IAA Geflüster

25. September 2007 05:45

Lieber Freund

CO2 ist in aller Munde und wurde in der medienpolitischen Bedeutung nur kurzzeitig von H2O2 überholt.
Im Falle des H2O2 hast sich die Politik über eine sofortige Gesetzesänderung weitgehendst abgesprochen und aus der Wirtschaft war erstaunlich wenig zur Sache zu hören.
In Sachen CO2 aber wogten die Argumente mit „wenn und aber“ zwischen Wirtschaft und Politik hin und her und die Klagen aus der Wirtschaft über die Gefährdung der Arbeitsplätze wurden nur noch übertönt durch die Rufe nach fehlenden Fachkräften.

Jetzt droht die Firma Porsche der Europäischen Union sogar mit einer Klage wegen den CO2-Werten, die für alle Autohersteller und ihre Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2012 auf maximal 120 Gramm je gefahrenem Kilometer begrenzt werden sollen.
Porsche findet das ungerecht und will sich, mit Rückendeckung durch die Kanzlerin, dagegen mit juristischen Mitteln wehren, denn der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sieht dadurch die Existenz von Porsche gefährdet.
Während die meisten Hersteller damit einverstanden sind oder sich in ihr Schicksal fügen, schwebt Porsche eine ganz andere Lösung vor, denn ein parkender Porsche Carrera benötigt nicht nur weniger Benzin als ein fahrender Fiat 500, sondern stößt auch noch wesentlich weniger CO2 aus.
Und diese Tatsache ist von der EU, wie in anderen Fällen auch, wieder mal nicht berücksichtigt worden.
Auch sei es ungerecht, wenn italienische, französische und japanische Kleinwagenhersteller die EU-Vorgaben nur dadurch erreichen könnten, weil sie andere Auto bauten.

Frau Merkel sprach sich beim Besuch der IAA in Frankfurt schon mal dafür aus, dass die Lasten “fair verteilt werden”, also wie immer zu Lasten der Kleinen gehen.

Schließlich ist es auch ein Gesetz der Natur, die ja gerade durch die Begrenzung der CO2-Werte geschützt werden soll, dass große Stinker mehr stinken als kleine Stinker.
Jeder Eingriff in die Natur käme einer Verzerrung des Wettbewerbs gleich und würde viele Arten von Dinosauriern in ihrer Existenz bedrohen.

Auch der Präsident des Verbandes der deutschen Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, widersprach im Namen der deutschen Hersteller dem Vorwurf, deren Umweltbemühungen seien nur halbherzig und sagte, dass „die deutsche Autoindustrie nicht generell gegen eine Absenkung der Schadstoffgrenzen sei. Aber dabei dürfen nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden.
Dass es vollkommen genüge, dass stattdessen Millionen von Arbeitnehmer über die Löffel balbiert werden, hat er nicht gesagt, sondern es sozialverträglich so formuliert, dass „am Standort Deutschland Hunderttausende Arbeitnehmer von den überdurchschnittlichen Erfolgen der Hersteller im Premium-Segment leben“.

Und nicht nur damit hat der Herr Wissmann Recht, ist doch in der ganzen Diskussion noch gar nicht berücksichtigt worden, dass PS-starke und teure Autos schon durch ihre Grundkonzeption dafür sorgen, dass weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt, denn zum einen bleibt angesichts des Kaufpreises den meisten Leuten die Luft weg und denen, die diese Hürde überwinden konnten, stockt schon beim ersten Kavalierstart der Atem.

Unbestätigt blieben bisher auf der IAA kursierende Gerüchte, dass die Bundesregierung plane zur Existenzberechtigung von Geländewagen in den Innenstädten den Umbau von Fußgängerzonen zu Offroad-Strecken voranzutreiben. Allein wegen der wesentlich geringeren Instandhaltungskosten müsste aber dennoch darüber nachgedacht werden, war aus dem Windschatten der Kanzlerin zu hören.
Aber da hat wohl jemand CW-Wert und CO2-Wert, also dünne Luft mit schlechter Luft, verwechselt.

Noch nicht dementiert wurde auch das Gerücht , dass der neue Kleinwagen von Volkswagen, nicht „PUPS“ heißen wird, auch wenn sonst alle Modelle den Namen von Winden tragen, nachdem man sich auf Anraten der Marketingabteilung bereits gegen „FURZ“ entschieden hatte.

Machopan
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25. September 2007 05:45

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CO2 ist in aller Munde und wurde in der medienpolitischen Bedeutung nur kurzzeitig von H2O2 überholt.
Im Falle des H2O2 hast sich die Politik über eine sofortige Gesetzesänderung weitgehendst abgesprochen und aus der Wirtschaft war erstaunlich wenig zur Sache zu hören.
In Sachen CO2 aber wogten die Argumente mit „wenn und aber“ zwischen Wirtschaft und Politik hin und her und die Klagen aus der Wirtschaft über die Gefährdung der Arbeitsplätze wurden nur noch übertönt durch die Rufe nach fehlenden Fachkräften.

Jetzt droht die Firma Porsche der Europäischen Union sogar mit einer Klage wegen den CO2-Werten, die für alle Autohersteller und ihre Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2012 auf maximal 120 Gramm je gefahrenem Kilometer begrenzt werden sollen.
Porsche findet das ungerecht und will sich, mit Rückendeckung durch die Kanzlerin, dagegen mit juristischen Mitteln wehren, denn der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sieht dadurch die Existenz von Porsche gefährdet.
Während die meisten Hersteller damit einverstanden sind oder sich in ihr Schicksal fügen, schwebt Porsche eine ganz andere Lösung vor, denn ein parkender Porsche Carrera benötigt nicht nur weniger Benzin als ein fahrender Fiat 500, sondern stößt auch noch wesentlich weniger CO2 aus.
Und diese Tatsache ist von der EU, wie in anderen Fällen auch, wieder mal nicht berücksichtigt worden.
Auch sei es ungerecht, wenn italienische, französische und japanische Kleinwagenhersteller die EU-Vorgaben nur dadurch erreichen könnten, weil sie andere Auto bauten.

Frau Merkel sprach sich beim Besuch der IAA in Frankfurt schon mal dafür aus, dass die Lasten “fair verteilt werden”, also wie immer zu Lasten der Kleinen gehen.

Schließlich ist es auch ein Gesetz der Natur, die ja gerade durch die Begrenzung der CO2-Werte geschützt werden soll, dass große Stinker mehr stinken als kleine Stinker.
Jeder Eingriff in die Natur käme einer Verzerrung des Wettbewerbs gleich und würde viele Arten von Dinosauriern in ihrer Existenz bedrohen.

Auch der Präsident des Verbandes der deutschen Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, widersprach im Namen der deutschen Hersteller dem Vorwurf, deren Umweltbemühungen seien nur halbherzig und sagte, dass „die deutsche Autoindustrie nicht generell gegen eine Absenkung der Schadstoffgrenzen sei. Aber dabei dürfen nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden.
Dass es vollkommen genüge, dass stattdessen Millionen von Arbeitnehmer über die Löffel balbiert werden, hat er nicht gesagt, sondern es sozialverträglich so formuliert, dass „am Standort Deutschland Hunderttausende Arbeitnehmer von den überdurchschnittlichen Erfolgen der Hersteller im Premium-Segment leben“.

Und nicht nur damit hat der Herr Wissmann Recht, ist doch in der ganzen Diskussion noch gar nicht berücksichtigt worden, dass PS-starke und teure Autos schon durch ihre Grundkonzeption dafür sorgen, dass weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt, denn zum einen bleibt angesichts des Kaufpreises den meisten Leuten die Luft weg und denen, die diese Hürde überwinden konnten, stockt schon beim ersten Kavalierstart der Atem.

Unbestätigt blieben bisher auf der IAA kursierende Gerüchte, dass die Bundesregierung plane zur Existenzberechtigung von Geländewagen in den Innenstädten den Umbau von Fußgängerzonen zu Offroad-Strecken voranzutreiben. Allein wegen der wesentlich geringeren Instandhaltungskosten müsste aber dennoch darüber nachgedacht werden, war aus dem Windschatten der Kanzlerin zu hören.
Aber da hat wohl jemand CW-Wert und CO2-Wert, also dünne Luft mit schlechter Luft, verwechselt.

Noch nicht dementiert wurde auch das Gerücht , dass der neue Kleinwagen von Volkswagen, nicht „PUPS“ heißen wird, auch wenn sonst alle Modelle den Namen von Winden tragen, nachdem man sich auf Anraten der Marketingabteilung bereits gegen „FURZ“ entschieden hatte.

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