Evolutionspraxis

5. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Eigentlich müsste man denken, dass der Homo Sapiens, als denkfähiger Nachfahr des Homo Erectus, des aufrechterektierenden Menschen, das Entwicklungsstadium des „Sammlers und Jägers“ hinter sich gelassen hat, als er aus den Schützengräben und Trümmern des 2. Weltkrieges hervorgekrabbelt ist und sich sicher gedacht hat, dass jetzt alles nur noch besser werden kann.

Doch Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt, denn im Land der „Dichter und Denker“ kamen die negativen Evolutionsschübe in immer kürzeren Zeitabständen und ab dem Jahr 2008 ist die Stufe der „Sammler“ wieder erreicht, nachdem schon vor einigen Jahren das Zeitalter der „Jäger“ eingeläutet wurde.

Lässt man die frühen Entwicklungsphasen nach Kriegsende weg, als erst die Fresswelle und dann die Konsumwelle über dem Land zusammenschlugen, dann wird es eigentlich erst wieder Mitte der Sechziger richtig interessant, als auf den Straßen „Hauen und Stechen“ angesagt war. Das ging dann ein paar Jahre später über in „Lügen und Betrügen“ und markierte mit „Vereinen und Weinen“ einen historischen Wendepunkt, bevor mit „Heuern und Feuern“ ein absoluter Tiefpunkt erreicht wurde. Von dort aus ging die Entwicklung dann in Richtung „Fördern und Fordern“ und fand mit „Waschen und Schneiden“ einen vorläufigen Höhepunkt.

Und ab dem Jahr 2008, ich erwähnte es bereits, muss nun wieder gesammelt werden, was dazu führt, dass der Homo Sapiens BRDensis sich auf seine seit Jahrmillionen zurückliegende Evolutionsstadien zurückbesinnen muss, um im Existenzkampf des 21. Jahrhunderts überleben zu können.
Soviel zum Unterschied zwischen Evolutionstheorie und Evolutionspraxis.

Denn der Mensch des 21. Jahrhunderts muss jagen können!
Nicht nur das Geld, oder von einem Termin zum anderen, sondern auch noch die Schnäppchen, die ihm von den Rängen und VIP-Loungen in die schwarz-rot-gelbe Arena geworfen werden.

Und er muss sammeln!
Nicht nur die Erfahrung, dass die Wurst zwar zwei Enden hat, aber er immer das dicke erwischt, sondern nun muss er auch noch Belege sammeln.
Belege für das Finanzamt.

Das ist dieses Amt, das während des Fiskaljahres davon ausgeht, dass der Steuerzahler nicht existent ist, denn die von ihm zu zahlenden Steuern gelangen auch ohne sein Zutun auf die Konten der Behörde. Deshalb ist es am Jahresende notwendig, dass der Steuerzahler seine unterjährige Existenz glaubhaft nachweisen kann.
Und dazu braucht er die Belege, denn sonst bekommt er seine zuviel bezahlten Steuern nicht zurück und kann nicht überleben.
Also ist „Jagen und Sammeln“ zwingende Notwendigkeit um diese Evolutionsphase zu überstehen.
Danach wird es dann wieder besser!
Denn die nächste Stufe in der umgekehrten Evolutionsreihenfolge ist das Stadium des einzelligen und hirnlosen Schleimscheißers.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Oktober 2007 um 05:45:05 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

4 Antworten zu “Evolutionspraxis”

  1. otti meint:

    Was der neoliberale Terror braucht, der selbstredend nichts mehr mit dem “ehrbaren Kaufmann” zu tun hat, ist schlicht und einfach in jeder Hinsicht willig auspressbares Menschenmaterial, das das Maul hält.
    Da kann man nichts machen. Deutschland, du, wir hecheln dir hinterher.

  2. otti meint:

    Eine bemerkenswerte Zuzsammenfassung unserer Geschichte, die mit “Waschen und Schneiden” ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.
    Was kommt danach? Vielleicht “Sauber scheißen”?
    Oder: In Zukunft ist die Lüge die Wahrheit.

  3. otti meint:

    Lasst uns träumen oder zurück in die Zukunft:
    http://arlesheimreloaded.ch/article/volksvertreter_per_los_bestimmen

  4. Fred Sky meint:

    Bereits vor Darwin hat sich Goethe mit der Evolution beschäftigt, “Die Metamorphose der Pflanzen” und ” Die Metamorphose der Tiere”. Ob es eine Metamorphose beim alternden menschlichen Geist gibt, wurde noch nicht angedacht. Man sollte mal eine Umfrage machen!
    MfG

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Evolutionspraxis

5. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Eigentlich müsste man denken, dass der Homo Sapiens, als denkfähiger Nachfahr des Homo Erectus, des aufrechterektierenden Menschen, das Entwicklungsstadium des „Sammlers und Jägers“ hinter sich gelassen hat, als er aus den Schützengräben und Trümmern des 2. Weltkrieges hervorgekrabbelt ist und sich sicher gedacht hat, dass jetzt alles nur noch besser werden kann.

Doch Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt, denn im Land der „Dichter und Denker“ kamen die negativen Evolutionsschübe in immer kürzeren Zeitabständen und ab dem Jahr 2008 ist die Stufe der „Sammler“ wieder erreicht, nachdem schon vor einigen Jahren das Zeitalter der „Jäger“ eingeläutet wurde.

Lässt man die frühen Entwicklungsphasen nach Kriegsende weg, als erst die Fresswelle und dann die Konsumwelle über dem Land zusammenschlugen, dann wird es eigentlich erst wieder Mitte der Sechziger richtig interessant, als auf den Straßen „Hauen und Stechen“ angesagt war. Das ging dann ein paar Jahre später über in „Lügen und Betrügen“ und markierte mit „Vereinen und Weinen“ einen historischen Wendepunkt, bevor mit „Heuern und Feuern“ ein absoluter Tiefpunkt erreicht wurde. Von dort aus ging die Entwicklung dann in Richtung „Fördern und Fordern“ und fand mit „Waschen und Schneiden“ einen vorläufigen Höhepunkt.

Und ab dem Jahr 2008, ich erwähnte es bereits, muss nun wieder gesammelt werden, was dazu führt, dass der Homo Sapiens BRDensis sich auf seine seit Jahrmillionen zurückliegende Evolutionsstadien zurückbesinnen muss, um im Existenzkampf des 21. Jahrhunderts überleben zu können.
Soviel zum Unterschied zwischen Evolutionstheorie und Evolutionspraxis.

Denn der Mensch des 21. Jahrhunderts muss jagen können!
Nicht nur das Geld, oder von einem Termin zum anderen, sondern auch noch die Schnäppchen, die ihm von den Rängen und VIP-Loungen in die schwarz-rot-gelbe Arena geworfen werden.

Und er muss sammeln!
Nicht nur die Erfahrung, dass die Wurst zwar zwei Enden hat, aber er immer das dicke erwischt, sondern nun muss er auch noch Belege sammeln.
Belege für das Finanzamt.

Das ist dieses Amt, das während des Fiskaljahres davon ausgeht, dass der Steuerzahler nicht existent ist, denn die von ihm zu zahlenden Steuern gelangen auch ohne sein Zutun auf die Konten der Behörde. Deshalb ist es am Jahresende notwendig, dass der Steuerzahler seine unterjährige Existenz glaubhaft nachweisen kann.
Und dazu braucht er die Belege, denn sonst bekommt er seine zuviel bezahlten Steuern nicht zurück und kann nicht überleben.
Also ist „Jagen und Sammeln“ zwingende Notwendigkeit um diese Evolutionsphase zu überstehen.
Danach wird es dann wieder besser!
Denn die nächste Stufe in der umgekehrten Evolutionsreihenfolge ist das Stadium des einzelligen und hirnlosen Schleimscheißers.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Oktober 2007 um 05:45:05 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

4 Antworten zu “Evolutionspraxis”

  1. otti meint:

    Was der neoliberale Terror braucht, der selbstredend nichts mehr mit dem “ehrbaren Kaufmann” zu tun hat, ist schlicht und einfach in jeder Hinsicht willig auspressbares Menschenmaterial, das das Maul hält.
    Da kann man nichts machen. Deutschland, du, wir hecheln dir hinterher.

  2. otti meint:

    Eine bemerkenswerte Zuzsammenfassung unserer Geschichte, die mit “Waschen und Schneiden” ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.
    Was kommt danach? Vielleicht “Sauber scheißen”?
    Oder: In Zukunft ist die Lüge die Wahrheit.

  3. otti meint:

    Lasst uns träumen oder zurück in die Zukunft:
    http://arlesheimreloaded.ch/article/volksvertreter_per_los_bestimmen

  4. Fred Sky meint:

    Bereits vor Darwin hat sich Goethe mit der Evolution beschäftigt, “Die Metamorphose der Pflanzen” und ” Die Metamorphose der Tiere”. Ob es eine Metamorphose beim alternden menschlichen Geist gibt, wurde noch nicht angedacht. Man sollte mal eine Umfrage machen!
    MfG

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