Spitzenpolitiker

18. Mai 2006 05:45

«Spitzenpolitiker von CDU/CSU und SPD haben die Bundesregierung zu einer Generalüberholung der „Hartz“-Reformen aufgefordert.»

Dieser Satz sticht dem Leser bei Spiegel-Online ausgerechnet am Tag der Mutter ins Auge. Dennoch keimt gute Hoffnung auf, dass den Zeugungsbeteiligten dieses Retorten-Reform-Babys endlich die Erkenntnis geschenkt wurde, welche Fehlgeburt sie da das Zwielicht der Republik erblicken ließen.
Hat doch der Leser bis heute nicht vergessen (wollen und können) wer denn dieser Ausgeburt aus verharzten Hirnen und Lenden zum Leben verholfen hat.
Waren nicht eben diese Spitzen der Politik damals die vehementesten Streiter und Verfechter dieser „Eier legenden Wollmilchsau in der reitbaren Version“ zur Reformierung des Arbeitsmarktes und Schaffung sozialer Gerechtigkeit, damit jeder das Recht habe in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden.

«Die Hartz- IV-Gesetzgebung ist ein von Rot-Grün zusammengeschustertes Flickwerk, das grundlegend korrigiert werden muss» sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) der “Bild am Sonntag” und vergaß dabei zu erwähnen, dass sich Rot-Schwarz bisher auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, denn außer Steuererhöhungen ist denen auch noch nix eingefallen.

Der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) forderte ebenfalls tiefgreifende Korrekturen und sagte: «Wir brauchen eine Neuregelung, die Langzeitarbeitslosen einen besseren Neustart auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht und die staatlichen Transferleistungen zielgerichteter einsetzt. Das Grundanliegen von “Hartz IV” sei nicht erreicht worden.»
Wenn dieses Grundanliegen jemals die Senkung der Arbeitslosenzahlen gewesen sein sollte, dann wird als letztes Mittel zur Zielerreichung wohl nur noch deren Notschlachtung verbleiben.

Das mit Abstand größte Brett vor dem Kopf aber muss der SPD-Spitzenpolitiker und Mitglied des Bundesvorstandes der SPD, Ottmar Schreiner haben, denn er «sprach sich für die Abschaffung der Hartz-Gesetze und eine schnellstmögliche Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik aus
Laut Schreiner, auch Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, ist die Zahl der Arbeitslosen statt von von vier auf zwei Millionen halbiert zu werden auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Das zeige, wie wenig die Hartz-Instrumente taugten.»

Der Nagel zur Befestigung des Bretts hat den Spitzenpolitiker Schreiner offensichtlich nicht nur heftig am Kopf getroffen, sondern auch sein Erinnerungsvermögen nachhaltig geschädigt. Denn 5 Millionen Arbeitslose haben wir ja nicht erst seit das Angela die Neujahransprachen vorliest.

Es ist echt Spitze, wie die Spitzenpolitiker die Ergebnisse ihrer Spitzenpolitik an der Spitze eines Eisbergs ablesen.
Das zeigt, dass für diese Republik immer noch kein Land in Sicht ist, nur Drehrichtung und Eintauchtiefe des Packeises hat sich geändert.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Mai 2006 um 05:45:31 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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18. Mai 2006 05:45

«Spitzenpolitiker von CDU/CSU und SPD haben die Bundesregierung zu einer Generalüberholung der „Hartz“-Reformen aufgefordert.»

Dieser Satz sticht dem Leser bei Spiegel-Online ausgerechnet am Tag der Mutter ins Auge. Dennoch keimt gute Hoffnung auf, dass den Zeugungsbeteiligten dieses Retorten-Reform-Babys endlich die Erkenntnis geschenkt wurde, welche Fehlgeburt sie da das Zwielicht der Republik erblicken ließen.
Hat doch der Leser bis heute nicht vergessen (wollen und können) wer denn dieser Ausgeburt aus verharzten Hirnen und Lenden zum Leben verholfen hat.
Waren nicht eben diese Spitzen der Politik damals die vehementesten Streiter und Verfechter dieser „Eier legenden Wollmilchsau in der reitbaren Version“ zur Reformierung des Arbeitsmarktes und Schaffung sozialer Gerechtigkeit, damit jeder das Recht habe in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden.

«Die Hartz- IV-Gesetzgebung ist ein von Rot-Grün zusammengeschustertes Flickwerk, das grundlegend korrigiert werden muss» sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) der “Bild am Sonntag” und vergaß dabei zu erwähnen, dass sich Rot-Schwarz bisher auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, denn außer Steuererhöhungen ist denen auch noch nix eingefallen.

Der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) forderte ebenfalls tiefgreifende Korrekturen und sagte: «Wir brauchen eine Neuregelung, die Langzeitarbeitslosen einen besseren Neustart auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht und die staatlichen Transferleistungen zielgerichteter einsetzt. Das Grundanliegen von “Hartz IV” sei nicht erreicht worden.»
Wenn dieses Grundanliegen jemals die Senkung der Arbeitslosenzahlen gewesen sein sollte, dann wird als letztes Mittel zur Zielerreichung wohl nur noch deren Notschlachtung verbleiben.

Das mit Abstand größte Brett vor dem Kopf aber muss der SPD-Spitzenpolitiker und Mitglied des Bundesvorstandes der SPD, Ottmar Schreiner haben, denn er «sprach sich für die Abschaffung der Hartz-Gesetze und eine schnellstmögliche Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik aus
Laut Schreiner, auch Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, ist die Zahl der Arbeitslosen statt von von vier auf zwei Millionen halbiert zu werden auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Das zeige, wie wenig die Hartz-Instrumente taugten.»

Der Nagel zur Befestigung des Bretts hat den Spitzenpolitiker Schreiner offensichtlich nicht nur heftig am Kopf getroffen, sondern auch sein Erinnerungsvermögen nachhaltig geschädigt. Denn 5 Millionen Arbeitslose haben wir ja nicht erst seit das Angela die Neujahransprachen vorliest.

Es ist echt Spitze, wie die Spitzenpolitiker die Ergebnisse ihrer Spitzenpolitik an der Spitze eines Eisbergs ablesen.
Das zeigt, dass für diese Republik immer noch kein Land in Sicht ist, nur Drehrichtung und Eintauchtiefe des Packeises hat sich geändert.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Mai 2006 um 05:45:31 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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