Sprücheklopfer

23. August 2007 05:45

Lieber Freund

Zur Halbzeit der GroKo wird bei der SPD wieder großer Wert darauf gelegt, dass es sich bei dieser Partei um eine „soziale“ Partei mit eigenem Profil handelt, die in den letzten Jahren Großes für dieses Land geleistet hat.
Dazu gehört natürlich auch, dass man sich zunehmend von seinen Kumpanen abgrenzt und beginnt auch gegen Konkurrenten vorzugehen um dem Wähler ein klares Alleinstellungsmerkmal zu präsentieren und seine Wahlentscheidung positiv zu beeinflussen. Die Sache mit der Abgrenzung und dem eigenen Profil funktioniert noch nicht so richtig und wirkt eher tollpatschig, was natürlich damit zu erklären ist, dass man nicht plötzlich alle, gemeinsam mit Anderen am Volk begangenen Verbrechen unter den Teppich der Geschichte kehren kann. Zumindest ein Teil der Wählerschaft hat wohl erkannt, dass die „gebotenen Sachzwänge“ und „notwendigen Reformen“ mit denen ihnen die existenzielle Grundlage entzogen wurde, wohl mehr in den wirtschaftlichen und politischen Interessen einer skrupellosen „Führungselite“ zu suchen sind.

Besonders schwer tut sich die SPD nun mit der Linken, die sich zum Sammeltopf sozial-sozialistischer Genossen aus Ost und West entwickelt hat. Die anfängliche Ignoranz und das müde Belächeln der Linken ist der SPD zwischenzeitlich vergangen. Spätestens als nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, dass es „Die Linke“ im ersten Anlauf über die 5%-Hürde schaffen könnte, gingen in der SPD-Zentrale die Alarmglocken an. Müntefering war dann einer der Ersten, der sich öffentlich über seinen ehemaligen Parteivorsitzenden, Genossen und einstigen Weggefährten Oskar Lafontaine auskotzte und ihm vorwarf „die sozialdemokratische Idee zu verraten“.
Vergessen hat Müntefering dabei, dass Gerhard Schröder und seine marodierenden Bandenmitglieder, zu denen auch Franz Müntefering gehörte, das im Rahmen ihres Programms „Agenda 2010“ schon ein paar Jahre früher gemacht haben. Welche Realitätsferne und Perfektion in der Verdrängung seiner Schandtaten ein Mann wie Müntefering im Laufe seines politischen Würgens entwickelt hat, lässt sich an Sätzen wie diesem ablesen, den er in einem Interview mit der BLÖD am Sonntag absonderte: „Die meisten Menschen werden verstehen, dass man nicht nur populistisch (wie Lafontaine) das Soziale fordern darf, sondern dafür sorgen muss, dass unser Wohlstand auf hohem Niveau erhalten bleibt. Das ist Bedingung für soziale Gerechtigkeit. Dafür steht die Politik meiner Partei.“

Nun scheint es aber auch in der SPD-Zentrale (begründete) Zweifel darüber zu geben, dass die Menschen den Raub sozialer Standards und die systematische Demontage des Gesellschaftssystems in den letzten Jahre zu Gunsten der SPD interpretieren werden.

Entweder hat die SPD jetzt ihre Taktik zur Verunglimpfung eines politischen Mitbewerbers geändert oder der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Olaf Scholz und seine Mannen haben nicht genug zu tun, denn sie haben in den Archiven gewühlt und die populistischen Sprüche und Widersprüche des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine in Buchform zusammengestellt. Das 13-seitige Werk trägt den Titel “Oskars Welt - die doppelte Wirklichkeit des Oskar Lafontaine“.

Nun ist jedem, der die politische Szene einigermaßen verfolgt, nicht verborgen geblieben, dass Oscar Lafontaine schon immer ein Selbstdarsteller und populistischer Schreihals war, dem es weniger um die Sache und den Inhalt ging, denn um die Wirkung. Weil es auch bei Oskar mit dem „Geschwätz von gestern“ so eine Sache ist, wundert eigentlich nur, warum das Buch nur 13 Seiten umfasst, denn allein mit den Sprüchen von Gerhard Schröder könnte man schließlich einen ganzen Brockhaus füllen.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. August 2007 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Sprücheklopfer”

  1. otti meint:

    Was den Umfang der Sprüche des ehemaligen Kanzlers der Bosse und seine menschenverachtende Politik betrifft, sei an den Spruch aus seinen Anfangszeiten erinnert: Ich will da rein! Später wollte er da wieder raus.
    Die Person weiß offensichtlich nicht nur in diesem Fall, was sie will: rein oder raus - das ist die Frage, keine Frage.

  2. bigbang meint:

    Nun ist es ja nichts Neues, dass dieser Verein (SPD) in der gesamten Zeit seines Bestehens (naja, vielleicht abgesehen von den Anfangsjahren) nichts besseres zu tun hatte, als die ureigensten Interessen seiner Klientel zu verraten und zu verkaufen. 1914 Kriegskredite, 1933 Stillhalten. Undsoweiterundsofort. Und mit Agenda 2010 haben diese Demagogen und Lobbyisten - Gewerkschaften eingeschlossen - nur ein weiteres Mal ihr wahres Gesicht durchblicken lassen.
    Für mich von allen der verlogenste Haufen in der deutschen Parteienlandschaft.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Sprücheklopfer

23. August 2007 05:45

Lieber Freund

Zur Halbzeit der GroKo wird bei der SPD wieder großer Wert darauf gelegt, dass es sich bei dieser Partei um eine „soziale“ Partei mit eigenem Profil handelt, die in den letzten Jahren Großes für dieses Land geleistet hat.
Dazu gehört natürlich auch, dass man sich zunehmend von seinen Kumpanen abgrenzt und beginnt auch gegen Konkurrenten vorzugehen um dem Wähler ein klares Alleinstellungsmerkmal zu präsentieren und seine Wahlentscheidung positiv zu beeinflussen. Die Sache mit der Abgrenzung und dem eigenen Profil funktioniert noch nicht so richtig und wirkt eher tollpatschig, was natürlich damit zu erklären ist, dass man nicht plötzlich alle, gemeinsam mit Anderen am Volk begangenen Verbrechen unter den Teppich der Geschichte kehren kann. Zumindest ein Teil der Wählerschaft hat wohl erkannt, dass die „gebotenen Sachzwänge“ und „notwendigen Reformen“ mit denen ihnen die existenzielle Grundlage entzogen wurde, wohl mehr in den wirtschaftlichen und politischen Interessen einer skrupellosen „Führungselite“ zu suchen sind.

Besonders schwer tut sich die SPD nun mit der Linken, die sich zum Sammeltopf sozial-sozialistischer Genossen aus Ost und West entwickelt hat. Die anfängliche Ignoranz und das müde Belächeln der Linken ist der SPD zwischenzeitlich vergangen. Spätestens als nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, dass es „Die Linke“ im ersten Anlauf über die 5%-Hürde schaffen könnte, gingen in der SPD-Zentrale die Alarmglocken an. Müntefering war dann einer der Ersten, der sich öffentlich über seinen ehemaligen Parteivorsitzenden, Genossen und einstigen Weggefährten Oskar Lafontaine auskotzte und ihm vorwarf „die sozialdemokratische Idee zu verraten“.
Vergessen hat Müntefering dabei, dass Gerhard Schröder und seine marodierenden Bandenmitglieder, zu denen auch Franz Müntefering gehörte, das im Rahmen ihres Programms „Agenda 2010“ schon ein paar Jahre früher gemacht haben. Welche Realitätsferne und Perfektion in der Verdrängung seiner Schandtaten ein Mann wie Müntefering im Laufe seines politischen Würgens entwickelt hat, lässt sich an Sätzen wie diesem ablesen, den er in einem Interview mit der BLÖD am Sonntag absonderte: „Die meisten Menschen werden verstehen, dass man nicht nur populistisch (wie Lafontaine) das Soziale fordern darf, sondern dafür sorgen muss, dass unser Wohlstand auf hohem Niveau erhalten bleibt. Das ist Bedingung für soziale Gerechtigkeit. Dafür steht die Politik meiner Partei.“

Nun scheint es aber auch in der SPD-Zentrale (begründete) Zweifel darüber zu geben, dass die Menschen den Raub sozialer Standards und die systematische Demontage des Gesellschaftssystems in den letzten Jahre zu Gunsten der SPD interpretieren werden.

Entweder hat die SPD jetzt ihre Taktik zur Verunglimpfung eines politischen Mitbewerbers geändert oder der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Olaf Scholz und seine Mannen haben nicht genug zu tun, denn sie haben in den Archiven gewühlt und die populistischen Sprüche und Widersprüche des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine in Buchform zusammengestellt. Das 13-seitige Werk trägt den Titel “Oskars Welt - die doppelte Wirklichkeit des Oskar Lafontaine“.

Nun ist jedem, der die politische Szene einigermaßen verfolgt, nicht verborgen geblieben, dass Oscar Lafontaine schon immer ein Selbstdarsteller und populistischer Schreihals war, dem es weniger um die Sache und den Inhalt ging, denn um die Wirkung. Weil es auch bei Oskar mit dem „Geschwätz von gestern“ so eine Sache ist, wundert eigentlich nur, warum das Buch nur 13 Seiten umfasst, denn allein mit den Sprüchen von Gerhard Schröder könnte man schließlich einen ganzen Brockhaus füllen.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. August 2007 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Sprücheklopfer”

  1. otti meint:

    Was den Umfang der Sprüche des ehemaligen Kanzlers der Bosse und seine menschenverachtende Politik betrifft, sei an den Spruch aus seinen Anfangszeiten erinnert: Ich will da rein! Später wollte er da wieder raus.
    Die Person weiß offensichtlich nicht nur in diesem Fall, was sie will: rein oder raus - das ist die Frage, keine Frage.

  2. bigbang meint:

    Nun ist es ja nichts Neues, dass dieser Verein (SPD) in der gesamten Zeit seines Bestehens (naja, vielleicht abgesehen von den Anfangsjahren) nichts besseres zu tun hatte, als die ureigensten Interessen seiner Klientel zu verraten und zu verkaufen. 1914 Kriegskredite, 1933 Stillhalten. Undsoweiterundsofort. Und mit Agenda 2010 haben diese Demagogen und Lobbyisten - Gewerkschaften eingeschlossen - nur ein weiteres Mal ihr wahres Gesicht durchblicken lassen.
    Für mich von allen der verlogenste Haufen in der deutschen Parteienlandschaft.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)