Saisonale Effekte

15. August 2007 05:45

Lieber Freund

„Saisonale Effekte lassen die Arbeitslosenzahlen ansteigen“ meldet die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der an die vierteljährlichen geschönten Meldungen der BA gewöhnte Langzeitarbeitslose muss sich das ungefähr so vorstellen, wie das vermehrte Auftreten von Weihnachtsmännern um den 6. Dezember herum.

„Saisonal“ bedingt ist zum Beispiel auch die Häufung von Osterhasen während der Feiertage zur Auferstehung von Jesus Christus.
„Mein Gott“, wird sich da auch mancher Ungläubige sagen, „das ist doch jedes Jahr wieder das Gleiche“ und recht hat er, denn neben den saisonalen Effekten gibt ja auch noch die temperatur- bzw. witterungsabhängigen Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen, wobei man darauf achten muss, dass der Begriff der „Arbeitslosenzahlen“ nichts, aber auch überhaupt nichts mit der Bezahlung von Arbeitslosen zu tun hat.
Dem Arbeitsmarktexperten ist ja auch eigentlich egal, wie viel Menschen ohne Arbeit sind, denn der Experte darf sich von solchen Kleinigkeiten nicht von den wichtigen Indikatoren ablenken lassen, die da sind: „Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, Zahl der offenen Stellen und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot“.
Und diese haben sich im letzten Quartal positiv entwickelt, sagte der Vorstandschef der BA, Frank-Jürgen Weise und dies spiegle die günstige konjunkturelle Lage wider, denn „die
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt im Mai mit 26,86 Millionen um 561 000 über dem Vorjahreswert. Mitte Juli waren bei den Agenturen für Arbeit 650 000 offene Stellen gemeldet. Das waren 22 000 mehr als vor einem Jahr. In Westdeutschland waren im Juli 2 450 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 23 000 mehr als im Juni, aber 510 000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland gab es im Juli 1 265 000 Arbeitslose. Das waren 5000 mehr als im Vormonat und 161 000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 7,3 Prozent, im Osten bei 14,7. Saisonbereinigt ist also die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Juli um 45 000 auf 3,769 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 26 000 ab, im Osten um 19 000.

Konnten Sie sich das jetzt merken?
Wenn nicht, dann macht das auch nix, denn die Arbeitsmarktexperten betonen, dass der rückläufige Trend stabil sei und außerdem gibt es ja bald wieder neue Zahlen von der BA mit neuen saisonalen Effekten.
Ich erinnere an den 6. Dezember.

Ach übrigens, fast hätte ich es vergessen - „Butter wird wieder teurer“ meldet der Verband der Milchwirtschaft (MVI) und der Deutsche Bauernverband weist darauf hin, dass Butter damit aber immer noch billiger ist als vor 25 Jahren.
Um dieses billige Argument entkräften zu können, müsste man jetzt eigentlich nur noch wissen wie viel Subventionen in der deutschen Landwirtschaft in den letzten 25 Jahren verbuttert wurden.
Wobei man natürlich den Einfluss der saisonalen Effekte weder vernachlässigen noch unterschätzen sollte.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. August 2007 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Saisonale Effekte

15. August 2007 05:45

Lieber Freund

„Saisonale Effekte lassen die Arbeitslosenzahlen ansteigen“ meldet die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der an die vierteljährlichen geschönten Meldungen der BA gewöhnte Langzeitarbeitslose muss sich das ungefähr so vorstellen, wie das vermehrte Auftreten von Weihnachtsmännern um den 6. Dezember herum.

„Saisonal“ bedingt ist zum Beispiel auch die Häufung von Osterhasen während der Feiertage zur Auferstehung von Jesus Christus.
„Mein Gott“, wird sich da auch mancher Ungläubige sagen, „das ist doch jedes Jahr wieder das Gleiche“ und recht hat er, denn neben den saisonalen Effekten gibt ja auch noch die temperatur- bzw. witterungsabhängigen Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen, wobei man darauf achten muss, dass der Begriff der „Arbeitslosenzahlen“ nichts, aber auch überhaupt nichts mit der Bezahlung von Arbeitslosen zu tun hat.
Dem Arbeitsmarktexperten ist ja auch eigentlich egal, wie viel Menschen ohne Arbeit sind, denn der Experte darf sich von solchen Kleinigkeiten nicht von den wichtigen Indikatoren ablenken lassen, die da sind: „Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, Zahl der offenen Stellen und ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot“.
Und diese haben sich im letzten Quartal positiv entwickelt, sagte der Vorstandschef der BA, Frank-Jürgen Weise und dies spiegle die günstige konjunkturelle Lage wider, denn „die
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt im Mai mit 26,86 Millionen um 561 000 über dem Vorjahreswert. Mitte Juli waren bei den Agenturen für Arbeit 650 000 offene Stellen gemeldet. Das waren 22 000 mehr als vor einem Jahr. In Westdeutschland waren im Juli 2 450 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 23 000 mehr als im Juni, aber 510 000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland gab es im Juli 1 265 000 Arbeitslose. Das waren 5000 mehr als im Vormonat und 161 000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 7,3 Prozent, im Osten bei 14,7. Saisonbereinigt ist also die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Juli um 45 000 auf 3,769 Millionen gesunken. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 26 000 ab, im Osten um 19 000.

Konnten Sie sich das jetzt merken?
Wenn nicht, dann macht das auch nix, denn die Arbeitsmarktexperten betonen, dass der rückläufige Trend stabil sei und außerdem gibt es ja bald wieder neue Zahlen von der BA mit neuen saisonalen Effekten.
Ich erinnere an den 6. Dezember.

Ach übrigens, fast hätte ich es vergessen - „Butter wird wieder teurer“ meldet der Verband der Milchwirtschaft (MVI) und der Deutsche Bauernverband weist darauf hin, dass Butter damit aber immer noch billiger ist als vor 25 Jahren.
Um dieses billige Argument entkräften zu können, müsste man jetzt eigentlich nur noch wissen wie viel Subventionen in der deutschen Landwirtschaft in den letzten 25 Jahren verbuttert wurden.
Wobei man natürlich den Einfluss der saisonalen Effekte weder vernachlässigen noch unterschätzen sollte.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. August 2007 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)