Bahnstreik

10. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Es ist immer wieder amüsant die seit Monaten laufenden kontroversen Diskussionen und Argumente zum „Streik bei der Bahn“ in der Presse zu verfolgen, die ja gemäß ihrem Verfassungsauftrag eigentlich unparteiisch und überparteilich sein sollte, um zur unabhängigen Meinungsbildung des Volkes beizutragen. Dem ist nun nicht so und man darf darauf warten, bis bei „Wetten dass“ der erste Kandidat auftaucht, der einzelne Sätze und Argumente dem jeweiligen Pressemachwerk zuordnen kann.

Nehmen wir zum Beispiel mal den Text: „Bahnstreik - Genug geplustert, Lokführer. Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn spuckt die kleine Lokführergewerkschaft GDL große Töne. Sie lässt nicht erkennen, dass sie ihre Drohungen mit aller Kraft umsetzen würde, wenn es die Gerichte zuließen.

Wenn Sie jetzt auf die „BILD-Zeitung“ tippen sollten, dann hätten Sie die Wette verloren und auch bei „Super-Ilu“ lägen Sie völlig falsch, denn zu einem derartigen Sprachniveau sind in unserem Lande auch ganz andere Druckerzeuger fähig. In einer Zeit der medialen Handreichungen und Gefälligkeiten können Sie derartige geistige Ergüsse auch in einem lachsfarbigen Senfblatt lesen, das von sich selbst behauptet „das wegweisende Wirtschafts- und Finanzmedium für Entscheider zu sein, die neu denken“.
Das hätten Sie sicher nicht gedacht, auch wenn die von diesen neu denkenden Wirtschaftsentscheidern abgelieferten Ergebnisse das Niveau ihres Mediums noch lässig unterbieten.

Doch zurück zum „Bahnstreik“, der eigentlich ja gar kein Streik der Bahn ist, sondern der Streik der rund 34.000 Lokführer und Zugbegleiter, die in der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) organisiert sind und sich in einer Urabstimmung zu 95% für Streikmaßnehmen entschieden haben um ihrer Forderung nach mehr Lohn und einem eigenen Tarifvertrag mehr Nachdruck zu verleihen.
Und seitdem schreien Journalisten, Politiker und der Bahnvorstand sowieso, Zeter und Mordio und tun gerade so als ginge davon die bundesdeutsche Wirtschaft und Gesellschaft unter.
Dabei verdient so ein Lokführer bei der Deutschen Bundesbahn im Monat gerade mal 2.150 Euro brutto, ein Zugbegleiter sogar nur 1.885 Euro. Für einen verheirateten Lokführer mit einem Kind bleiben da circa 1.620 Euro netto über. Bei einem Zugbegleiter nur 1.470 Euro.
Bei einer Arbeitszeit von 40- 41 Stunden pro Woche sind das Nettostundenlöhne um die 10 Euro. Jede schwarzarbeitende polnische Putzfrau hat da mehr Kaufkraft, dennoch nennt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG die Lohnforderung der GDL einen „Irrwitz“.

Ein irrer Witz ist doch eher, dass die Bahn wegen 600 Euro mehr Monatslohn für einen Lokführer, nun mit Hilfe der Arbeitsgerichte das Streikrecht unterläuft um „volkswirtschaftlichen Schaden“ von der Republik abzuwenden. Es darf zumindest vermutet werden, dass es dem Bahnvorstand dabei weniger um den „volkswirtschaftliche Schaden“ als um die „Privatisierung und den Börsengang der staatseigenen Bahn“ geht. Weiterhin darf vermutet werden, dass die Aktivitäten der Bahn in enger Koordination mit dem Bundesverkehrsminister getroffen werden. Man wird sich doch den Abverkauf des letzten Staatsbetriebes nicht von einem kleinen Häufchen Lokführer vermasseln lassen, nachdem man gerade die Altlasten aus dem Steinkohlebergbau erfolgreich auf den Steuerzahler übertragen hat, ohne dass der das gemerkt hat.

Was glauben Sie wohl in welchem bundesdeutschen Magazin Sie den folgenden Text von Reinhard Mohr lesen können?:
Der Aufschwung ist stark, die Arbeitslosenzahlen sinken, wir sind Weltmeisterin - genug Gründe zum Jubeln. Stattdessen warten wir auf die Bahn. Weil ein kleines Häufchen Lokomotivführer glaubt, dass Deutschland ein idyllisches Lummerland ist, das sich von der bösen Welt nicht stören lässt“.

Sie werden es nicht glauben, aber es ist der SPIEGEL.

Geschäftsführergehälter Eigentlich wollte ich die Diskussion um den Streik bei der Bahn mit einer Grafik über die bundesdeutschen Streiktage von 1996-2005 im Vergleich zu den OECD-Ländern anreichern. Da Deutschland dort aber weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz liegt (nur Japaner streiken noch weniger) habe ich mich lieber für die Verteilung der Gesamtbezüge von Geschäftsführern im Vergleich zu zugführenden Lokführern entschieden. Dabei fällt auf, dass selbst die am schlechtesten bezahlten Geschäftsführer im Monat dreimal soviel verdienen wie ein Lokführer.

Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, dann sind die beiden Führungspositionen durchaus mit einander vergleichbar.
Und wie auch der Herr Reinhard Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat, vollkommen richtig erkannte, bietet sich nach den Ereignissen der letzten Jahre der Vergleich der Bundesrepublik Deutschland mit „Lummerland“ geradezu an, denn Sie finden sicher spontan zu jeder Figur auf Lummerland ein entsprechendes Pendant im real existierenden Nachvereinigungsdeutschland.

Wetten dass?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. Oktober 2007 um 05:45:15 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Bahnstreik”

  1. mitdenker meint:

    Na, das ist ein Thema. Wieso setzt sich jemand in diesem Ländle für diejenigen ein, die Arbeit leisten (Arbeit (Ökonomie) ist im Sinne der meisten Schulen der Volkswirtschaftslehre neben Kapital und Boden einer der drei Produktionsfaktoren). Seit wann denn das? Schließlich wissen wir es aus der Physik besser (äh, falsch – sollten wir wissen). Die Arbeit W (engl. Work) ist im Rahmen der Physik eine Energiemenge E, die von einem System in ein anderes System übertragen wird.
    So und nur so sieht es der Bahnvorstand, die verantwortlichen Politiker und sicher auch diese Kanallie – tschuldigung, Journaille. Deswegen ist es auch logisch, dass in den letzten zehn Jahren sich die Bezüge des Bahnvorstandes um 300% erhöht haben und die Bezüge der Mitarbeiter um rund 4,5%.
    Und wenn man ein wenig rechnet (so man(n) und frau in diesem bildungspolitischen Entwicklungsland dazu noch in der Lage sein sollte), ergeben sich erschreckende Zahlen.
    Die publizierte Forderung von 31% Erhöhung der Bezüge würde die Bahn doch mal schlapp 260 Millionen Teuro kosten – pro Jahr. Dazu käme natürlich der Arbeitgeberanteil an Rentenversicherung, Krankenversicherung usw. Macht rund 350 Millionen. Furchtbar. Bei einem angegebenen erwirtschafteten Überschuss von 1,7 Milliarden. Da würde die Bilanz doch versaut werden. Denn 1,35 sind nun mal weniger als 1,7 (wirklich, liebe Buntesbürger!).
    Die Frage, wer denn diesen Überschuss ERARBEITET hat, wage ich beim gegenwärtigen geistigen Entwicklungsstand zu vieler Buntesbürger erst überhaupt nicht zu stellen.
    Und es kommt ja noch schlimmer. Der Staat (also auch die, die sich so furchtbar über die Unverschämtheit der GDL aufregen) bekommt doch glatt etwa 40 Millionen zusätzlicher Steuern, die Krankenkassen und die Rentenkasse und – ja auch die Agentur für nie wieder beschaffbare Arbeit erhalten etwas von diesem Kuchen. Und dann die immer wieder gern vergessenen indirekten Steuern wie MwSt, Tabaksteuer, Alkoholsteuer und noch so einige der über 100 Steuern. Es wäre doch wirklich furchtbar, wenn all dies dem Volke zugute käme (um es z.B. in Bildung – auch für Journalisten – zu investieren. Man sollte sich jedoch damit beeilen – sonst gehen diesem Ländle die paar noch einigermaßen gebildeten Lehrenden aus …) und nicht den einzelnen Investoren, die bereits in den Startlöchern sitzen und sich über die zu erwartenden Dividenden freuen. Da kann man doch – NEIN, da muss man doch gegen polemisieren. Wo kommen wir denn hin, dass dieses Land, dass doch ach so demokratisch ist und wohl auch die UN-Menschenrechtskonventionen (allgemeine Erklärung der Menschenrechte) beigetreten ist, diese auch beachtet.
    Artikel 23.
    (1) Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
    (2) Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
    (3) Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.
    (4) Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

  2. Lazarus meint:

    Bei all diesen Themen, die hier im BLOG aufgeworfen werden, ergibt sich die berechtigte Frage, ob auf dem Gebiet der jetztigen Bunzrepublik wirklich ein Staat existiert, oder ob es sich um einen fremdverwalteten Claim handelt, der und dessen angestammte Urbewohner aus investorischer Sicht maximal ausgebeutet werden muß. Der Blick in einen(deutschen) Reisepaß jedenfalls ergibt beim Eintrag Staatsangehörigkeit die Auskunft “DEUTSCH”, was doch wohl nicht auf einen Staat deuten läßt (wie z.B Republik Österreich, République Francaise usw.), sondern etwas über die ethnische Zugehörigkeit aussagt. Und damit schließt sich so langsam der Kreis und alles hier Behandelte wird erklärlich. Filtert man all diesen Schleim, den die selbsternannten Politiker und ihre Medien unisono über diesem Gebiet absondern, kommt man unwillkürlich zu diesem Schluß; die Verbreitung dieses Resultates steht selbstverständlich unter Strafe.

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Bahnstreik

10. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Es ist immer wieder amüsant die seit Monaten laufenden kontroversen Diskussionen und Argumente zum „Streik bei der Bahn“ in der Presse zu verfolgen, die ja gemäß ihrem Verfassungsauftrag eigentlich unparteiisch und überparteilich sein sollte, um zur unabhängigen Meinungsbildung des Volkes beizutragen. Dem ist nun nicht so und man darf darauf warten, bis bei „Wetten dass“ der erste Kandidat auftaucht, der einzelne Sätze und Argumente dem jeweiligen Pressemachwerk zuordnen kann.

Nehmen wir zum Beispiel mal den Text: „Bahnstreik - Genug geplustert, Lokführer. Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn spuckt die kleine Lokführergewerkschaft GDL große Töne. Sie lässt nicht erkennen, dass sie ihre Drohungen mit aller Kraft umsetzen würde, wenn es die Gerichte zuließen.

Wenn Sie jetzt auf die „BILD-Zeitung“ tippen sollten, dann hätten Sie die Wette verloren und auch bei „Super-Ilu“ lägen Sie völlig falsch, denn zu einem derartigen Sprachniveau sind in unserem Lande auch ganz andere Druckerzeuger fähig. In einer Zeit der medialen Handreichungen und Gefälligkeiten können Sie derartige geistige Ergüsse auch in einem lachsfarbigen Senfblatt lesen, das von sich selbst behauptet „das wegweisende Wirtschafts- und Finanzmedium für Entscheider zu sein, die neu denken“.
Das hätten Sie sicher nicht gedacht, auch wenn die von diesen neu denkenden Wirtschaftsentscheidern abgelieferten Ergebnisse das Niveau ihres Mediums noch lässig unterbieten.

Doch zurück zum „Bahnstreik“, der eigentlich ja gar kein Streik der Bahn ist, sondern der Streik der rund 34.000 Lokführer und Zugbegleiter, die in der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) organisiert sind und sich in einer Urabstimmung zu 95% für Streikmaßnehmen entschieden haben um ihrer Forderung nach mehr Lohn und einem eigenen Tarifvertrag mehr Nachdruck zu verleihen.
Und seitdem schreien Journalisten, Politiker und der Bahnvorstand sowieso, Zeter und Mordio und tun gerade so als ginge davon die bundesdeutsche Wirtschaft und Gesellschaft unter.
Dabei verdient so ein Lokführer bei der Deutschen Bundesbahn im Monat gerade mal 2.150 Euro brutto, ein Zugbegleiter sogar nur 1.885 Euro. Für einen verheirateten Lokführer mit einem Kind bleiben da circa 1.620 Euro netto über. Bei einem Zugbegleiter nur 1.470 Euro.
Bei einer Arbeitszeit von 40- 41 Stunden pro Woche sind das Nettostundenlöhne um die 10 Euro. Jede schwarzarbeitende polnische Putzfrau hat da mehr Kaufkraft, dennoch nennt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG die Lohnforderung der GDL einen „Irrwitz“.

Ein irrer Witz ist doch eher, dass die Bahn wegen 600 Euro mehr Monatslohn für einen Lokführer, nun mit Hilfe der Arbeitsgerichte das Streikrecht unterläuft um „volkswirtschaftlichen Schaden“ von der Republik abzuwenden. Es darf zumindest vermutet werden, dass es dem Bahnvorstand dabei weniger um den „volkswirtschaftliche Schaden“ als um die „Privatisierung und den Börsengang der staatseigenen Bahn“ geht. Weiterhin darf vermutet werden, dass die Aktivitäten der Bahn in enger Koordination mit dem Bundesverkehrsminister getroffen werden. Man wird sich doch den Abverkauf des letzten Staatsbetriebes nicht von einem kleinen Häufchen Lokführer vermasseln lassen, nachdem man gerade die Altlasten aus dem Steinkohlebergbau erfolgreich auf den Steuerzahler übertragen hat, ohne dass der das gemerkt hat.

Was glauben Sie wohl in welchem bundesdeutschen Magazin Sie den folgenden Text von Reinhard Mohr lesen können?:
Der Aufschwung ist stark, die Arbeitslosenzahlen sinken, wir sind Weltmeisterin - genug Gründe zum Jubeln. Stattdessen warten wir auf die Bahn. Weil ein kleines Häufchen Lokomotivführer glaubt, dass Deutschland ein idyllisches Lummerland ist, das sich von der bösen Welt nicht stören lässt“.

Sie werden es nicht glauben, aber es ist der SPIEGEL.

Geschäftsführergehälter Eigentlich wollte ich die Diskussion um den Streik bei der Bahn mit einer Grafik über die bundesdeutschen Streiktage von 1996-2005 im Vergleich zu den OECD-Ländern anreichern. Da Deutschland dort aber weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz liegt (nur Japaner streiken noch weniger) habe ich mich lieber für die Verteilung der Gesamtbezüge von Geschäftsführern im Vergleich zu zugführenden Lokführern entschieden. Dabei fällt auf, dass selbst die am schlechtesten bezahlten Geschäftsführer im Monat dreimal soviel verdienen wie ein Lokführer.

Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, dann sind die beiden Führungspositionen durchaus mit einander vergleichbar.
Und wie auch der Herr Reinhard Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat, vollkommen richtig erkannte, bietet sich nach den Ereignissen der letzten Jahre der Vergleich der Bundesrepublik Deutschland mit „Lummerland“ geradezu an, denn Sie finden sicher spontan zu jeder Figur auf Lummerland ein entsprechendes Pendant im real existierenden Nachvereinigungsdeutschland.

Wetten dass?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. Oktober 2007 um 05:45:15 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Bahnstreik”

  1. mitdenker meint:

    Na, das ist ein Thema. Wieso setzt sich jemand in diesem Ländle für diejenigen ein, die Arbeit leisten (Arbeit (Ökonomie) ist im Sinne der meisten Schulen der Volkswirtschaftslehre neben Kapital und Boden einer der drei Produktionsfaktoren). Seit wann denn das? Schließlich wissen wir es aus der Physik besser (äh, falsch – sollten wir wissen). Die Arbeit W (engl. Work) ist im Rahmen der Physik eine Energiemenge E, die von einem System in ein anderes System übertragen wird.
    So und nur so sieht es der Bahnvorstand, die verantwortlichen Politiker und sicher auch diese Kanallie – tschuldigung, Journaille. Deswegen ist es auch logisch, dass in den letzten zehn Jahren sich die Bezüge des Bahnvorstandes um 300% erhöht haben und die Bezüge der Mitarbeiter um rund 4,5%.
    Und wenn man ein wenig rechnet (so man(n) und frau in diesem bildungspolitischen Entwicklungsland dazu noch in der Lage sein sollte), ergeben sich erschreckende Zahlen.
    Die publizierte Forderung von 31% Erhöhung der Bezüge würde die Bahn doch mal schlapp 260 Millionen Teuro kosten – pro Jahr. Dazu käme natürlich der Arbeitgeberanteil an Rentenversicherung, Krankenversicherung usw. Macht rund 350 Millionen. Furchtbar. Bei einem angegebenen erwirtschafteten Überschuss von 1,7 Milliarden. Da würde die Bilanz doch versaut werden. Denn 1,35 sind nun mal weniger als 1,7 (wirklich, liebe Buntesbürger!).
    Die Frage, wer denn diesen Überschuss ERARBEITET hat, wage ich beim gegenwärtigen geistigen Entwicklungsstand zu vieler Buntesbürger erst überhaupt nicht zu stellen.
    Und es kommt ja noch schlimmer. Der Staat (also auch die, die sich so furchtbar über die Unverschämtheit der GDL aufregen) bekommt doch glatt etwa 40 Millionen zusätzlicher Steuern, die Krankenkassen und die Rentenkasse und – ja auch die Agentur für nie wieder beschaffbare Arbeit erhalten etwas von diesem Kuchen. Und dann die immer wieder gern vergessenen indirekten Steuern wie MwSt, Tabaksteuer, Alkoholsteuer und noch so einige der über 100 Steuern. Es wäre doch wirklich furchtbar, wenn all dies dem Volke zugute käme (um es z.B. in Bildung – auch für Journalisten – zu investieren. Man sollte sich jedoch damit beeilen – sonst gehen diesem Ländle die paar noch einigermaßen gebildeten Lehrenden aus …) und nicht den einzelnen Investoren, die bereits in den Startlöchern sitzen und sich über die zu erwartenden Dividenden freuen. Da kann man doch – NEIN, da muss man doch gegen polemisieren. Wo kommen wir denn hin, dass dieses Land, dass doch ach so demokratisch ist und wohl auch die UN-Menschenrechtskonventionen (allgemeine Erklärung der Menschenrechte) beigetreten ist, diese auch beachtet.
    Artikel 23.
    (1) Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
    (2) Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
    (3) Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.
    (4) Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

  2. Lazarus meint:

    Bei all diesen Themen, die hier im BLOG aufgeworfen werden, ergibt sich die berechtigte Frage, ob auf dem Gebiet der jetztigen Bunzrepublik wirklich ein Staat existiert, oder ob es sich um einen fremdverwalteten Claim handelt, der und dessen angestammte Urbewohner aus investorischer Sicht maximal ausgebeutet werden muß. Der Blick in einen(deutschen) Reisepaß jedenfalls ergibt beim Eintrag Staatsangehörigkeit die Auskunft “DEUTSCH”, was doch wohl nicht auf einen Staat deuten läßt (wie z.B Republik Österreich, République Francaise usw.), sondern etwas über die ethnische Zugehörigkeit aussagt. Und damit schließt sich so langsam der Kreis und alles hier Behandelte wird erklärlich. Filtert man all diesen Schleim, den die selbsternannten Politiker und ihre Medien unisono über diesem Gebiet absondern, kommt man unwillkürlich zu diesem Schluß; die Verbreitung dieses Resultates steht selbstverständlich unter Strafe.

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