Armes Deutschland

9. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Eigentlich mag man solche Meldungen nicht mehr kommentieren, auch wenn einem -zumindest mir geht das noch so- beim Lesen das Messer im Sack aufgeht.

Immer mehr Kinder leben von Sozialhilfe“ stellt in einer Studie das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe fest. Danach lebten im Jahr 2006 circa 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Das sind über 173.000 mehr als 2005, berichtet die „Thüringer Allgemeine Zeitung“.
Familien mit Kindern tragen offensichtlich ein höheres Risiko für Armut“, analysierte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, die Zahlen in der Zeitung.

Das hat der Herr Schneider aber wirklich sehr scharfsinnig analysiert, aber dabei vermutlich nicht berücksichtigt, dass zukünftig jedes dritte Kind unter 5 Jahren das Anrecht auf einen Kindergartenplatz haben wird. Die Familienministerin Ursula von der Leyen weiß zwar noch nicht so genau wie das finanziert wird, aber Dank dieser familienpolitischen Maßnahme werden dann die Mütter dieser Kinder ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen können und dem Arbeitsmarkt für niedrig entlohnte Tätigkeiten zur Verfügung stehen.
Dadurch steigt dann das Familieneinkommen durch eigene Einkünfte und die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit können teilweise oder ganz gestrichen werden.
Die dadurch erwirtschafteten Überschüsse der BA fließen dann in den Bundeshaushalt ein und stehen dort nicht nur zur Senkung der Neuverschuldung des Landes und der Einhaltung des Stabilitätspaktes zur Verfügung, sondern können auch noch zur Finanzierung der neuen Kindergartenplätze und für höhere Investitionen in Bildung und Forschung verwendet werden.

Oder habe ich da jetzt irgendetwas etwas falsch verstanden?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. Mai 2007 um 05:45:45 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

13 Antworten zu “Armes Deutschland”

  1. veilchen meint:

    Richtig Machopan! Es geht nicht darum, das Schicksal der Familien, die in Armut leben, zu verbessern. Durch die Hintertür schafft man sich weitere Billiglohnsklaven, entlastet die Staatskassen und man kann neue Kindergartenplätze schaffen.

    Ich sage ja immer: Mit den Arbeitslosen schafft man Arbeitsplätze. Ein riesiges Aufgebot von denen, die nur verwalten und zusehen, dass ja keiner davon eine reguläre Arbeit findet.
    Andere Institutionen, die sich an dem Umstand gesundstossen und die vielen, die “bilden”, wonach die Arbeitslosen dann wieder dort landen, wo sie ursprungs her kamen.

    Freue mich schon auf den nächsten Beitrag.

  2. Machopan meint:

    Die Arbeitslosen als Geschäftsmodell - ja, so MUSS man das auch mal sehen!
    Muss man ja erst mal drauf kommen, wobei das Prinzip ja von den Religionsgemeinschaften und ihren “Schäflein” übernommen wurde.

    Hauptsache die Schwachen und Siechen “glauben”, dass ihnen geholfen wird, solange sie nur brav, still und leidensfähig bleiben.
    Wobei die Kirchen gegenüber dem Staat eindeutig den Vorteil haben, dass sie das Richtigkeit ihres Systems erst im Jenseits beweisen müssen.
    Aber pssst, um Gottes Willen nicht weitersagen. E
    s wäre ja eine politische und wirtschaftliche Katastrophe wenn die Armen und Arbeitslosen dieser Nation ihre Lage und das dahinter stehende System begreifen würden.

  3. Bollermann meint:

    Hier mal ein Beispiel, wie verlogen die Politik wirklich ist:

    ####
    Bei Frauen ohne Schulabschluss (also nicht einmal Hauptschulabschluss) liegt die durchschnittliche Geburtenrate knapp unter zwei Kindern, also rund 50% über dem Bundesdurchschnitt.
    ####

    So kann man es im CDU-Forum nachlesen. Dort schreiben u. a. die hauptamtlich bestellten Schreiberlinge um Parteipolitik zu verkaufen.

    Doch wo steht das ? Nirgendwo !

    2004/05 hatten 78.200 Menschen in Deutschland nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Ca. die Hälfte davon sind Frauen, also 39.100. Einmal unterstellt jede dieser Frauen hat im Durchschnitt 2 Kinder (was nachweislich falsch ist). Das macht also ca. 80.000 neue Kinder dieses Klientels im Jahr 2004/2005.

    Deutschland hatte im selben Jahr ca. 21.000.000 Kinder. Das macht also einen Anteil von gut 0,3% aller Kinder.

    Diese 0,3% aller Kinder werden aber als Argument dafür genommen, dass nunmehr alle Kinder in Betreuungsanstalten gesteckt werden sollten deren Personal kaum besser gebildet ist als die Mütter dieser 0,3%.

    Diese Logik liegt auf derselben Wellenlänge wie die absolut falsche Behauptung der Frau vdL in Deutschland gäbe es keine Großfamilien mehr.

    Von den ca. 21 Mio Kindern gehören ca. 5,5 Mio Kinder zu Familien mit 3 und mehr Kindern und immerhin noch ca. 2,1 Mio Kinder gehören zu Familien mit 4 und mehr Kindern. Gerade in solchen kinderreichen Familien ist es fast immer so, dass neben den Eltern auch die Großeltern in das Geschehen der Kindererziehung eingebunden sind. Und es sind besonders die Großfamilien, die nicht nur eine sehr christliche Einstellung haben (daher so viele Kinder), sondern auch sehr gute Bildung besitzen.

    Die Wahrheit ist also, dass mit falschen Zahlen und unverschämten Lügen ein politisches Konzept umgesetzt wird. Was aus den Familien und Kindern anschließend wird, interessiert nicht Leute wie vdL !!!

  4. Bollermann meint:

    Ein anderes Beispiel:

    ####
    97. Das gegliederte Schulsystem hat sich als erfolgreich erwiesen und vielfältig entwickelt.
    ####

    So etwas steht wirklich im neuen Grundsatzprogramm der CDU. Deutschland steht international am Bildungspranger, der Sonderbeauftragte der UN-Menschenrechtskommission der UN gab erst vor ein paar Tagen nach langen Ermittlungen seinen vernichtenden Bericht über Deutschland ab - und nun so etwas.

    Es tut mir leid, aber die Politiker bekommen wirklich nichts mehr gebacken. Schließlich kann doch jeder bei PISA nachlesen, dass es Länder mit gegliederten Schulsystemen sind, die das untere Leistungsdrittel bevölkern.

  5. mitdenker meint:

    Nun bin ich aber erstaunt. Vollkommen. 21.000.000 Kinder im wiederwärtigvereinigten Deutschland? Wie jetzt? In 5 Jahren?
    Wenn man dem StaBA (http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab5.php) glauben sollte, ergeben sich da ganz andere Zahlen (Stand 2005 mit Tendenz fallend):
    - 4.346.000 Menschen kleiner 6 Jahre
    - 7.303.000 Menschen zwischen 6 und 15 Jahren
    - 9.690.000 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren
    Ergibt in der Summe nicht einmal 15 Millionen. Aber sei es drum. Herr Bollermann meint doch nun glatt, dass alle Kinder in Betreuungseinrichtungen gesteckt werden sollten. Nanu, Nanu? Werden sie das nicht schon? Jedenfalls ab etwa dem 6. Lebensjahr? Heißt wohl Schule. Und ist Pflicht. Jedenfalls bis zu einem gewissen Alter, was
    sich in der Kleinstaaterei Buntesrepublik nach den jeweiligen Landesgesetzen regelt (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht).
    Also bleiben - nach seiner und PISA sei dank rechenweise doch für seine Argumentation lediglich die 4,34 Mio. Kinder bis 6 Jahren übrig. Und da werden aus seinen 0,3% plötzlich 18,4 %, also etwa ein Fünftel der Betroffenen.
    Und für 4,346 Mio Kinder sollen 450.000 Plätze entstehen - wird gesagt. Das sind so (ich habe noch eine richtige Schule in den 50er und 60er Jahren besucht und glaube deshalb rechnen zu können) rund und im Überschlag um die 10%. Also für 10% der Kinder gibt es nach Bollermann nun die Gefahr einer “Zwangseinweisung” in diese
    unerträglichen Betreuungseinrichtungen.
    Nun lebe ich in einer Stadt der Gegensätze. Eine Straßenseite ehemals diktaturunterdrückte dumme Duckmäuser, andere Seite leuchtende, hochgebildete und souveräne Menschen. Komischerweise sind letztere aber so etwas von glücklich über das übriggebliebene Überhangangebot an “Knechtschaftverwahranstalten von Kindern” in den östlichen Bezirken der Stadt und nutzen das Angebot derart, dass die Nachfrage höher ist als das Angebot. Huch? War da nicht sowas wie Marktwirtschaft. Nachfrage? Angebot?
    Wie dem auch sei. In einem gebe ich ihm Recht: das Schulsystem der Buntesrepublik ist offensichtlich wirklich unter aller Sau.
    quod erat demonstrandum.

  6. otti meint:

    Nein! Sie haben nichts falsch verstanden. Politisch ist der Zirkelschluss vollkommen korrekt.
    Übrigens hat im Musterländle - trotz Aufschwung - die Kinderarmut weiter zugenommen (10%). Was das dreigliedrige Schulsystem betrifft, wollen die politisch Verantwortlichen auch nichts lernen.

  7. Bollermann meint:

    Mir sind die destatis-Zahlen bekannt. Da wird ja nur Bezug auf das Alter genommen - nicht darauf, wer den Eltern durch Ausbildung etc. noch auf der Tasche liegt.

    Das ist aber auch nicht das Thema. Das Thema ist, dass Frau vdL und die “Verkäufer” ihrer Politik zunächst einmal versuchten, alle Kinder unter 3 Jahren in Krippen zu stecken. Dann wurde sie von der eigenen Partei zurückgepfiffen und nun tut sie so, als ob ihre Krippenidee nur für Freiwillige ist.

    Doch dem ist nicht so, denn die Familien werden zunächst einmal finanziell platt gemacht. Die Palette ihrer Einfälle wie das zu geschehen hat, kennt keine Grenzen. Dann sind die Mütter gezwungen selbst die allerletzten Beschäftigungen anzunehmen, die der Familie jedoch netto nichts bringen. Das erarbeitete zusätzliche Einkommen geht für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung drauf. Aber die Familien sind jetzt eins los: ihre Kinder !

    Und das total unqualifizierte Personal deutscher Betreuungseinrichtungen (da werden jetzt sogar Frauen aus der Ukraine herangekarrt)werden in Verbindung mit Kleinstkindergruppenstärken von 12 und mehr Kindern dafür sorgen, dass es mit der Entwicklung der Kinder den Bach runter gehen wird.

    Die Übernahme dieses Programms aus dem Arbeiter- und Bauernstaat ist ein einziger Rohrkrepierer. An die Übernahme z. B. des Schulsystems wie es Finnland hat (auch vom Arbeiter- und Bauernstaat übernommen), denkt hierzulande jedoch kein Politiker.

    Ich sehe außerdem ein rechtliches Problem: die Stellung der Familie ist sowohl im Grundgesetzt wie in anderen internationalen Vereinbarung sehr deutlich geregelt. Wenn nun Frau vdL durch finanzielle Repressalien den bisherigen Sinn von Familie, Ehe und Kinder total ändern will, sollte sie bei einer Grundgesetzänderung anfangen.

  8. veilchen meint:

    Und warum wird immer über Kinderarmut gesprochen? Leiden darunter nicht die ganzen Familien?
    - Aber mit dem Begriff “Kinderarmut” können sich die meisten Volkszertreter besser profilieren, nicht wahr? - Und vielleicht wird die Zahl der zu Nennenden dann zu krass, nicht?

  9. mitdenker meint:

    “…nur Bezug auf das Alter genommen…”.
    Hallo aber auch. Selbst nach der Kinderrechtskonvention ist Kind, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. In der bunten Rebblublik Täuschland ist Kind, wer noch nicht 14 Jahre ist. Das hat doch nichts mit auf der Tasche liegen zu tun. Wie viele Elternteile liegen denn ihren Kindern durch die notwendige Pflege auf Grund von Gebrechen “auf der Tasche”? Sie sind damit nach Bollermannscher Definition also auch wieder Kinder….toll.
    Und es wurde von 21 Mio Kindern gesprochen. Wäre dem so, gäbe es wohl nicht diese Hysterie um Fertilitätsraten, Aussterben der Deutschen (was ich persönlich unter den gegenwärtigen Bedingungen für die Welt als absoluten Vorteil betrachten würde), demografische Entwicklungen und so weiter.

    “Die Übernahme dieses Programms aus dem Arbeiter- und Bauernstaat…”
    Ich meine, Menschen, die nicht den blassesten Schimmer haben von
    den Vorgängen dort, sollten nicht allen Quatsch hirnloser Demagogen nachplappernd noch weiter verbreiten. So viel Blödsinn tut doch schon weh. Die Einrichtungen der Ex-DDR sind (ganz im Gegensatz zu denen der alten BRD) mit qualifizierten Leuten ausgestattet gewesen (siehe: http://www.kindergartenpaedagogik.de/443.html).
    Aber wer so verwurzelt ist im längst überholten patriarchischen Denken (Gleichberechtigung der Frau seit ERST 50 Jahren im Grundgesetz der BRD verankert und damit 10 Jahre nach der UN-Resulution), damit in seinen Anschauungen der Zeit Jahrzehnte hinterherhinkt und dann noch nicht einmal verstehen will, dass da im gesellschaftlichen Sinne etwas längst überfälliges aufgebaut werden soll, den kann ich nur beglückwünschen.
    Wieviel sollen sich die Frauen von solchen Machos noch gefallen lassen? Es ist ihre Entscheidung (bestenfalls eine Gemeinsame), ob sie die Kinder betreut oder vielleicht einem Beruf nachgeht, der
    manchmal hochqualifiziert ist und damit auch der Allgemeinheit viel Geld gekostet hat. Es ist die Entscheidung der Familien, ob sie ein Betreuungsangebot annehmen wollen oder nicht.
    Und ob die Entwicklung der Kinder bei einer medizinisch und / oder pädagogisch qualifizierten Betreuung den Bach heruntergeht, bezweifle ich im Angesicht der Menschen und ihrer charakterlichen Eigenschaften wie ein stark ausgeprägter Egoismus (Ellenbogengesellschaft), die diese Buntesrepublik durch ihre “Einzelerziehung” einschließlich der “Antiautoritären” so hervorgebracht hat, so man überhaupt noch von Erziehung sprechen kann.
    Wenn dann noch von christlichen Einstellungen in diesem Land gesprochen wird, kommt mir das kotzen. Wie ist das mit dem 10. Gebot? Was sagte Jesus über die Reichen, dem Kamel und dem Nadelöhr?
    Wie ist das doch mit der Nächstenliebe in diesem Land? Oder ist damit etwa die glorreiche Zeit der Kreuzritter gemeint und der Inquisition, der Hexenverbrennungen und was der “angenehmen” Dinge der Kirche noch mehr sind einschließlich des angesammelten Grundbesitzes. Ich habe jedenfalls keine Stelle in der Bibel gefunden, in der Gott ein Stück seines Werkes, der Erde, einem Menschen als persönliches Eigentum geschenkt hätte. Für mich sind Christen im Kapitalismus die schlimmsten Heuchler und Verleugner der heiligen Schrift.

    Was den finanziellen Aspekt des in die Tasche greifens gerade der Familien angeht, so stimme ich jedoch voll zu. Unterstützung heißt nicht Umschichtung, in dem man das aus der Tasche der Familien entwendete Geld ihnen über die Betreuungsplätze wieder indirekt zukommen läßt - zum dann eingeschränkten Teil.

  10. veilchen meint:

    Dieser Bericht umfasst so viele Themen, dass ich erst einmal sortieren muss.
    Nehmen wir mal als Überschrift: Deutschland zu dick, zu faul, zu dumm und holen wir dann noch alle unangenehmen Eigenschaften aus der Ecke, mit denen man die Deutschen gerade zupflastern will.
    Dass das nicht stimmt, steht wohl ausser Zweifel! - Allerdings gebe ich zu, dass hier scheinbar alles ausser Kontrolle geraten zu sein scheint. Ja, und das haben wohl die Regierenden zu verantworten! - Aber welche Regierung eigentlich? - Hat das Volk überhaupt noch eine?

    - Die Kirche hat es doch wohl vorgezogen, mit den Wölfen zu heulen! - Wie kann die Kirche nur dulden, dass sich einige Leute ein christliches Mäntelchen überstülpen und mit und in diesem Namen Schandtaten begehen könnten? Dann werden diese Leute noch von Papst empfangen! Auf der anderen Seite kein Wort darüber, wenn es um die Armen hier im Lande geht. Im Gegenteil! Selbst die Kirche wendet diese neoliberalen Reformen hat! Hauptsache, man bleibt im Geschäft! -
    Um noch einmal auf die Bildung der Kinder in den Krippen zu kommen: Wie will man in unter dieser Personalnot leidenen Kinderkrippen noch bilden. Ich glaube, da sollte jeder froh sein, wenn die Windeln wenigstens rechtzeitig gewechselt werden können. Mehr ist doch nicht drin. Wahrscheinlich aber, wenn die 1 Euro Jobber dort alle Einzug halten.

    Und zu den Jugendlichen, denen keine Werte mehr vermittelt werden:
    Wie sollen sie Werte erkennen, wenn die Idole, wenn die Politik, wenn die Wirtschaftsbosse und ringsum überall nur noch Korruption, Betrügereien, Skandale, drogenabhängige Stars, ein Dieter Bohlen im Fernsehen in abartiger Weise präsentiert wird, wo Ellenbogen den Alltag bestimmen und es keine Aussichten auf Lösungen gibt!
    Manchmal verstehe ich, wenn die die Kopfhörer aufsetzen und sich laut mit Musik zudröhnen.
    Dieses Schnüffelland droht total zu verkommen!

  11. Bollermann meint:

    mitdenker,
    dieser Satz von Ihnen ist das Allesentscheidende:
    ####
    Es ist die Entscheidung der Familien, ob sie ein Betreuungsangebot annehmen wollen oder nicht.
    ####

    Ergänzen muss man nur, dass man den Familien nicht durch finanzielle Repressalien die Entscheidungsfreiheit nehmen darf. Kardinal Lehmann und viele andere namhafte Personen nennen das Kind ja auch deutlich beim Namen.

    Übrigens hat Frau vdL jetzt im CDU-Forum die neuesten Umfrageergebnisse über das Interesse an Krippenplätzen genannt. Nur 7% der Deutschen können sich überhaupt vorstellen, Kinder unter einem Jahr in eine Krippe zu geben. Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen, solche Feststellungen vor ihrem Aktionismus zu tätigen.

    Ich denke, in Deutschland wird das ganz große Erwachen kommen, wenn wirklich Kinder bis 3 Jahren in Krippen gesteckt werden. Ich kenne hier in Niederbayern nicht eine einzige Familie, die so etwas machen würde.

    Wer hat also die Diskussion losgetreten und aus welchem Grund ? Wenn ich einige Frauen in Toppositionen beim Fernsehen etc. höre, ist ihr Klientel daran nicht unbeteiligt. Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass eine Mutter, die, wenn sie überhaupt einen Arbeitsplatz bekommt, ihr Kind in Fremdbetreuung mit ungewissen Ausgang gibt und gleichzeitig das erzielte Nettoeinkommen für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung draufgeht.

    Die andere Aussage von Ihnen halte ich ebenfalls für bedeutungsvoll:
    ####
    Die Einrichtungen der Ex-DDR sind (ganz im Gegensatz zu denen der alten BRD) mit qualifizierten Leuten ausgestattet gewesen (siehe: http://www.kindergartenpaedagogik.de/443.html).
    ####

    Auch Frau vdL erkannte in der Zwischenzeit, dass wir uns dem internationalen Standard (Erzieherin = akademische Ausbildung) schnell anpassen müssen.

  12. mitdenker meint:

    @Bollermann
    Wir kommen uns näher - viel näher.
    Finanzielle Repressalien sollten NIE als “Zwangsentscheidungshilfe” dienen. Genau dies ist aber Anliegen dieser Gesellschaft. Wie heißt es im Finanzdeutsch: abhängig Beschäftigte. Freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl? das war doch wohl einmal.
    Allerdings arbeite ich in einer Einrichtung, in der über 60% Frauen eine
    akademische Ausbildung erhalten. Einige werden sicherlich auch einen Kinderwunsch haben bzw. haben bereits jetzt Kinder. Sieben Jahre Studium, um dann fast eben so lange zu Hause zu bleiben, finde ich eine ungeheuerliche Verschwendung von Steuermitteln (Statistisch wären das über eine halbe Million pro Frau). Hochgerechnet nur in diesem Segment auf die BRD verteilt würde das eine Ausgabe von 3,5 Millarden ergeben, die einfach verpulvert wären. “Wir” haben es ja.
    ##”Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass eine Mutter, die, wenn sie überhaupt einen Arbeitsplatz bekommt, ihr Kind in Fremdbetreuung mit ungewissen Ausgang gibt und gleichzeitig das erzielte Nettoeinkommen für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung draufgeht.”##
    Da stimmen wir überein.
    Apropos: ich habe diese Kampagne der VdL nie als “Zwangseinweisung/-berteuung” verstanden. Vielleicht habe ich da etwas übersehen?

  13. Bollermann meint:

    @ mitdenker
    Die Absichten der Frau vdL kann man in einer Fülle von Interviews und Statements nachlesen. Es würde hier den Rahmen sprengen, das alles zu wiederholen. Im Forum der CDU gibt es unter “Wirtschaft und Soziales” einen Thread mit dem Titel “Schämen Sie sich Frau von der Leyen”.
    Da sind in der Zwischenzeit fast 800 Beiträge aufgelaufen und ein Ende ist nicht absehbar.

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Armes Deutschland

9. Mai 2007 05:45

Lieber Freund

Eigentlich mag man solche Meldungen nicht mehr kommentieren, auch wenn einem -zumindest mir geht das noch so- beim Lesen das Messer im Sack aufgeht.

Immer mehr Kinder leben von Sozialhilfe“ stellt in einer Studie das Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe fest. Danach lebten im Jahr 2006 circa 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Das sind über 173.000 mehr als 2005, berichtet die „Thüringer Allgemeine Zeitung“.
Familien mit Kindern tragen offensichtlich ein höheres Risiko für Armut“, analysierte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, die Zahlen in der Zeitung.

Das hat der Herr Schneider aber wirklich sehr scharfsinnig analysiert, aber dabei vermutlich nicht berücksichtigt, dass zukünftig jedes dritte Kind unter 5 Jahren das Anrecht auf einen Kindergartenplatz haben wird. Die Familienministerin Ursula von der Leyen weiß zwar noch nicht so genau wie das finanziert wird, aber Dank dieser familienpolitischen Maßnahme werden dann die Mütter dieser Kinder ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen können und dem Arbeitsmarkt für niedrig entlohnte Tätigkeiten zur Verfügung stehen.
Dadurch steigt dann das Familieneinkommen durch eigene Einkünfte und die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit können teilweise oder ganz gestrichen werden.
Die dadurch erwirtschafteten Überschüsse der BA fließen dann in den Bundeshaushalt ein und stehen dort nicht nur zur Senkung der Neuverschuldung des Landes und der Einhaltung des Stabilitätspaktes zur Verfügung, sondern können auch noch zur Finanzierung der neuen Kindergartenplätze und für höhere Investitionen in Bildung und Forschung verwendet werden.

Oder habe ich da jetzt irgendetwas etwas falsch verstanden?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. Mai 2007 um 05:45:45 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

13 Antworten zu “Armes Deutschland”

  1. veilchen meint:

    Richtig Machopan! Es geht nicht darum, das Schicksal der Familien, die in Armut leben, zu verbessern. Durch die Hintertür schafft man sich weitere Billiglohnsklaven, entlastet die Staatskassen und man kann neue Kindergartenplätze schaffen.

    Ich sage ja immer: Mit den Arbeitslosen schafft man Arbeitsplätze. Ein riesiges Aufgebot von denen, die nur verwalten und zusehen, dass ja keiner davon eine reguläre Arbeit findet.
    Andere Institutionen, die sich an dem Umstand gesundstossen und die vielen, die “bilden”, wonach die Arbeitslosen dann wieder dort landen, wo sie ursprungs her kamen.

    Freue mich schon auf den nächsten Beitrag.

  2. Machopan meint:

    Die Arbeitslosen als Geschäftsmodell - ja, so MUSS man das auch mal sehen!
    Muss man ja erst mal drauf kommen, wobei das Prinzip ja von den Religionsgemeinschaften und ihren “Schäflein” übernommen wurde.

    Hauptsache die Schwachen und Siechen “glauben”, dass ihnen geholfen wird, solange sie nur brav, still und leidensfähig bleiben.
    Wobei die Kirchen gegenüber dem Staat eindeutig den Vorteil haben, dass sie das Richtigkeit ihres Systems erst im Jenseits beweisen müssen.
    Aber pssst, um Gottes Willen nicht weitersagen. E
    s wäre ja eine politische und wirtschaftliche Katastrophe wenn die Armen und Arbeitslosen dieser Nation ihre Lage und das dahinter stehende System begreifen würden.

  3. Bollermann meint:

    Hier mal ein Beispiel, wie verlogen die Politik wirklich ist:

    ####
    Bei Frauen ohne Schulabschluss (also nicht einmal Hauptschulabschluss) liegt die durchschnittliche Geburtenrate knapp unter zwei Kindern, also rund 50% über dem Bundesdurchschnitt.
    ####

    So kann man es im CDU-Forum nachlesen. Dort schreiben u. a. die hauptamtlich bestellten Schreiberlinge um Parteipolitik zu verkaufen.

    Doch wo steht das ? Nirgendwo !

    2004/05 hatten 78.200 Menschen in Deutschland nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Ca. die Hälfte davon sind Frauen, also 39.100. Einmal unterstellt jede dieser Frauen hat im Durchschnitt 2 Kinder (was nachweislich falsch ist). Das macht also ca. 80.000 neue Kinder dieses Klientels im Jahr 2004/2005.

    Deutschland hatte im selben Jahr ca. 21.000.000 Kinder. Das macht also einen Anteil von gut 0,3% aller Kinder.

    Diese 0,3% aller Kinder werden aber als Argument dafür genommen, dass nunmehr alle Kinder in Betreuungsanstalten gesteckt werden sollten deren Personal kaum besser gebildet ist als die Mütter dieser 0,3%.

    Diese Logik liegt auf derselben Wellenlänge wie die absolut falsche Behauptung der Frau vdL in Deutschland gäbe es keine Großfamilien mehr.

    Von den ca. 21 Mio Kindern gehören ca. 5,5 Mio Kinder zu Familien mit 3 und mehr Kindern und immerhin noch ca. 2,1 Mio Kinder gehören zu Familien mit 4 und mehr Kindern. Gerade in solchen kinderreichen Familien ist es fast immer so, dass neben den Eltern auch die Großeltern in das Geschehen der Kindererziehung eingebunden sind. Und es sind besonders die Großfamilien, die nicht nur eine sehr christliche Einstellung haben (daher so viele Kinder), sondern auch sehr gute Bildung besitzen.

    Die Wahrheit ist also, dass mit falschen Zahlen und unverschämten Lügen ein politisches Konzept umgesetzt wird. Was aus den Familien und Kindern anschließend wird, interessiert nicht Leute wie vdL !!!

  4. Bollermann meint:

    Ein anderes Beispiel:

    ####
    97. Das gegliederte Schulsystem hat sich als erfolgreich erwiesen und vielfältig entwickelt.
    ####

    So etwas steht wirklich im neuen Grundsatzprogramm der CDU. Deutschland steht international am Bildungspranger, der Sonderbeauftragte der UN-Menschenrechtskommission der UN gab erst vor ein paar Tagen nach langen Ermittlungen seinen vernichtenden Bericht über Deutschland ab - und nun so etwas.

    Es tut mir leid, aber die Politiker bekommen wirklich nichts mehr gebacken. Schließlich kann doch jeder bei PISA nachlesen, dass es Länder mit gegliederten Schulsystemen sind, die das untere Leistungsdrittel bevölkern.

  5. mitdenker meint:

    Nun bin ich aber erstaunt. Vollkommen. 21.000.000 Kinder im wiederwärtigvereinigten Deutschland? Wie jetzt? In 5 Jahren?
    Wenn man dem StaBA (http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab5.php) glauben sollte, ergeben sich da ganz andere Zahlen (Stand 2005 mit Tendenz fallend):
    - 4.346.000 Menschen kleiner 6 Jahre
    - 7.303.000 Menschen zwischen 6 und 15 Jahren
    - 9.690.000 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren
    Ergibt in der Summe nicht einmal 15 Millionen. Aber sei es drum. Herr Bollermann meint doch nun glatt, dass alle Kinder in Betreuungseinrichtungen gesteckt werden sollten. Nanu, Nanu? Werden sie das nicht schon? Jedenfalls ab etwa dem 6. Lebensjahr? Heißt wohl Schule. Und ist Pflicht. Jedenfalls bis zu einem gewissen Alter, was
    sich in der Kleinstaaterei Buntesrepublik nach den jeweiligen Landesgesetzen regelt (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht).
    Also bleiben - nach seiner und PISA sei dank rechenweise doch für seine Argumentation lediglich die 4,34 Mio. Kinder bis 6 Jahren übrig. Und da werden aus seinen 0,3% plötzlich 18,4 %, also etwa ein Fünftel der Betroffenen.
    Und für 4,346 Mio Kinder sollen 450.000 Plätze entstehen - wird gesagt. Das sind so (ich habe noch eine richtige Schule in den 50er und 60er Jahren besucht und glaube deshalb rechnen zu können) rund und im Überschlag um die 10%. Also für 10% der Kinder gibt es nach Bollermann nun die Gefahr einer “Zwangseinweisung” in diese
    unerträglichen Betreuungseinrichtungen.
    Nun lebe ich in einer Stadt der Gegensätze. Eine Straßenseite ehemals diktaturunterdrückte dumme Duckmäuser, andere Seite leuchtende, hochgebildete und souveräne Menschen. Komischerweise sind letztere aber so etwas von glücklich über das übriggebliebene Überhangangebot an “Knechtschaftverwahranstalten von Kindern” in den östlichen Bezirken der Stadt und nutzen das Angebot derart, dass die Nachfrage höher ist als das Angebot. Huch? War da nicht sowas wie Marktwirtschaft. Nachfrage? Angebot?
    Wie dem auch sei. In einem gebe ich ihm Recht: das Schulsystem der Buntesrepublik ist offensichtlich wirklich unter aller Sau.
    quod erat demonstrandum.

  6. otti meint:

    Nein! Sie haben nichts falsch verstanden. Politisch ist der Zirkelschluss vollkommen korrekt.
    Übrigens hat im Musterländle - trotz Aufschwung - die Kinderarmut weiter zugenommen (10%). Was das dreigliedrige Schulsystem betrifft, wollen die politisch Verantwortlichen auch nichts lernen.

  7. Bollermann meint:

    Mir sind die destatis-Zahlen bekannt. Da wird ja nur Bezug auf das Alter genommen - nicht darauf, wer den Eltern durch Ausbildung etc. noch auf der Tasche liegt.

    Das ist aber auch nicht das Thema. Das Thema ist, dass Frau vdL und die “Verkäufer” ihrer Politik zunächst einmal versuchten, alle Kinder unter 3 Jahren in Krippen zu stecken. Dann wurde sie von der eigenen Partei zurückgepfiffen und nun tut sie so, als ob ihre Krippenidee nur für Freiwillige ist.

    Doch dem ist nicht so, denn die Familien werden zunächst einmal finanziell platt gemacht. Die Palette ihrer Einfälle wie das zu geschehen hat, kennt keine Grenzen. Dann sind die Mütter gezwungen selbst die allerletzten Beschäftigungen anzunehmen, die der Familie jedoch netto nichts bringen. Das erarbeitete zusätzliche Einkommen geht für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung drauf. Aber die Familien sind jetzt eins los: ihre Kinder !

    Und das total unqualifizierte Personal deutscher Betreuungseinrichtungen (da werden jetzt sogar Frauen aus der Ukraine herangekarrt)werden in Verbindung mit Kleinstkindergruppenstärken von 12 und mehr Kindern dafür sorgen, dass es mit der Entwicklung der Kinder den Bach runter gehen wird.

    Die Übernahme dieses Programms aus dem Arbeiter- und Bauernstaat ist ein einziger Rohrkrepierer. An die Übernahme z. B. des Schulsystems wie es Finnland hat (auch vom Arbeiter- und Bauernstaat übernommen), denkt hierzulande jedoch kein Politiker.

    Ich sehe außerdem ein rechtliches Problem: die Stellung der Familie ist sowohl im Grundgesetzt wie in anderen internationalen Vereinbarung sehr deutlich geregelt. Wenn nun Frau vdL durch finanzielle Repressalien den bisherigen Sinn von Familie, Ehe und Kinder total ändern will, sollte sie bei einer Grundgesetzänderung anfangen.

  8. veilchen meint:

    Und warum wird immer über Kinderarmut gesprochen? Leiden darunter nicht die ganzen Familien?
    - Aber mit dem Begriff “Kinderarmut” können sich die meisten Volkszertreter besser profilieren, nicht wahr? - Und vielleicht wird die Zahl der zu Nennenden dann zu krass, nicht?

  9. mitdenker meint:

    “…nur Bezug auf das Alter genommen…”.
    Hallo aber auch. Selbst nach der Kinderrechtskonvention ist Kind, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. In der bunten Rebblublik Täuschland ist Kind, wer noch nicht 14 Jahre ist. Das hat doch nichts mit auf der Tasche liegen zu tun. Wie viele Elternteile liegen denn ihren Kindern durch die notwendige Pflege auf Grund von Gebrechen “auf der Tasche”? Sie sind damit nach Bollermannscher Definition also auch wieder Kinder….toll.
    Und es wurde von 21 Mio Kindern gesprochen. Wäre dem so, gäbe es wohl nicht diese Hysterie um Fertilitätsraten, Aussterben der Deutschen (was ich persönlich unter den gegenwärtigen Bedingungen für die Welt als absoluten Vorteil betrachten würde), demografische Entwicklungen und so weiter.

    “Die Übernahme dieses Programms aus dem Arbeiter- und Bauernstaat…”
    Ich meine, Menschen, die nicht den blassesten Schimmer haben von
    den Vorgängen dort, sollten nicht allen Quatsch hirnloser Demagogen nachplappernd noch weiter verbreiten. So viel Blödsinn tut doch schon weh. Die Einrichtungen der Ex-DDR sind (ganz im Gegensatz zu denen der alten BRD) mit qualifizierten Leuten ausgestattet gewesen (siehe: http://www.kindergartenpaedagogik.de/443.html).
    Aber wer so verwurzelt ist im längst überholten patriarchischen Denken (Gleichberechtigung der Frau seit ERST 50 Jahren im Grundgesetz der BRD verankert und damit 10 Jahre nach der UN-Resulution), damit in seinen Anschauungen der Zeit Jahrzehnte hinterherhinkt und dann noch nicht einmal verstehen will, dass da im gesellschaftlichen Sinne etwas längst überfälliges aufgebaut werden soll, den kann ich nur beglückwünschen.
    Wieviel sollen sich die Frauen von solchen Machos noch gefallen lassen? Es ist ihre Entscheidung (bestenfalls eine Gemeinsame), ob sie die Kinder betreut oder vielleicht einem Beruf nachgeht, der
    manchmal hochqualifiziert ist und damit auch der Allgemeinheit viel Geld gekostet hat. Es ist die Entscheidung der Familien, ob sie ein Betreuungsangebot annehmen wollen oder nicht.
    Und ob die Entwicklung der Kinder bei einer medizinisch und / oder pädagogisch qualifizierten Betreuung den Bach heruntergeht, bezweifle ich im Angesicht der Menschen und ihrer charakterlichen Eigenschaften wie ein stark ausgeprägter Egoismus (Ellenbogengesellschaft), die diese Buntesrepublik durch ihre “Einzelerziehung” einschließlich der “Antiautoritären” so hervorgebracht hat, so man überhaupt noch von Erziehung sprechen kann.
    Wenn dann noch von christlichen Einstellungen in diesem Land gesprochen wird, kommt mir das kotzen. Wie ist das mit dem 10. Gebot? Was sagte Jesus über die Reichen, dem Kamel und dem Nadelöhr?
    Wie ist das doch mit der Nächstenliebe in diesem Land? Oder ist damit etwa die glorreiche Zeit der Kreuzritter gemeint und der Inquisition, der Hexenverbrennungen und was der “angenehmen” Dinge der Kirche noch mehr sind einschließlich des angesammelten Grundbesitzes. Ich habe jedenfalls keine Stelle in der Bibel gefunden, in der Gott ein Stück seines Werkes, der Erde, einem Menschen als persönliches Eigentum geschenkt hätte. Für mich sind Christen im Kapitalismus die schlimmsten Heuchler und Verleugner der heiligen Schrift.

    Was den finanziellen Aspekt des in die Tasche greifens gerade der Familien angeht, so stimme ich jedoch voll zu. Unterstützung heißt nicht Umschichtung, in dem man das aus der Tasche der Familien entwendete Geld ihnen über die Betreuungsplätze wieder indirekt zukommen läßt - zum dann eingeschränkten Teil.

  10. veilchen meint:

    Dieser Bericht umfasst so viele Themen, dass ich erst einmal sortieren muss.
    Nehmen wir mal als Überschrift: Deutschland zu dick, zu faul, zu dumm und holen wir dann noch alle unangenehmen Eigenschaften aus der Ecke, mit denen man die Deutschen gerade zupflastern will.
    Dass das nicht stimmt, steht wohl ausser Zweifel! - Allerdings gebe ich zu, dass hier scheinbar alles ausser Kontrolle geraten zu sein scheint. Ja, und das haben wohl die Regierenden zu verantworten! - Aber welche Regierung eigentlich? - Hat das Volk überhaupt noch eine?

    - Die Kirche hat es doch wohl vorgezogen, mit den Wölfen zu heulen! - Wie kann die Kirche nur dulden, dass sich einige Leute ein christliches Mäntelchen überstülpen und mit und in diesem Namen Schandtaten begehen könnten? Dann werden diese Leute noch von Papst empfangen! Auf der anderen Seite kein Wort darüber, wenn es um die Armen hier im Lande geht. Im Gegenteil! Selbst die Kirche wendet diese neoliberalen Reformen hat! Hauptsache, man bleibt im Geschäft! -
    Um noch einmal auf die Bildung der Kinder in den Krippen zu kommen: Wie will man in unter dieser Personalnot leidenen Kinderkrippen noch bilden. Ich glaube, da sollte jeder froh sein, wenn die Windeln wenigstens rechtzeitig gewechselt werden können. Mehr ist doch nicht drin. Wahrscheinlich aber, wenn die 1 Euro Jobber dort alle Einzug halten.

    Und zu den Jugendlichen, denen keine Werte mehr vermittelt werden:
    Wie sollen sie Werte erkennen, wenn die Idole, wenn die Politik, wenn die Wirtschaftsbosse und ringsum überall nur noch Korruption, Betrügereien, Skandale, drogenabhängige Stars, ein Dieter Bohlen im Fernsehen in abartiger Weise präsentiert wird, wo Ellenbogen den Alltag bestimmen und es keine Aussichten auf Lösungen gibt!
    Manchmal verstehe ich, wenn die die Kopfhörer aufsetzen und sich laut mit Musik zudröhnen.
    Dieses Schnüffelland droht total zu verkommen!

  11. Bollermann meint:

    mitdenker,
    dieser Satz von Ihnen ist das Allesentscheidende:
    ####
    Es ist die Entscheidung der Familien, ob sie ein Betreuungsangebot annehmen wollen oder nicht.
    ####

    Ergänzen muss man nur, dass man den Familien nicht durch finanzielle Repressalien die Entscheidungsfreiheit nehmen darf. Kardinal Lehmann und viele andere namhafte Personen nennen das Kind ja auch deutlich beim Namen.

    Übrigens hat Frau vdL jetzt im CDU-Forum die neuesten Umfrageergebnisse über das Interesse an Krippenplätzen genannt. Nur 7% der Deutschen können sich überhaupt vorstellen, Kinder unter einem Jahr in eine Krippe zu geben. Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen, solche Feststellungen vor ihrem Aktionismus zu tätigen.

    Ich denke, in Deutschland wird das ganz große Erwachen kommen, wenn wirklich Kinder bis 3 Jahren in Krippen gesteckt werden. Ich kenne hier in Niederbayern nicht eine einzige Familie, die so etwas machen würde.

    Wer hat also die Diskussion losgetreten und aus welchem Grund ? Wenn ich einige Frauen in Toppositionen beim Fernsehen etc. höre, ist ihr Klientel daran nicht unbeteiligt. Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass eine Mutter, die, wenn sie überhaupt einen Arbeitsplatz bekommt, ihr Kind in Fremdbetreuung mit ungewissen Ausgang gibt und gleichzeitig das erzielte Nettoeinkommen für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung draufgeht.

    Die andere Aussage von Ihnen halte ich ebenfalls für bedeutungsvoll:
    ####
    Die Einrichtungen der Ex-DDR sind (ganz im Gegensatz zu denen der alten BRD) mit qualifizierten Leuten ausgestattet gewesen (siehe: http://www.kindergartenpaedagogik.de/443.html).
    ####

    Auch Frau vdL erkannte in der Zwischenzeit, dass wir uns dem internationalen Standard (Erzieherin = akademische Ausbildung) schnell anpassen müssen.

  12. mitdenker meint:

    @Bollermann
    Wir kommen uns näher - viel näher.
    Finanzielle Repressalien sollten NIE als “Zwangsentscheidungshilfe” dienen. Genau dies ist aber Anliegen dieser Gesellschaft. Wie heißt es im Finanzdeutsch: abhängig Beschäftigte. Freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl? das war doch wohl einmal.
    Allerdings arbeite ich in einer Einrichtung, in der über 60% Frauen eine
    akademische Ausbildung erhalten. Einige werden sicherlich auch einen Kinderwunsch haben bzw. haben bereits jetzt Kinder. Sieben Jahre Studium, um dann fast eben so lange zu Hause zu bleiben, finde ich eine ungeheuerliche Verschwendung von Steuermitteln (Statistisch wären das über eine halbe Million pro Frau). Hochgerechnet nur in diesem Segment auf die BRD verteilt würde das eine Ausgabe von 3,5 Millarden ergeben, die einfach verpulvert wären. “Wir” haben es ja.
    ##”Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass eine Mutter, die, wenn sie überhaupt einen Arbeitsplatz bekommt, ihr Kind in Fremdbetreuung mit ungewissen Ausgang gibt und gleichzeitig das erzielte Nettoeinkommen für Steuern, Sozialabgaben und Kinderbetreuung draufgeht.”##
    Da stimmen wir überein.
    Apropos: ich habe diese Kampagne der VdL nie als “Zwangseinweisung/-berteuung” verstanden. Vielleicht habe ich da etwas übersehen?

  13. Bollermann meint:

    @ mitdenker
    Die Absichten der Frau vdL kann man in einer Fülle von Interviews und Statements nachlesen. Es würde hier den Rahmen sprengen, das alles zu wiederholen. Im Forum der CDU gibt es unter “Wirtschaft und Soziales” einen Thread mit dem Titel “Schämen Sie sich Frau von der Leyen”.
    Da sind in der Zwischenzeit fast 800 Beiträge aufgelaufen und ein Ende ist nicht absehbar.

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