Gipfelnachlese 2007
11. Juni 2007 05:45

Hurra, es ist vollbracht!
Afrika, das Klima, die Welt, die Globalisierung und überhaupt … alle sind gerettet!
Und der böse George W. Bush ist als „Jolly good fellow“ kleinlaut wieder nach Hause gefahren!
Die Guten haben gesiegt!
Nun geht nicht nur nur aufwärts, sondern auch noch vorwärts!
Das ist Aufschwung mit 90 Grad Ertragswinkel!
Mindestens!
Wer hätte das vor dem Gipfel gedacht?
Wer hätte sowas überhaupt für möglich gehalten?
Wer?
Das Angela!
Die hat es schon immer gewusst!
Man muss es nur wollen und vor allem nicht müde werden, darüber zu reden. Nur so schafft man die Wende.
Auch wenn sie nur am Hals beginnt und den Bereich des unteren Doppelkinns umfasst.
Daher ließ es sich die Gastgeberin der 120 Millionen teuren G8-Gipfel-Party auch nicht nehmen, der Presse „ihren“ Klimaerfolg höchstpersönlich zu verklickern, denn
„bis zum Jahr 2050 wollen die G8 nun eine Reduzierung der Treibhausgase um mindestens die Hälfte ernsthaft in Betracht ziehen“.
Wesentlich unverbindlicher kann man eigentlich eine Sache nicht zu Grabe tragen oder auf der langen Bank verenden lassen, denn bis zum Jahr 2050 haben die meisten an diesem Gipfel der Frechheit Beteiligten längst ihren letzten Schnaufer getan.
Und auch die Kanzlerin würde in diesem Jahr dann ihren vierundneunzigsten Geburtstag feiern, sofern der Herr nicht schon vorher ein Einsehen hat.
Darum verwundert es auch nicht, dass sich das Angela der historischen Bedeutung dieser stillen Tage von Heiligendamm im Grenzbereich zwischen individueller Meditation und politischer Agonie sehr wohl bewusst war.
Wie nebenstehende Ablichtung eines unbekannten Zeitzeugen zeigt, posiert daher das Angela auf rotem Teppich, wie es der bedeutendsten Persönlichkeit der jüngeren deutschen Geschichte nach 1989 gebührt. Mit visionären Blick zum entfernten Horizont, wie einst Napoleon nach der Schlacht von Jena im Jahre 1806, kurz vor dem Einmarsch in Berlin. Fast genau sieben Jahre später kam es dann bei Leipzig zur Schlacht der Völker, aber das wusste Napoleon zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Daher ist es auch ganz passend und der historischen Bedeutung des letzten G8-Gipfels angemessen, wenn die Kanzlerin heute am 11. Juni 2007 beim Empfang zum zehnjährigen Bestehen des Fernsehsender Phoenix ein Grußwort spricht und die beachtlichen Erfolge des „Heiligendamm-Prozess“ erinnert, bevor diese durch die An(n)alen der Geschichte ignoriert werden und nur noch autobiographischen Wert besitzen:
„Es war ein gutes Klima“, wird sie sicher sagen und lobend erwähnen, „dass nunmehr alle Nationen der G8 die Ergebnisse des jüngsten UN-Klimaberichts anerkannt haben. Auch wenn die Vereinbarung im rechtlichen Sinne nicht bindend sei, so sei sie sich sicher, dass dieser Erklärung niemand entkommt.“

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. Juni 2007 um 05:45:46 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.
Beim Merkel-Klima (eine Vereinbarung, dass wir eine Vereinbarung brauchen) und Schäuble-Klima (Terrorischten) fragt sich, welches Klima für uns belastender ist.
Geschrieben am 11. Juni 2007 um 19:10:57 | PermalinkKommt da nicht noch erschwerend Merkels Klimakterium hinzu?
Geschrieben am 12. Juni 2007 um 07:42:48 | PermalinkDie Jahre, die auf die Zeit folgten in denen die Menschen in diesem Land verkohlt und verschrödert wurden, werden sicher als das „merkantilistische Klimakterium“ in die Zeitgeschichte eingehen.
Geschrieben am 12. Juni 2007 um 08:03:44 | PermalinkUnd sag hinterher keiner, er hätte davon nix gemerkelt.