Randale in Rostock

4. Juni 2007 05:45

Lieber Freund

Angesichts der mit vollem Körpereinsatz durchgeführten Eröffnungsveranstaltung bei den G8-Sommerspielen in Rostock übt sich die Polizei im Wundenlecken und die Presse bemüht sich das Ereignis in Zahlen zu fassen, ohne aber näher auf Ursache und Wirkung einzugehen.

Da wimmelt es in der Berichtserstattung nur so von Polizisten, Einsatzkräften und Ordnungshütern auf der einen Seite und Globalisierungskritikern, Globalisierungsgegner, Demonstranten, Autonomen, Vermummten, Randalierern und Gewalttätern auf der anderen Seite.

Den Überblick über das „who is who“ zu behalten, ist nicht leicht und da unter den 125 festgenommenen Demonstranten auch Ausländer aus Bulgarien, Österreich und Russland waren, zeigt doch ganz deutlich, dass die EU-Osterweiterung und die Bolkesteinrichtlinie durchaus auch ihre positiven Seite haben kann, um das Leben in einer überbevölkerten und überreglementierten, einstmals demokratischen Bundesrepublik multikultureller zu gestalten.

Nach den Berichten in den Medien zu urteilen, waren es wohl Szenen, wie sie das Land seit langem nicht mehr gesehen hatte, aber von vielen „Visionären“ anhand der politischen Entwicklung prophezeit worden sind.

„Auslöser der Gewalt war laut Veranstalter wohl ein einsamer Polizeiwagen, der auf dem Demonstrationsgelände geparkt gewesen sein soll und den Ärger einiger Fanatiker erregt haben soll. Es folgten Barrikaden aus Mülltonnen, brennende Auto, Uniformierte mit Helmen und Schlagstöcken stürmten durch die Straßen. An vielen zentralen Kreuzungen wurden Einsatzfahrzeuge postiert, Wasserwerfer aufgefahren und Tränengas eingesetzt.“, schreibt dazu der Spiegel.

Nun da die Klingen erstmals gekreuzt wurden und das erste Blut floss, kann dieser Sachverhalt durchaus als Aufwärmrunde zu einer anderen Art der Auseinandersetzung zwischen Staatsmacht und Volkszorn verstanden werden, auch wenn darüber, um welche Art von Volk es sich dabei handelt, erst mal bei Christiansen, zusammen mit den üblichen Verdächtigen, gefachsimpelt werden muss.
Eines aber ist sicher, denn wären diese Bilder aus Rostock in Moskau entstanden, dann hätte es in unserem Lande viele erhobene Zeigefinger gegeben, die in Russland mehr Demokratie eingefordert hätten.
So aber werden wir uns wohl mit den Zeigefingern selbst an die eigene Nase fassen müssen, wobei das bei so manchen Zeitgenossen über das „in der Nase bohren“ nicht hinausgehen wird, weil man sich schlichtweg nicht vorstellen kann, über welch gewaltbereites Potential unser Land zwischenzeitlich bereits verfügt.
Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Juni 2007 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Randale in Rostock”

  1. mitdenker meint:

    So aber werden wir uns wohl mit den Zeigefingern selbst an die eigene Nase fassen müssen, …
    …und dann mal wieder auf die Seite der bunten Regierung gehen und uns von dort ob unserer Trägheit beschimpfen lassen (oder eben nur erstaunt während des bohrens lesen): “Du bist der Gipfel”….

  2. JFK meint:

    Als dieses ehemals G7 Treffen 1975 von Altbundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen worden ist hatte dieses noch einen tieferen Sinn. Heute ist dies nur noch ein teurer Schaulauf von schlechten Aktören die der Meinung sind auf die Kosten der Menschheit sich einen Platz in der Geschichte zu sichern. Dazu gehört natürlich auch das man dem Deutschen Volke mal wieder zeigt wie so eine Mauer, Zaun oder Blockade ausschaut was eigentlich auf einem Schild vor jedem Deutschen Supermarkt in Augenhöhe unserer allseits geliebten Vierbeiner steht die ja auch irgendwie so gar nicht lesen können: “wir bleiben draussen”! Unsere Super Angie und Gefolgsleut scheinen sich ihrer Sache ja ziemlich sicher zu sein das sie ein Volk von Nasenbohrer regieren denn sonst hätten sie nicht die dreistigkeit diesem Volke solch einen Zaun vor die Nase zu setzen und ein Fest auf Kosten dessen in horender Summe zu geben. Wo leben wir hier eigentlich? Ich dachte das Volk stimmt ab oder hat man in diesem Land mitlerweile vergessen wer das Volk ist…..und dieses mal endlich wieder zu fragen? Da wo ich herkomme gilt: Einer für alle und alle für einen. Es ist an der Zeit……….

  3. Pathologe meint:

    Vielleicht wurde der Zaun ja nur dort installiert, dass sich die Presse nicht wieder über so eine überteuerte Wildsau echauffiert, die da gegrillt wird. Das hatten wir doch schon einmal, oder? Und die Mitesser ja ebenfalls.

  4. Machopan meint:

    Die Vorbereitung und Durchführung des Meetings in Stralsund, sowie die Zubereitung der Wildsau, von der George W. Bush, entgegen anderslautenden Berichte KEIN Stück gegessen hat, schlug mit ca. 15 Millionen Euro in den Staats- und Landeskassen zu Buche.
    Jetzt sollen es so um die 120 Mio sein, die sich die G8-Jetseterin Angie vom Steuerzahler bezahlen lässt.
    Politscher Nährwert der Veranstaltung kleiner Null.
    Das Beste wäre wirklich, den Käfig Heiligendamm nach der Anreise aller Affen hermetisch abzuriegeln und in Guantanamo II umzubenennen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Randale in Rostock

4. Juni 2007 05:45

Lieber Freund

Angesichts der mit vollem Körpereinsatz durchgeführten Eröffnungsveranstaltung bei den G8-Sommerspielen in Rostock übt sich die Polizei im Wundenlecken und die Presse bemüht sich das Ereignis in Zahlen zu fassen, ohne aber näher auf Ursache und Wirkung einzugehen.

Da wimmelt es in der Berichtserstattung nur so von Polizisten, Einsatzkräften und Ordnungshütern auf der einen Seite und Globalisierungskritikern, Globalisierungsgegner, Demonstranten, Autonomen, Vermummten, Randalierern und Gewalttätern auf der anderen Seite.

Den Überblick über das „who is who“ zu behalten, ist nicht leicht und da unter den 125 festgenommenen Demonstranten auch Ausländer aus Bulgarien, Österreich und Russland waren, zeigt doch ganz deutlich, dass die EU-Osterweiterung und die Bolkesteinrichtlinie durchaus auch ihre positiven Seite haben kann, um das Leben in einer überbevölkerten und überreglementierten, einstmals demokratischen Bundesrepublik multikultureller zu gestalten.

Nach den Berichten in den Medien zu urteilen, waren es wohl Szenen, wie sie das Land seit langem nicht mehr gesehen hatte, aber von vielen „Visionären“ anhand der politischen Entwicklung prophezeit worden sind.

„Auslöser der Gewalt war laut Veranstalter wohl ein einsamer Polizeiwagen, der auf dem Demonstrationsgelände geparkt gewesen sein soll und den Ärger einiger Fanatiker erregt haben soll. Es folgten Barrikaden aus Mülltonnen, brennende Auto, Uniformierte mit Helmen und Schlagstöcken stürmten durch die Straßen. An vielen zentralen Kreuzungen wurden Einsatzfahrzeuge postiert, Wasserwerfer aufgefahren und Tränengas eingesetzt.“, schreibt dazu der Spiegel.

Nun da die Klingen erstmals gekreuzt wurden und das erste Blut floss, kann dieser Sachverhalt durchaus als Aufwärmrunde zu einer anderen Art der Auseinandersetzung zwischen Staatsmacht und Volkszorn verstanden werden, auch wenn darüber, um welche Art von Volk es sich dabei handelt, erst mal bei Christiansen, zusammen mit den üblichen Verdächtigen, gefachsimpelt werden muss.
Eines aber ist sicher, denn wären diese Bilder aus Rostock in Moskau entstanden, dann hätte es in unserem Lande viele erhobene Zeigefinger gegeben, die in Russland mehr Demokratie eingefordert hätten.
So aber werden wir uns wohl mit den Zeigefingern selbst an die eigene Nase fassen müssen, wobei das bei so manchen Zeitgenossen über das „in der Nase bohren“ nicht hinausgehen wird, weil man sich schlichtweg nicht vorstellen kann, über welch gewaltbereites Potential unser Land zwischenzeitlich bereits verfügt.
Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Juni 2007 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Randale in Rostock”

  1. mitdenker meint:

    So aber werden wir uns wohl mit den Zeigefingern selbst an die eigene Nase fassen müssen, …
    …und dann mal wieder auf die Seite der bunten Regierung gehen und uns von dort ob unserer Trägheit beschimpfen lassen (oder eben nur erstaunt während des bohrens lesen): “Du bist der Gipfel”….

  2. JFK meint:

    Als dieses ehemals G7 Treffen 1975 von Altbundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen worden ist hatte dieses noch einen tieferen Sinn. Heute ist dies nur noch ein teurer Schaulauf von schlechten Aktören die der Meinung sind auf die Kosten der Menschheit sich einen Platz in der Geschichte zu sichern. Dazu gehört natürlich auch das man dem Deutschen Volke mal wieder zeigt wie so eine Mauer, Zaun oder Blockade ausschaut was eigentlich auf einem Schild vor jedem Deutschen Supermarkt in Augenhöhe unserer allseits geliebten Vierbeiner steht die ja auch irgendwie so gar nicht lesen können: “wir bleiben draussen”! Unsere Super Angie und Gefolgsleut scheinen sich ihrer Sache ja ziemlich sicher zu sein das sie ein Volk von Nasenbohrer regieren denn sonst hätten sie nicht die dreistigkeit diesem Volke solch einen Zaun vor die Nase zu setzen und ein Fest auf Kosten dessen in horender Summe zu geben. Wo leben wir hier eigentlich? Ich dachte das Volk stimmt ab oder hat man in diesem Land mitlerweile vergessen wer das Volk ist…..und dieses mal endlich wieder zu fragen? Da wo ich herkomme gilt: Einer für alle und alle für einen. Es ist an der Zeit……….

  3. Pathologe meint:

    Vielleicht wurde der Zaun ja nur dort installiert, dass sich die Presse nicht wieder über so eine überteuerte Wildsau echauffiert, die da gegrillt wird. Das hatten wir doch schon einmal, oder? Und die Mitesser ja ebenfalls.

  4. Machopan meint:

    Die Vorbereitung und Durchführung des Meetings in Stralsund, sowie die Zubereitung der Wildsau, von der George W. Bush, entgegen anderslautenden Berichte KEIN Stück gegessen hat, schlug mit ca. 15 Millionen Euro in den Staats- und Landeskassen zu Buche.
    Jetzt sollen es so um die 120 Mio sein, die sich die G8-Jetseterin Angie vom Steuerzahler bezahlen lässt.
    Politscher Nährwert der Veranstaltung kleiner Null.
    Das Beste wäre wirklich, den Käfig Heiligendamm nach der Anreise aller Affen hermetisch abzuriegeln und in Guantanamo II umzubenennen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)