Mama Mia

15. Mai 2006 05:45

„Mama mia“ findet man im Internet als italienisches Restaurant, als Musical, als Buch, als Song, als Segelschiff, als Bezeichnung eines Blumenstraußes für bestimmte Tage, als Klingelton zum Download, sowohl als Bezeichnung für eine Pizza als auch für eine Pizzeria und wird sogar als Name für einen Hund verwendet.
Meistens jedoch wird „Mama mia“ im Alltag als erschreckt-erstaunter Ausruf vernommen, mit einer statistisch bewiesenen und erklärbaren Häufung im südlichen Europa. Statistisch (noch) nicht bewiesen, aber erklärbar waren die am 14. Mai 2006 in bundesdeutschen Wohnungen vermehrt aufgetretenen „Mama mia“-Ausrufe. Teilweise auch gefolgt von einem etwas leiseren „ach du Scheiße“.
Denn wieder war das Unfassbare geschehen, obwohl bereits im letzten Jahr händeringend und mit weinerlichen Stimme um Verzeihung und Vergebung für das Vergessen dieses wichtigen, einmaligen Ereignisses gebettelt und hoch und heilig Besserung gelobt worden war.
Schon wieder hatte Sohnemann und Tochterfrau den wichtigsten Tag im Leben einer Mutter vergessen.
Zumindest wenn man den Experten aus Politik und Wirtschaft glauben darf, ist dieser „Muttertag“ ein wesentlicher Faktor im wirtschaftlichen Aufschwung und soll zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze in der bunten Republik beitragen
Nicht nur Post und Telekommunikationsdienstleister verzeichnen an diesem Tag erhöhte Umsätze, sondern auch die Verkäufer von Blumen, Parfüme und Kosmetika aller Art, Bonbonieren, Pralinen, Kuchen und selbst Dessous stehen (zumindest) bei den Schenkenden hoch im Kurs.

Indirekt tragen durch Selbstgebasteltes und Selbstgemaltes auch Malstifte, Klebstoff, Papier, Farben für Finger und Pinsel zum Wohle der Wirtschaft bei, auch wenn die von Kinderhand gefertigten Erzeugnisse früher oder später zwangsläufig im Mülleimer landen müssen, denn in einer durchschnittlichen bundesdeutschen Wohnung steht nun mal nicht unbegrenzt Lagerraum zur Verfügung. Zumal wenn der bereits erwachsene Nachwuchs bedingt durch Hartz IV, an der Ausgründung eines eigenen Hausstandes gehindert wird.

Hier könnte das neue Elterngeld der Bundesfamilienrapunzel Ulla „Lore von der“ Leyer, der Nymphe mit dem blonden Haar, wirkliche Entlastung bringen.
Natürlich nur, sofern Mann seine Frau von der Notwendigkeit zum Natursprung mit nachfolgender Schwangerschaft überzeugen kann, denn dann könnte die neue Familie mit diesem Elterngeld den Auszug der erwachsenen Kinder aus der gemeinsamen Wohnung finanzieren. Und wenn Papa, dann auch noch seinen, von der Bundesrapunzel geplanten Familienpflichten nachkommt, wäre die Finanzierung der eigenen Bude für die volljährigen Sohnemänner und/oder Töchterfrauen zumindest für ganze 14 Monate gesichert.

Was danach kommt, das wissen die Götter und die Geier.
Angesichts von soviel Unsinn kann man(n) nur noch nach der passenden Mutter suchen, mit der die lockeren Schrauben rechts und links der Spree fixiert und endlich die Daumenschrauben zur Sicherung einer nachhaltigen Familienpolitik angezogen werden können.

Aber mit dem neuen Elterngeld von der Bundesrapunzel ist das halt so, selbst wenn man damit nicht den Ausflug der flüggen Kinder finanzieren muss, denn das Geld fürs Elterngeld hat man vorher dem alleinverdienenden Papa über die Mehrwertsteuer aus dem Geldbeutel geklaut.
Und nach 9 Monaten Schwangerschaft und 14 Monaten Elterngeld ist dann Schluss und alles hängt dann wieder von Mama ab und die muss halt gucken wie sie mit den von der Republik so sehr benötigten Kids über die Runden kommt. Besonders dann, wenn das Geld fürs Elterngeld weiterhin immer noch aus Papas Geldbeutel geklaut wird.

„Mama!“ müsste man da eigentlich wie einst Heintje laut aufheulen, „du wirst doch nicht um deine Jungen weinen“.
Aber daraus wird sicher nur ein erschreckt-erstaunter „Mama mia“-Ausruf. gefolgt von einem etwas leiseren „na dann Buona Notte“.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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Mama Mia

15. Mai 2006 05:45

„Mama mia“ findet man im Internet als italienisches Restaurant, als Musical, als Buch, als Song, als Segelschiff, als Bezeichnung eines Blumenstraußes für bestimmte Tage, als Klingelton zum Download, sowohl als Bezeichnung für eine Pizza als auch für eine Pizzeria und wird sogar als Name für einen Hund verwendet.
Meistens jedoch wird „Mama mia“ im Alltag als erschreckt-erstaunter Ausruf vernommen, mit einer statistisch bewiesenen und erklärbaren Häufung im südlichen Europa. Statistisch (noch) nicht bewiesen, aber erklärbar waren die am 14. Mai 2006 in bundesdeutschen Wohnungen vermehrt aufgetretenen „Mama mia“-Ausrufe. Teilweise auch gefolgt von einem etwas leiseren „ach du Scheiße“.
Denn wieder war das Unfassbare geschehen, obwohl bereits im letzten Jahr händeringend und mit weinerlichen Stimme um Verzeihung und Vergebung für das Vergessen dieses wichtigen, einmaligen Ereignisses gebettelt und hoch und heilig Besserung gelobt worden war.
Schon wieder hatte Sohnemann und Tochterfrau den wichtigsten Tag im Leben einer Mutter vergessen.
Zumindest wenn man den Experten aus Politik und Wirtschaft glauben darf, ist dieser „Muttertag“ ein wesentlicher Faktor im wirtschaftlichen Aufschwung und soll zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze in der bunten Republik beitragen
Nicht nur Post und Telekommunikationsdienstleister verzeichnen an diesem Tag erhöhte Umsätze, sondern auch die Verkäufer von Blumen, Parfüme und Kosmetika aller Art, Bonbonieren, Pralinen, Kuchen und selbst Dessous stehen (zumindest) bei den Schenkenden hoch im Kurs.

Indirekt tragen durch Selbstgebasteltes und Selbstgemaltes auch Malstifte, Klebstoff, Papier, Farben für Finger und Pinsel zum Wohle der Wirtschaft bei, auch wenn die von Kinderhand gefertigten Erzeugnisse früher oder später zwangsläufig im Mülleimer landen müssen, denn in einer durchschnittlichen bundesdeutschen Wohnung steht nun mal nicht unbegrenzt Lagerraum zur Verfügung. Zumal wenn der bereits erwachsene Nachwuchs bedingt durch Hartz IV, an der Ausgründung eines eigenen Hausstandes gehindert wird.

Hier könnte das neue Elterngeld der Bundesfamilienrapunzel Ulla „Lore von der“ Leyer, der Nymphe mit dem blonden Haar, wirkliche Entlastung bringen.
Natürlich nur, sofern Mann seine Frau von der Notwendigkeit zum Natursprung mit nachfolgender Schwangerschaft überzeugen kann, denn dann könnte die neue Familie mit diesem Elterngeld den Auszug der erwachsenen Kinder aus der gemeinsamen Wohnung finanzieren. Und wenn Papa, dann auch noch seinen, von der Bundesrapunzel geplanten Familienpflichten nachkommt, wäre die Finanzierung der eigenen Bude für die volljährigen Sohnemänner und/oder Töchterfrauen zumindest für ganze 14 Monate gesichert.

Was danach kommt, das wissen die Götter und die Geier.
Angesichts von soviel Unsinn kann man(n) nur noch nach der passenden Mutter suchen, mit der die lockeren Schrauben rechts und links der Spree fixiert und endlich die Daumenschrauben zur Sicherung einer nachhaltigen Familienpolitik angezogen werden können.

Aber mit dem neuen Elterngeld von der Bundesrapunzel ist das halt so, selbst wenn man damit nicht den Ausflug der flüggen Kinder finanzieren muss, denn das Geld fürs Elterngeld hat man vorher dem alleinverdienenden Papa über die Mehrwertsteuer aus dem Geldbeutel geklaut.
Und nach 9 Monaten Schwangerschaft und 14 Monaten Elterngeld ist dann Schluss und alles hängt dann wieder von Mama ab und die muss halt gucken wie sie mit den von der Republik so sehr benötigten Kids über die Runden kommt. Besonders dann, wenn das Geld fürs Elterngeld weiterhin immer noch aus Papas Geldbeutel geklaut wird.

„Mama!“ müsste man da eigentlich wie einst Heintje laut aufheulen, „du wirst doch nicht um deine Jungen weinen“.
Aber daraus wird sicher nur ein erschreckt-erstaunter „Mama mia“-Ausruf. gefolgt von einem etwas leiseren „na dann Buona Notte“.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Mai 2006 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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