Geburtenstatistik

31. Juli 2007 05:45

Lieber Freund

Auf welch „bescheidenem“ Niveau die endlosen Diskussionen um das „Wenn und Aber“ zur gesellschaftlichen Normalisierung unseres Landes vor sich hin darbt, lässt sich bestens am Beispiel der Mär vom Aussterben der Deutschen aufzeigen. Die einen nennen es Überalterung, die anderen Unterjüngung und beide Gruppierungen tun gerade so als wäre gerade der letzte Deutsche auf dem Weg zum Elefantenfriedhof. Dabei geht es gar nicht um den Fortbestand der „Deutschen“, sondern „nur“ um die weitere Finanzierung der als Schneeballsystem konzipierten Sozialsysteme, denen aus politischen Gründen, natürlich zu Lasten der „Zahler“, in den letzten Jahren immer mehr „Empfänger“ zugeführt wurden.

Darum hat ja auch die Bundesgebärmutter von der Leyen (verdächtig ruhig um diese Person in den letzten Wochen, vielleicht selbst erneut schwanger um mit gutem Beispiel voranzugehen?), im letzten Jahr mit soviel Gedöns um das neue Elterngeld, im Volksmund auch „Natursprungprämie“ genannt, gekämpft und gerungen.

Und jetzt meldet das Statistische Bundesamt aus Wiesbaden, dass das, im Falle einer Geburt, seit Anfang des Jahres 2007 für noch berufstätige Arbeitnehmer ausgezahlte Elterngeld nur zu einem Anstieg der Geburtenrate um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt habe.
Die Financial Times Deutschland (FTD) übertitelt diese demographische Katastrophenmeldung mit „Trotz neuer Förderung steigt die Zahl der Geburten nur leicht“ und wenn der Leser im ersten Moment noch glauben mag, dass das scherzhaft-ironisch gemeint sein muss, dann belehrt ihn der weitere Artikel eines besseren: „Die Zahlen der Statistiker beenden Spekulationen, die seit Anfang des Jahres ausgezahlte neue Unterstützung für Eltern habe unmittelbar zu einem deutlichen Anstieg der Geburten geführt.

Nun kann man von Journalisten, die sich meist mit den Zyklen der Wirtschaft und dem Auf und Ab an den Börsen beschäftigen, ja nicht unbedingt erwarten, dass sie sich mit den weiblichen Zyklen und dem Auf und Ab in bundesdeutschen Betten auskennen. Und wer außerdem auch noch ständig über die Halbgaren und Abgekochten in Politik und Wirtschaft berichtet, kann sich sicher auch nicht mehr vorstellen, dass es noch Dinge gibt die in fertigem Zustand Hand und Fuß haben und deren Erschaffung von der Idee bis zur Realisierung mindestens neun Monate dauert.

Von einer siebenfachen Mutter hätte man aber erwarten können, dass sie sich zumindest noch an die Abfolge und zeitliche Relation zwischen Zeugungsakt und Geburtsvorgang erinnern kann. So aber kommentiert laut FTD die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) den im ersten Quartal 2007 ausgebliebenen Baby-Boom wie folgt: „Wenn damit nun der jahrelange Geburtenrückgang gestoppt ist, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Da hat sie wohl recht, die Bundesgebärmutter.
Vor allem aber müsste es jedoch den gebärwilligen Menschen per Gesetz ermöglicht werden, die Zeit zwischen Befruchtung und Geburt an die Dynamik der Regierungspolitik und die Bedarfsgeschwindigkeit der Reformen anzupassen.
Das würde sich sicher auch kurzfristiger in der Statistik niederschlagen.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. Juli 2007 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Geburtenstatistik”

  1. JFK meint:

    Ja ja es ist schon schwer. Man(n) pardon Frau muß sich heute schon einiges einfallen lassen um das restliche Volk davon zu überzeugen wie wichtig doch die Frage des Nachwuchses ist. Vielleicht sollte sich unsere Gebärmutter der Nation sich mit unserem Bundesschäuble zusammen tun. Der ist ja eh gerade dabei jeden Bundesdeutschen PC anzuzapfen. Mit einem neuen Button der auf jede Taskleiste eines Bundesdeutschen PC eingespeist wird können doch die jenigen die bereit sind sich zur richtigen Zeit mit einem grünen Button für: Ja wir sind jetzt bereit für ein Auf und Ab ääääh ich meine ja wir wollen jetzt Kinder damit wir uns in Zukunft nichts mehr leisten können oder Rot für nein damit wir auch in Zukunft noch kraftvoll zubeisen können. Heißt soviel wie: Nein wir spielen nicht mehr die Bank für euch und wir geben unser Geld jetzt selber aus dann haben wir auch was davon. Nach uns die Sinflut. Wird unserem Bundesschäuble doch bestimmt ganz gut gefallen, oder? Kurz und knapp wie die Dynamik unserer Regierung…………………….

  2. otti meint:

    Gebärmütterliche Ergüsse geistiger Unzucht?

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Geburtenstatistik

31. Juli 2007 05:45

Lieber Freund

Auf welch „bescheidenem“ Niveau die endlosen Diskussionen um das „Wenn und Aber“ zur gesellschaftlichen Normalisierung unseres Landes vor sich hin darbt, lässt sich bestens am Beispiel der Mär vom Aussterben der Deutschen aufzeigen. Die einen nennen es Überalterung, die anderen Unterjüngung und beide Gruppierungen tun gerade so als wäre gerade der letzte Deutsche auf dem Weg zum Elefantenfriedhof. Dabei geht es gar nicht um den Fortbestand der „Deutschen“, sondern „nur“ um die weitere Finanzierung der als Schneeballsystem konzipierten Sozialsysteme, denen aus politischen Gründen, natürlich zu Lasten der „Zahler“, in den letzten Jahren immer mehr „Empfänger“ zugeführt wurden.

Darum hat ja auch die Bundesgebärmutter von der Leyen (verdächtig ruhig um diese Person in den letzten Wochen, vielleicht selbst erneut schwanger um mit gutem Beispiel voranzugehen?), im letzten Jahr mit soviel Gedöns um das neue Elterngeld, im Volksmund auch „Natursprungprämie“ genannt, gekämpft und gerungen.

Und jetzt meldet das Statistische Bundesamt aus Wiesbaden, dass das, im Falle einer Geburt, seit Anfang des Jahres 2007 für noch berufstätige Arbeitnehmer ausgezahlte Elterngeld nur zu einem Anstieg der Geburtenrate um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geführt habe.
Die Financial Times Deutschland (FTD) übertitelt diese demographische Katastrophenmeldung mit „Trotz neuer Förderung steigt die Zahl der Geburten nur leicht“ und wenn der Leser im ersten Moment noch glauben mag, dass das scherzhaft-ironisch gemeint sein muss, dann belehrt ihn der weitere Artikel eines besseren: „Die Zahlen der Statistiker beenden Spekulationen, die seit Anfang des Jahres ausgezahlte neue Unterstützung für Eltern habe unmittelbar zu einem deutlichen Anstieg der Geburten geführt.

Nun kann man von Journalisten, die sich meist mit den Zyklen der Wirtschaft und dem Auf und Ab an den Börsen beschäftigen, ja nicht unbedingt erwarten, dass sie sich mit den weiblichen Zyklen und dem Auf und Ab in bundesdeutschen Betten auskennen. Und wer außerdem auch noch ständig über die Halbgaren und Abgekochten in Politik und Wirtschaft berichtet, kann sich sicher auch nicht mehr vorstellen, dass es noch Dinge gibt die in fertigem Zustand Hand und Fuß haben und deren Erschaffung von der Idee bis zur Realisierung mindestens neun Monate dauert.

Von einer siebenfachen Mutter hätte man aber erwarten können, dass sie sich zumindest noch an die Abfolge und zeitliche Relation zwischen Zeugungsakt und Geburtsvorgang erinnern kann. So aber kommentiert laut FTD die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) den im ersten Quartal 2007 ausgebliebenen Baby-Boom wie folgt: „Wenn damit nun der jahrelange Geburtenrückgang gestoppt ist, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Da hat sie wohl recht, die Bundesgebärmutter.
Vor allem aber müsste es jedoch den gebärwilligen Menschen per Gesetz ermöglicht werden, die Zeit zwischen Befruchtung und Geburt an die Dynamik der Regierungspolitik und die Bedarfsgeschwindigkeit der Reformen anzupassen.
Das würde sich sicher auch kurzfristiger in der Statistik niederschlagen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. Juli 2007 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Geburtenstatistik”

  1. JFK meint:

    Ja ja es ist schon schwer. Man(n) pardon Frau muß sich heute schon einiges einfallen lassen um das restliche Volk davon zu überzeugen wie wichtig doch die Frage des Nachwuchses ist. Vielleicht sollte sich unsere Gebärmutter der Nation sich mit unserem Bundesschäuble zusammen tun. Der ist ja eh gerade dabei jeden Bundesdeutschen PC anzuzapfen. Mit einem neuen Button der auf jede Taskleiste eines Bundesdeutschen PC eingespeist wird können doch die jenigen die bereit sind sich zur richtigen Zeit mit einem grünen Button für: Ja wir sind jetzt bereit für ein Auf und Ab ääääh ich meine ja wir wollen jetzt Kinder damit wir uns in Zukunft nichts mehr leisten können oder Rot für nein damit wir auch in Zukunft noch kraftvoll zubeisen können. Heißt soviel wie: Nein wir spielen nicht mehr die Bank für euch und wir geben unser Geld jetzt selber aus dann haben wir auch was davon. Nach uns die Sinflut. Wird unserem Bundesschäuble doch bestimmt ganz gut gefallen, oder? Kurz und knapp wie die Dynamik unserer Regierung…………………….

  2. otti meint:

    Gebärmütterliche Ergüsse geistiger Unzucht?

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