Polizeibericht

27. September 2007 05:45

Lieber Freund

Dass Frankfurt ein unsicheres Pflaster geworden ist, liegt nicht etwa am schlechten Zustand der Straßen und Gehwege, auch wenn hier durchaus die Notwendigkeit der Verbesserung gegeben wäre.
Nein, das unsichere Pflaster Frankfurts ist ins Gerede gekommen, weil es gefährlich geworden ist auf diesen Pflaster unterwegs zu sein und die Möglichkeit dabei Schaden an Leib und Seele oder Hab und Gut zu nehmen, extrem gut ist.

Der Ticker mit den Polizeimeldungen auf den Internetseiten der Frankfurter Rundschau liest sich zeitweise als würde in Frankfurt die Jahrestagung der Straßenräuber und Kleinkriminellen stattfinden. Da wird so ziemlich alles und zu jeder Tageszeit überfallen, geraubt und gestohlen, was irgendwie greifbar ist. Von der Handtasche, dem Handy und dem Fahrrad bis zum ganzen Auto ist da alles dabei, wobei dem aufmerksamen Leser auffällt, dass diese Meldungen meist enden mit dem etwas hilflosen wirkenden Hinweis „die Polizei bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise unter Tel. 069/“.Meist schaffen es solche Polizeimeldungen nicht in die Schlagzeilen der Tageszeitungen, denn wen interessiert das schon, dass man einen 48-Jährigen an der S-Bahnstation überfallen, mit Tränengas wehrlos gesprüht und niedergeschlagen hat, um ihm Handy und Geld zu rauben.
Selbst wenn der Überfallene dabei so schwer verletzt wurde, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste, interessiert sich doch keine überregionale oder gar im ganzen Bundesgebiet erscheinende Zeitung dafür. Und im Fernsehen kommen derartige Ereignisse noch nicht einmal in den Nachrichten der dritten Programme, was sicher daran liegen wird, dass die zur Verfügung stehende Sendezeit für alle Verbrechen gar nicht ausreichen würde.

Doch jetzt hat es, man möchte fast sagen „endlich“, mal eine Meldung aus Frankfurt zu zweifelhaftem bundesweiten Ruhm gebracht, denn im Westend war ein Rabbiner Opfer eines solchen Angriffs geworden, als er von der Synagoge nach Hause ging.
Dieser Vorfall hat es mit einer immer wieder erstaunlichen Geschwindigkeit und bestaunenswerten Intensität national und international in die Medien geschafft und war der Frankfurter Rundschau, zusätzlich zur laufenden Berichterstattung über den Stand der Dinge, sogar zwei Leitartikel wert.

Unter den Schlagzeilen „Messerattacke auf Rabbiner“, „Ausgerechnet in Frankfurt“, „Jüdische Gemeinde verunsichert“, „Unter Schock“, „Entsetzte Muslime“, „Messerstecher handelte antisemitisch“ wurden wahre Horrorszenarien entwickelt, die Stadt zur „No-Go-Area“ erklärt und Anrufer aus der ganzen Welt erkundigten sich sorgenvoll nach der Lage der Juden in Frankfurt. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland warf sogar die Frage auf, ob sich gläubige Juden in der Bundesrepublik noch offen auf der Straße zeigen könnten oder ob sie sich verstecken müssten und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, berichtete gar von “retraumatisierten” Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Frankfurts.

Der Schriftsteller Matthias Altenburg nannte den Vorfall eine „antisemitische Ausschreitung“ und zog Vergleiche mit der „Schlägerei und Hetzjagd“ in Mügeln, die er als „Überfall auf Inder“ bezeichnete. Ursache sei eine Missachtung demokratischer Institutionen und auch dass in Sachsen die NPD mittlerweile in Umfragen vor der SPD liege - all das wirke sich nun auch in Frankfurt aus. Ihm schwebe daher eine “Großdemonstration gegen Rechts” in Frankfurt vor, mit der die Stadt bundesweit ein Zeichen setzen könne.
Währenddessen hatte die Polizei ein Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht und außerdem wurde eine Belohnung von 4000 Euro ausgesetzt und eine Woche nach der Tat konnte die Polizei einen 22-jährigen afghanischstämmigen Deutschen festnehmen.

Er habe den Angriff zugegeben, eine Tötungsabsicht oder ein antisemitisches Motiv jedoch bestritten. Nach ersten Ermittlungen ist der 22-Jährige bisher politisch nicht in Erscheinung getreten. Er gehöre keiner islamistischen Organisation an und sei auch nicht vorbestraft, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Allein in diesem Zeitraum von 7 Tagen, in denen die Welt entsetzt nach Frankfurt am Main blickte, weil in dieser Stadt die retraumatisierten Mitglieder der jüdischen Gemeinde nicht mehr sicher waren und von rechtsradikalen und antisemitischen Gewalttätern bedroht wurden, ereigneten sich in der Stadt weitere Verbrechen, von denen aber die Weltöffentlichkeit nicht in Kenntnis gesetzt wurde:

In der Windmühlenstraße wurde ein 53-jähriger Mann überfallen und niedergeschlagen.
Vermutlich ist es einem zu Hilfe eilenden Zeugen zu verdanken, dass der Täter von seinem Opfer abließ und flüchtete. Bei dem Täter soll es sich um einen etwa 25-jährigen Mann mit südländischem Aussehen handeln, der Deutsch mit Akzent spricht und eine auffallende Hakennase hat.

In Sachsenhausen wurde einer 67-jährigen Frankfurterin von drei unbekannten Tätern die Handtasche geraubt.

Am Hauptbahnhof versuchten zwei Mädchen einen Taxifahrer auszurauben und schlugen ihm einen Stein in einer Plastiktüte über den Schädel.

Im Westend wurde einer 28-jährigen Frankfurterin von einem vorbeifahrenden Radfahrer die Handtasche, in der sich rund 2.000 EUR sowie Kreditkarten und der Führerschein befanden, entrissen. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

In Frankfurt-Bornheim wurde die 41-jährige Mitarbeiterin einer Bäckerei überfallen. Der Täter versetzte ihr einen heftigen Schlag in den Nacken, schob sie in einen Lagerraum und fesselte sie und flüchtete mit den Tageseinnahmen in Höhe von ca. 6000 Euro. Der Täter war ca. 30-35 Jahre alt und ca 160 cm groß. Er hatte ein rundes Gesicht und war von südländischer Erscheinung.

In einer Tiefgarage der Innenstadt wurde der Besitzer eine italienischen Gaststätte von zwei bewaffneten Männern überfallen, gezwungen sich auf den Boden zu legen, mit Handschellen an ein Gitter gefesselt und der Tageseinnahmen in Höhe mehrere tausend Euro beraubt. Bei den Tätern handelt es sich vermutlich um Osteuropäer.

Im Westend wurde ein 42-jähriger Frankfurter von einem bislang unbekannten Täter durch einen Messerstich verletzt. Der Verletzte begab sich anschließend in eine nahe gelegene Klinik. Dort wurde er stationär aufgenommen und sofort operiert. Lebensgefahr bestand und besteht nach Auskunft der Ärzte nicht. Der Täter wird als südländisch bzw. arabisch aussehender Mann beschrieben, etwa 20 bis 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,75 m groß, und hatte dunkle, kurze Haare, schlanke Gestalt, trug zur Tatzeit Blue Jeans und eine helle oderbeige Jacke. Der Täter sprach zunächst einige arabisch klingenden Worte, dann in deutscher Sprache. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Täterermittlung führen, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft heute eine Belohnung in Höhe von 2000,-Euro ausgesetzt.

Ach nein, halt, stopp, das hatten wir ja schon, das war ja der antisemitische Angriff auf den Rabbiner.
Aber selbst in dieser ausführlichen Form, mit dieser exakten Täterbeschreibung und einer ausgesetzten Belohnung von 2000 Euro, hätte sich im übrigen Bundesgebiet kein Mensch dafür interessiert.
Sicher deshalb hat die Polizei auch gleich oben drüber geschrieben, dass ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde durch Messerstich verletzt“ wurde.

Dann hätte man aber bei den anderen Opfern aber auch die Religionszugehörigkeit angeben und eine Belohnung aussetzen können.
Das liest sich doch gleich ganz anders, wenn man erfährt, dass ein 53-jähriges Mitglied der Katholischen Kirchengemeinde in der Windmühlenstraße niedergeschlagen und ausgeraubt wurde und dass die in Bornheim überfallene Bäckereimitarbeiterin praktizierende Atheistin war.

Finden Sie nicht?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. September 2007 um 05:45:33 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

6 Antworten zu “Polizeibericht”

  1. veilchen meint:

    Diese Ausführungen sind so etwas von richtig und treffend, passender geht es nicht mehr. - Es stellt sich die Frage, welches die Hintergründe dafür sind?
    Die wahren Nachrichten über das deutsche Land, soweit sie das Volk betreffen, verkürzen sich immer mehr. Es sei denn, es geht um wichtige Personen, wozu die jüdischen Gemeinden wohl zählen. Mir kommt es so vor, als wolle man sie immer als etwas Besonderes darstellen, was meines Erachtens nicht zutrifft. Sind die gleicher, als andere Bürger des Landes und warum? -
    Momentan bemüht man sich ja nur noch, die Islamisten hier als gewaltbereite Täter darzustellen, damit der Innen und einige andere ihren Wahn ausleben können! Nur da stellt sich wiederum die Frage: Warum schaute man denn erst so lange zu? Gewollte Aktionen?
    Zurück zum Thema, obwohl die Dinge ja ineinander greifen. Frau Müller und Herr Meier sind nicht mehr wichtig genug, erwähnt zu werden. Wir sind ja globalisiert! - Es reicht doch zu behaupten, dass das normale Volk im Wohlstand lebt. Und wenn dann mal eine Handtasche geraubt wird, ist das nicht so tragisch. - Schliesslich hat jeder Deutsche doch xxxy Euro auf der hohen Kante, lt. Statistik. - Und jeder Raub eines Fremden hier im Lande, verbessert die Chancen in dessen Heimat! Wenn die mehr haben, können die mehr bei uns kaufen! -
    Es gehört eben zum Plan der Weltregierung, die Völker zu vermischen und auf ein Niveau zu bringen. Deshalb müssen die Deutschen abgeben und sind nicht mehr so wichtig, erwähnt zu werden. Wer sich wehrt, handelt ohnehin fremdenfeindlich!
    Bitte die leichte Satire beachten!
    Warum aber Juden in den Kreis der Privilegierten kommen und in besonderem Masse in den Zeitungen erwähnt werden, ist mir ein Rätsel. Die Täter werden doch wohl kaum zuvor erkunden, welchen Glauben und welche Nationalität das geplante Opfer haben könnte, wenn sie rauben wollen.

  2. Minotaurus meint:

    Es scheint, als gäbe es in Deutschland wirklich keine dringenderen Probleme, als sich von früh bis spät ausschließlich mit “jüdischen Angelegenheiten” zu beschäftigen.

    Hierzu ein kleines Fundstück:

    Deutsch-jüdischer Monolog

    *tüüt* *tüüt* clack

    „Kulturamt Hintermondstadt, Messmer am Apparat, moin“

    „Moin Klaus, Dieter hier. Du, ich habe mir jetzt den Programmablauf für die Eröffnung der Sonderausstellung „Judentum in Hintermondstadt von 1000 v.Chr bis 1933“ angesehen, der geht soweit in Ordnung. Vielleicht noch zwei, drei Punkte: vielleicht wär´s besser, wenn erst die Schulklasse die Gedichte aus Theresienstadt vorliest und dann die Schriftstellerin von der Verfolgung ihrer Urgroßeltern berichtet…

    …naja… wenn die Kinders zuerst dran sind, dann macht das meiner Meinung nach schon betroffener für die Geschichte der Schriftstellerin. Umgekehrt wird’s sonst vielleicht ein bisschen langweilig, zumal ich ja vorher noch mein Grußwort sprechen will…

    …überhaupt: da fällt mir was auf: wo ist denn das Streicher-Terzett, die Musik aus Theresienstadt spielen sollten…

    …wie? Vergessen? Wer hat das vergessen? Du oder die Streicher?

    …Klaus, das interessiert mich jetzt nicht. Ich kann doch keine jüdische Gedenkveranstaltung ohne Streicher…

    …nein, das geht nicht, das Streicherterzett ist ein absolutes Muss. Sonst isses doch keine Gedenk…

    …ich HASSE das, wenn Du mich unterbrichst! Da ist die Presse, da hockt der Landrat… Soll ich denen erklären, dass wir schlicht vergessen haben, ein Streicherterzett…

    …Klaus, ich will keine Ausreden, ich will Lösungen. Weißt Du, was der Vorstand der jüdischen Gemeinde aus mir macht, wenn die kein Streicherterzett kriegen? Die Juden sind doch da so empfindlich…

    …Polizeikapelle? BIST DU BESCHEUERT? Ich kann doch keine Theresienstadtmusik von uniformierten Leuten…, da kommt doch gleich Erinnerung hoch…

    …natürlich ist das eine Erinnerungsveranstaltung, aber da kann ich ja gleich eine Neonaziband einladen…

    …eine BLASKAPELLE? Klaus, bist Du von Sinnen? Wir eröffnen da kein Oktoberfest. Nein, auch keine Spielmannszüge, da kann ich ja gleich die Faschingsstadtgarde buchen…

    …Klaus, denk jetzt mal mit. Haben wir irgendwo Noten von der Theresienstadtmusik? Dann könnten wir auf kurz von der Musikschule…

    …das habe ich befürchtet.

    …nein, Wagner geht in dem Zusammenhang gar nicht. Der war Antisemit. Da kann ich genauso gut das Horst-Wessel-Lied geigen lassen…

    …ja, woher soll ICH denn wissen, wo Du auf die Schnelle ein Terzett herkriegst. Du bist der Kulturreferent, nicht ich…

    …Klaus, ich brauch eine Lösung. Ohne die Streicher machen die verdammten Juden aus mir Hackfleisch. Die Reaktion der Presse möchte ich mir gar nicht erst vorstellen!

    …Kindergarten? Das klingt nach einer annehmbaren Idee. Ist auch mal was anderes. So die Kinder im Gedenken an die KZ-Kinder, so könnte man das verkaufen…

    …was die singen sollen? Gibt es Theresienstadtkinderlieder? Nein? Dachte ich mir…

    …eine Kinderoper gibt es? Das kriegen wir in drei Tagen wohl nicht gebacken, oder? Ich habs befürchtet…

    …aber der Ansatz ist gut! Lass uns hier mal weiterarbeiten.

    …hmm…

    …Du meinst, statt „alle Vögel sind schon da“ „alle Juden sind schon wieder da“? Ich weiß nicht… das klingt, als wäre da irgendwie ein Haken. Es klingt irgendwie…

    …genau. Ironisch. Das Wort habe ich gesucht. Klaus, ich brauch eine Lösung.

    …ja, mir gehen die Juden ja auch auf den Nerv. Ist immer dasselbe mit denen…

    …hehe, ja, genau, den haben sie damals vergessen…

    …hehe, nee, eigentlich ist der zu jung, um im KZ gewesen zu sein…

    …also, egal wie, wir müssen da was improvisieren…

    …mal eine andere Idee: die Juden glauben doch an Jehova. Könnten wir nicht ein paar „Zeugen Jehovas“…

    …ach so. Andere Baustelle. Dann lass uns bei dem Kinderchor bleiben…

    …“Salomon Klein“ statt „Hänschen klein“? Du, das klingt gut. Das kennt jeder, da kann man auch mal mitsummen… und es klingt jüdisch. Kriegst Du das in drei Tagen…

    …kein Problem? Klasse. Das machen wir so. Dann können die verdammten Juden auch nicht herummeckern…

    …nein, natürlich habe ich die nicht gefragt, ob die überhaupt Musik wollen. Kennt man doch. Wollen die immer haben…

    …super Klaus. Dann machen wir das so. Du organisierst den Kinderchor und der kommt dann nach meinem Grußwort…

    …nein, da muss ich nichts mehr überarbeiten. Ich hab das Ding wortwörtlich aus einer Weizsäcker-Rede abgeschrieben. Du weißt schon, von wegen, dass wir froh sind, dass es wieder Juden in Hintermondstadt gibt und „Aufmerksamkeit, dass sich nichts wiederholt“ und blablabla…

    …danke, Dir auch. Wir sehen uns dann bei der Eröffnung. Tschö mit Ö, gell? Haha…“

    *clack*

    …So. Hätten wir das auch wieder. Drecksjuden.

  3. Machopan meint:

    Wie die Frankfurter Polizei meldet, wurden jetzt bei einer weiteren “Messerattacke” zwei 27-jährige Türken schwer verletzt. Unklar ist bislang leider, ob es sich dabei um Christen oder Muslime handelt.
    Der Täter, von dem nur eine unzureichende Personenbeschreibung vorliegt, flüchtete nach der Tat zu Fuß. Eine Belohnung wurde bisher nicht ausgesetzt.
    Das wird sich jedoch rasch ändern, sofern die Tat im Zusammenhang mit ausländerfeindlichen oder gar antisemitischen Motive gesehen werden kann.
    Warten wir es mal ab.

  4. veilchen meint:

    In dem Bericht wirde aber auch erwähnt, dass die Polizei ein Wildschwein töten musste. - Die Zugehörigkeit der Nationalität wurde nicht bekannt.

    Ich weise ferner darauf hin, dass es künftig gefährlich sein wird, im Winter vermummt umher zu laufen und wenn das noch nachts geschieht, vielleicht nach einer Feier, das könnte für einige Leute auf einer Polizeiwache enden. (im Poliozeibericht erwähnt) Junge, Junge, an was man alles denken muss!

  5. Machopan meint:

    Die Meldung mit den “Vermummten” hatte ich noch gar nicht gesehen.
    Jetzt kann man noch nicht einmal mehr mit Schal und Pudelmütze “maskiert” seinen Abendspaziergang machen, ohne dass “sicherheitsbedrohte” Anlieger die Polizei benachrichtigen.
    Die spinnen echt, die “Deutschen”!

  6. ErasmusRoterodamus meint:

    Der Täter, ein Dauerbekiffter, der die Lehre abgebrochen hat, wird nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Wie sich vor Gericht herausgestellt hat, ist der unter starken Psychopharmaka stehende Rabbi dem 20 Zentimeter kleineren Afghanen an den Kragen gegangen, nachdem er eine antisemitsche Beleidigung verstanden haben wollte.
    Leute wie Minotaurus werden aber nie kapieren, was sie mit ihrem völlig überdrehten Anti-Antisemitismus regelmäßig anrichten. Wenn als Folge solcher Vorfälle der ZdJ von No-Go-Areas für Juden fabuliert, kann man den dort Verantwortlichen nur noch eine Therapie zur Behandlung ihrer Angststörungen ans Herz legen. Mit der bundesdeutschen Wirklichkeit im 21. Jahrhundert hat sowas nämlich nicht das geringste zu tun.

    Wenn man sich bei der FR durch die verschiedenen Artikel forstet, findet man als Quintessenz des ermittelten Tathergangs ungefähr das Folgende:

    In der Verhandlung waren auf Betreiben der Verteidiger zahlreiche Verfehlungen des Opfers zur Sprache gekommen. Staatsanwältin Niesen sah es zudem wegen einer Zeugenaussage als bewiesen an, dass der 43 Jahre alte Rabbiner den Täter zunächst am Kragen gepackt hatte, bevor dieser zustach. Der Rabbiner sei möglicherweise sehr empfindsam, was Äußerungen über seinen Glauben angehe.

    Die Version des Angeklagten, der bis zu seiner Verhaftung am 13. September bei seinen Eltern in Hattersheim wohnte und eine Ausbildung zum Lackierer abgebrochen hat, lautet so: Wie üblich sei er an diesem Tag gegen 15 Uhr aufgestanden, habe ein paar Joints geraucht und sei dann nach Frankfurt gefahren, um sich dort mit Kumpels zu treffen.

    Durch das Haschisch in fröhlicher und friedfertiger Stimmung habe er den Rabbi, der gerade auf dem Heimweg von der Synagoge und eindeutig als orthodoxer Jude zu erkennen war, mit einem nett gemeinten “Salem aleikum” gegrüßt.

    Daraufhin sei dieser aus der Haut gefahren, habe ihn angebrüllt, ob er ein Problem habe und habe ihn kräftig am Schlafittchen gepackt. “Er ist ziemlich groß und ziemlich breit”, urteilt er wahrheitsgemäß, da habe er Angst bekommen und das Messer gezückt.

    “Ich wollte ihn nur bedrohen.” Den Stich habe er nicht wirklich registriert. Dass er ihn schwer verletzt habe, “das habe ich dann erst im Fernsehen mitbekommen. Diese ganzen Mediensachen waren zu viel für mich.” Er habe daran gedacht, sich zu stellen, das dann aber doch nicht getan. Er habe weder eine Tötungsabsicht gehabt noch aus antisemitischen Motiven gehandelt.

    Das sieht der Rabbi anders. Als er an ihm vorbeigegangen sei, habe ihn der junge Mann in einer fremden Sprache angepöbelt - mit Sicherheit aber habe er nicht “Salem aleikum” gesagt. “Ich hatte das Gefühl, es war antisemitisch.” Mehr als nur ein Gefühl, was dann geschehen sein soll.

    Von ihm zur Rede gestellt habe Sahed A. “Du Scheiß-Jude, ich stech’ dich jetzt ab”, gesagt. “Aus seinen Augen strahlte Hass”, sagt der Rabbi vor Gericht. Den Stich habe er zuerst nicht unbedingt als solchen empfunden - er habe aber gemerkt, dass ihn etwas getroffen habe.

    Deswegen habe er laut um Hilfe gerufen. “Deswegen stehe ich heute hier” - sein Rufen habe den Täter verjagt. Erst in seiner nahe gelegenen Wohnung habe er gemerkt, dass das weiße Hemd unter seinem schwarzen Mantel mittlerweile blutrot gewesen sei. Eine Nachbarin habe ihn dann sofort zum Bürgerhospital gefahren, wo er operiert worden sei.

    Der Ausdruck “Scheiß-Jude” dürfte zum Knackpunkt des auf mehrere Verhandlungstage anberaumten Prozesses werden. Sahed A. bestreitet ihn vehement, Zalman Gurevich ist sicher, ihn gehört zu haben.

    Es sind unschöne Szenen, wenn A.’s Anwälte immer wieder nachbohren, warum er in seiner ersten Vernehmung im Krankenhaus von dem Ausruf “Judenschwein” gesprochen habe - aber das ist nun mal ihre Aufgabe. Er habe damals unter starken Schmerzmitteln gestanden, sagt Gurevich immer wieder. Im Nachhinein aber sei er sich sicher, dass es sich so abgespielt habe, wie er es nun berichte.

    Es war klar, dass zu Beginn dieses Prozesstages die Fetzen fliegen würden. Und zwar vornehmlich zwischen Ulrich Endres und Rolf Döring. Endres vertritt Sahed A., den 23-jährigen Angeklagten, der vergangenen September dem 43 Jahre alten Zalman Gurevich auf offener Straße ein Messer in den Bauch gerammt hatte. Endres hatte am vorherigen Verhandlungstag mit massiven Vorwürfen versucht, die Glaubwürdigkeit des abwesenden Rabbiners in Frage zu stellen.

    Döring, der als Anwalt dem Nebenkläger Gurevich zur Seite steht, hatte ihm daraufhin Antisemitismus vorgeworfen. “Diese Behauptungen werden ein Nachspiel haben”, donnerte Endres zu Beginn, “entweder Sie entschuldigen sich, oder ich werde Sie anzeigen.” Doch Döring entschuldigte sich nicht. Endres will ihn nun wegen Beleidigung und übler Nachrede zur Verantwortung ziehen. Seine Mutter, sagte er vor Gericht, habe ihn 1945 in einer Zelle der Gestapo zur Welt gebracht, nachdem sein Vater Juden versteckt habe.

    Der Montag war nicht unbedingt ein guter Gerichtstag für den Rabbiner, der nach einem Todesfall in der Familie und einem Aufenthalt in Israel wieder vor Gericht erschien. Die beiden ausländischen Zeugen, die ihn damals von der Synagoge nach Hause begleitet hatten, waren nicht erschienen - nach Aussage Dörings fürchten sie in Deutschland nach dem Vorfall um ihr Leben.

    So blieb dem Vorsitzenden Richter Klaus Drescher nur übrig, mit Gurevich die Punkte durchzugehen, die Endres am vorherigen Prozesstag genannt hatte. Mit der Tat hat das alles nichts zu tun. Der Rabbi mag Miete nicht gezahlt, Handwerker mit ungedeckten Schecks entlohnt, Mitarbeiter nicht sozialversichert und ohne Führerschein Auto gefahren haben - das alles ist für die Messerattacke ohne Belang. Schlecht für seine Glaubwürdigkeit aber sind Vorfälle wie der vom vergangenen Heiligen Abend. Da baute der Rabbi trotz entzogener Fahrerlaubnis mit dem Auto einen Unfall - und gab der Polizei falsche Personalien an. Sein Anwalt begründete das damit, dass Gurevich seit dem Angriff Angst habe, seinen Namen zu nennen. Im Laufe der Verhandlung wurde der Rabbiner zunehmend schmallippiger. “Ich bin hier der Buhmann”, sagte er.

    Bei der Messerattacke auf einen Frankfurter Rabbiner waren sowohl beim Angreifer als auch beim Opfer Drogen beziehungsweise starke Medikamente im Spiel. In nicht öffentlicher Sitzung untersuchte das Frankfurter Landgericht am Mittwoch die Medikation des jüdischen Geistlichen zum Zeitpunkt des Angriffs im September vergangenen Jahres.

    Es handele sich um eine “geballte Mischung diverser Anti-Depressiva”, erklärte hinterher der Rechtsmediziner Prof. Gerold Kauert. Er frage sich schon, welche Indikation für derart “schwere Geschütze” bestanden habe. Insgesamt sei die Medikation “etwas merkwürdig”, lasse aber auf die Behandlung einer Depression schließen.

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Polizeibericht

27. September 2007 05:45

Lieber Freund

Dass Frankfurt ein unsicheres Pflaster geworden ist, liegt nicht etwa am schlechten Zustand der Straßen und Gehwege, auch wenn hier durchaus die Notwendigkeit der Verbesserung gegeben wäre.
Nein, das unsichere Pflaster Frankfurts ist ins Gerede gekommen, weil es gefährlich geworden ist auf diesen Pflaster unterwegs zu sein und die Möglichkeit dabei Schaden an Leib und Seele oder Hab und Gut zu nehmen, extrem gut ist.

Der Ticker mit den Polizeimeldungen auf den Internetseiten der Frankfurter Rundschau liest sich zeitweise als würde in Frankfurt die Jahrestagung der Straßenräuber und Kleinkriminellen stattfinden. Da wird so ziemlich alles und zu jeder Tageszeit überfallen, geraubt und gestohlen, was irgendwie greifbar ist. Von der Handtasche, dem Handy und dem Fahrrad bis zum ganzen Auto ist da alles dabei, wobei dem aufmerksamen Leser auffällt, dass diese Meldungen meist enden mit dem etwas hilflosen wirkenden Hinweis „die Polizei bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise unter Tel. 069/“.Meist schaffen es solche Polizeimeldungen nicht in die Schlagzeilen der Tageszeitungen, denn wen interessiert das schon, dass man einen 48-Jährigen an der S-Bahnstation überfallen, mit Tränengas wehrlos gesprüht und niedergeschlagen hat, um ihm Handy und Geld zu rauben.
Selbst wenn der Überfallene dabei so schwer verletzt wurde, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste, interessiert sich doch keine überregionale oder gar im ganzen Bundesgebiet erscheinende Zeitung dafür. Und im Fernsehen kommen derartige Ereignisse noch nicht einmal in den Nachrichten der dritten Programme, was sicher daran liegen wird, dass die zur Verfügung stehende Sendezeit für alle Verbrechen gar nicht ausreichen würde.

Doch jetzt hat es, man möchte fast sagen „endlich“, mal eine Meldung aus Frankfurt zu zweifelhaftem bundesweiten Ruhm gebracht, denn im Westend war ein Rabbiner Opfer eines solchen Angriffs geworden, als er von der Synagoge nach Hause ging.
Dieser Vorfall hat es mit einer immer wieder erstaunlichen Geschwindigkeit und bestaunenswerten Intensität national und international in die Medien geschafft und war der Frankfurter Rundschau, zusätzlich zur laufenden Berichterstattung über den Stand der Dinge, sogar zwei Leitartikel wert.

Unter den Schlagzeilen „Messerattacke auf Rabbiner“, „Ausgerechnet in Frankfurt“, „Jüdische Gemeinde verunsichert“, „Unter Schock“, „Entsetzte Muslime“, „Messerstecher handelte antisemitisch“ wurden wahre Horrorszenarien entwickelt, die Stadt zur „No-Go-Area“ erklärt und Anrufer aus der ganzen Welt erkundigten sich sorgenvoll nach der Lage der Juden in Frankfurt. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland warf sogar die Frage auf, ob sich gläubige Juden in der Bundesrepublik noch offen auf der Straße zeigen könnten oder ob sie sich verstecken müssten und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, berichtete gar von “retraumatisierten” Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Frankfurts.

Der Schriftsteller Matthias Altenburg nannte den Vorfall eine „antisemitische Ausschreitung“ und zog Vergleiche mit der „Schlägerei und Hetzjagd“ in Mügeln, die er als „Überfall auf Inder“ bezeichnete. Ursache sei eine Missachtung demokratischer Institutionen und auch dass in Sachsen die NPD mittlerweile in Umfragen vor der SPD liege - all das wirke sich nun auch in Frankfurt aus. Ihm schwebe daher eine “Großdemonstration gegen Rechts” in Frankfurt vor, mit der die Stadt bundesweit ein Zeichen setzen könne.
Währenddessen hatte die Polizei ein Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht und außerdem wurde eine Belohnung von 4000 Euro ausgesetzt und eine Woche nach der Tat konnte die Polizei einen 22-jährigen afghanischstämmigen Deutschen festnehmen.

Er habe den Angriff zugegeben, eine Tötungsabsicht oder ein antisemitisches Motiv jedoch bestritten. Nach ersten Ermittlungen ist der 22-Jährige bisher politisch nicht in Erscheinung getreten. Er gehöre keiner islamistischen Organisation an und sei auch nicht vorbestraft, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Allein in diesem Zeitraum von 7 Tagen, in denen die Welt entsetzt nach Frankfurt am Main blickte, weil in dieser Stadt die retraumatisierten Mitglieder der jüdischen Gemeinde nicht mehr sicher waren und von rechtsradikalen und antisemitischen Gewalttätern bedroht wurden, ereigneten sich in der Stadt weitere Verbrechen, von denen aber die Weltöffentlichkeit nicht in Kenntnis gesetzt wurde:

In der Windmühlenstraße wurde ein 53-jähriger Mann überfallen und niedergeschlagen.
Vermutlich ist es einem zu Hilfe eilenden Zeugen zu verdanken, dass der Täter von seinem Opfer abließ und flüchtete. Bei dem Täter soll es sich um einen etwa 25-jährigen Mann mit südländischem Aussehen handeln, der Deutsch mit Akzent spricht und eine auffallende Hakennase hat.

In Sachsenhausen wurde einer 67-jährigen Frankfurterin von drei unbekannten Tätern die Handtasche geraubt.

Am Hauptbahnhof versuchten zwei Mädchen einen Taxifahrer auszurauben und schlugen ihm einen Stein in einer Plastiktüte über den Schädel.

Im Westend wurde einer 28-jährigen Frankfurterin von einem vorbeifahrenden Radfahrer die Handtasche, in der sich rund 2.000 EUR sowie Kreditkarten und der Führerschein befanden, entrissen. Der Täter konnte unerkannt entkommen.

In Frankfurt-Bornheim wurde die 41-jährige Mitarbeiterin einer Bäckerei überfallen. Der Täter versetzte ihr einen heftigen Schlag in den Nacken, schob sie in einen Lagerraum und fesselte sie und flüchtete mit den Tageseinnahmen in Höhe von ca. 6000 Euro. Der Täter war ca. 30-35 Jahre alt und ca 160 cm groß. Er hatte ein rundes Gesicht und war von südländischer Erscheinung.

In einer Tiefgarage der Innenstadt wurde der Besitzer eine italienischen Gaststätte von zwei bewaffneten Männern überfallen, gezwungen sich auf den Boden zu legen, mit Handschellen an ein Gitter gefesselt und der Tageseinnahmen in Höhe mehrere tausend Euro beraubt. Bei den Tätern handelt es sich vermutlich um Osteuropäer.

Im Westend wurde ein 42-jähriger Frankfurter von einem bislang unbekannten Täter durch einen Messerstich verletzt. Der Verletzte begab sich anschließend in eine nahe gelegene Klinik. Dort wurde er stationär aufgenommen und sofort operiert. Lebensgefahr bestand und besteht nach Auskunft der Ärzte nicht. Der Täter wird als südländisch bzw. arabisch aussehender Mann beschrieben, etwa 20 bis 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,75 m groß, und hatte dunkle, kurze Haare, schlanke Gestalt, trug zur Tatzeit Blue Jeans und eine helle oderbeige Jacke. Der Täter sprach zunächst einige arabisch klingenden Worte, dann in deutscher Sprache. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Täterermittlung führen, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft heute eine Belohnung in Höhe von 2000,-Euro ausgesetzt.

Ach nein, halt, stopp, das hatten wir ja schon, das war ja der antisemitische Angriff auf den Rabbiner.
Aber selbst in dieser ausführlichen Form, mit dieser exakten Täterbeschreibung und einer ausgesetzten Belohnung von 2000 Euro, hätte sich im übrigen Bundesgebiet kein Mensch dafür interessiert.
Sicher deshalb hat die Polizei auch gleich oben drüber geschrieben, dass ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde durch Messerstich verletzt“ wurde.

Dann hätte man aber bei den anderen Opfern aber auch die Religionszugehörigkeit angeben und eine Belohnung aussetzen können.
Das liest sich doch gleich ganz anders, wenn man erfährt, dass ein 53-jähriges Mitglied der Katholischen Kirchengemeinde in der Windmühlenstraße niedergeschlagen und ausgeraubt wurde und dass die in Bornheim überfallene Bäckereimitarbeiterin praktizierende Atheistin war.

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  1. veilchen meint:

    Diese Ausführungen sind so etwas von richtig und treffend, passender geht es nicht mehr. - Es stellt sich die Frage, welches die Hintergründe dafür sind?
    Die wahren Nachrichten über das deutsche Land, soweit sie das Volk betreffen, verkürzen sich immer mehr. Es sei denn, es geht um wichtige Personen, wozu die jüdischen Gemeinden wohl zählen. Mir kommt es so vor, als wolle man sie immer als etwas Besonderes darstellen, was meines Erachtens nicht zutrifft. Sind die gleicher, als andere Bürger des Landes und warum? -
    Momentan bemüht man sich ja nur noch, die Islamisten hier als gewaltbereite Täter darzustellen, damit der Innen und einige andere ihren Wahn ausleben können! Nur da stellt sich wiederum die Frage: Warum schaute man denn erst so lange zu? Gewollte Aktionen?
    Zurück zum Thema, obwohl die Dinge ja ineinander greifen. Frau Müller und Herr Meier sind nicht mehr wichtig genug, erwähnt zu werden. Wir sind ja globalisiert! - Es reicht doch zu behaupten, dass das normale Volk im Wohlstand lebt. Und wenn dann mal eine Handtasche geraubt wird, ist das nicht so tragisch. - Schliesslich hat jeder Deutsche doch xxxy Euro auf der hohen Kante, lt. Statistik. - Und jeder Raub eines Fremden hier im Lande, verbessert die Chancen in dessen Heimat! Wenn die mehr haben, können die mehr bei uns kaufen! -
    Es gehört eben zum Plan der Weltregierung, die Völker zu vermischen und auf ein Niveau zu bringen. Deshalb müssen die Deutschen abgeben und sind nicht mehr so wichtig, erwähnt zu werden. Wer sich wehrt, handelt ohnehin fremdenfeindlich!
    Bitte die leichte Satire beachten!
    Warum aber Juden in den Kreis der Privilegierten kommen und in besonderem Masse in den Zeitungen erwähnt werden, ist mir ein Rätsel. Die Täter werden doch wohl kaum zuvor erkunden, welchen Glauben und welche Nationalität das geplante Opfer haben könnte, wenn sie rauben wollen.

  2. Minotaurus meint:

    Es scheint, als gäbe es in Deutschland wirklich keine dringenderen Probleme, als sich von früh bis spät ausschließlich mit “jüdischen Angelegenheiten” zu beschäftigen.

    Hierzu ein kleines Fundstück:

    Deutsch-jüdischer Monolog

    *tüüt* *tüüt* clack

    „Kulturamt Hintermondstadt, Messmer am Apparat, moin“

    „Moin Klaus, Dieter hier. Du, ich habe mir jetzt den Programmablauf für die Eröffnung der Sonderausstellung „Judentum in Hintermondstadt von 1000 v.Chr bis 1933“ angesehen, der geht soweit in Ordnung. Vielleicht noch zwei, drei Punkte: vielleicht wär´s besser, wenn erst die Schulklasse die Gedichte aus Theresienstadt vorliest und dann die Schriftstellerin von der Verfolgung ihrer Urgroßeltern berichtet…

    …naja… wenn die Kinders zuerst dran sind, dann macht das meiner Meinung nach schon betroffener für die Geschichte der Schriftstellerin. Umgekehrt wird’s sonst vielleicht ein bisschen langweilig, zumal ich ja vorher noch mein Grußwort sprechen will…

    …überhaupt: da fällt mir was auf: wo ist denn das Streicher-Terzett, die Musik aus Theresienstadt spielen sollten…

    …wie? Vergessen? Wer hat das vergessen? Du oder die Streicher?

    …Klaus, das interessiert mich jetzt nicht. Ich kann doch keine jüdische Gedenkveranstaltung ohne Streicher…

    …nein, das geht nicht, das Streicherterzett ist ein absolutes Muss. Sonst isses doch keine Gedenk…

    …ich HASSE das, wenn Du mich unterbrichst! Da ist die Presse, da hockt der Landrat… Soll ich denen erklären, dass wir schlicht vergessen haben, ein Streicherterzett…

    …Klaus, ich will keine Ausreden, ich will Lösungen. Weißt Du, was der Vorstand der jüdischen Gemeinde aus mir macht, wenn die kein Streicherterzett kriegen? Die Juden sind doch da so empfindlich…

    …Polizeikapelle? BIST DU BESCHEUERT? Ich kann doch keine Theresienstadtmusik von uniformierten Leuten…, da kommt doch gleich Erinnerung hoch…

    …natürlich ist das eine Erinnerungsveranstaltung, aber da kann ich ja gleich eine Neonaziband einladen…

    …eine BLASKAPELLE? Klaus, bist Du von Sinnen? Wir eröffnen da kein Oktoberfest. Nein, auch keine Spielmannszüge, da kann ich ja gleich die Faschingsstadtgarde buchen…

    …Klaus, denk jetzt mal mit. Haben wir irgendwo Noten von der Theresienstadtmusik? Dann könnten wir auf kurz von der Musikschule…

    …das habe ich befürchtet.

    …nein, Wagner geht in dem Zusammenhang gar nicht. Der war Antisemit. Da kann ich genauso gut das Horst-Wessel-Lied geigen lassen…

    …ja, woher soll ICH denn wissen, wo Du auf die Schnelle ein Terzett herkriegst. Du bist der Kulturreferent, nicht ich…

    …Klaus, ich brauch eine Lösung. Ohne die Streicher machen die verdammten Juden aus mir Hackfleisch. Die Reaktion der Presse möchte ich mir gar nicht erst vorstellen!

    …Kindergarten? Das klingt nach einer annehmbaren Idee. Ist auch mal was anderes. So die Kinder im Gedenken an die KZ-Kinder, so könnte man das verkaufen…

    …was die singen sollen? Gibt es Theresienstadtkinderlieder? Nein? Dachte ich mir…

    …eine Kinderoper gibt es? Das kriegen wir in drei Tagen wohl nicht gebacken, oder? Ich habs befürchtet…

    …aber der Ansatz ist gut! Lass uns hier mal weiterarbeiten.

    …hmm…

    …Du meinst, statt „alle Vögel sind schon da“ „alle Juden sind schon wieder da“? Ich weiß nicht… das klingt, als wäre da irgendwie ein Haken. Es klingt irgendwie…

    …genau. Ironisch. Das Wort habe ich gesucht. Klaus, ich brauch eine Lösung.

    …ja, mir gehen die Juden ja auch auf den Nerv. Ist immer dasselbe mit denen…

    …hehe, ja, genau, den haben sie damals vergessen…

    …hehe, nee, eigentlich ist der zu jung, um im KZ gewesen zu sein…

    …also, egal wie, wir müssen da was improvisieren…

    …mal eine andere Idee: die Juden glauben doch an Jehova. Könnten wir nicht ein paar „Zeugen Jehovas“…

    …ach so. Andere Baustelle. Dann lass uns bei dem Kinderchor bleiben…

    …“Salomon Klein“ statt „Hänschen klein“? Du, das klingt gut. Das kennt jeder, da kann man auch mal mitsummen… und es klingt jüdisch. Kriegst Du das in drei Tagen…

    …kein Problem? Klasse. Das machen wir so. Dann können die verdammten Juden auch nicht herummeckern…

    …nein, natürlich habe ich die nicht gefragt, ob die überhaupt Musik wollen. Kennt man doch. Wollen die immer haben…

    …super Klaus. Dann machen wir das so. Du organisierst den Kinderchor und der kommt dann nach meinem Grußwort…

    …nein, da muss ich nichts mehr überarbeiten. Ich hab das Ding wortwörtlich aus einer Weizsäcker-Rede abgeschrieben. Du weißt schon, von wegen, dass wir froh sind, dass es wieder Juden in Hintermondstadt gibt und „Aufmerksamkeit, dass sich nichts wiederholt“ und blablabla…

    …danke, Dir auch. Wir sehen uns dann bei der Eröffnung. Tschö mit Ö, gell? Haha…“

    *clack*

    …So. Hätten wir das auch wieder. Drecksjuden.

  3. Machopan meint:

    Wie die Frankfurter Polizei meldet, wurden jetzt bei einer weiteren “Messerattacke” zwei 27-jährige Türken schwer verletzt. Unklar ist bislang leider, ob es sich dabei um Christen oder Muslime handelt.
    Der Täter, von dem nur eine unzureichende Personenbeschreibung vorliegt, flüchtete nach der Tat zu Fuß. Eine Belohnung wurde bisher nicht ausgesetzt.
    Das wird sich jedoch rasch ändern, sofern die Tat im Zusammenhang mit ausländerfeindlichen oder gar antisemitischen Motive gesehen werden kann.
    Warten wir es mal ab.

  4. veilchen meint:

    In dem Bericht wirde aber auch erwähnt, dass die Polizei ein Wildschwein töten musste. - Die Zugehörigkeit der Nationalität wurde nicht bekannt.

    Ich weise ferner darauf hin, dass es künftig gefährlich sein wird, im Winter vermummt umher zu laufen und wenn das noch nachts geschieht, vielleicht nach einer Feier, das könnte für einige Leute auf einer Polizeiwache enden. (im Poliozeibericht erwähnt) Junge, Junge, an was man alles denken muss!

  5. Machopan meint:

    Die Meldung mit den “Vermummten” hatte ich noch gar nicht gesehen.
    Jetzt kann man noch nicht einmal mehr mit Schal und Pudelmütze “maskiert” seinen Abendspaziergang machen, ohne dass “sicherheitsbedrohte” Anlieger die Polizei benachrichtigen.
    Die spinnen echt, die “Deutschen”!

  6. ErasmusRoterodamus meint:

    Der Täter, ein Dauerbekiffter, der die Lehre abgebrochen hat, wird nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Wie sich vor Gericht herausgestellt hat, ist der unter starken Psychopharmaka stehende Rabbi dem 20 Zentimeter kleineren Afghanen an den Kragen gegangen, nachdem er eine antisemitsche Beleidigung verstanden haben wollte.
    Leute wie Minotaurus werden aber nie kapieren, was sie mit ihrem völlig überdrehten Anti-Antisemitismus regelmäßig anrichten. Wenn als Folge solcher Vorfälle der ZdJ von No-Go-Areas für Juden fabuliert, kann man den dort Verantwortlichen nur noch eine Therapie zur Behandlung ihrer Angststörungen ans Herz legen. Mit der bundesdeutschen Wirklichkeit im 21. Jahrhundert hat sowas nämlich nicht das geringste zu tun.

    Wenn man sich bei der FR durch die verschiedenen Artikel forstet, findet man als Quintessenz des ermittelten Tathergangs ungefähr das Folgende:

    In der Verhandlung waren auf Betreiben der Verteidiger zahlreiche Verfehlungen des Opfers zur Sprache gekommen. Staatsanwältin Niesen sah es zudem wegen einer Zeugenaussage als bewiesen an, dass der 43 Jahre alte Rabbiner den Täter zunächst am Kragen gepackt hatte, bevor dieser zustach. Der Rabbiner sei möglicherweise sehr empfindsam, was Äußerungen über seinen Glauben angehe.

    Die Version des Angeklagten, der bis zu seiner Verhaftung am 13. September bei seinen Eltern in Hattersheim wohnte und eine Ausbildung zum Lackierer abgebrochen hat, lautet so: Wie üblich sei er an diesem Tag gegen 15 Uhr aufgestanden, habe ein paar Joints geraucht und sei dann nach Frankfurt gefahren, um sich dort mit Kumpels zu treffen.

    Durch das Haschisch in fröhlicher und friedfertiger Stimmung habe er den Rabbi, der gerade auf dem Heimweg von der Synagoge und eindeutig als orthodoxer Jude zu erkennen war, mit einem nett gemeinten “Salem aleikum” gegrüßt.

    Daraufhin sei dieser aus der Haut gefahren, habe ihn angebrüllt, ob er ein Problem habe und habe ihn kräftig am Schlafittchen gepackt. “Er ist ziemlich groß und ziemlich breit”, urteilt er wahrheitsgemäß, da habe er Angst bekommen und das Messer gezückt.

    “Ich wollte ihn nur bedrohen.” Den Stich habe er nicht wirklich registriert. Dass er ihn schwer verletzt habe, “das habe ich dann erst im Fernsehen mitbekommen. Diese ganzen Mediensachen waren zu viel für mich.” Er habe daran gedacht, sich zu stellen, das dann aber doch nicht getan. Er habe weder eine Tötungsabsicht gehabt noch aus antisemitischen Motiven gehandelt.

    Das sieht der Rabbi anders. Als er an ihm vorbeigegangen sei, habe ihn der junge Mann in einer fremden Sprache angepöbelt - mit Sicherheit aber habe er nicht “Salem aleikum” gesagt. “Ich hatte das Gefühl, es war antisemitisch.” Mehr als nur ein Gefühl, was dann geschehen sein soll.

    Von ihm zur Rede gestellt habe Sahed A. “Du Scheiß-Jude, ich stech’ dich jetzt ab”, gesagt. “Aus seinen Augen strahlte Hass”, sagt der Rabbi vor Gericht. Den Stich habe er zuerst nicht unbedingt als solchen empfunden - er habe aber gemerkt, dass ihn etwas getroffen habe.

    Deswegen habe er laut um Hilfe gerufen. “Deswegen stehe ich heute hier” - sein Rufen habe den Täter verjagt. Erst in seiner nahe gelegenen Wohnung habe er gemerkt, dass das weiße Hemd unter seinem schwarzen Mantel mittlerweile blutrot gewesen sei. Eine Nachbarin habe ihn dann sofort zum Bürgerhospital gefahren, wo er operiert worden sei.

    Der Ausdruck “Scheiß-Jude” dürfte zum Knackpunkt des auf mehrere Verhandlungstage anberaumten Prozesses werden. Sahed A. bestreitet ihn vehement, Zalman Gurevich ist sicher, ihn gehört zu haben.

    Es sind unschöne Szenen, wenn A.’s Anwälte immer wieder nachbohren, warum er in seiner ersten Vernehmung im Krankenhaus von dem Ausruf “Judenschwein” gesprochen habe - aber das ist nun mal ihre Aufgabe. Er habe damals unter starken Schmerzmitteln gestanden, sagt Gurevich immer wieder. Im Nachhinein aber sei er sich sicher, dass es sich so abgespielt habe, wie er es nun berichte.

    Es war klar, dass zu Beginn dieses Prozesstages die Fetzen fliegen würden. Und zwar vornehmlich zwischen Ulrich Endres und Rolf Döring. Endres vertritt Sahed A., den 23-jährigen Angeklagten, der vergangenen September dem 43 Jahre alten Zalman Gurevich auf offener Straße ein Messer in den Bauch gerammt hatte. Endres hatte am vorherigen Verhandlungstag mit massiven Vorwürfen versucht, die Glaubwürdigkeit des abwesenden Rabbiners in Frage zu stellen.

    Döring, der als Anwalt dem Nebenkläger Gurevich zur Seite steht, hatte ihm daraufhin Antisemitismus vorgeworfen. “Diese Behauptungen werden ein Nachspiel haben”, donnerte Endres zu Beginn, “entweder Sie entschuldigen sich, oder ich werde Sie anzeigen.” Doch Döring entschuldigte sich nicht. Endres will ihn nun wegen Beleidigung und übler Nachrede zur Verantwortung ziehen. Seine Mutter, sagte er vor Gericht, habe ihn 1945 in einer Zelle der Gestapo zur Welt gebracht, nachdem sein Vater Juden versteckt habe.

    Der Montag war nicht unbedingt ein guter Gerichtstag für den Rabbiner, der nach einem Todesfall in der Familie und einem Aufenthalt in Israel wieder vor Gericht erschien. Die beiden ausländischen Zeugen, die ihn damals von der Synagoge nach Hause begleitet hatten, waren nicht erschienen - nach Aussage Dörings fürchten sie in Deutschland nach dem Vorfall um ihr Leben.

    So blieb dem Vorsitzenden Richter Klaus Drescher nur übrig, mit Gurevich die Punkte durchzugehen, die Endres am vorherigen Prozesstag genannt hatte. Mit der Tat hat das alles nichts zu tun. Der Rabbi mag Miete nicht gezahlt, Handwerker mit ungedeckten Schecks entlohnt, Mitarbeiter nicht sozialversichert und ohne Führerschein Auto gefahren haben - das alles ist für die Messerattacke ohne Belang. Schlecht für seine Glaubwürdigkeit aber sind Vorfälle wie der vom vergangenen Heiligen Abend. Da baute der Rabbi trotz entzogener Fahrerlaubnis mit dem Auto einen Unfall - und gab der Polizei falsche Personalien an. Sein Anwalt begründete das damit, dass Gurevich seit dem Angriff Angst habe, seinen Namen zu nennen. Im Laufe der Verhandlung wurde der Rabbiner zunehmend schmallippiger. “Ich bin hier der Buhmann”, sagte er.

    Bei der Messerattacke auf einen Frankfurter Rabbiner waren sowohl beim Angreifer als auch beim Opfer Drogen beziehungsweise starke Medikamente im Spiel. In nicht öffentlicher Sitzung untersuchte das Frankfurter Landgericht am Mittwoch die Medikation des jüdischen Geistlichen zum Zeitpunkt des Angriffs im September vergangenen Jahres.

    Es handele sich um eine “geballte Mischung diverser Anti-Depressiva”, erklärte hinterher der Rechtsmediziner Prof. Gerold Kauert. Er frage sich schon, welche Indikation für derart “schwere Geschütze” bestanden habe. Insgesamt sei die Medikation “etwas merkwürdig”, lasse aber auf die Behandlung einer Depression schließen.

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