Vorhölle

7. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Na endlich, ich hatte schon geglaubt, dass ich das nicht mehr erleben darf und immer damit gerechnet, wenn ich irgendwann mal zur Hölle fahre, dann auch noch durch die Vorhölle muss.
Und das ist ja bekanntlich der Ort, wo die ganzen Vorselektionen der Bösewichter stattfinden. Und das dauert!

Vorhölle Ist ja auch nicht einfach!
Statt direkt zur Hölle zu fahren und einen Platz unter Gleichen zu ergattern, muss man sich in der Vorhölle ja erst mal eingruppieren. Das geht nicht von jetzt auf nachher!
Oder wissen Sie auf Anhieb, ob Sie ein Schurke, Gauner, Lump oder Ganove sind und an welchem Schalter Sie sich anstellen müssen um Ihr Visum zur Weiterreise in die Hölle zu bekommen. Zu Lebzeiten achtet man da schließlich nicht immer so drauf und die Grenzen sind fließend.
Und wenn Sie sich in der Warteschlange nach vorne gearbeitet haben, vorbei an vielen bekannten Gesichtern aus Politik und Wirtschaft, Forschung und Bildung, Gesellschaft und Kirche, dann erklärt man Ihnen, dass Sie hier falsch sind und Sie sich Zeit Ihres Lebens mit Ihren kleinen Gemeinheiten und Schwindeleien noch nicht einmal richtig für’s Fegefeuer qualifizieren konnten.

Am 20. April 2007 (AP) hat nun Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse der Internationalen Theologischen Kommission die Lehre von limbus puerorum, der Vorhölle, revidiert, denn die steigende Zahl der Abtreibungen und der ungetauft sterbenden Kinder und Erwachsenen, hatte die Vorhölle zunehmend vor erhebliche Kapazitätsprobleme gestellt und die katholische Kirche wäre sicher um einen kostenintensiven Ausbau der Vorhölle nicht herumgekommen.
So hat der weise Heilige Vater nicht nur eine religiöse, sondern auch eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung getroffen
Warum er sich aber, nach so vielen Jahrhunderten, dazu aber ausgerechnet den Geburtstag des „GröFaZ“ ausgesucht hat, muss wohl an seiner göttlichen Erleuchtung und dem guten Draht zum lieben Gott liegen.

Wer also bis jetzt in der Vorhölle herumgeirrt ist oder als Andersgläubiger nicht so recht wusste wo er hin muss, weil ihm der Einzug ins Paradies verwehrt war, muss jetzt selber gucken wo er bleibt.
Entweder ab zur Hölle, was in Zeiten steigender Energiepreise sicher keine schlechte Wahl ist oder in den Himmel.
Und das sollte man sich sehr genau überlegen. Zum einen soll ja das Fliegen wegen der Umweltverschmutzung teurer werden und zum anderen besteht ja die Möglichkeit, dass man vom Himmel aus wiedergeboren wird.

Und ob das so sinnvoll ist, muss man wirklich bezweifeln. Stellen Sie sich mal vor, was das für ein Gedränge wird, wenn zu der Bevölkerungsexplosion auch noch die vielen Wiedergeborenen kommen.
Dann schon lieber ab ins Paradies und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, bevor das auch noch geschlossen wird und die Theologen in erhebliche Erklärungsnöte kommen.

Ich geh dann schon mal vor und check schon mal die Lage.
Denn als Atheist tue ich mich damit besonders leicht.
Das liegt vermutlich an der Erwartungshaltung.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. Mai 2007 um 05:45:55 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Vorhölle”

  1. pathologe meint:

    Hat Herr Ratzinger die Vorhölle vielleicht nur deshalb abgeschafft, weil Herr Hartz schon Ersatz beschafft hat, der die Probezeit unbeschadet überstand? Zugegeben, “Vorhölle” klingt schon dramatischer als “Hartz IV”, aber wir leben heute ja in einer Zeit, in der Massenentlassungen als “Freisetzung menschlichen Kapitals” und schwerwiegende geistige Aussetzer als Arbeitsmarkt-, Renten- oder Gesundheits”reform” betitelt werden. Da kann man diesen direkten Begriff “Vorhölle” schon einmal anders umschreiben. Und ein weiterer Vorteil bietet die neue Umschreibung ebenfalls: sie steht allen Mitgliedern dieser Gesellschaft offen, unabhängig von der Glaubensrichtung. Eine echte Reform.

  2. mitdenker meint:

    Neben den von Pathologe genannten höllischen Ersatzbeschaffungen in diesem Ländle gibt es doch noch vielfältige auch durch Menschenhand geschaffene Ersatz-Varianten wie im Irak, Afganisthan, einige Gebiete in Südostasien, Lateinamerika usw. Oder Sudan. Auch nur den Schulweg einiger Kinder in Belfast sollte man nicht vergessen. Vielfach geschaffen von so genannten gläubigen Menschen gegen - wie sollte es sonst auch sein - andersgläubige.
    Also singen wir doch alle wie in den längst vergangenen diversen Wolfgang Petry Auftritten:
    …Hölle, Hölle, Hölle…und tun so, als glauben wir an irgend etwas.

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Vorhölle

7. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Na endlich, ich hatte schon geglaubt, dass ich das nicht mehr erleben darf und immer damit gerechnet, wenn ich irgendwann mal zur Hölle fahre, dann auch noch durch die Vorhölle muss.
Und das ist ja bekanntlich der Ort, wo die ganzen Vorselektionen der Bösewichter stattfinden. Und das dauert!

Vorhölle Ist ja auch nicht einfach!
Statt direkt zur Hölle zu fahren und einen Platz unter Gleichen zu ergattern, muss man sich in der Vorhölle ja erst mal eingruppieren. Das geht nicht von jetzt auf nachher!
Oder wissen Sie auf Anhieb, ob Sie ein Schurke, Gauner, Lump oder Ganove sind und an welchem Schalter Sie sich anstellen müssen um Ihr Visum zur Weiterreise in die Hölle zu bekommen. Zu Lebzeiten achtet man da schließlich nicht immer so drauf und die Grenzen sind fließend.
Und wenn Sie sich in der Warteschlange nach vorne gearbeitet haben, vorbei an vielen bekannten Gesichtern aus Politik und Wirtschaft, Forschung und Bildung, Gesellschaft und Kirche, dann erklärt man Ihnen, dass Sie hier falsch sind und Sie sich Zeit Ihres Lebens mit Ihren kleinen Gemeinheiten und Schwindeleien noch nicht einmal richtig für’s Fegefeuer qualifizieren konnten.

Am 20. April 2007 (AP) hat nun Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse der Internationalen Theologischen Kommission die Lehre von limbus puerorum, der Vorhölle, revidiert, denn die steigende Zahl der Abtreibungen und der ungetauft sterbenden Kinder und Erwachsenen, hatte die Vorhölle zunehmend vor erhebliche Kapazitätsprobleme gestellt und die katholische Kirche wäre sicher um einen kostenintensiven Ausbau der Vorhölle nicht herumgekommen.
So hat der weise Heilige Vater nicht nur eine religiöse, sondern auch eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung getroffen
Warum er sich aber, nach so vielen Jahrhunderten, dazu aber ausgerechnet den Geburtstag des „GröFaZ“ ausgesucht hat, muss wohl an seiner göttlichen Erleuchtung und dem guten Draht zum lieben Gott liegen.

Wer also bis jetzt in der Vorhölle herumgeirrt ist oder als Andersgläubiger nicht so recht wusste wo er hin muss, weil ihm der Einzug ins Paradies verwehrt war, muss jetzt selber gucken wo er bleibt.
Entweder ab zur Hölle, was in Zeiten steigender Energiepreise sicher keine schlechte Wahl ist oder in den Himmel.
Und das sollte man sich sehr genau überlegen. Zum einen soll ja das Fliegen wegen der Umweltverschmutzung teurer werden und zum anderen besteht ja die Möglichkeit, dass man vom Himmel aus wiedergeboren wird.

Und ob das so sinnvoll ist, muss man wirklich bezweifeln. Stellen Sie sich mal vor, was das für ein Gedränge wird, wenn zu der Bevölkerungsexplosion auch noch die vielen Wiedergeborenen kommen.
Dann schon lieber ab ins Paradies und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, bevor das auch noch geschlossen wird und die Theologen in erhebliche Erklärungsnöte kommen.

Ich geh dann schon mal vor und check schon mal die Lage.
Denn als Atheist tue ich mich damit besonders leicht.
Das liegt vermutlich an der Erwartungshaltung.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. Mai 2007 um 05:45:55 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Vorhölle”

  1. pathologe meint:

    Hat Herr Ratzinger die Vorhölle vielleicht nur deshalb abgeschafft, weil Herr Hartz schon Ersatz beschafft hat, der die Probezeit unbeschadet überstand? Zugegeben, “Vorhölle” klingt schon dramatischer als “Hartz IV”, aber wir leben heute ja in einer Zeit, in der Massenentlassungen als “Freisetzung menschlichen Kapitals” und schwerwiegende geistige Aussetzer als Arbeitsmarkt-, Renten- oder Gesundheits”reform” betitelt werden. Da kann man diesen direkten Begriff “Vorhölle” schon einmal anders umschreiben. Und ein weiterer Vorteil bietet die neue Umschreibung ebenfalls: sie steht allen Mitgliedern dieser Gesellschaft offen, unabhängig von der Glaubensrichtung. Eine echte Reform.

  2. mitdenker meint:

    Neben den von Pathologe genannten höllischen Ersatzbeschaffungen in diesem Ländle gibt es doch noch vielfältige auch durch Menschenhand geschaffene Ersatz-Varianten wie im Irak, Afganisthan, einige Gebiete in Südostasien, Lateinamerika usw. Oder Sudan. Auch nur den Schulweg einiger Kinder in Belfast sollte man nicht vergessen. Vielfach geschaffen von so genannten gläubigen Menschen gegen - wie sollte es sonst auch sein - andersgläubige.
    Also singen wir doch alle wie in den längst vergangenen diversen Wolfgang Petry Auftritten:
    …Hölle, Hölle, Hölle…und tun so, als glauben wir an irgend etwas.

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