Mitnahmeeffekt

13. August 2007 05:45

Lieber Freund

Mitnahmeeffekte sind bekannt, werden gerne praktiziert und sind daher weit verbreitet, da sie dem Mitnehmenden meist einen (finanziellen) Vorteil bieten.

Über eine ganz andere Art von Mitnahme habe ich dieser Tage in einem Internetforum gelesen, das sich die Interessenvertretung armer, kranker und sozial schwacher Menschen in unserem Land auf die Fahne geschrieben hat.
In einem der vielen Beiträge ging es um den Freitod von Detlef Rochner, der sich am 16. Juli 2007 vom Balkon seiner im zehnten Stock liegenden Wohnung in den Tiefe gestürzt hatte. Rochner hatte sich durch seinen jahrelangen Kampf um die Lebensbedingungen seiner Familie und die Situation armer Menschen in unserer Gesellschaft als „Kampfrentner Detti“ einen Namen gemacht.
Seinen Entschluss mit 47 Jahren in den Tod zu gehen hatte er in einem Brief auf seiner Webseite „www.haertefallfamilie.de“ damit begründet, „dass man als Kranker oder Behinderter in unserem Staat, gerade unter Hartz IV, kein würdiges Leben führen kann. Daher habe ich mich entschlossen, meinem Leben ein Ende zu bereiten.

Unter den vielen Kommentaren im Forum, die sich teils entsetzt, traurig aber auch wütend zum Tod von Detlef Rochner äußerten, jedoch mehr oder weniger unisono zu dem Schluss kamen, dass sich dadurch nichts in diesem Lande ändern wird, ist mir ein Beitrag besonders aufgefallen: „Es ist traurig, dass Menschen wegen Hartz 4 in den Freitod gehen. Doch wenn man sich dazu entschließt, dann sollte man auch einen Politiker mit in den Tod nehmen.“

Und das wäre doch nun mal eine ganz besondere Art von Mitnahmeeffekt, der in seiner Nachhaltigkeit sicher nicht ohne Wirkung bleiben würde.

Wie viele Abgeordnete hat noch mal der Deutsche Bundestag?

Gutschein für einen Freiflug

Schicken wir doch jedem mal einen Gutschein für einen Tandemsprung a la „Möllemann“.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. August 2007 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “Mitnahmeeffekt”

  1. bigbang meint:

    Soeben hat Frank-Jürgen Weise, seines Zeychens Vollstrecker der “Nürnberger Gesetze” vom großen Erfolg von Hartz IV geblubbert. Klar, wenn sich alle Bezugsberechtigten in Eigeninitiative davonmachen und so Zahlungen eingestellt werden können - da stimmt das Ergebnis. Auch so ein Mitnahmeeffekt.

    Was die Mitnahme von Mitgliedern der regierenden Kaste bei der letzten Reise angeht: Effektiv sein! Von den Taliban lernen!

  2. mitdenker meint:

    Tolle Idee - Mitnahmeeffekt. Aber von den Taliban lernen? Da bin ich doch skeptisch. So wie in Irland (Protestanten gegen Katholiken)? Oder in Indien / Pakistan? Oder wie die noch glimmende Glut Ossis / Wessis? Auf gut deutsch - Bürgerkrieg. Wer wird da wohl Sieger bleiben? Genau. Das und genau das ist doch teilweise gewollt. Und genau das sollte nicht geschehen. Wenn schon, dann echte Patenschaftsverträge mit den paar tausend Vertretenen aus Bund und Ländern. Ich nehme Körting, Knake-Werner und Sarazzin freiwillig. Kennt ihr nicht? Ich schon…

  3. otti meint:

    Richtig ist, dass die Schwachen in unserem Land durch die Sozialgesetzgebung massiv schikaniert und gegängelt werden, dass ihnen vom Gesetzgeber, der Politikerkaste (ganz unten), brutalste seelische Gewalt (Parasiten) angetan wird.
    Die vom neoliberalen Terrorsystem ausgespuckten (freigesetzten) Menschen sollen dem kapitalistischen System und seinem größten Götzen, der Rendite, nicht zur Last fallen oder Profite schmälern.
    Was die Mitnahme von Politikern anbelangt, so würde ich mich, als Mensch, mit diesen Leuten nie gemein machen.
    Das verbietet mir meine Menschenwürde.

  4. JFK meint:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar! Wo bitte bleibt da der Zusammenhalt den dieses Land einmal hatte???? Haaaallllllloooo keiner zu Hause????
    Vom Volk und für das Volk gewählt und wird durch dieses bezahlt und nicht anders. Oder hab ich da eventuell etwas verpasst? Wann beginnen wir uns nicht mehr darüber zu ärgern das der Nachbar ein größeres Auto fährt als man selbst oder in wie vielen Raten finaziere ich meinen nächsten Urlaub oder welche unnötige Hardware kaufe ich mir heute aus langer Weile bei “ich bin doch nicht blöd”! Schaut lieber endlich den Leuten da oben auf die Finger was die mit eurer gewählten Stimme anfangen und zeigt denen das Ihr ein gebildetes Volk seid. Wir sind das Volk! Ohne uns läuft dieser Aparat nicht und ohne uns gibt es keine fetten Dienstkarossen mehr und kein Leben in Saus und Braus mehr. Dafür benötigt man doch keine Anleitung…..Einer für alle und alle für einen!

  5. Machopan meint:

    Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn jemand seine letzte Reise nicht unbedingt zusammen mit so einem Haufen schlechtem Humanmaterial antreten möchte.
    Aber vorausschicken könnte man ihn doch, so als Spähtrupp oder Himmelsfahrtskommando.

  6. cassiOpeia meint:

    Bin voll dafür! Wenn die mich so in Verzweiflung treiben, dass ich das Jammertal freiwillig vorzeitig verlassen wollte, würde ich meinem Abflug auch wenigstens noch einen Sinn geben wollen - und hoffen, dass ihnen das hämische Grinsen im Gesicht gefriert.
    Leider ist meistens zum Zeitpunkt des Entschlusses gerade keiner greifbar, dem man die höfliche Einladung zum Mit-Freiflug aufdrängen könnte ….

  7. Pathologe meint:

    Herr Mchopan, das mit dem Vorausschicken ist schon nicht schlecht, Jungfrauen fallen da wohl keine ab, wenn er ankommt. Aber Himmelfahrtskommando? Ist es nicht ein anderes Ziel, das den Vorausgeschickten erwartet? Ein Ziel, das in Sachen Klimaerwärmung mit gutem Beispiel vorangeht?

  8. Fred Sky meint:

    Der Mitnahmeeffekt besteht aus Mitnahme und Effekt. Wenn nur 6 Prozent der jählich ca. 10-tausend Suizidopfer einen ungeliebten Zeitgenossen “mitnehmen” würden, wäre nach einem Jahr der Bundestag leer, wenige Jahre später hätten wir einen Mangel an Politikern, sicherlich schon früher, da sie freiwillig abtauchen, im Gegensatz zum Barschel. Da man aber nicht weiß, wie lange so eine Reise ins Jenseits dauert, ist es vielleicht doch nicht gut, sich mit so einer Pfeife als Mitreisenden zu belasten. Bleibt die Zeit gar stehen, hat man den ewig am Halse, ein negativer Effekt. Auch ist der Mitnahmeeffekt unterschiedlich zu bewerten, frag mal Michael, dessen Computer mitgenommen wurden. Andere wiederum werden gleich selbt mitgenommen, bevor es zum o.g. Mitnahmeeffekt kommen kann. Dann doch lieber Jungfrauen als Politiker, aber gut kochen sollten sie können.
    MfG

  9. Machopan meint:

    Es ist nicht nur sprachlich ein Unterschied, ob man “durch die Hölle geht” oder “zur Hölle fährt”.
    Ich denke alle “Fußgänger” in diesem Lande gönnen unseren Politikern von ganzem Herzen den “Mobilitätsvorsprung”.
    Und zu den “Jungfrauen” sei aus eigener Erfahrung anzumerken, dass diese meist ein äußerst geringes Haltbarkeitsdatum aufweisen, während “Kochkunst” mit zunehmenden Alter an Reife gewinnt.

    Auch besteht wohl weitgehendst Einigkeit darüber, dass Politikern sowohl die Eigenschaft der Jungfräulichkeit als auch die Kochkunst nicht nur vollkommen abgeht, sondern auch noch völlig am Arsch vorbei geht.

  10. otti meint:

    @ 5
    Politisches Himmelfahrtskommando? Haben die überhaupt das notwendige Pflichtgefühl und melden sich nicht vorher krank?

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Mitnahmeeffekt

13. August 2007 05:45

Lieber Freund

Mitnahmeeffekte sind bekannt, werden gerne praktiziert und sind daher weit verbreitet, da sie dem Mitnehmenden meist einen (finanziellen) Vorteil bieten.

Über eine ganz andere Art von Mitnahme habe ich dieser Tage in einem Internetforum gelesen, das sich die Interessenvertretung armer, kranker und sozial schwacher Menschen in unserem Land auf die Fahne geschrieben hat.
In einem der vielen Beiträge ging es um den Freitod von Detlef Rochner, der sich am 16. Juli 2007 vom Balkon seiner im zehnten Stock liegenden Wohnung in den Tiefe gestürzt hatte. Rochner hatte sich durch seinen jahrelangen Kampf um die Lebensbedingungen seiner Familie und die Situation armer Menschen in unserer Gesellschaft als „Kampfrentner Detti“ einen Namen gemacht.
Seinen Entschluss mit 47 Jahren in den Tod zu gehen hatte er in einem Brief auf seiner Webseite „www.haertefallfamilie.de“ damit begründet, „dass man als Kranker oder Behinderter in unserem Staat, gerade unter Hartz IV, kein würdiges Leben führen kann. Daher habe ich mich entschlossen, meinem Leben ein Ende zu bereiten.

Unter den vielen Kommentaren im Forum, die sich teils entsetzt, traurig aber auch wütend zum Tod von Detlef Rochner äußerten, jedoch mehr oder weniger unisono zu dem Schluss kamen, dass sich dadurch nichts in diesem Lande ändern wird, ist mir ein Beitrag besonders aufgefallen: „Es ist traurig, dass Menschen wegen Hartz 4 in den Freitod gehen. Doch wenn man sich dazu entschließt, dann sollte man auch einen Politiker mit in den Tod nehmen.“

Und das wäre doch nun mal eine ganz besondere Art von Mitnahmeeffekt, der in seiner Nachhaltigkeit sicher nicht ohne Wirkung bleiben würde.

Wie viele Abgeordnete hat noch mal der Deutsche Bundestag?

Gutschein für einen Freiflug

Schicken wir doch jedem mal einen Gutschein für einen Tandemsprung a la „Möllemann“.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. August 2007 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “Mitnahmeeffekt”

  1. bigbang meint:

    Soeben hat Frank-Jürgen Weise, seines Zeychens Vollstrecker der “Nürnberger Gesetze” vom großen Erfolg von Hartz IV geblubbert. Klar, wenn sich alle Bezugsberechtigten in Eigeninitiative davonmachen und so Zahlungen eingestellt werden können - da stimmt das Ergebnis. Auch so ein Mitnahmeeffekt.

    Was die Mitnahme von Mitgliedern der regierenden Kaste bei der letzten Reise angeht: Effektiv sein! Von den Taliban lernen!

  2. mitdenker meint:

    Tolle Idee - Mitnahmeeffekt. Aber von den Taliban lernen? Da bin ich doch skeptisch. So wie in Irland (Protestanten gegen Katholiken)? Oder in Indien / Pakistan? Oder wie die noch glimmende Glut Ossis / Wessis? Auf gut deutsch - Bürgerkrieg. Wer wird da wohl Sieger bleiben? Genau. Das und genau das ist doch teilweise gewollt. Und genau das sollte nicht geschehen. Wenn schon, dann echte Patenschaftsverträge mit den paar tausend Vertretenen aus Bund und Ländern. Ich nehme Körting, Knake-Werner und Sarazzin freiwillig. Kennt ihr nicht? Ich schon…

  3. otti meint:

    Richtig ist, dass die Schwachen in unserem Land durch die Sozialgesetzgebung massiv schikaniert und gegängelt werden, dass ihnen vom Gesetzgeber, der Politikerkaste (ganz unten), brutalste seelische Gewalt (Parasiten) angetan wird.
    Die vom neoliberalen Terrorsystem ausgespuckten (freigesetzten) Menschen sollen dem kapitalistischen System und seinem größten Götzen, der Rendite, nicht zur Last fallen oder Profite schmälern.
    Was die Mitnahme von Politikern anbelangt, so würde ich mich, als Mensch, mit diesen Leuten nie gemein machen.
    Das verbietet mir meine Menschenwürde.

  4. JFK meint:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar! Wo bitte bleibt da der Zusammenhalt den dieses Land einmal hatte???? Haaaallllllloooo keiner zu Hause????
    Vom Volk und für das Volk gewählt und wird durch dieses bezahlt und nicht anders. Oder hab ich da eventuell etwas verpasst? Wann beginnen wir uns nicht mehr darüber zu ärgern das der Nachbar ein größeres Auto fährt als man selbst oder in wie vielen Raten finaziere ich meinen nächsten Urlaub oder welche unnötige Hardware kaufe ich mir heute aus langer Weile bei “ich bin doch nicht blöd”! Schaut lieber endlich den Leuten da oben auf die Finger was die mit eurer gewählten Stimme anfangen und zeigt denen das Ihr ein gebildetes Volk seid. Wir sind das Volk! Ohne uns läuft dieser Aparat nicht und ohne uns gibt es keine fetten Dienstkarossen mehr und kein Leben in Saus und Braus mehr. Dafür benötigt man doch keine Anleitung…..Einer für alle und alle für einen!

  5. Machopan meint:

    Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn jemand seine letzte Reise nicht unbedingt zusammen mit so einem Haufen schlechtem Humanmaterial antreten möchte.
    Aber vorausschicken könnte man ihn doch, so als Spähtrupp oder Himmelsfahrtskommando.

  6. cassiOpeia meint:

    Bin voll dafür! Wenn die mich so in Verzweiflung treiben, dass ich das Jammertal freiwillig vorzeitig verlassen wollte, würde ich meinem Abflug auch wenigstens noch einen Sinn geben wollen - und hoffen, dass ihnen das hämische Grinsen im Gesicht gefriert.
    Leider ist meistens zum Zeitpunkt des Entschlusses gerade keiner greifbar, dem man die höfliche Einladung zum Mit-Freiflug aufdrängen könnte ….

  7. Pathologe meint:

    Herr Mchopan, das mit dem Vorausschicken ist schon nicht schlecht, Jungfrauen fallen da wohl keine ab, wenn er ankommt. Aber Himmelfahrtskommando? Ist es nicht ein anderes Ziel, das den Vorausgeschickten erwartet? Ein Ziel, das in Sachen Klimaerwärmung mit gutem Beispiel vorangeht?

  8. Fred Sky meint:

    Der Mitnahmeeffekt besteht aus Mitnahme und Effekt. Wenn nur 6 Prozent der jählich ca. 10-tausend Suizidopfer einen ungeliebten Zeitgenossen “mitnehmen” würden, wäre nach einem Jahr der Bundestag leer, wenige Jahre später hätten wir einen Mangel an Politikern, sicherlich schon früher, da sie freiwillig abtauchen, im Gegensatz zum Barschel. Da man aber nicht weiß, wie lange so eine Reise ins Jenseits dauert, ist es vielleicht doch nicht gut, sich mit so einer Pfeife als Mitreisenden zu belasten. Bleibt die Zeit gar stehen, hat man den ewig am Halse, ein negativer Effekt. Auch ist der Mitnahmeeffekt unterschiedlich zu bewerten, frag mal Michael, dessen Computer mitgenommen wurden. Andere wiederum werden gleich selbt mitgenommen, bevor es zum o.g. Mitnahmeeffekt kommen kann. Dann doch lieber Jungfrauen als Politiker, aber gut kochen sollten sie können.
    MfG

  9. Machopan meint:

    Es ist nicht nur sprachlich ein Unterschied, ob man “durch die Hölle geht” oder “zur Hölle fährt”.
    Ich denke alle “Fußgänger” in diesem Lande gönnen unseren Politikern von ganzem Herzen den “Mobilitätsvorsprung”.
    Und zu den “Jungfrauen” sei aus eigener Erfahrung anzumerken, dass diese meist ein äußerst geringes Haltbarkeitsdatum aufweisen, während “Kochkunst” mit zunehmenden Alter an Reife gewinnt.

    Auch besteht wohl weitgehendst Einigkeit darüber, dass Politikern sowohl die Eigenschaft der Jungfräulichkeit als auch die Kochkunst nicht nur vollkommen abgeht, sondern auch noch völlig am Arsch vorbei geht.

  10. otti meint:

    @ 5
    Politisches Himmelfahrtskommando? Haben die überhaupt das notwendige Pflichtgefühl und melden sich nicht vorher krank?

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