Schockfotos

5. September 2007 05:45

Lieber Freund

„Der Streit über Schockfotos auf Zigarettenschachteln ist voll entbrannt. Gesundheitspolitiker der Union lehnen entsprechende Forderungen von SPD-Kollegen strikt ab. Nun jedoch verlangt auch die Deutsche Krebshilfe abschreckende Abbildungen von Lungentumoren auf den Boxen.“, schreibt der Spiegel über die neueste Variante der Gutmenschenerziehung und fügt ergänzend einige Worte der Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski (CDU) hinzu: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Da 60 Prozent der Raucher Studien zufolge bereit seien, das Rauchen aufzugeben, könne ein abschreckendes Bild möglicherweise den letzten Anstoß geben. Allerdings müsse es ein umfangreiches Hilfsangebot für aufhörwillige Raucher geben.“

Also ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde diese Idee echt „affentittengeil“.
Entschuldigung, aber das musste ich jetzt wirklich so formulieren, um meine maßlose Begeisterung für diesen hervorragenden Vorschlag zum Ausdruck zu bringen.

Natürlich muss auf jede Schachtel Tabak unbedingt ein großflächiges Foto von Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Gliederamputationen, Zungenkrebs und toten Rauchern!
Und natürlich noch ergänzt mit entsprechenden textlichen Ermahnungen!
Dazu müssen die Herstellerfirmen unbedingt per Gesetz verpflichtet werden, damit den Konsumenten endlich mal das Risiko für sich und ihre Umwelt klar wird, das sie mit dem Kauf und der Nutzung dieser Waren eingehen!

Und weil wir mit dieser bahnbrechenden Maßnahme im Moment ja hinter Kanada, Indien, Australien und Singapur hinterher hinken, sollten wir als Exportweltmeister zumindest im Automobilbereich die „Vorreiterrolle“, wie das die Bundesangela immer so schön formuliert, an uns reißen,
Daher brauchen wir unbedingt ein Gesetz, das auch die Hersteller von Kraftfahrzeugen dazu verpflichtet ihre Erzeugnisse mit großflächigen Fotos von Frontalkarambolagen, Massenunfällen und zerquetschten und zerstückelten Unfalltoten zu versehen, damit den Käufern endlich mal das Risiko für sich und ihre Umwelt klar wird, das sie mit dem Erwerb und der Nutzung dieser Waren eingehen.

Schockfoto

So ein Porsche/BMW oder Mercedes mit dem auflackierten großflächigen Foto eines eingeklemmten Fahrers am Steuer und einer abgerissenen Schädeldecke auf dem Heckspoiler würde sicher seine erzieherische Wirkung nicht verfehlen.
Oder das Bild eines Fiat Punto von dem, samt seinen vier jugendlichen Insassen, nur noch das Handschuhfach und die rechte Heckleuchte übrig geblieben und erkennbar sind.
Oder wie wäre es mit einem Opel, bei dem nach einem seitlichen Aufprall gegen einen Chausseebaum erst der Beifahrer durch die Windschutzscheibe geflogen ist, damit die Reste des Fahrers samt abgerissenem Lenkrad auf dem Beifahrersitz Platz finden konnten.
Schick wäre sicher auch ein Smart, der versucht hat einem Schwertransporter die Vorfahrt zu nehmen oder die Fahrbahnseite streitig zu machen.
Um andere Verkehrsteilnehmer von dieser Aktion nicht auszuschließen, kann ich mir auch gut die Nahaufnahme eines Fußgängers vorstellen, der unbedingt noch rasch bei Rot vor einem Geländewagen über die Straße zu huschen versucht hat. Oder die in seinen Drahtesel verflochtenen Überreste eines Radfahrers, der es für sein gutes Recht hielt Einbahnstraßen grundsätzlich entgegen der Fahrtrichtung und auf der Straßenmitte zu benützen.
Auch dem Bild eines Motorradfahrers, der sich, mitsamt seinem Untersatz, bis zum Kofferraum des entgegenkommenden Fahrzeug durchgefräst hat, weil er nur mal eben noch schnell an der Kolonne vorbei wollte, kann sicher eine erzieherische Wirkung nicht abgesprochen werden..Wie Frau Schipanksi von der CDU richtigerweise sagt, könnten derart abstoßende Bilder möglicherweise den letzten Anstoß geben, damit die Leute dann endlich mit dem Autofahren aufhören.
Allerdings muss es dann eben auch ein umfangreiches Hilfsangebot für aufhörwillige Autofahrer geben, denn es kann ja wohl nicht sein, dass die aufhörwilligen Autofahrer gegenüber den aufhörwilligen Rauchern benachteiligt werden.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. September 2007 um 05:45:21 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

4 Antworten zu “Schockfotos”

  1. skobo meint:

    Ja genau und auf die Panzer der bunten Wehr in Afghanistan sollten unbedingt Fotos von grundlos getöteten Zivilisten und im Namen der Gerechtigkeit zerstörten Ortschaften aufgemalt werden…

  2. Machopan meint:

    Das machen wir!
    Aber, unter Berücksichtigung unserer internationalen Bündnisverpflichtungen, erst wenn wir die nationalen Alkoholiker, vom Quartalssäufer und Biertrinker bis zum sporadischen Weinverkoster mit Schockfotos von Schnapsleichen erfolgreich trockengelegt haben.

  3. JFK meint:

    Können wir auch Politiker so kennzeichnen????? Hätte doch was und das dann bitte schön vor einer Wahl……damit wir vorher wissen was drin ist bevor es dann rauskommt….raaaaagh packt den Tiger in den Tank oder die Katze in den Sack….alles gute nach Berlin.

  4. otti meint:

    … auf jedes Gewehr ein toter Mensch in seiner Blutlache, auf jeden Panzer ein, bis zur Unkenntlichkeit, zerfetzter menschlicher Körper.
    … auf jeden Wahlzettel eine lange Nase!

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Schockfotos

5. September 2007 05:45

Lieber Freund

„Der Streit über Schockfotos auf Zigarettenschachteln ist voll entbrannt. Gesundheitspolitiker der Union lehnen entsprechende Forderungen von SPD-Kollegen strikt ab. Nun jedoch verlangt auch die Deutsche Krebshilfe abschreckende Abbildungen von Lungentumoren auf den Boxen.“, schreibt der Spiegel über die neueste Variante der Gutmenschenerziehung und fügt ergänzend einige Worte der Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski (CDU) hinzu: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Da 60 Prozent der Raucher Studien zufolge bereit seien, das Rauchen aufzugeben, könne ein abschreckendes Bild möglicherweise den letzten Anstoß geben. Allerdings müsse es ein umfangreiches Hilfsangebot für aufhörwillige Raucher geben.“

Also ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde diese Idee echt „affentittengeil“.
Entschuldigung, aber das musste ich jetzt wirklich so formulieren, um meine maßlose Begeisterung für diesen hervorragenden Vorschlag zum Ausdruck zu bringen.

Natürlich muss auf jede Schachtel Tabak unbedingt ein großflächiges Foto von Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Gliederamputationen, Zungenkrebs und toten Rauchern!
Und natürlich noch ergänzt mit entsprechenden textlichen Ermahnungen!
Dazu müssen die Herstellerfirmen unbedingt per Gesetz verpflichtet werden, damit den Konsumenten endlich mal das Risiko für sich und ihre Umwelt klar wird, das sie mit dem Kauf und der Nutzung dieser Waren eingehen!

Und weil wir mit dieser bahnbrechenden Maßnahme im Moment ja hinter Kanada, Indien, Australien und Singapur hinterher hinken, sollten wir als Exportweltmeister zumindest im Automobilbereich die „Vorreiterrolle“, wie das die Bundesangela immer so schön formuliert, an uns reißen,
Daher brauchen wir unbedingt ein Gesetz, das auch die Hersteller von Kraftfahrzeugen dazu verpflichtet ihre Erzeugnisse mit großflächigen Fotos von Frontalkarambolagen, Massenunfällen und zerquetschten und zerstückelten Unfalltoten zu versehen, damit den Käufern endlich mal das Risiko für sich und ihre Umwelt klar wird, das sie mit dem Erwerb und der Nutzung dieser Waren eingehen.

Schockfoto

So ein Porsche/BMW oder Mercedes mit dem auflackierten großflächigen Foto eines eingeklemmten Fahrers am Steuer und einer abgerissenen Schädeldecke auf dem Heckspoiler würde sicher seine erzieherische Wirkung nicht verfehlen.
Oder das Bild eines Fiat Punto von dem, samt seinen vier jugendlichen Insassen, nur noch das Handschuhfach und die rechte Heckleuchte übrig geblieben und erkennbar sind.
Oder wie wäre es mit einem Opel, bei dem nach einem seitlichen Aufprall gegen einen Chausseebaum erst der Beifahrer durch die Windschutzscheibe geflogen ist, damit die Reste des Fahrers samt abgerissenem Lenkrad auf dem Beifahrersitz Platz finden konnten.
Schick wäre sicher auch ein Smart, der versucht hat einem Schwertransporter die Vorfahrt zu nehmen oder die Fahrbahnseite streitig zu machen.
Um andere Verkehrsteilnehmer von dieser Aktion nicht auszuschließen, kann ich mir auch gut die Nahaufnahme eines Fußgängers vorstellen, der unbedingt noch rasch bei Rot vor einem Geländewagen über die Straße zu huschen versucht hat. Oder die in seinen Drahtesel verflochtenen Überreste eines Radfahrers, der es für sein gutes Recht hielt Einbahnstraßen grundsätzlich entgegen der Fahrtrichtung und auf der Straßenmitte zu benützen.
Auch dem Bild eines Motorradfahrers, der sich, mitsamt seinem Untersatz, bis zum Kofferraum des entgegenkommenden Fahrzeug durchgefräst hat, weil er nur mal eben noch schnell an der Kolonne vorbei wollte, kann sicher eine erzieherische Wirkung nicht abgesprochen werden..Wie Frau Schipanksi von der CDU richtigerweise sagt, könnten derart abstoßende Bilder möglicherweise den letzten Anstoß geben, damit die Leute dann endlich mit dem Autofahren aufhören.
Allerdings muss es dann eben auch ein umfangreiches Hilfsangebot für aufhörwillige Autofahrer geben, denn es kann ja wohl nicht sein, dass die aufhörwilligen Autofahrer gegenüber den aufhörwilligen Rauchern benachteiligt werden.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. September 2007 um 05:45:21 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

4 Antworten zu “Schockfotos”

  1. skobo meint:

    Ja genau und auf die Panzer der bunten Wehr in Afghanistan sollten unbedingt Fotos von grundlos getöteten Zivilisten und im Namen der Gerechtigkeit zerstörten Ortschaften aufgemalt werden…

  2. Machopan meint:

    Das machen wir!
    Aber, unter Berücksichtigung unserer internationalen Bündnisverpflichtungen, erst wenn wir die nationalen Alkoholiker, vom Quartalssäufer und Biertrinker bis zum sporadischen Weinverkoster mit Schockfotos von Schnapsleichen erfolgreich trockengelegt haben.

  3. JFK meint:

    Können wir auch Politiker so kennzeichnen????? Hätte doch was und das dann bitte schön vor einer Wahl……damit wir vorher wissen was drin ist bevor es dann rauskommt….raaaaagh packt den Tiger in den Tank oder die Katze in den Sack….alles gute nach Berlin.

  4. otti meint:

    … auf jedes Gewehr ein toter Mensch in seiner Blutlache, auf jeden Panzer ein, bis zur Unkenntlichkeit, zerfetzter menschlicher Körper.
    … auf jeden Wahlzettel eine lange Nase!

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