Ha zwei Oh zwei

21. September 2007 05:45

Lieber Freund

Die akribische Ermittlungsarbeit der deutschen Sicherheitsbehörden zur Entdeckung neuer Terroristen und die detailgetreue Berichtserstattung in den Medien über die simultane Durchführung der Attentate zeigen bereits nachhaltige Wirkung.

Allein schon die Gewissheit der Bürger, dass die staatlichen Stellen bereit, willens und auch dazu in der Lage sind ihrer verfassungsgemäßen 24/7-Vor- und Fürsorgeverpflichtung zum nachhaltigen Schutz unserer Gesellschaftsordnung vor Terrorismus vollumfänglich nachzukommen, eröffnet vollkommen neue Perspektiven für Personen (umgangssprachliche Bezeichnung für Humanobjekte) wie Susi Sorglos, Sabine Mustermann, Rudi Ratlos und Otto Normalverbraucher.
Sollte eine dieser Personen etwas vermissen, etwas nicht mehr finden, etwas verlegt oder verloren haben, sich nicht mehr an etwas erinnern können oder vergessen haben, so hilft die neue, vom Bundesinnenministerium nach amerikanischem Vorbild eingerichtete bundesweite Notrufnummer 911, über die sich der Bürger unseres Landes seine persönlichen Überwachungsdaten und Bewegungsprofile auf einfache Art und Weise abrufen kann.

So finden sich verlorene Schlüssel in kurzer Zeit wieder, denn irgendeine Videokamera hat Zeitpunkt und Ort des Verlustes sicher festgehalten.
Auch Diskussionen in der Familie „wer wann was gesagt oder gemacht hat“ lassen sich durch einen einfachen Anruf bei der Hotline klären.
Und auch die Behauptungen einer Ehefrau „wir haben doch erst gestern“ oder „wir haben doch diese Woche schon zweimal“ lassen sich mit Hilfe des Bundesinnenministerium beweissicher klären, was allerdings auch für die Dauer und Qualität des (vermutlich) vergeblichen Zeugungsaktes gilt. Entsprechende Videoaufzeichnungen können nach Eingabe der bundeseinheitlichen Steuernummer aus dem Internet auf die Festplatte des heimischen PC heruntergeladen werden und stehen zur Auflockerung von Familienfeierlichkeiten und geselligen Abenden zur Verfügung.
Neigt jemand dazu Termine zu vergessen, so kann er sich für den neuen Terminerinnerungsdienst des Bundesinnenministeriums (Slogan: The Time is Now) registrieren lassen und wird dann rechtzeitig durch einen Anruf von seinem persönlichen Überwachungsbeamten an den Termin erinnert. Auch muss niemand mehr verzagen, nur weil ihm Ort, Uhrzeit, Gesprächspartner und Anlass entfallen sind. Eine kurze Abfrage in den Datenbanken und schon „werden Sie geholfen“.
Stellen Sie sich vor, Sie müssen auch nie mehr irgendwelche Passanten oder völlig Unbekannte nach dem richtige Weg fragen und dabei das Risiko eingehen diesen Personen lang und breit erklären zu müssen, warum und weshalb sie irgendwo hin wollen. Dabei wären Sie doch gezwungen den vollen Umfang Ihrer Ahnungslosigkeit und Ihr Nichtwissen einer wildfremden Person offen legen zu müssen. Das ist doch ein Sicherheitsrisiko, Sie wissen doch überhaupt nicht was Ihr Informant mit diesen Informationen macht. Da ist es doch viel besser, Sie fragen gleich Ihren persönlichen Sicherheitsoffizier.
Denn wenn sich wirklich jemand um Sie sorgt, dann ist es der „Schutzengel Aloisius“ vom BMI oder BND, der dafür sorgt, dass Sie sich mit dem „Rundumsorglos-Paket“ überall wie zu Hause fühlen können.

Auch an Schulen und Universitäten sorgt die schonungslose Aufklärungskampagne der Experten für innere Sicherheit für positive Veränderungen.
So berichten Pädagogen, dass das Interesse der Schüler und Studenten im Chemieunterricht sprunghaft gestiegen ist. Die entsprechenden Studiengänge sind auf Jahre hinaus ausgebucht. Es soll bereits zu Hamsteranmeldungen in großem Stil gekommen sein, weil Eltern schon ihre ungeborenen Kinder für Fachrichtungen wie „Terroristische Elektronik“, „Digitale Standortbestimmung“ und „Biometrische Humankapitalidentifizierung“ registrieren lassen um ihnen die Vorteile einer wirtschaftsnahen Ausbildung zukommen zu lassen.

Bei „TOY’S R US“ sind die Chemiebaukästen für das Vorschulalter auf Monate hinaus vergriffen, weil die chinesischen Lieferanten mit der Produktion nicht mehr nachkommen, obwohl der Handel in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium bei der Planung der Medienkampagne rechtzeitig auf die steigende Nachfrage hingewiesen hat.
Weil es in Kindertagesstätten und Kinderkrippen bereits zu mehreren Unfällen durch von zu Hause mitgebrachte und zum Bombenbau geeignete Lebensmittel gekommen ist, wurden die Kontrollen für den Sicherheitsschleusen durch Leibesvisitationen ergänzt, nachdem die eingesetzten Pampersscanner bei gefüllten Windeln oftmals kläglich versagt hatten.

Durch die schonungslose Berichterstattung in den Medien und den umfassenden Informationen auf den Internetseiten des Bundesministerium für innere Sicherheit weiß nun wirklich jeder Hosenscheißer, dass H2O2 (Wasserstoffperoxyd), eine blassblaue Flüssigverbindung aus gewinkelten H2O2-Molekülen, nicht nur in Werbefilmen für Damenbinden Verwendung findet, sondern sich Blondinen abartigerweise das Zeug in Form von Wasserstoffsuperoxyd auch noch in die Haare schmieren.

Dabei ist Wasserstoffperoxyd scheißgefährlich!
Es hat nur niemand gewusst, bevor die Aufklärungskampagne der Bundesinnenministers der Bevölkerung die Schuppen von den Augen gerissen hat.

Stellen Sie sich mal vor, Sie waschen sich mit Wasserstoffperoxyd (H2O2) die Kopfhaare, geben zur Geruchsverbesserung einige Tropfen Zitronensäure dazu und schlagen sich dann mit einem mittelschweren Hammer kräftig gegen die Schädeldecke …

Genau!
Bumm!

Und davor hat Sie und mich der Wolfgang Schäuble bewahrt.
Wir sollten Ihn unbedingt in unser Nachtgebet einschließen, denn er muss diese Erfahrung schon mal gemacht haben.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. September 2007 um 05:45:57 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

3 Antworten zu “Ha zwei Oh zwei”

  1. JFK meint:

    Vielleicht hatte er einen Traum………………..über 10 nackte Friseusen und danach kam er auf diese selten blöde Iddee.
    So langsam wirds heikel mit ihm……good bye Wolle!

  2. otti meint:

    Na also, Überwachung kann man auch positiv sehen. Die Überwacher wollen nur unser Bestes. Wir brauchen in Zukunft nicht mal mehr unser Gehirn, da wir ja beim Großen Bruder - gegen Gebühr - nachfragen können, was anliegt.
    Deutschland ohne Gehirn, das macht Spass.

  3. Karl-Heinz meint:

    Eine unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit mit kleinen selbstgebastelten Redoxmischungen, Backpulver, Pökelsalz, Blitzlichtpulver ist ja nun für die nachfolgenden Generationen passé, wenn nicht gerade die Terroristenkarriere gewählt wird. Jeder POS-Abgänger hatte das theoretische Rüstzeug mitbekommen, ganz ohne Bastelanleitung im Ausland oder im WWW. Müssen nun diese Schulbücher auch verbrannt werden? Ach, und da gibt es immer noch „Messer, Gabel, Schere, Licht…“

    In Anlehnung an ein altes Sprichwort. „Dem Schlimmen ist alles schlimm!“

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Ha zwei Oh zwei

21. September 2007 05:45

Lieber Freund

Die akribische Ermittlungsarbeit der deutschen Sicherheitsbehörden zur Entdeckung neuer Terroristen und die detailgetreue Berichtserstattung in den Medien über die simultane Durchführung der Attentate zeigen bereits nachhaltige Wirkung.

Allein schon die Gewissheit der Bürger, dass die staatlichen Stellen bereit, willens und auch dazu in der Lage sind ihrer verfassungsgemäßen 24/7-Vor- und Fürsorgeverpflichtung zum nachhaltigen Schutz unserer Gesellschaftsordnung vor Terrorismus vollumfänglich nachzukommen, eröffnet vollkommen neue Perspektiven für Personen (umgangssprachliche Bezeichnung für Humanobjekte) wie Susi Sorglos, Sabine Mustermann, Rudi Ratlos und Otto Normalverbraucher.
Sollte eine dieser Personen etwas vermissen, etwas nicht mehr finden, etwas verlegt oder verloren haben, sich nicht mehr an etwas erinnern können oder vergessen haben, so hilft die neue, vom Bundesinnenministerium nach amerikanischem Vorbild eingerichtete bundesweite Notrufnummer 911, über die sich der Bürger unseres Landes seine persönlichen Überwachungsdaten und Bewegungsprofile auf einfache Art und Weise abrufen kann.

So finden sich verlorene Schlüssel in kurzer Zeit wieder, denn irgendeine Videokamera hat Zeitpunkt und Ort des Verlustes sicher festgehalten.
Auch Diskussionen in der Familie „wer wann was gesagt oder gemacht hat“ lassen sich durch einen einfachen Anruf bei der Hotline klären.
Und auch die Behauptungen einer Ehefrau „wir haben doch erst gestern“ oder „wir haben doch diese Woche schon zweimal“ lassen sich mit Hilfe des Bundesinnenministerium beweissicher klären, was allerdings auch für die Dauer und Qualität des (vermutlich) vergeblichen Zeugungsaktes gilt. Entsprechende Videoaufzeichnungen können nach Eingabe der bundeseinheitlichen Steuernummer aus dem Internet auf die Festplatte des heimischen PC heruntergeladen werden und stehen zur Auflockerung von Familienfeierlichkeiten und geselligen Abenden zur Verfügung.
Neigt jemand dazu Termine zu vergessen, so kann er sich für den neuen Terminerinnerungsdienst des Bundesinnenministeriums (Slogan: The Time is Now) registrieren lassen und wird dann rechtzeitig durch einen Anruf von seinem persönlichen Überwachungsbeamten an den Termin erinnert. Auch muss niemand mehr verzagen, nur weil ihm Ort, Uhrzeit, Gesprächspartner und Anlass entfallen sind. Eine kurze Abfrage in den Datenbanken und schon „werden Sie geholfen“.
Stellen Sie sich vor, Sie müssen auch nie mehr irgendwelche Passanten oder völlig Unbekannte nach dem richtige Weg fragen und dabei das Risiko eingehen diesen Personen lang und breit erklären zu müssen, warum und weshalb sie irgendwo hin wollen. Dabei wären Sie doch gezwungen den vollen Umfang Ihrer Ahnungslosigkeit und Ihr Nichtwissen einer wildfremden Person offen legen zu müssen. Das ist doch ein Sicherheitsrisiko, Sie wissen doch überhaupt nicht was Ihr Informant mit diesen Informationen macht. Da ist es doch viel besser, Sie fragen gleich Ihren persönlichen Sicherheitsoffizier.
Denn wenn sich wirklich jemand um Sie sorgt, dann ist es der „Schutzengel Aloisius“ vom BMI oder BND, der dafür sorgt, dass Sie sich mit dem „Rundumsorglos-Paket“ überall wie zu Hause fühlen können.

Auch an Schulen und Universitäten sorgt die schonungslose Aufklärungskampagne der Experten für innere Sicherheit für positive Veränderungen.
So berichten Pädagogen, dass das Interesse der Schüler und Studenten im Chemieunterricht sprunghaft gestiegen ist. Die entsprechenden Studiengänge sind auf Jahre hinaus ausgebucht. Es soll bereits zu Hamsteranmeldungen in großem Stil gekommen sein, weil Eltern schon ihre ungeborenen Kinder für Fachrichtungen wie „Terroristische Elektronik“, „Digitale Standortbestimmung“ und „Biometrische Humankapitalidentifizierung“ registrieren lassen um ihnen die Vorteile einer wirtschaftsnahen Ausbildung zukommen zu lassen.

Bei „TOY’S R US“ sind die Chemiebaukästen für das Vorschulalter auf Monate hinaus vergriffen, weil die chinesischen Lieferanten mit der Produktion nicht mehr nachkommen, obwohl der Handel in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium bei der Planung der Medienkampagne rechtzeitig auf die steigende Nachfrage hingewiesen hat.
Weil es in Kindertagesstätten und Kinderkrippen bereits zu mehreren Unfällen durch von zu Hause mitgebrachte und zum Bombenbau geeignete Lebensmittel gekommen ist, wurden die Kontrollen für den Sicherheitsschleusen durch Leibesvisitationen ergänzt, nachdem die eingesetzten Pampersscanner bei gefüllten Windeln oftmals kläglich versagt hatten.

Durch die schonungslose Berichterstattung in den Medien und den umfassenden Informationen auf den Internetseiten des Bundesministerium für innere Sicherheit weiß nun wirklich jeder Hosenscheißer, dass H2O2 (Wasserstoffperoxyd), eine blassblaue Flüssigverbindung aus gewinkelten H2O2-Molekülen, nicht nur in Werbefilmen für Damenbinden Verwendung findet, sondern sich Blondinen abartigerweise das Zeug in Form von Wasserstoffsuperoxyd auch noch in die Haare schmieren.

Dabei ist Wasserstoffperoxyd scheißgefährlich!
Es hat nur niemand gewusst, bevor die Aufklärungskampagne der Bundesinnenministers der Bevölkerung die Schuppen von den Augen gerissen hat.

Stellen Sie sich mal vor, Sie waschen sich mit Wasserstoffperoxyd (H2O2) die Kopfhaare, geben zur Geruchsverbesserung einige Tropfen Zitronensäure dazu und schlagen sich dann mit einem mittelschweren Hammer kräftig gegen die Schädeldecke …

Genau!
Bumm!

Und davor hat Sie und mich der Wolfgang Schäuble bewahrt.
Wir sollten Ihn unbedingt in unser Nachtgebet einschließen, denn er muss diese Erfahrung schon mal gemacht haben.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. September 2007 um 05:45:57 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

3 Antworten zu “Ha zwei Oh zwei”

  1. JFK meint:

    Vielleicht hatte er einen Traum………………..über 10 nackte Friseusen und danach kam er auf diese selten blöde Iddee.
    So langsam wirds heikel mit ihm……good bye Wolle!

  2. otti meint:

    Na also, Überwachung kann man auch positiv sehen. Die Überwacher wollen nur unser Bestes. Wir brauchen in Zukunft nicht mal mehr unser Gehirn, da wir ja beim Großen Bruder - gegen Gebühr - nachfragen können, was anliegt.
    Deutschland ohne Gehirn, das macht Spass.

  3. Karl-Heinz meint:

    Eine unbeschwerte Kinder- und Jugendzeit mit kleinen selbstgebastelten Redoxmischungen, Backpulver, Pökelsalz, Blitzlichtpulver ist ja nun für die nachfolgenden Generationen passé, wenn nicht gerade die Terroristenkarriere gewählt wird. Jeder POS-Abgänger hatte das theoretische Rüstzeug mitbekommen, ganz ohne Bastelanleitung im Ausland oder im WWW. Müssen nun diese Schulbücher auch verbrannt werden? Ach, und da gibt es immer noch „Messer, Gabel, Schere, Licht…“

    In Anlehnung an ein altes Sprichwort. „Dem Schlimmen ist alles schlimm!“

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