Mutterkuh

3. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Sensationelles meldete am 25. April des Jahres 2007 die „Financial Times Deutschland“:
Die wild gewordene Kuh, die am Montag in Hannover Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten hat, ist gestorben. Das trächtige Rind starb einen Tag nach seiner Flucht vor einer Klauenbehandlung, bei der es Vorgärten zertrampelt, Autos demoliert und einen Schaden von etwa 25 000 Euro angerichtet hatte.
Bei dem aggressiven Tier handelte es sich allerdings nicht um Kuh «Uschi», sondern um «Beate», wie der Besitzer nach Medienberichten korrigierte. «Beate» sollte in drei Tagen ihren Nachwuchs bekommen. Auch das ungeborene Kalb überlebte nicht.

Der ahnungslose Bürger wird sich bei dieser Meldung nichts weiter denken, befreit aufatmen, hoffen dass es Knut gut geht und weiter dicke Backen machen, dünne Bretter bohren oder Däumchen drehen.

In den Hinterzimmern von Politik, Wirtschaft und an den Aktienmärkten jedoch muss diese wichtige Meldung der „Financial Times Deutschland“ eingeschlagen haben wie eine Bombe. Denn so eine „Adhoc-Meldung“ interpretieren „Insider“, „Kenner“, „Gurus“, „Experten“ und „Macher“ mit ihrem „Hintergrundwissen“ auf eigene Art und Weise.

Denn „Insider“ wissen oder ahnen zumindest, dass diese genmanipulierte Kuh vollgedröhnt mit Psychopharmaka unter falschem Namen mit einem konkreten terroristischen Auftrag in Hannover unterwegs war und sich nach Erfüllung ihres Auftrages planmäßig liquidiert hat, um entsprechend ihrem Glauben, als einzige Kuh inmitten einer Jungbullenherde in die ewigen Weidegründe eingehen zu dürfen.

Offensichtlich hat der Vorgang eine derartige Tragweite, dass die Verantwortlichen dieses Ereignis noch vertuschen wollen, bis die sicherheitstechnischen und erkennungsdienstlichen Ermittlungen der Behörden Eingang in die Gesetzgebungsverfahren unserer Bundesregierung zur Umgestaltung unserer Gesellschaft gefunden haben, denn auf Nachfrage war aus den Ministerien zu erfahren, dass man derartige Pressemeldungen grundsätzlich nicht bestätigen oder dementiere wolle.

Dabei kann sich doch der aufmerksame Leser an fünf Fingern abzählen, was da eigentlich abgelaufen ist und warum man dazu ausgerechnet eine „Mutterkuh“ gebraucht hat, denn mit einem „Hornochsen“ hätte es so nicht funktioniert.

Schauen wir uns also den Vorfall näher an.
Eine „Gruppe von Personen mit ähnlichen Interessen“ sucht nach einer Möglichkeit ihre bisherigen Planungen und Sandkastenspiele zur Machtübernahme und Besitzsicherung mit Hilfe inländischer und/oder ausländischer Terroristen, profitorientierter Wirtschaftsvertreter und machtgeiler Politiker in die Tat umzusetzen.
Nun kann ja nicht jeder, wie George W. Bush und seine Kumpane gleich ein anderes Land überfallen und so tun als würde er im Sand nach Massenvernichtungswaffen buddeln, während die Öl- und Geldquellen sprudeln, denn irgendwann wird es auch die dümmste Bewunderin aus der Uckermark einleuchten müssen, dass hier etwas nicht stimmen kann, weil man immer nur Öl findet, aber keinerlei Waffen.

Um dieses doch etwas aufwändige Verfahren aus Kosten- und Zeitgründen abzukürzen, hat man sich daher in Deutschland gleich für eine dumme Kuh entschieden.
Die Hirnwäsche konnte man sich dadurch auch ersparen und musste das Objekt lediglich im Rahmen einer kurzfristig in Hannover durchgeführten Pediküre und Genmanipulation zur „schmutzigen Bombe“ umbauen. Durch die gezielte Zuführung noch nicht zum Handel zugelassener Psychopharmaka und genmanipuliertem Futtermittel konnten auch potentielle Partner aus der Industrie und Landwirtschaft als Sponsoren für das Vorhaben gewonnen werden. Als Zielperson für das Attentat sollte eine bekannte, aber in der Bevölkerung möglichst unbeliebte Person dienen.

Der ursprüngliche Plan, die rabiate Kuh daher im Schlosspark des Prinzen von Hannover auszusetzen wurde fallen gelassen, da zu befürchten war, dass dies zu außenpolitischen Spannungen mit dem monegassischen Fürstenhaus und dem englischen Königshaus führen könnte.

Statt dessen hat man sich für den Vorgarten eines Reihenhauses in Hannover entschieden,
das ein „Ehrenbürger“ sein eigen nennt, dem im Laufe seiner politischen Laufbahn die Ehre abhanden gekommen war und der nun als Vertreter für russisches Stadtgas seinen Lebensunterhalt verdienen muss.
Während ausländische Terroristen und einige Vertreter der deutschen Energiewirtschaft darauf bestanden, dass die auf das Zielobjekt angesetzte rabiate Kuh innerhalb der Reihenhausräumlichkeiten zur Detonation gebracht wird, nachdem sie die Eingangstüre durchbrochen hat, bestanden Vertreter des Bundesinnenministeriums darauf, die Kuh als Präventivmaßnahme mit einer Rakete aus einer tieffliegenden Tornado bereits im Vorgarten abzuschießen, was jedoch von Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und der Nahrungsmittelindustrie abgelehnt wurde, da sich derart zerfetztes Rindfleisch nicht mehr in die Nahrungskette eingliedern lasse, außer es handle sich um eine Kuh aus Bayern.

Zur Unterstützung der Kampagne „Deutschland sucht die Mutterkuh” legte das Familienministerium besonderen Wert darauf, dass unbedingt eine „trächtige Kuh“ zum Einsatz kam und außerdem sichergestellt sein müsse, dass dem ungeborenen Kalb nichts geschieht, denn die Ministerin beabsichtigte das Kälbchen „Schnut“ selbst mit der Flasche aufzuziehen und anschließend medienwirksam „Mit Schnut wird alles gut“ zu vermarkten

Das kam sowohl dem Justizministerium als auch dem Innenministerium sehr gelegen, denn ihnen war Geschlecht und Herkunft des Attentäters eigentlich egal. Die Hauptsache war, dass die biometrischen Daten vorher bekannt waren und sie in eine bundesweite Datenbank potentieller Terroristen eingespeist werden konnten, um anhand des genetischen Fingerabdrucks die Herkunft der Kuh und die Abstammung des Kalbes zweifelsfrei nachweisen zu können. Im weiteren Verlauf des Projektes zur „Anpassung und Synchronisierung der Gesellschaft mit politischen und wirtschaftlichen Vorgaben“, sollte dann das Kalb für künftige „Resozialisierungs- und Migrationsmaßnahmen“ mit Vorbildfunktion zur Verfügung stehen.

Jedoch weigerte sich das Wirtschaftsministerium in Abstimmung mit dem Fürsten des Freistaats Bayern beharrlich, sich im Rahmen eines Forschungsprogrammes „RFID for RVID“, Radio Frequency Identification for RindViecher in Deutschland“ an den Kosten des Projektes „Rabiate Kuh“ zu beteiligen. Außer man könne sich im Vorfeld darauf verständigen, dass der Deckname der Kuh auf „Gabriele“ geändert wird und neben dem zerfetzten Kadaver am Tatort ein Bekennerschreiben aus Fürth zu finden sei.

An einer solchen Umweltverschmutzung und Freisetzung von Abgasen aus Magen und Laab unter freiem Himmel wollte sich aber das Umweltministerium nicht beteiligen und legte Wert darauf, dass die zur Zielerreichung notwendige Detonation nur in geschlossenen Räumen stattfinden dürfe, die durch entsprechende Wärme- und Schallisolierung an Fenster, Türen und Dach eine Freisetzung von Schadstoffemissionen in die gefährdete Umwelt verhindern.

Und zu guter letzt verlangte auch noch das Bundesgesundheitsministerium, dass beim notwendigen Doping der Kuh keine teuren Medikamente eingesetzt werden dürfen und die Zugehörigkeit der Kuh zu einer Krankenkasse sichergestellt ist um Arzneimittelmissbrauch und Abrechnungsbetrug vorzubeugen, denn die Hornochsen in der gesetzlichen Krankenkasse könnten nicht auch noch für die Bezahlung gesellschaftsverändernder Radikalkuren und Beschneidung von Bürgerrechten herangezogen werden. Außer die Kuh wäre Mitglied einer privaten Krankenkasse oder stünde beim Team T-Mobile unter Vertrag.

Aus dem Bildungsministerium kam die Zusage, dass man sich bemühen werde aus dem verwaisten Kalb durch Einsatz aller zur Verfügung stehenden Bildungsmaßnahmen einen richtigen Ochsen und vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft zu machen. Leider könne man das Projekt „Rabiate Kuh“ aber nicht finanziell unterstützen, da das Finanzministerium wieder mal die Mittel gekürzt habe.

Und so kam es wie es kommen musste.
Während nun alle darauf warteten, dass der Finanzminister zwischen seinen Jubelmeldungen und Steuererhöhungen auch mal Zeit für wichtigere Dinge findet, ist die Kuh Uschi, die eigentlich Beate war, aber Gabriele heißen sollte, aus der Beauty-Farm in Hannover ausgebüchst, hat einen Vorgarten verwüstet und ist danach auf unerklärliche Weise zu Tode gekommen. Auch ihr Kalb hat diesen Exzess der Gewalt nicht überlebt.

Wir werden sie sicher nie vergessen und anlässlich ihres Todestages leise das Rindviehlied vom „Kalb Fred und der Kuh Niegunde“ (©Marieluise Ritter) anstimmen:

Nur dumm glotzen, ja nix denken!
Friss und sauf und brülle nicht!
Irgendwer wird dich schon lenken,
ob du’s merkst oder ob nicht.
Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Mai 2007 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Mutterkuh”

  1. pathologe meint:

    Komisch, auf den BSE-Zug ist niemand aufgesprungen. Na ja, ist ja auch schon ewig her. Wie Tschernobyl, Vogelgrippe, Schweinepest, Würmern in Fischen und so weiter…

  2. veilchen meint:

    Super Kommentar Machopan! Herrlich!
    Wie ich aus gewissen, gut unterrichteten Kreisen vernehmen konnte, wird es demnächst im Schnüffelland noch tierischer zugehen.
    Da Knut ja so wunderbar und werbewirksam vermarktet werden konnte, das Tier bei den Bürgern angesehener erscheint, als ein Politiker, beschloss Kurti Speck, in solch ein Eisbärenfell zu schlüpfen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass er nicht ständig die heissen Luftblasen von seinen Reden um den Mund herum ertragen muss, die das Volk ja ohnehin nicht mehr glaubt und es soll zugleich seinen Beliebheitsgrad zu erhöhen. Ja, selbst Herr Müntehering soll in solch ein Bärenfell gekrochen sein und wurde im Berliner Zoo gesichtet.
    Vielleicht kommt durch diesen Anblick wenigstens mal etwas Freude im Lande auf.
    Sonst hat Angst zu verbreiten ja Hochkonjunktur. BSE? Och, das war doch die “alte Angstmacherei”. Jetzt ist erst Klima dran. Das wird bis in alle Details vermarket, bis die Bürger Schaum vor dem Munde spüren!
    Wir können ja schon mal raten, welches die neue Angst sein wird??

  3. Fred Sky meint:

    Lieber Machopan,
    Deinen sehr sorgfältig recherchierten Beitrag kann man nur loben. Nach Meinung gut informierter Kreise der Verschwörungstheoretiker handelt es sich bei der Kuh um ein Spitzen-Spritzen-Produkt der
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_&_Melinda_Gates_Foundation
    mit partieller Intelligenz, die nach Auswertung von
    http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4435574.html
    selbst die Konsequenzen zog, um einer Überbevölkerung fressender Rindviecher vorzubeugen. Der landwirtschaftliche Aufschwung hat so den gleichen Effekt wie der wirtschaftliche Aufschwung auf die Suppenküchen. Daher soll auch die Statistik der Landwirtschaft künftig der BA unterstellt werden.

  4. otti meint:

    “Dumme Kuh”,”Mutterkuh”: Das ist große Politik für Rindviecher!
    Ein Spitzenprodukt deutscher Landwirtschaft.

  5. Machopan meint:

    Weil es wirklich Politik für und Wirtschaft mit Rindviechern ist, kann man auch den Text vom Kalbfred und der Kuh Niegunde hervorragend zur Meleodie der deutschen Nationalhymne singen:
    “Nur dumm glotzen und ja nix denken …”
    und jetzt alle, zwo drei vier
    “sei ein braves, dummes Rindvieh …”

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3. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Sensationelles meldete am 25. April des Jahres 2007 die „Financial Times Deutschland“:
Die wild gewordene Kuh, die am Montag in Hannover Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten hat, ist gestorben. Das trächtige Rind starb einen Tag nach seiner Flucht vor einer Klauenbehandlung, bei der es Vorgärten zertrampelt, Autos demoliert und einen Schaden von etwa 25 000 Euro angerichtet hatte.
Bei dem aggressiven Tier handelte es sich allerdings nicht um Kuh «Uschi», sondern um «Beate», wie der Besitzer nach Medienberichten korrigierte. «Beate» sollte in drei Tagen ihren Nachwuchs bekommen. Auch das ungeborene Kalb überlebte nicht.

Der ahnungslose Bürger wird sich bei dieser Meldung nichts weiter denken, befreit aufatmen, hoffen dass es Knut gut geht und weiter dicke Backen machen, dünne Bretter bohren oder Däumchen drehen.

In den Hinterzimmern von Politik, Wirtschaft und an den Aktienmärkten jedoch muss diese wichtige Meldung der „Financial Times Deutschland“ eingeschlagen haben wie eine Bombe. Denn so eine „Adhoc-Meldung“ interpretieren „Insider“, „Kenner“, „Gurus“, „Experten“ und „Macher“ mit ihrem „Hintergrundwissen“ auf eigene Art und Weise.

Denn „Insider“ wissen oder ahnen zumindest, dass diese genmanipulierte Kuh vollgedröhnt mit Psychopharmaka unter falschem Namen mit einem konkreten terroristischen Auftrag in Hannover unterwegs war und sich nach Erfüllung ihres Auftrages planmäßig liquidiert hat, um entsprechend ihrem Glauben, als einzige Kuh inmitten einer Jungbullenherde in die ewigen Weidegründe eingehen zu dürfen.

Offensichtlich hat der Vorgang eine derartige Tragweite, dass die Verantwortlichen dieses Ereignis noch vertuschen wollen, bis die sicherheitstechnischen und erkennungsdienstlichen Ermittlungen der Behörden Eingang in die Gesetzgebungsverfahren unserer Bundesregierung zur Umgestaltung unserer Gesellschaft gefunden haben, denn auf Nachfrage war aus den Ministerien zu erfahren, dass man derartige Pressemeldungen grundsätzlich nicht bestätigen oder dementiere wolle.

Dabei kann sich doch der aufmerksame Leser an fünf Fingern abzählen, was da eigentlich abgelaufen ist und warum man dazu ausgerechnet eine „Mutterkuh“ gebraucht hat, denn mit einem „Hornochsen“ hätte es so nicht funktioniert.

Schauen wir uns also den Vorfall näher an.
Eine „Gruppe von Personen mit ähnlichen Interessen“ sucht nach einer Möglichkeit ihre bisherigen Planungen und Sandkastenspiele zur Machtübernahme und Besitzsicherung mit Hilfe inländischer und/oder ausländischer Terroristen, profitorientierter Wirtschaftsvertreter und machtgeiler Politiker in die Tat umzusetzen.
Nun kann ja nicht jeder, wie George W. Bush und seine Kumpane gleich ein anderes Land überfallen und so tun als würde er im Sand nach Massenvernichtungswaffen buddeln, während die Öl- und Geldquellen sprudeln, denn irgendwann wird es auch die dümmste Bewunderin aus der Uckermark einleuchten müssen, dass hier etwas nicht stimmen kann, weil man immer nur Öl findet, aber keinerlei Waffen.

Um dieses doch etwas aufwändige Verfahren aus Kosten- und Zeitgründen abzukürzen, hat man sich daher in Deutschland gleich für eine dumme Kuh entschieden.
Die Hirnwäsche konnte man sich dadurch auch ersparen und musste das Objekt lediglich im Rahmen einer kurzfristig in Hannover durchgeführten Pediküre und Genmanipulation zur „schmutzigen Bombe“ umbauen. Durch die gezielte Zuführung noch nicht zum Handel zugelassener Psychopharmaka und genmanipuliertem Futtermittel konnten auch potentielle Partner aus der Industrie und Landwirtschaft als Sponsoren für das Vorhaben gewonnen werden. Als Zielperson für das Attentat sollte eine bekannte, aber in der Bevölkerung möglichst unbeliebte Person dienen.

Der ursprüngliche Plan, die rabiate Kuh daher im Schlosspark des Prinzen von Hannover auszusetzen wurde fallen gelassen, da zu befürchten war, dass dies zu außenpolitischen Spannungen mit dem monegassischen Fürstenhaus und dem englischen Königshaus führen könnte.

Statt dessen hat man sich für den Vorgarten eines Reihenhauses in Hannover entschieden,
das ein „Ehrenbürger“ sein eigen nennt, dem im Laufe seiner politischen Laufbahn die Ehre abhanden gekommen war und der nun als Vertreter für russisches Stadtgas seinen Lebensunterhalt verdienen muss.
Während ausländische Terroristen und einige Vertreter der deutschen Energiewirtschaft darauf bestanden, dass die auf das Zielobjekt angesetzte rabiate Kuh innerhalb der Reihenhausräumlichkeiten zur Detonation gebracht wird, nachdem sie die Eingangstüre durchbrochen hat, bestanden Vertreter des Bundesinnenministeriums darauf, die Kuh als Präventivmaßnahme mit einer Rakete aus einer tieffliegenden Tornado bereits im Vorgarten abzuschießen, was jedoch von Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und der Nahrungsmittelindustrie abgelehnt wurde, da sich derart zerfetztes Rindfleisch nicht mehr in die Nahrungskette eingliedern lasse, außer es handle sich um eine Kuh aus Bayern.

Zur Unterstützung der Kampagne „Deutschland sucht die Mutterkuh” legte das Familienministerium besonderen Wert darauf, dass unbedingt eine „trächtige Kuh“ zum Einsatz kam und außerdem sichergestellt sein müsse, dass dem ungeborenen Kalb nichts geschieht, denn die Ministerin beabsichtigte das Kälbchen „Schnut“ selbst mit der Flasche aufzuziehen und anschließend medienwirksam „Mit Schnut wird alles gut“ zu vermarkten

Das kam sowohl dem Justizministerium als auch dem Innenministerium sehr gelegen, denn ihnen war Geschlecht und Herkunft des Attentäters eigentlich egal. Die Hauptsache war, dass die biometrischen Daten vorher bekannt waren und sie in eine bundesweite Datenbank potentieller Terroristen eingespeist werden konnten, um anhand des genetischen Fingerabdrucks die Herkunft der Kuh und die Abstammung des Kalbes zweifelsfrei nachweisen zu können. Im weiteren Verlauf des Projektes zur „Anpassung und Synchronisierung der Gesellschaft mit politischen und wirtschaftlichen Vorgaben“, sollte dann das Kalb für künftige „Resozialisierungs- und Migrationsmaßnahmen“ mit Vorbildfunktion zur Verfügung stehen.

Jedoch weigerte sich das Wirtschaftsministerium in Abstimmung mit dem Fürsten des Freistaats Bayern beharrlich, sich im Rahmen eines Forschungsprogrammes „RFID for RVID“, Radio Frequency Identification for RindViecher in Deutschland“ an den Kosten des Projektes „Rabiate Kuh“ zu beteiligen. Außer man könne sich im Vorfeld darauf verständigen, dass der Deckname der Kuh auf „Gabriele“ geändert wird und neben dem zerfetzten Kadaver am Tatort ein Bekennerschreiben aus Fürth zu finden sei.

An einer solchen Umweltverschmutzung und Freisetzung von Abgasen aus Magen und Laab unter freiem Himmel wollte sich aber das Umweltministerium nicht beteiligen und legte Wert darauf, dass die zur Zielerreichung notwendige Detonation nur in geschlossenen Räumen stattfinden dürfe, die durch entsprechende Wärme- und Schallisolierung an Fenster, Türen und Dach eine Freisetzung von Schadstoffemissionen in die gefährdete Umwelt verhindern.

Und zu guter letzt verlangte auch noch das Bundesgesundheitsministerium, dass beim notwendigen Doping der Kuh keine teuren Medikamente eingesetzt werden dürfen und die Zugehörigkeit der Kuh zu einer Krankenkasse sichergestellt ist um Arzneimittelmissbrauch und Abrechnungsbetrug vorzubeugen, denn die Hornochsen in der gesetzlichen Krankenkasse könnten nicht auch noch für die Bezahlung gesellschaftsverändernder Radikalkuren und Beschneidung von Bürgerrechten herangezogen werden. Außer die Kuh wäre Mitglied einer privaten Krankenkasse oder stünde beim Team T-Mobile unter Vertrag.

Aus dem Bildungsministerium kam die Zusage, dass man sich bemühen werde aus dem verwaisten Kalb durch Einsatz aller zur Verfügung stehenden Bildungsmaßnahmen einen richtigen Ochsen und vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft zu machen. Leider könne man das Projekt „Rabiate Kuh“ aber nicht finanziell unterstützen, da das Finanzministerium wieder mal die Mittel gekürzt habe.

Und so kam es wie es kommen musste.
Während nun alle darauf warteten, dass der Finanzminister zwischen seinen Jubelmeldungen und Steuererhöhungen auch mal Zeit für wichtigere Dinge findet, ist die Kuh Uschi, die eigentlich Beate war, aber Gabriele heißen sollte, aus der Beauty-Farm in Hannover ausgebüchst, hat einen Vorgarten verwüstet und ist danach auf unerklärliche Weise zu Tode gekommen. Auch ihr Kalb hat diesen Exzess der Gewalt nicht überlebt.

Wir werden sie sicher nie vergessen und anlässlich ihres Todestages leise das Rindviehlied vom „Kalb Fred und der Kuh Niegunde“ (©Marieluise Ritter) anstimmen:

Nur dumm glotzen, ja nix denken!
Friss und sauf und brülle nicht!
Irgendwer wird dich schon lenken,
ob du’s merkst oder ob nicht.
Sei ein braves, dummes Rindvieh
mit viel Fleisch und wenig Speck
und gehorche deinem Herren
und sei auch zum Metzger nett!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Mai 2007 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

5 Antworten zu “Mutterkuh”

  1. pathologe meint:

    Komisch, auf den BSE-Zug ist niemand aufgesprungen. Na ja, ist ja auch schon ewig her. Wie Tschernobyl, Vogelgrippe, Schweinepest, Würmern in Fischen und so weiter…

  2. veilchen meint:

    Super Kommentar Machopan! Herrlich!
    Wie ich aus gewissen, gut unterrichteten Kreisen vernehmen konnte, wird es demnächst im Schnüffelland noch tierischer zugehen.
    Da Knut ja so wunderbar und werbewirksam vermarktet werden konnte, das Tier bei den Bürgern angesehener erscheint, als ein Politiker, beschloss Kurti Speck, in solch ein Eisbärenfell zu schlüpfen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass er nicht ständig die heissen Luftblasen von seinen Reden um den Mund herum ertragen muss, die das Volk ja ohnehin nicht mehr glaubt und es soll zugleich seinen Beliebheitsgrad zu erhöhen. Ja, selbst Herr Müntehering soll in solch ein Bärenfell gekrochen sein und wurde im Berliner Zoo gesichtet.
    Vielleicht kommt durch diesen Anblick wenigstens mal etwas Freude im Lande auf.
    Sonst hat Angst zu verbreiten ja Hochkonjunktur. BSE? Och, das war doch die “alte Angstmacherei”. Jetzt ist erst Klima dran. Das wird bis in alle Details vermarket, bis die Bürger Schaum vor dem Munde spüren!
    Wir können ja schon mal raten, welches die neue Angst sein wird??

  3. Fred Sky meint:

    Lieber Machopan,
    Deinen sehr sorgfältig recherchierten Beitrag kann man nur loben. Nach Meinung gut informierter Kreise der Verschwörungstheoretiker handelt es sich bei der Kuh um ein Spitzen-Spritzen-Produkt der
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_&_Melinda_Gates_Foundation
    mit partieller Intelligenz, die nach Auswertung von
    http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/4435574.html
    selbst die Konsequenzen zog, um einer Überbevölkerung fressender Rindviecher vorzubeugen. Der landwirtschaftliche Aufschwung hat so den gleichen Effekt wie der wirtschaftliche Aufschwung auf die Suppenküchen. Daher soll auch die Statistik der Landwirtschaft künftig der BA unterstellt werden.

  4. otti meint:

    “Dumme Kuh”,”Mutterkuh”: Das ist große Politik für Rindviecher!
    Ein Spitzenprodukt deutscher Landwirtschaft.

  5. Machopan meint:

    Weil es wirklich Politik für und Wirtschaft mit Rindviechern ist, kann man auch den Text vom Kalbfred und der Kuh Niegunde hervorragend zur Meleodie der deutschen Nationalhymne singen:
    “Nur dumm glotzen und ja nix denken …”
    und jetzt alle, zwo drei vier
    “sei ein braves, dummes Rindvieh …”

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