Macht und Ohnmacht

4. April 2007 05:45

Lieber Freund

Papier ist geduldig und beschwert sich nicht, egal mit was es bedruckt oder beschmiert wird. Denn man kann Papier als Medium für mentalen Input ebenso verwenden wie zur Entfernung rektalen Outputs.
Oft kommt es aber auch vor, dass man diese „Druckerzeugnisse“ an Inhalt, Farbe, Machart und Konsistenz kaum von einander unterscheiden kann.

Im Verlag von Hoffmann und Campe erscheint dieser Tage ein derartiges „Druckerzeugnis“ mit dem Titel „Macht und Ohnmacht“, das man besser nicht gemacht hätte, auch wenn Papier geduldig ist.
Peter Hartz spricht über sein Leben“ heißt es in der Produktbeschreibung bei AMAZON, „Erstmals erzählt er von seiner Kindheit, seinem Aufstieg, seinen Jahren in Wolfsburg und seinem großen Abenteuer in der Politik, Es ist seine Sicht der Dinge - schonungslos, offen und selbstkritisch.“

Macht und OhnmachtWer nun ein Geständnis oder gar Reue von Peter Hartz erwartet, der hat noch nicht begriffen, dass Peter Hartz dazu genauso wenig in der Lage ist wie Christian Klar, Adolf Hitler oder George Bush, um nur einige Überzeugungstäter zu nennen.
Sie sind davon überzeugt, dass die Dinge die sie tun (müssen) richtig sind.
So sagt auch Peter Hartz nicht etwa: „Ich habe gefehlt und große Schuld auf mich geladen“ sondern „Ich bin nicht gescheitert, aber ich habe Niederlagen erlebt“.

Woraus man schließen kann, dass er nichts dazu gelernt hat, denn er würde es offensichtlich wieder so machen und nach Möglichkeit nur die Niederlagen vermeiden.

Kein Wort darüber, dass unter seinem Namen und seinen Vorgaben Millionen Menschen in die wirtschaftlich und politisch gewollte Arbeitslosigkeit und Armut abgedrängt wurden.
Kein Wort der Kritik an seinen Auftraggebern, seinen Weggenossen und Helfershelfern.
Kein Wort der Reue.
Wozu auch, in einem Land in dem mehrfacher Mord mit maximal 25 Jahren Freiheitsentzug geahndet und Betrug in Millionenhöhe mit „Bewährung“ bestraft wird. In einem Land, in dem „Raser“ auf der Autobahn, die ihren Vordermann von der Fahrbahn drängen härter bestraft werden, als „Manager“ in Politik und Wirtschaft, die ganze Bevölkerungschichten drangsalieren und in die Arbeitslosigkeit schicken.

In einem solchen Land können Leute wie Peter Hartz über ihre Visionen und Ziele, über Macht und Rache philosophieren und jede Menge gute Worte über den eigenen hehren Vorsätze im unermüdlichen Kampf um arbeitsmarktpolitische Veränderungen unserer Gesellschaft absondern, ohne mit wirklichen Konsequenzen rechnen zu müssen.
Peter Hartz hat nichts falsch gemacht, er hat sich nicht mit der Politik eines Gerhard Schröder korrumpiert, er hat im „System Volkswagen“ nicht geschmiert, protegiert und Menschen manipuliert. Er hat nicht gelogen und betrogen, der Hurerei und Völlerei Vorschub geleistet.
Nein, denn Peter Hartz, der Vordenker, der Initiator, der Macher ist nicht an sich selbst gescheitert, sondern am Neid und der Missgunst der anderen. Peter Hartz kann und will nicht verstehen, dass er Teil eines Systems ist, das nur durch die Beschaffung und Gewährung persönlicher Vorteile funktioniert, aber volkswirtschaftlich und gesellschaftlich verheerende Folgen hat.
Peter Hartz hat noch nicht mal ansatzweise begriffen was er falsch gemacht hat, sondern begnügt sich damit seine Wunden zu lecken und denen, die es wissen wollen, zu erzählen wie sehr man doch ihn und seine Mission verkannt hat.

Man muss sich diese „Macht und Ohnmacht“ eines lernresistenten, egomanen Machtmenschen und sein rektales „Druckerzeugnis“ wirklich nicht antun, aber man darf es auch nicht einfach ignorieren, denn Peter Hartz steht mit dieser Einstellung nicht allein.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. April 2007 um 05:45:15 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Macht und Ohnmacht”

  1. erphschwester meint:

    “herr hartz kann und will nicht verstehen, daß er teil eines systems ist …” — na, ich finde, und wenn er nichts verstanden hat, d a s hat er verstanden, aber sehr, sehr genau.

  2. synchrono meint:

    Vielleicht hat er das System verstanden - und es für sich und andere genutzt. Aber er hat nicht verstanden, es und seine Rolle darin zu bewerten.

    Aber vielleicht will er auch nur Geld verdienen. Und mit Selbstkasteiung und Fehlergeständnissen funktioniert es in diesem System nun mal nicht…

  3. otti meint:

    Macht und Ohnmacht kennzeichnen unsere real existierende Demokratie und den Verfall deren Werteordnung, der so genannten freiheitlich demokratischen Grundordnung.
    Die Machthaber unseres Gemeinwesens bestimmen und verordnen und urteilen, der Untertan hält’s Maul!
    Basta.

  4. 37.6-Blog meint:

    “Ich will auch zu den Nutten” – wie es wirklich war…

    Keine Ahnung, ob Umwelt-Siggi Erwähnung findet in diesem Buch, dessen Verfasser die “Hartz-Gesetze” ihren Namen verdanken. Ein ehemaliger Arbeitsdirektor aus der Stahlindustrie jedenfalls hat das Werk heute früh in Bochum in den höchste…

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Macht und Ohnmacht

4. April 2007 05:45

Lieber Freund

Papier ist geduldig und beschwert sich nicht, egal mit was es bedruckt oder beschmiert wird. Denn man kann Papier als Medium für mentalen Input ebenso verwenden wie zur Entfernung rektalen Outputs.
Oft kommt es aber auch vor, dass man diese „Druckerzeugnisse“ an Inhalt, Farbe, Machart und Konsistenz kaum von einander unterscheiden kann.

Im Verlag von Hoffmann und Campe erscheint dieser Tage ein derartiges „Druckerzeugnis“ mit dem Titel „Macht und Ohnmacht“, das man besser nicht gemacht hätte, auch wenn Papier geduldig ist.
Peter Hartz spricht über sein Leben“ heißt es in der Produktbeschreibung bei AMAZON, „Erstmals erzählt er von seiner Kindheit, seinem Aufstieg, seinen Jahren in Wolfsburg und seinem großen Abenteuer in der Politik, Es ist seine Sicht der Dinge - schonungslos, offen und selbstkritisch.“

Macht und OhnmachtWer nun ein Geständnis oder gar Reue von Peter Hartz erwartet, der hat noch nicht begriffen, dass Peter Hartz dazu genauso wenig in der Lage ist wie Christian Klar, Adolf Hitler oder George Bush, um nur einige Überzeugungstäter zu nennen.
Sie sind davon überzeugt, dass die Dinge die sie tun (müssen) richtig sind.
So sagt auch Peter Hartz nicht etwa: „Ich habe gefehlt und große Schuld auf mich geladen“ sondern „Ich bin nicht gescheitert, aber ich habe Niederlagen erlebt“.

Woraus man schließen kann, dass er nichts dazu gelernt hat, denn er würde es offensichtlich wieder so machen und nach Möglichkeit nur die Niederlagen vermeiden.

Kein Wort darüber, dass unter seinem Namen und seinen Vorgaben Millionen Menschen in die wirtschaftlich und politisch gewollte Arbeitslosigkeit und Armut abgedrängt wurden.
Kein Wort der Kritik an seinen Auftraggebern, seinen Weggenossen und Helfershelfern.
Kein Wort der Reue.
Wozu auch, in einem Land in dem mehrfacher Mord mit maximal 25 Jahren Freiheitsentzug geahndet und Betrug in Millionenhöhe mit „Bewährung“ bestraft wird. In einem Land, in dem „Raser“ auf der Autobahn, die ihren Vordermann von der Fahrbahn drängen härter bestraft werden, als „Manager“ in Politik und Wirtschaft, die ganze Bevölkerungschichten drangsalieren und in die Arbeitslosigkeit schicken.

In einem solchen Land können Leute wie Peter Hartz über ihre Visionen und Ziele, über Macht und Rache philosophieren und jede Menge gute Worte über den eigenen hehren Vorsätze im unermüdlichen Kampf um arbeitsmarktpolitische Veränderungen unserer Gesellschaft absondern, ohne mit wirklichen Konsequenzen rechnen zu müssen.
Peter Hartz hat nichts falsch gemacht, er hat sich nicht mit der Politik eines Gerhard Schröder korrumpiert, er hat im „System Volkswagen“ nicht geschmiert, protegiert und Menschen manipuliert. Er hat nicht gelogen und betrogen, der Hurerei und Völlerei Vorschub geleistet.
Nein, denn Peter Hartz, der Vordenker, der Initiator, der Macher ist nicht an sich selbst gescheitert, sondern am Neid und der Missgunst der anderen. Peter Hartz kann und will nicht verstehen, dass er Teil eines Systems ist, das nur durch die Beschaffung und Gewährung persönlicher Vorteile funktioniert, aber volkswirtschaftlich und gesellschaftlich verheerende Folgen hat.
Peter Hartz hat noch nicht mal ansatzweise begriffen was er falsch gemacht hat, sondern begnügt sich damit seine Wunden zu lecken und denen, die es wissen wollen, zu erzählen wie sehr man doch ihn und seine Mission verkannt hat.

Man muss sich diese „Macht und Ohnmacht“ eines lernresistenten, egomanen Machtmenschen und sein rektales „Druckerzeugnis“ wirklich nicht antun, aber man darf es auch nicht einfach ignorieren, denn Peter Hartz steht mit dieser Einstellung nicht allein.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. April 2007 um 05:45:15 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Macht und Ohnmacht”

  1. erphschwester meint:

    “herr hartz kann und will nicht verstehen, daß er teil eines systems ist …” — na, ich finde, und wenn er nichts verstanden hat, d a s hat er verstanden, aber sehr, sehr genau.

  2. synchrono meint:

    Vielleicht hat er das System verstanden - und es für sich und andere genutzt. Aber er hat nicht verstanden, es und seine Rolle darin zu bewerten.

    Aber vielleicht will er auch nur Geld verdienen. Und mit Selbstkasteiung und Fehlergeständnissen funktioniert es in diesem System nun mal nicht…

  3. otti meint:

    Macht und Ohnmacht kennzeichnen unsere real existierende Demokratie und den Verfall deren Werteordnung, der so genannten freiheitlich demokratischen Grundordnung.
    Die Machthaber unseres Gemeinwesens bestimmen und verordnen und urteilen, der Untertan hält’s Maul!
    Basta.

  4. 37.6-Blog meint:

    “Ich will auch zu den Nutten” – wie es wirklich war…

    Keine Ahnung, ob Umwelt-Siggi Erwähnung findet in diesem Buch, dessen Verfasser die “Hartz-Gesetze” ihren Namen verdanken. Ein ehemaliger Arbeitsdirektor aus der Stahlindustrie jedenfalls hat das Werk heute früh in Bochum in den höchste…

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