Bekennerschreiben

2. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Sie kennen die Situation sicher auch, wenn in der Familie oder am Arbeitsplatz offenkundig wird, dass eine mittlere Katastrophe gerade noch in letzter Sekunde entdeckt und vermieden werden konnte.
Nach dem ersten „Gott sei Dank“ und „Schwein gehabt“, kommt sicher die Frage auf, wer denn für diesen Bockmist verantwortlich ist.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie stellen jetzt mit „wer war das?“ eine eindeutige Frage und erwarten darauf eine klare Antwort.

Vermutlich warten Sie vergeblich, denn wie es im Leben so ist, will natürlich mal wieder keiner dafür verantwortlich sein. Und schon gar nicht für eine Sache die schief gegangen ist.

Während der Entdecker sich gar nicht oft genug damit brüsten kann und mit unzähligen „wenn ich nicht gewesen wäre“ seine Heldentat in beste Licht rückt, bleibt der Verursacher lieber im Dunkeln.

Ja, so ist das im Leben. „Shit happens“, aber kein Mensch war’s!

Ganz anders ist das bei Terroristen, denn die übernehmen sogar die Verantwortung für Dinge die schief gegangen sind.
Nehmen Sie zum Beispiel mal so einen verhinderten oder missglückten Bombenanschlag. Zuerst sagt jeder „Gott sei Dank“ und „Schwein gehabt“ um dann die Frage zu stellen „wer macht denn so was?“.

Nun würden auch hier die Entdecker und Verhinderer in, teils erhebliche, Erklärungsnöte kommen, wenn ihnen nicht zwei Besonderheiten aus der Bredouille helfen würden. Das mag merkwürdig erscheinen, doch bei aufmerksamer Durchsicht der Berichterstattung fällt eine seltsame Häufung dieser Besonderheit im Zusammenhang mit terroristischen Aktionen auf.

A. Die mutmaßlichen Täter werden auf frischer Tat ertappt und
B. gelingt dies nicht, dann schicken die Täter ein Bekennerschreiben, das
C. von den Ermittlungsbehörden als echt eingestuft wird um dann
D. die notwendigen Gesetzesänderung bei den Politikern in Auftrag zu geben

Damit sind dann alle zufrieden.

Die Ermittlungsbehörden, weil sie ihre Tatkraft und Effizienz unter Beweis gestellt haben.
Die Politiker, weil sie zum Wohle des Volkes zur Erhöhung der inneren Sicherheit beigetragen haben.
Das Volk, weil es ich nun viel sicherer fühlt.
Und die „Terroristen“ sind auch zufrieden, weil … also sagen wir es mal so … einer Minderheit mit einfachen Mitteln (ein paar nützliche Idioten und/oder ein Stück Papier) eine „gesellschaftliche Veränderung“ für die Mehrheit gelungen ist.

Wenn man dagegen ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren betrachtet, das erst noch lang begründet und durch die Mühlen einer Demokratie gebracht werden muss, dann …

Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die (leider) bekannte gewordene Geschichte vom „Celler Loch“.

Denn „nichts ist wie es scheint“.
Also schauen Sie mit diesem Hintergrundwissen noch mal aufmerksam in die Zeitung.
Es kann auf jeden Fall nicht schaden.
Und vielleicht wird Ihnen dann auch KLAR, warum die Geschichte der RAF ausgerechnet jetzt durch die Medien geschmiert wird.
Könnte es vielleicht etwas mit der Schaffung eines „emotionalen Umfelds“ mit „gefühlter Bedrohung“ zu tun haben?

Fragen Sie doch mal!

Vielleicht gibt es ja irgendwo ein Bekennerschreiben.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Oktober 2007 um 05:45:44 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

7 Antworten zu “Bekennerschreiben”

  1. Fred Sky meint:

    Rezept:
    Man nehme
    1. einen V-Mann oder mehrere Leute
    2. schleuse den (die) in eine “Zielgruppe” ein
    3. beeinflusse diese ideologisch mit dem gewünschten Auftrag und helfe materiell
    4. bis sie “glauben”, aus eigenem Antrieb eine ganz tolle Sache zu gestalten.

    Ergebnis:
    1. man hat bis zuletzt alles unter Kontrolle
    2. es geschieht das, was geschehen soll
    3. die “Täter” müssen nicht gesucht werden, sie sind lange bekannt
    4. a) die V-Leute beißen mit ins Gras (sicherste Lösung)
    b) nur die unwissenden “Terroristen” werden ferngezündet
    c) es geht wunschgemäß schief, mit Bekennerschreiben

  2. Minotaurus meint:

    Zur Stoppung dieses Schmierentheaters auf höchster Regierungsebene gibt es in einer Demokratie das Rechtsmittel einer Verfassungsbeschwerde.

    STOPPT SCHÄUBLE UND DIE VORRATSDATENSPEICHERUNG!

    Kuckstu hier: http://www.razyboard.com/system/morethread-stopptschaeubleunddievorratsdatenspeicherung-kunst_werk-1345919-4836176-0.html

    Es bleibt nur zu hoffen, daß sich möglichst viele wache Bürger daran beteiligen, denn DAS ENDE IST NAH!

    Nein, das ist KEIN Spruch aus der religiösen Wachtturm-Gemeinde! Damit ist natürlich das Ende der Demokratie gemeint, falls diese Banditen Erfolg haben sollten.

    Ich finde, es ist höchste Zeit, ebenfalls ein “Bekennerschreiben” zu verfassen, falls uns noch irgend etwas an einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung liegt.
    Nur zu!

    Bekennende Grüße vom Mino.

  3. otti meint:

    Dass es der Politikerkaste nicht um die Sicherheit der Bürger geht, ergibt sich schon daraus, wie mit rechtem Terror umgegangen wird. Dort hat es zuhauf Tote gegeben.
    Mit den sogenannten Sicherheitsgesetzen wird und soll jeder Bürger unter Generalverdacht gestellt werden, um dann gegebenenfalls wegen Nichtigkeiten straf- und zivilrechtlich verfolgt werden zu können.

  4. JFK meint:

    Schon nicht schlecht. Hut ab.
    Aber die Warheit ist noch schlimmer und das wissen Sie!
    Ich finde es gut wie sachte Sie den Leuten versuchen die Dinge wie sie wirklich sind näher zu bringen. Das Problem ist das uns die Zeit ein wenig davon läuft und hier das Massenträgheitsgesetz gerade greift und das wissen die Damen und Herren da oben auch.
    Ich bin auf Ihrer Seite………

  5. Machopan meint:

    Die Wahrheit ist unerträglich.
    Schon allein deshalb will sie niemand hören.
    Und wer sie hört, will sie nicht glauben, denn es wäre ja unvorstellbar wenn …

  6. JFK meint:

    Dem ist nichts hinzu zu fügen…….ja

  7. otti meint:

    Unvollstellbares größten Ausmaaßes hat es in unserer Geschichte gegeben, und Unvollstellbares im Kleinen gibt es auch heute, und beides Mal wurde und wird weggesehen.
    Wie sagte ein Anwalt: Wie die Gemeinde mit ihnen umgegangen ist, ist unvollstellbar. Aber wenn eines der vier Tatbestandsmerkmale des entsprechenden Paragraphen fehlt, kann man nichts machen.
    Na, dann sehen wir eben weg, wie es üblich in Deutschland ist.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Bekennerschreiben

2. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Sie kennen die Situation sicher auch, wenn in der Familie oder am Arbeitsplatz offenkundig wird, dass eine mittlere Katastrophe gerade noch in letzter Sekunde entdeckt und vermieden werden konnte.
Nach dem ersten „Gott sei Dank“ und „Schwein gehabt“, kommt sicher die Frage auf, wer denn für diesen Bockmist verantwortlich ist.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie stellen jetzt mit „wer war das?“ eine eindeutige Frage und erwarten darauf eine klare Antwort.

Vermutlich warten Sie vergeblich, denn wie es im Leben so ist, will natürlich mal wieder keiner dafür verantwortlich sein. Und schon gar nicht für eine Sache die schief gegangen ist.

Während der Entdecker sich gar nicht oft genug damit brüsten kann und mit unzähligen „wenn ich nicht gewesen wäre“ seine Heldentat in beste Licht rückt, bleibt der Verursacher lieber im Dunkeln.

Ja, so ist das im Leben. „Shit happens“, aber kein Mensch war’s!

Ganz anders ist das bei Terroristen, denn die übernehmen sogar die Verantwortung für Dinge die schief gegangen sind.
Nehmen Sie zum Beispiel mal so einen verhinderten oder missglückten Bombenanschlag. Zuerst sagt jeder „Gott sei Dank“ und „Schwein gehabt“ um dann die Frage zu stellen „wer macht denn so was?“.

Nun würden auch hier die Entdecker und Verhinderer in, teils erhebliche, Erklärungsnöte kommen, wenn ihnen nicht zwei Besonderheiten aus der Bredouille helfen würden. Das mag merkwürdig erscheinen, doch bei aufmerksamer Durchsicht der Berichterstattung fällt eine seltsame Häufung dieser Besonderheit im Zusammenhang mit terroristischen Aktionen auf.

A. Die mutmaßlichen Täter werden auf frischer Tat ertappt und
B. gelingt dies nicht, dann schicken die Täter ein Bekennerschreiben, das
C. von den Ermittlungsbehörden als echt eingestuft wird um dann
D. die notwendigen Gesetzesänderung bei den Politikern in Auftrag zu geben

Damit sind dann alle zufrieden.

Die Ermittlungsbehörden, weil sie ihre Tatkraft und Effizienz unter Beweis gestellt haben.
Die Politiker, weil sie zum Wohle des Volkes zur Erhöhung der inneren Sicherheit beigetragen haben.
Das Volk, weil es ich nun viel sicherer fühlt.
Und die „Terroristen“ sind auch zufrieden, weil … also sagen wir es mal so … einer Minderheit mit einfachen Mitteln (ein paar nützliche Idioten und/oder ein Stück Papier) eine „gesellschaftliche Veränderung“ für die Mehrheit gelungen ist.

Wenn man dagegen ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren betrachtet, das erst noch lang begründet und durch die Mühlen einer Demokratie gebracht werden muss, dann …

Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die (leider) bekannte gewordene Geschichte vom „Celler Loch“.

Denn „nichts ist wie es scheint“.
Also schauen Sie mit diesem Hintergrundwissen noch mal aufmerksam in die Zeitung.
Es kann auf jeden Fall nicht schaden.
Und vielleicht wird Ihnen dann auch KLAR, warum die Geschichte der RAF ausgerechnet jetzt durch die Medien geschmiert wird.
Könnte es vielleicht etwas mit der Schaffung eines „emotionalen Umfelds“ mit „gefühlter Bedrohung“ zu tun haben?

Fragen Sie doch mal!

Vielleicht gibt es ja irgendwo ein Bekennerschreiben.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Oktober 2007 um 05:45:44 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

7 Antworten zu “Bekennerschreiben”

  1. Fred Sky meint:

    Rezept:
    Man nehme
    1. einen V-Mann oder mehrere Leute
    2. schleuse den (die) in eine “Zielgruppe” ein
    3. beeinflusse diese ideologisch mit dem gewünschten Auftrag und helfe materiell
    4. bis sie “glauben”, aus eigenem Antrieb eine ganz tolle Sache zu gestalten.

    Ergebnis:
    1. man hat bis zuletzt alles unter Kontrolle
    2. es geschieht das, was geschehen soll
    3. die “Täter” müssen nicht gesucht werden, sie sind lange bekannt
    4. a) die V-Leute beißen mit ins Gras (sicherste Lösung)
    b) nur die unwissenden “Terroristen” werden ferngezündet
    c) es geht wunschgemäß schief, mit Bekennerschreiben

  2. Minotaurus meint:

    Zur Stoppung dieses Schmierentheaters auf höchster Regierungsebene gibt es in einer Demokratie das Rechtsmittel einer Verfassungsbeschwerde.

    STOPPT SCHÄUBLE UND DIE VORRATSDATENSPEICHERUNG!

    Kuckstu hier: http://www.razyboard.com/system/morethread-stopptschaeubleunddievorratsdatenspeicherung-kunst_werk-1345919-4836176-0.html

    Es bleibt nur zu hoffen, daß sich möglichst viele wache Bürger daran beteiligen, denn DAS ENDE IST NAH!

    Nein, das ist KEIN Spruch aus der religiösen Wachtturm-Gemeinde! Damit ist natürlich das Ende der Demokratie gemeint, falls diese Banditen Erfolg haben sollten.

    Ich finde, es ist höchste Zeit, ebenfalls ein “Bekennerschreiben” zu verfassen, falls uns noch irgend etwas an einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung liegt.
    Nur zu!

    Bekennende Grüße vom Mino.

  3. otti meint:

    Dass es der Politikerkaste nicht um die Sicherheit der Bürger geht, ergibt sich schon daraus, wie mit rechtem Terror umgegangen wird. Dort hat es zuhauf Tote gegeben.
    Mit den sogenannten Sicherheitsgesetzen wird und soll jeder Bürger unter Generalverdacht gestellt werden, um dann gegebenenfalls wegen Nichtigkeiten straf- und zivilrechtlich verfolgt werden zu können.

  4. JFK meint:

    Schon nicht schlecht. Hut ab.
    Aber die Warheit ist noch schlimmer und das wissen Sie!
    Ich finde es gut wie sachte Sie den Leuten versuchen die Dinge wie sie wirklich sind näher zu bringen. Das Problem ist das uns die Zeit ein wenig davon läuft und hier das Massenträgheitsgesetz gerade greift und das wissen die Damen und Herren da oben auch.
    Ich bin auf Ihrer Seite………

  5. Machopan meint:

    Die Wahrheit ist unerträglich.
    Schon allein deshalb will sie niemand hören.
    Und wer sie hört, will sie nicht glauben, denn es wäre ja unvorstellbar wenn …

  6. JFK meint:

    Dem ist nichts hinzu zu fügen…….ja

  7. otti meint:

    Unvollstellbares größten Ausmaaßes hat es in unserer Geschichte gegeben, und Unvollstellbares im Kleinen gibt es auch heute, und beides Mal wurde und wird weggesehen.
    Wie sagte ein Anwalt: Wie die Gemeinde mit ihnen umgegangen ist, ist unvollstellbar. Aber wenn eines der vier Tatbestandsmerkmale des entsprechenden Paragraphen fehlt, kann man nichts machen.
    Na, dann sehen wir eben weg, wie es üblich in Deutschland ist.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)