Meseberg

28. August 2007 05:45

Lieber Freund

Kaum hatte die GroKo ihre Klausurtage in Meseberg bekommen und schon drängelten die ersten, mit einer deftigen Portion Weihrauch versehenen Zwischenergebnisse im „Dameneinzel mit Teambehinderung “ in die Öffentlichkeit und gierten danach von den Medien zur Kenntnis genommen zu werden.

So beschloss man auf Schloss Meseberg den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland und hat auch, nach dem Quantensprungprogramm von Bundesumweltminister Gabriel, den Schutz des Klimas in warme Tücher gepackt.

Natürlich wird es in dieser Republik wieder Meckerer und Nörgler geben, denen es lieber gewesen wäre, man hätte endlich die Arbeitslosigkeit gesenkt und für ein besseres Klima in Deutschland gesorgt.
Aber das wäre von einer GroKo zuviel erwartet gewesen, die lediglich in ihrer Beschränktheit wahre Größe zeigt.

Wenn Sie also in den nächsten Monaten auf ihrem Weg zur ARGE fremdländische Personen zur Arbeit hasten sehen, dann sollten Sie auch daran denken, dass diese zwischen 5.000 und 7.000 Euro im Monat verdienen und mit ihren Sozialabgaben Ihr ALG II bezahlen und Ihre Rente sichern.
Wenn Sie ihnen deshalb einen freundlichen Gruß zurufen wollen, dann achten Sie unbedingt auf die richtige und fremdenfreundliche Wortwahl. Und versuchen Sie auf gar keinen Fall ihnen zum Dank die Hand zu geben, denn statt der bisher notwendigen „indivuelle Vorrangprüfung“, nach der deutsche Bewerber bevorzugt eingestellt werden mussten, müssen ausländische Bewerber nur noch nachweisen, dass sie 100 Meter unter 10 Sekunden laufen können und wissen wo die nächste Pizzeria ist.

Außerdem wurde auf Schloss Meseberg beschlossen, dass «ausländische Studenten mit deutschen Hochschulabschlüssen leichter eine Stelle in der Bundesrepublik annehmen und zumindest für drei Jahre problemlos ausüben können, denn mittel- und langfristig sei Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt notwendig und erwünscht

Deutsche Studenten werden dies mit Freude zur Kenntnis nehmen, denn nach mehreren Praktika, schlecht bezahlten Zeitarbeitsverträgen und ABM-Maßnahmen ist ein 3-Jahresvertrag mit einem Jahreseinkommen von mindestens 60.000 Euro doch ein echter Quantensprung, auch wenn er diesmal nicht vom Bundesumweltminister Gabriel stammt. So wird doch ein Studienabgänger auch in die Lage versetzt, sein Bafög-Darlehen in Höhe mehrerer zehntausend Euro zügig zurückbezahlen zu können, wo die KfW das Geld gerade so dringend braucht.

Im Rahmen der Familienfeier der „ehrenwerten Gesellschaft“ auf Schloss Meseberg durften dann auch noch der Bundesumweltschutzengel Gabriel und sein Kollege von der verschmutzenden Fraktion, der Bundeswirtschaftsglos, gemeinsam ihren zuvor ausbaldowerten „Klimakiller-Beschluss“ vortragen. Ein gewisser Unterhaltungswert kann diesem „Quantensprung in der Klimapolitik“ sicher nicht abgesprochen werden, denn es soll nun vermehrt Kraft mit Wärme gekoppelt werden, was den Steuerzahler zukünftig schlaffe 750 Millionen Euro im Jahr kosten wird.

Außerdem soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion weiter ausgebaut werden, was letztendlich bedeutet, dass RWE und Eon zu landwirtschaftlichen Kolchosen oder LPG’s umgewandelt werden müssen und Milchprodukte mal wieder teuerer werden. An den Kragen gehen soll es auch den „Stromfressern“, wobei man sich diesmal statt der Glühbirne die Nachtspeicheröfen ausgesucht hat, die man mit Fördermitteln aus dem Bundesumweltministerium aus den privaten Haushalten vertreiben will. Wobei man nicht vergessen darf, dass die Fördermittel des Bundesumweltministerium aus den Steuern der privaten Haushalte kommen, denn die „höhere Besteuerung von Dienstwagen nach dem Kohlendioxyd-Ausstoß“ wurde von Bundesumweltminister Gabriel kurzfristig aus dem Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz gestrichen.
Das macht ja auch Sinn, denn statt diese Autos höher zu besteuern, ist es doch viel wirksamer für den Klimaschutz, derartig umweltverschmutzende Fahrzeuge gar nicht mehr zum Verkauf zuzulassen.

Insgesamt gesehen aber nutzt der „Klimakiller-Beschluss“ und der Bundesumweltschutzengel Gabriel hat diesen Nutzen auch gleich auf Euro und Cent ausrechnen lassen. Kosten wird es „insgesamt“ rund 8,26 Milliarden Euro, wobei man bei dieser Größenordnung durchaus die Dezimalstellen weglassen darf.
Und nutzen soll es auch, wobei dieser Nutzen mit 15,5 Milliarden natürlich höher sein wird als die Kosten, denn sonst hätte man ja nur 8,26 Milliarden Euro Steuergeld, um es mal mit Bob Dylan zu sagen: „Blown in the Wind“.

Insgesamt können damit jetzt doch alle zufrieden sein.
Angefangen bei der GroKo, die wieder mal gezeigt zu welchen herausragenden Leistungen sie in angenehmer Arbeitsatmosphäre in der Lage ist, bis zu den ausländischen Fachkräften und Studenten und dem Klima.

Und jetzt machen Sie nicht so ein langes Gesicht, denn Sie haben auch etwas davon, denn Sie können jetzt, während bei Ihnen zu Hause die Nachtspeicheröfen ausgetauscht werden, bei herrlichem Wetter auf der Parkbank sitzen und den Ausländern zusehen, die für Sie zur Arbeit hasten müssen.

Oder sind Sie etwa damit wieder nicht zufrieden?

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. August 2007 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Meseberg”

  1. otti meint:

    Meseberg, nichts als K(a)ese einer selbstgefälligen und selbstverliebten Regierung. Der Bürger hat den K(a)ese, der, was wohl, wieder einmal teurer wird.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Meseberg

28. August 2007 05:45

Lieber Freund

Kaum hatte die GroKo ihre Klausurtage in Meseberg bekommen und schon drängelten die ersten, mit einer deftigen Portion Weihrauch versehenen Zwischenergebnisse im „Dameneinzel mit Teambehinderung “ in die Öffentlichkeit und gierten danach von den Medien zur Kenntnis genommen zu werden.

So beschloss man auf Schloss Meseberg den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland und hat auch, nach dem Quantensprungprogramm von Bundesumweltminister Gabriel, den Schutz des Klimas in warme Tücher gepackt.

Natürlich wird es in dieser Republik wieder Meckerer und Nörgler geben, denen es lieber gewesen wäre, man hätte endlich die Arbeitslosigkeit gesenkt und für ein besseres Klima in Deutschland gesorgt.
Aber das wäre von einer GroKo zuviel erwartet gewesen, die lediglich in ihrer Beschränktheit wahre Größe zeigt.

Wenn Sie also in den nächsten Monaten auf ihrem Weg zur ARGE fremdländische Personen zur Arbeit hasten sehen, dann sollten Sie auch daran denken, dass diese zwischen 5.000 und 7.000 Euro im Monat verdienen und mit ihren Sozialabgaben Ihr ALG II bezahlen und Ihre Rente sichern.
Wenn Sie ihnen deshalb einen freundlichen Gruß zurufen wollen, dann achten Sie unbedingt auf die richtige und fremdenfreundliche Wortwahl. Und versuchen Sie auf gar keinen Fall ihnen zum Dank die Hand zu geben, denn statt der bisher notwendigen „indivuelle Vorrangprüfung“, nach der deutsche Bewerber bevorzugt eingestellt werden mussten, müssen ausländische Bewerber nur noch nachweisen, dass sie 100 Meter unter 10 Sekunden laufen können und wissen wo die nächste Pizzeria ist.

Außerdem wurde auf Schloss Meseberg beschlossen, dass «ausländische Studenten mit deutschen Hochschulabschlüssen leichter eine Stelle in der Bundesrepublik annehmen und zumindest für drei Jahre problemlos ausüben können, denn mittel- und langfristig sei Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt notwendig und erwünscht

Deutsche Studenten werden dies mit Freude zur Kenntnis nehmen, denn nach mehreren Praktika, schlecht bezahlten Zeitarbeitsverträgen und ABM-Maßnahmen ist ein 3-Jahresvertrag mit einem Jahreseinkommen von mindestens 60.000 Euro doch ein echter Quantensprung, auch wenn er diesmal nicht vom Bundesumweltminister Gabriel stammt. So wird doch ein Studienabgänger auch in die Lage versetzt, sein Bafög-Darlehen in Höhe mehrerer zehntausend Euro zügig zurückbezahlen zu können, wo die KfW das Geld gerade so dringend braucht.

Im Rahmen der Familienfeier der „ehrenwerten Gesellschaft“ auf Schloss Meseberg durften dann auch noch der Bundesumweltschutzengel Gabriel und sein Kollege von der verschmutzenden Fraktion, der Bundeswirtschaftsglos, gemeinsam ihren zuvor ausbaldowerten „Klimakiller-Beschluss“ vortragen. Ein gewisser Unterhaltungswert kann diesem „Quantensprung in der Klimapolitik“ sicher nicht abgesprochen werden, denn es soll nun vermehrt Kraft mit Wärme gekoppelt werden, was den Steuerzahler zukünftig schlaffe 750 Millionen Euro im Jahr kosten wird.

Außerdem soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion weiter ausgebaut werden, was letztendlich bedeutet, dass RWE und Eon zu landwirtschaftlichen Kolchosen oder LPG’s umgewandelt werden müssen und Milchprodukte mal wieder teuerer werden. An den Kragen gehen soll es auch den „Stromfressern“, wobei man sich diesmal statt der Glühbirne die Nachtspeicheröfen ausgesucht hat, die man mit Fördermitteln aus dem Bundesumweltministerium aus den privaten Haushalten vertreiben will. Wobei man nicht vergessen darf, dass die Fördermittel des Bundesumweltministerium aus den Steuern der privaten Haushalte kommen, denn die „höhere Besteuerung von Dienstwagen nach dem Kohlendioxyd-Ausstoß“ wurde von Bundesumweltminister Gabriel kurzfristig aus dem Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz gestrichen.
Das macht ja auch Sinn, denn statt diese Autos höher zu besteuern, ist es doch viel wirksamer für den Klimaschutz, derartig umweltverschmutzende Fahrzeuge gar nicht mehr zum Verkauf zuzulassen.

Insgesamt gesehen aber nutzt der „Klimakiller-Beschluss“ und der Bundesumweltschutzengel Gabriel hat diesen Nutzen auch gleich auf Euro und Cent ausrechnen lassen. Kosten wird es „insgesamt“ rund 8,26 Milliarden Euro, wobei man bei dieser Größenordnung durchaus die Dezimalstellen weglassen darf.
Und nutzen soll es auch, wobei dieser Nutzen mit 15,5 Milliarden natürlich höher sein wird als die Kosten, denn sonst hätte man ja nur 8,26 Milliarden Euro Steuergeld, um es mal mit Bob Dylan zu sagen: „Blown in the Wind“.

Insgesamt können damit jetzt doch alle zufrieden sein.
Angefangen bei der GroKo, die wieder mal gezeigt zu welchen herausragenden Leistungen sie in angenehmer Arbeitsatmosphäre in der Lage ist, bis zu den ausländischen Fachkräften und Studenten und dem Klima.

Und jetzt machen Sie nicht so ein langes Gesicht, denn Sie haben auch etwas davon, denn Sie können jetzt, während bei Ihnen zu Hause die Nachtspeicheröfen ausgetauscht werden, bei herrlichem Wetter auf der Parkbank sitzen und den Ausländern zusehen, die für Sie zur Arbeit hasten müssen.

Oder sind Sie etwa damit wieder nicht zufrieden?

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. August 2007 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Meseberg”

  1. otti meint:

    Meseberg, nichts als K(a)ese einer selbstgefälligen und selbstverliebten Regierung. Der Bürger hat den K(a)ese, der, was wohl, wieder einmal teurer wird.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)