Quod erat demonstrandum

15. Juni 2007 05:45

Lieber Freund

Wer mit einem Messer auf einen Menschen einsticht oder Gehwegplatten wirft, will verletzen oder sogar töten. Er nimmt es jedenfalls in Kauf. Die Täter müssen hart bestraft werden!“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, nach der Randale in Rostock.
Und Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) sagte in der “Frankfurter Rundschau”, es gebe keine Alternative zur Deeskalationsstrategie. „Es ist ganz schwer, gegen Gewalttäter vorzugehen, die sich hinter friedlichen Demonstranten verstecken“.

Da mag man dem Herrn Freiberg Recht und dem Herrn Stegner den Rat geben, einmal darüber nachzudenken, warum aus seiner Sicht „nur ein friedlicher Demonstrant ein guter Demonstrant“ ist.
Aber es wäre durchaus wünschens- und erstrebenswert, mit der gleichen Logik und Konsequenz auch andere Taten gegen die physische und psychische Unversehrtheit von Menschen zu ahnden und die Ursachen zu beseitigen.

Für einen Betroffenen macht es in letzter Konsequenz doch keinen Unterschied, ob er mit einem Messer erstochen oder mit einem Stapel Formulare erschlagen wird.
Im Ergebnis ist es auch gleichgültig, ob man Menschen auf der Straße ausraubt oder ihnen über Steuern und Abgaben das Geld abnimmt.
Um zu verhungern, ist es nicht notwendig, dass man sich das Essen nicht mehr leisten kann, es reicht dazu völlig aus, wenn man kein Geld mehr hat.
Und um kein Geld zu haben, muss man logischerweise auch nicht arbeiten und um dumm zu bleiben, muss man auch keine gute Schule besuchen.

Genauso genügt es nicht mehr, zur Veränderung eines aus dem Ruder gelaufenen Gesellschaftssystem nur alle paar Jahre ein Kreuz auf einem Wahlzettel zu machen, nur um genau die Personen und Institutionen im Amt zu bestätigen, für deren Bockmist man schon in der letzten Legislaturperiode heftig hat bluten müssen.

Doch „es ist ganz schwer, gegen Politiker vorzugehen, die sich hinter Gesetzen, Verordnungen und Polizisten verstecken“.
Aber, „wer mit Schikanen auf Menschen eindrischt und mit platten Gesetzen um sich wirft, will verletzten oder sogar töten. Er nimmt es jedenfalls in Kauf. Die Täter müssen hart bestraft werden“.

Quod erat demonstrandum!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Juni 2007 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

Eine Antwort zu “Quod erat demonstrandum”

  1. Bollermann meint:

    Selbst H. Geißler spricht von den Steinewerfern als Mörder. Hier müsste die Feststellung ganz einfach lauten:
    “Quo errat demonstrator!” (Worin sich der Beweisende irrt!)
    Ein Mörder ist schließlich jemand, der einen anderen Menschen ums Leben brachte. Doch welcher Polizist wurde in Heiligendamm ums Leben gebracht ? Ist es nicht vielmehr so, dass selbst der dickste Stein nicht in der Lage ist die Kampfhelme der Polizisten, die gepolsterten Arm- und Beinschützer oder gar die Plexiglasschilde zu durchschlagen ?

    Wie kann man also anbetracht der Fakten von Mördern sprechen ?

    Nur zur Klarstellung: ich will nicht Steinewerfer irgendwie in Schutz nehmen, doch sollten besonders die Deutschen mit falschen Behauptungen wie “Mördern” sehr vorsichtig umgehen.

    Wo in unserer leidvollen Geschichte die Mörder saßen und ungehindert ihr Unwesen treiben konnten, muss nicht besonders erwähnt werden.

    Politiker, die einen derartigen Nonsense wie Heiligendamm veranstalten und dafür die Steuerzahler um ihr sauer verdientes Geld in hundfertfacher Millionenhöhe prellen, gehören in den Knast. Basta !

    Darüber sind sich die feinen Herrschaften prinzipiell auch klar. Was ist also das tatsächliche Anliegen einer derartigen Veranstaltung ? Richtig ! Da wird der Vorwand dafür geliefert nun elementare Veränderungen im demokratischen Gefüge des Landes einzuleiten.

    Ich sah z. B. Fernsehbilder wo die Ordner der friedlichen Demonstration verdeckte Ermittler der Polizei in ziviler Kleidung ergriffen und abführten, weil diese versuchten durch Steinwürfe eine Kettenreaktion auszulösen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Quod erat demonstrandum

15. Juni 2007 05:45

Lieber Freund

Wer mit einem Messer auf einen Menschen einsticht oder Gehwegplatten wirft, will verletzen oder sogar töten. Er nimmt es jedenfalls in Kauf. Die Täter müssen hart bestraft werden!“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, nach der Randale in Rostock.
Und Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) sagte in der “Frankfurter Rundschau”, es gebe keine Alternative zur Deeskalationsstrategie. „Es ist ganz schwer, gegen Gewalttäter vorzugehen, die sich hinter friedlichen Demonstranten verstecken“.

Da mag man dem Herrn Freiberg Recht und dem Herrn Stegner den Rat geben, einmal darüber nachzudenken, warum aus seiner Sicht „nur ein friedlicher Demonstrant ein guter Demonstrant“ ist.
Aber es wäre durchaus wünschens- und erstrebenswert, mit der gleichen Logik und Konsequenz auch andere Taten gegen die physische und psychische Unversehrtheit von Menschen zu ahnden und die Ursachen zu beseitigen.

Für einen Betroffenen macht es in letzter Konsequenz doch keinen Unterschied, ob er mit einem Messer erstochen oder mit einem Stapel Formulare erschlagen wird.
Im Ergebnis ist es auch gleichgültig, ob man Menschen auf der Straße ausraubt oder ihnen über Steuern und Abgaben das Geld abnimmt.
Um zu verhungern, ist es nicht notwendig, dass man sich das Essen nicht mehr leisten kann, es reicht dazu völlig aus, wenn man kein Geld mehr hat.
Und um kein Geld zu haben, muss man logischerweise auch nicht arbeiten und um dumm zu bleiben, muss man auch keine gute Schule besuchen.

Genauso genügt es nicht mehr, zur Veränderung eines aus dem Ruder gelaufenen Gesellschaftssystem nur alle paar Jahre ein Kreuz auf einem Wahlzettel zu machen, nur um genau die Personen und Institutionen im Amt zu bestätigen, für deren Bockmist man schon in der letzten Legislaturperiode heftig hat bluten müssen.

Doch „es ist ganz schwer, gegen Politiker vorzugehen, die sich hinter Gesetzen, Verordnungen und Polizisten verstecken“.
Aber, „wer mit Schikanen auf Menschen eindrischt und mit platten Gesetzen um sich wirft, will verletzten oder sogar töten. Er nimmt es jedenfalls in Kauf. Die Täter müssen hart bestraft werden“.

Quod erat demonstrandum!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Juni 2007 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

Eine Antwort zu “Quod erat demonstrandum”

  1. Bollermann meint:

    Selbst H. Geißler spricht von den Steinewerfern als Mörder. Hier müsste die Feststellung ganz einfach lauten:
    “Quo errat demonstrator!” (Worin sich der Beweisende irrt!)
    Ein Mörder ist schließlich jemand, der einen anderen Menschen ums Leben brachte. Doch welcher Polizist wurde in Heiligendamm ums Leben gebracht ? Ist es nicht vielmehr so, dass selbst der dickste Stein nicht in der Lage ist die Kampfhelme der Polizisten, die gepolsterten Arm- und Beinschützer oder gar die Plexiglasschilde zu durchschlagen ?

    Wie kann man also anbetracht der Fakten von Mördern sprechen ?

    Nur zur Klarstellung: ich will nicht Steinewerfer irgendwie in Schutz nehmen, doch sollten besonders die Deutschen mit falschen Behauptungen wie “Mördern” sehr vorsichtig umgehen.

    Wo in unserer leidvollen Geschichte die Mörder saßen und ungehindert ihr Unwesen treiben konnten, muss nicht besonders erwähnt werden.

    Politiker, die einen derartigen Nonsense wie Heiligendamm veranstalten und dafür die Steuerzahler um ihr sauer verdientes Geld in hundfertfacher Millionenhöhe prellen, gehören in den Knast. Basta !

    Darüber sind sich die feinen Herrschaften prinzipiell auch klar. Was ist also das tatsächliche Anliegen einer derartigen Veranstaltung ? Richtig ! Da wird der Vorwand dafür geliefert nun elementare Veränderungen im demokratischen Gefüge des Landes einzuleiten.

    Ich sah z. B. Fernsehbilder wo die Ordner der friedlichen Demonstration verdeckte Ermittler der Polizei in ziviler Kleidung ergriffen und abführten, weil diese versuchten durch Steinwürfe eine Kettenreaktion auszulösen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)