Und jetzt?

29. August 2004 05:45

Der Abschlusssbericht zum Desaster der Brandenburgischen Chipfabrik liegt vor und wurde im Landtag abschließend diskutiert.

Fest steht jetzt, dass

  1. der Brandenburger Landesregierung bei der Planung “gravierende Fehler” unterlaufen sind.
  2. der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe auf das Prinzip “Hoffnung” gesetzt habe
  3. das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt “erhebliche Geburtsfehler” aufgewiesen habe
  4. dem Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß “grobe Fehler” unterlaufen sind
  5. das Scheitern des Projektes auf einer “Vermischung von Wunschdenken und Lügen” beruhe
  6. etwa 100 Millionen Euro Steuergelder im Märkischen Sand verschwunden sind

Der Untersuchungsausschuss hatte im Januar 2004 mit seiner Arbeit begonnen. Seitdem trafen sich die Ausschussmitglieder zu 34 Sitzungen und vernahmen 32 Zeugen aus Politik und Wirtschaft.

Und jetzt?
Was passiert jetzt?
Die Landesregierung müsse aus den Vorgängen zur Chipfabrik lernen und künftig mehr Verantwortung wahrnehmen, forderte der CDU-Abgeordnete Thomas Lunacek. Darauf hätten die Bürger in Brandenburg einen Anspruch.

Soll das ein Witz sein?
Hatten die Bürger nicht auch schon vorher einen Anspruch auf Verantwortung von Staatsbediensteten und Politikern?
Ist das nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Mann und Frau Politiker Verantwortung bei ihrem Handeln und Tun übernehmen?
Ist das nicht eine grundlegende Voraussetzung zur Übernahme einer Leitungsfunktion?
Werden die Herren Stolpe und Fürniß sowie die anderen Wunschdenker und Lügner jetzt zur Rechenschaft gezogen?
Wurde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung von Volksvermögen erstattet?
Wurden die personalrechtlichen Konsequenzen gezogen und die Herren aus ihren Ämtern und Würden entfernt?
Müssen die Wunschdenker und Lügner den durch ihre Untaten entstandenen Schaden ersetzen?
Wurde ihnen das aktive und/oder passive Wahlrecht entzogen?
Wurden sie geteert und gefedert oder an den Pranger gestellt?
Werden sie jetzt zur Steinigung oder zum Spießrutenlaufen freigegeben?

Nein, nein, nein!
Sowas macht man nicht (mehr) in einer zivilisierten Demokratie. Das wäre wider die “politische Kultur”. Sofern man noch eine hat.

Aber dann sorgt man doch sicher dafür, dass diese Leute zukünftig keinen Schaden mehr anrichten können und hält sie von wichtigen Entscheidungen und Funktionen fern?

Auch nicht? Riiiiissiiiikoo! Wer macht denn so einen Scheiß?

Der Bundesgerd?
Wieso, was hat der mit Brandenburg zu tun?
Ach der Bundesgerd hat den Stolpe zum Minister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen ernannt?
Ob er dabei die fachliche Qualifikation und die bisherigen Leistungen des Herrn Stolpe entsprechend berücksichtigt hat?
Wer sagt, dass der Herr Stolpe beides nicht hat?
Ach Sie meinen wegen Toll Collect?
Also was hat denn ein innovatives, satellitengestütztes Mautsystem für LKW mit einer Fabrik für Microchips zu tun?
Wollen Sie jetzt etwa Äpfel mit Birnen verglichen?
Oder Tomaten mit Eiern?

Kann man mit dem Mautsystem von dem Herrn Stolpe, sofern es mal funktioniert, auch Fahrtrichtung und Zielort von Lastwagen mit Frischeiern erfassen?
Ja, dann weiß der Bundesgerd ja dann auch immer ganz genau wo er nicht hingehen darf, oder?
Ach jetzt versteh ich, was der Bundesgerd davon hat, dass der Manfred Stolpe Bundesminister ist.
Da sind auch die mit der Chipfabrik -nur mal so zum Üben- im Sand vergrabenen 100 Millionen Steuergelder sicher eine gute Investition in die Staatssicherheit.

Und wie geht’s jetzt weiter?
Was macht denn eigentlich der Herr Wolfgang Fürniß?
Was ist denn aus dem geworden?

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. August 2004 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Und jetzt?

29. August 2004 05:45

Der Abschlusssbericht zum Desaster der Brandenburgischen Chipfabrik liegt vor und wurde im Landtag abschließend diskutiert.

Fest steht jetzt, dass

  1. der Brandenburger Landesregierung bei der Planung “gravierende Fehler” unterlaufen sind.
  2. der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe auf das Prinzip “Hoffnung” gesetzt habe
  3. das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt “erhebliche Geburtsfehler” aufgewiesen habe
  4. dem Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß “grobe Fehler” unterlaufen sind
  5. das Scheitern des Projektes auf einer “Vermischung von Wunschdenken und Lügen” beruhe
  6. etwa 100 Millionen Euro Steuergelder im Märkischen Sand verschwunden sind

Der Untersuchungsausschuss hatte im Januar 2004 mit seiner Arbeit begonnen. Seitdem trafen sich die Ausschussmitglieder zu 34 Sitzungen und vernahmen 32 Zeugen aus Politik und Wirtschaft.

Und jetzt?
Was passiert jetzt?
Die Landesregierung müsse aus den Vorgängen zur Chipfabrik lernen und künftig mehr Verantwortung wahrnehmen, forderte der CDU-Abgeordnete Thomas Lunacek. Darauf hätten die Bürger in Brandenburg einen Anspruch.

Soll das ein Witz sein?
Hatten die Bürger nicht auch schon vorher einen Anspruch auf Verantwortung von Staatsbediensteten und Politikern?
Ist das nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Mann und Frau Politiker Verantwortung bei ihrem Handeln und Tun übernehmen?
Ist das nicht eine grundlegende Voraussetzung zur Übernahme einer Leitungsfunktion?
Werden die Herren Stolpe und Fürniß sowie die anderen Wunschdenker und Lügner jetzt zur Rechenschaft gezogen?
Wurde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung von Volksvermögen erstattet?
Wurden die personalrechtlichen Konsequenzen gezogen und die Herren aus ihren Ämtern und Würden entfernt?
Müssen die Wunschdenker und Lügner den durch ihre Untaten entstandenen Schaden ersetzen?
Wurde ihnen das aktive und/oder passive Wahlrecht entzogen?
Wurden sie geteert und gefedert oder an den Pranger gestellt?
Werden sie jetzt zur Steinigung oder zum Spießrutenlaufen freigegeben?

Nein, nein, nein!
Sowas macht man nicht (mehr) in einer zivilisierten Demokratie. Das wäre wider die “politische Kultur”. Sofern man noch eine hat.

Aber dann sorgt man doch sicher dafür, dass diese Leute zukünftig keinen Schaden mehr anrichten können und hält sie von wichtigen Entscheidungen und Funktionen fern?

Auch nicht? Riiiiissiiiikoo! Wer macht denn so einen Scheiß?

Der Bundesgerd?
Wieso, was hat der mit Brandenburg zu tun?
Ach der Bundesgerd hat den Stolpe zum Minister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen ernannt?
Ob er dabei die fachliche Qualifikation und die bisherigen Leistungen des Herrn Stolpe entsprechend berücksichtigt hat?
Wer sagt, dass der Herr Stolpe beides nicht hat?
Ach Sie meinen wegen Toll Collect?
Also was hat denn ein innovatives, satellitengestütztes Mautsystem für LKW mit einer Fabrik für Microchips zu tun?
Wollen Sie jetzt etwa Äpfel mit Birnen verglichen?
Oder Tomaten mit Eiern?

Kann man mit dem Mautsystem von dem Herrn Stolpe, sofern es mal funktioniert, auch Fahrtrichtung und Zielort von Lastwagen mit Frischeiern erfassen?
Ja, dann weiß der Bundesgerd ja dann auch immer ganz genau wo er nicht hingehen darf, oder?
Ach jetzt versteh ich, was der Bundesgerd davon hat, dass der Manfred Stolpe Bundesminister ist.
Da sind auch die mit der Chipfabrik -nur mal so zum Üben- im Sand vergrabenen 100 Millionen Steuergelder sicher eine gute Investition in die Staatssicherheit.

Und wie geht’s jetzt weiter?
Was macht denn eigentlich der Herr Wolfgang Fürniß?
Was ist denn aus dem geworden?

Copyright (c) Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. August 2004 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)