich die Sozialschmarotzer diese Verhaltensweise wohl bei Vorbildern aus Politik und Wirtschaft abgesehen.

Doch während man den Raffkes aus Politik und Wirtschaft die Schulter klopft, Orden verleiht und ihnen letztendlich bei ihrem Abtritt aus dem Amt den Arsch versilbert und vergoldet, ist das kleine Arschloch auf der Straße längst zum Abschuss freigegeben.

Mehr „Anstand“ braucht die Republik vor allem bei den Personen auf dem Anstand, denn unten stehen die Menschen schon an.
Nicht nur bei der Arbeitsvermittlung, sondern auch bei allen Ämtern und Behörden, die diese Republik im Bürokratieschwitzkasten haben und ihren Bürgern die Luft abdrücken.

Etwas mehr Anstand wäre von dringend von Nöten – sonst geht der nächste Schuss nach hinten los.

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