Johannes B.

16. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Johannes B. Kerner hatte die Häretikerin Eva Herman, die jüngst durch einige unpassende Vergleiche zur Rolle der Mutter während der NS-Zeit aufgefallen war, zur Befragung geladen, weil er (nach eigenen Worten) wissen wollte, „was Eva Herman wirklich denkt.“
Das war nun wirklich ein kühnes Unterfangen, denn mit diesem Ansinnen, dürfte eigentlich niemand mehr aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einer Talkshow eingeladen werden.
Oder kennen Sie jemand aus diesem Personenkreis, der jemals auf konkrete Fragen konkrete und wahrheitsgemäße Antworten geliefert hat?
Bestes Beispiel im Herumeiern und langatmigen Schönreden waren doch am letzten Sonntag, bei Anne Will, der Bundesverkehrsminister Tiefensee und sein Adlatus Mehdorn, die sich über die volle Sendezeit „wahrheitsgetreu“ zur Privatisierung der Bahn äußern durften.

Soviel Geduld hatte Johannes B., ein ebenfalls von der öffentlich-rechtlichen Medienanstalt ARD bezahlter Moderator, im Fall Eva Herman nicht, denn als er gemerkt habe, „dass sie ihre missverständlichen Äußerungen nicht aufklären kann, habe ich sie freundlich verabschiedet“.

Dieses Verhalten konsequent übertragen auf andere Sendungen in ARD und ZDF würde jede Menge Sendezeit freischaufeln und nicht nur binnen weniger Minuten ganze Studios entmenschen, sondern zwangsläufig auch noch die Frage nach der Motivation und Qualifikation des Moderators aufwerfen.
Offensichtlich gehören Gastfreundschaft, Toleranz und Achtung der Meinungsfreiheit nicht zu den herausragenden Tugenden von Johannes B., der es vorgezogen hat seinen in Ungnade gefallenen Gast lieber dem aktuellen Zeitgeist zu opfern.
Dabei ist der Name Johannes die griechische Form des hebräischen Yochanan und bedeutet „der HERR ist gnädig“ bzw. „der HERR sei mir gnädig“.

Aber um Gnade vor dem selbsternannten Großinquisitor Johannes B. zu finden, hätte sich die Hexe Herman also mindestens wimmernd Asche auf’s Haupt streuen oder öffentlich blutige Selbstkasteiung betreiben müssen.
Statt dessen ist sie wohl auf einem Besen durchs Studio geritten, was den „Unmut“ des Publikums und der anderen Gäste, darunter die Schauspielerin Senta Berger, Ex-Talkmasterin Margarethe Schreinemakers und der Komiker Mario Barth, erregte.
Außerdem „sei es müßig über ein Buch zu reden, das die anderen Gesprächspartner nicht gelesen hätten“, sagte Senta Berger und drohte derart schlecht vorbereitet mit dem Ausstieg aus der illustren Gesprächsrunde.
Das erinnert mich fatal an eine Fernsehdiskussion über „Krieg und Frieden“, den vierteiligen Roman des russischen Schriftstellers Lew Tolstoi, als die Frage des Moderators „welche Stelle hat Ihnen denn am besten gefallen?“, mit „als der Mel Ferrer die Audrey Hepburn geküsst hat“ beantwortet wurde, denn offensichtlich hatte niemand das Buch gelesen, sondern nur den Film gesehen.

Wiglaf Droste muss eine derartige Entwicklung bei Johannes B. Kerner vorausgesehen haben, denn bereits im Mai 2007 äußerte er sich im Blog Eulenspiegel über den Moderator wie folgt:
Was Johannes B. Kerner in der Welt der medialen Pfannenschwinger tut, hat mit Kochen nichts zu tun, nicht einmal mit Kochfernsehen. Der Mann lässt kochen und grinst dazu, überflüssiger noch als Bertolt Brechts „Fisch mit Namen Fasch“ Die Mischung aus Gedankenarmut, uneingeschränktem Abgreiferinstinkt und Ich-hab’s-geschafft-Erfolgsgrienen imponiert hierzulande nicht wenigen; so substanzfern wie Kerner kämen viele Landsleute auch gern durch ein zusammengelogenes Teuerteuerleben. Müssen dafür aber unschuldige Filets verbraten werden?

Jetzt hat eben auch die Frau Herman von JBK eins übergebraten bekommen.
Hauptsache es hilft der Quote.

Und ich grübele jetzt noch ein wenig darüber nach, was

  1. dieser Komiker Mario Barth (Männer sind Schweine, Frauen aber auch) in einer Diskussionsrunde zum Thema „Familienpolitik in der heutigen Zeit“ zu suchen hatte und
  2. wie lange noch darüber diskutiert werden wird, ob Eva Herman mit der vergleichenden Erwähnung der NS-Familienpolitik nicht nur die Glorifizierung eines rassistischen Frauenideals betrieb, sondern auch eine der Säulen unserer freiheitlich- demokratischen Grundordnung sabotieren wollte, und ob
  3. der im Spiegel erschienene Kommentar „Der programmierte Eklat“ von Hendrik M. Broder nicht doch das Beste war, das ich über diese inszenierte Hexenjagd bisher gelesen habe.

Es trifft den Nagel auf den Kopf, wenn Hendrik M. Broder in seinem Schlusswort Johannes Groß zitiert, der es so formuliert hat:
„Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso mehr nimmt der Widerstand gegen Hitler und die Seinen zu.”

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. Oktober 2007 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

11 Antworten zu “Johannes B.”

  1. erphschwester meint:

    die letzte äußerung würde ich nicht unbedingt unterstreichen. am wochenende las ich bei stefan niggemeier etliche von mehreren hundert kommtaren, in denen wir allerhand erfahren, von “hitler war ja so schlimm auch nicht …, weil schließlich liebte er seinen hund” bis zu einer menge deutungen davon, was e.h. wohl “gemeint” haben könnte, dabei aber so schrecklich mißverstanden wurde.
    nach widerstand klingt mir sehr vieles davon dann aber nicht …

  2. Minotaurus meint:

    Sie wollen einen Mitmenschen zum Nazi stempeln? Nichts leichter als das:

    Nehmen Sie ein x-beliebiges Zitat aus dem Zusammenhang, zum Beispiel:

    Wir setzen daher auf eine Familienpolitik, die es Frauen und Männern leichter macht, sich ihre Kinderwünsche zu erfüllen - ohne dabei ihre beruflichen Wünsche und Perspektiven zu gefährden -, und die Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gute Lebenschancen ermöglicht.

    Das hat die SPD auf ihrer Homepage stehen.

    Kerner würde nun sagen, dass sich die SPD mit dieser Aussage von der NPD distanzieren müsse, denn

    (wir nehmen wieder ein Zitat aus dem Zusammenhang)

    Familie und Ehe sind schützenswerte und wichtige Formen des Zusammenlebens! Wichtig ist aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    So steht es bei der NPD auf der Homepage.

    Da sieht mans mal wieder: die SPD ist in Wirklichkeit eine Partei verkappter Nazis.

    Absurd? Sicher - aber so ists “bei Kerner” geschehen.

    Ein böses Wort..

    Sensible Menschen sollten jetzt besser wegclicken und nicht nach unten scrollen!

    Autobahn

    Na? Erschrocken? Warum nicht? Bedenken Sie bitte: die Nazis haben die Autobahnen gebaut (nicht ganz richtig, die wurden bereits in den 20ern geplant, aber lassen wir es für den Moment dabei). Deswegen müssten Sie sich jetzt eigentlich von allen vor 1945 gebauten Autobahnen distanzieren, am Besten sie gleich gar nicht benutzen. Senta Berger, Kerner und Schreinemakers sind von Autobahnen sogar schockiert und finden sie unerträglich - zumindest, wenn Eva Hermans das Wort “Autobahn” in den Mund nimmt.

    Autobahnen führen nämlich direkt in die Gaskammern von Auschwitz. Oder so.

    …fangen Sie JETZT bitte mit dem Rauchen an und verzehren Sie Fleisch - schliesslich wollen Sie doch nicht als Hitler-Sympathisant gelten?

    Oder sind Sie vielleicht doch so ein heimlicher Rechter?

  3. erphschwester meint:

    @minotaurus: erst einmal bin ich so schnell nicht zu erschrecken. und dann die autobahn … gääähn.
    reden wir lieber über sonnenborn-kinder. d a s war doch suuuper! oder?

  4. erphschwester meint:

    @minotaurus: erst einmal bin ich so schnell nicht zu erschrecken. und dann die autobahn … gääähn.
    reden wir lieber über sonnenborn-kinder. d a s war doch suuuper! oder?

  5. mitdenker meint:

    @erphschwester
    Klar sind Kinder über Sonnenborn begeistert. guckst du hier: http://www.illingen.de/gemeinde-entdecken/freizeit/freibad-sonnenborn-uchtelfangen/
    Aber vielleicht war ja das gemeint: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensborn
    Aber auch diese Kinder kommen zu Wort - will sagen, läßt man ausreden:
    http://www.stern.de/politik/panorama/:Rezension-Die-Geschichte-Lebensborn-Kindes/597542.html

    Aber das Resümé der Geschichte: Wer etwas falsch verstehen will, der tut es auch. Ich erinnere an den Begriff Semantik. Beruht eben auf Vereinbarungen. Und wir sind als Menschen viel zu Unvollkommen, um mit Vereinbarungen richtig umgehen zu können…

  6. Minotaurus meint:

    Hallo Erphschwester,

    EINMAL gähnen hätte völlig genügt, Du mußt nämlich wissen, daß gähnen auf der Autobahn lebensgefährlich sein kann. Genauso lebensgefährlich wie Familie, Kinder und - eben diese verdammten Autobahnen.

    Leider weiß ich nicht, was Du unter “Sonnenborn-Kinder” verstehst, da ich ein völlig dummer und unpolitischer Mensch bin. Erklärst Du´s mir bitte?
    Mir ist nur der Begriff “Lebensborn” geläufig. Das ist doch diese neue Einrichtung, für die sich unsere Familienministerin von der Leyen neuerdings so stark macht, nicht wahr?

    Aber um nochmal auf die Autobahn zurückzukommen: Es war natürlich völliger Quatsch, was ich hier geschrieben habe, denn die Autobahnen hat Bruno Ganz gebaut. Das kann Dir jeder jugendliche Kinobesucher bestätigen, der den Film “Der Untergang” gesehen hat.
    Einen Adolf Hitler hingegen hat es nie gegeben. Der ist nur eine Erfindung von Guido Knopp und der Medien.
    Falls doch, so war er bestenfalls ein zittriger alter Herr, der Hunde liebte und deshalb Vegetarier war.

    Naive Grüße vom Mino.

  7. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  8. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  9. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  10. zdago meint:

    schon lustig, wie alle auf Nazi abfahren. Bleibt doch einmal beim Thema, Leute. Da hat der Kerner 4 Gäste und diskutiert nur mit einem für 50 Minuten. Da ist die Sendung ja fast um, ist doch klar,daß die Anderen etwas unwirsch werden. Ihr Protest zeigt bestenfalls, daß sie - sagen wir einmal - mental etwas herausgefordert sind, aber sonst. Seid ihr sicher, daß ihr nicht auf ‘ne tolle Propagandaschau reingefallen seid ? so nach dem Motte : Hitler geht immer ? Einmal die Auschwitz-Keule geschwungen, und alle Affen tanzen.
    Und dabei fällt die Herabsetzung der Frau völlig aus dem Blickfeld. Nach Kerner und kollegen ist eine Frau nurdann etwas wert, wenn sie wirtschaftlich verwertet wird, der Hartz- Peter hat ja gezeigt, wie es geht.

    Ihr tut mir leid

    mfg zdago

  11. Machopan meint:

    @erphschwester
    Natürlich ist “Machos Blog” mal wieder schuld, weil hart im Nehmen.
    Doch “einmal” Drücken genügt völlig um “einen” Kommentar zu posten ;-)
    Analog ist zweimal Drücken gut für zwei Kommentare und dreimal Drücken für drei Kommentare.
    Mehrfaches Drücken ist wirklich nur für mehrfache Kommentare notwendig.

    Sollte diese Regel strikt beachtet worden sein, könnte es (rein theoretisch) dennoch zu ungewollten Mehrfachkommentaren kommen durch:
    a. motorische Hyperaktivität (menschlich bedingt)
    b. digitale Disharmonien (technisch bedingt)

    denn
    :loop
    mit etwas Glück schickt die Maus den Klick zum Computer,
    und was tut der?
    Ist es ein guter Computer, so schickt er den Klick hurtig zum Router,
    echt das tut der, der gute Computer.
    Und was macht der schlechte Computer?
    “Hi Klick, na mein Guter”, sagt der Computer
    und dann ruht er, der Computer
    :endloop

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Johannes B.

16. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Johannes B. Kerner hatte die Häretikerin Eva Herman, die jüngst durch einige unpassende Vergleiche zur Rolle der Mutter während der NS-Zeit aufgefallen war, zur Befragung geladen, weil er (nach eigenen Worten) wissen wollte, „was Eva Herman wirklich denkt.“
Das war nun wirklich ein kühnes Unterfangen, denn mit diesem Ansinnen, dürfte eigentlich niemand mehr aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einer Talkshow eingeladen werden.
Oder kennen Sie jemand aus diesem Personenkreis, der jemals auf konkrete Fragen konkrete und wahrheitsgemäße Antworten geliefert hat?
Bestes Beispiel im Herumeiern und langatmigen Schönreden waren doch am letzten Sonntag, bei Anne Will, der Bundesverkehrsminister Tiefensee und sein Adlatus Mehdorn, die sich über die volle Sendezeit „wahrheitsgetreu“ zur Privatisierung der Bahn äußern durften.

Soviel Geduld hatte Johannes B., ein ebenfalls von der öffentlich-rechtlichen Medienanstalt ARD bezahlter Moderator, im Fall Eva Herman nicht, denn als er gemerkt habe, „dass sie ihre missverständlichen Äußerungen nicht aufklären kann, habe ich sie freundlich verabschiedet“.

Dieses Verhalten konsequent übertragen auf andere Sendungen in ARD und ZDF würde jede Menge Sendezeit freischaufeln und nicht nur binnen weniger Minuten ganze Studios entmenschen, sondern zwangsläufig auch noch die Frage nach der Motivation und Qualifikation des Moderators aufwerfen.
Offensichtlich gehören Gastfreundschaft, Toleranz und Achtung der Meinungsfreiheit nicht zu den herausragenden Tugenden von Johannes B., der es vorgezogen hat seinen in Ungnade gefallenen Gast lieber dem aktuellen Zeitgeist zu opfern.
Dabei ist der Name Johannes die griechische Form des hebräischen Yochanan und bedeutet „der HERR ist gnädig“ bzw. „der HERR sei mir gnädig“.

Aber um Gnade vor dem selbsternannten Großinquisitor Johannes B. zu finden, hätte sich die Hexe Herman also mindestens wimmernd Asche auf’s Haupt streuen oder öffentlich blutige Selbstkasteiung betreiben müssen.
Statt dessen ist sie wohl auf einem Besen durchs Studio geritten, was den „Unmut“ des Publikums und der anderen Gäste, darunter die Schauspielerin Senta Berger, Ex-Talkmasterin Margarethe Schreinemakers und der Komiker Mario Barth, erregte.
Außerdem „sei es müßig über ein Buch zu reden, das die anderen Gesprächspartner nicht gelesen hätten“, sagte Senta Berger und drohte derart schlecht vorbereitet mit dem Ausstieg aus der illustren Gesprächsrunde.
Das erinnert mich fatal an eine Fernsehdiskussion über „Krieg und Frieden“, den vierteiligen Roman des russischen Schriftstellers Lew Tolstoi, als die Frage des Moderators „welche Stelle hat Ihnen denn am besten gefallen?“, mit „als der Mel Ferrer die Audrey Hepburn geküsst hat“ beantwortet wurde, denn offensichtlich hatte niemand das Buch gelesen, sondern nur den Film gesehen.

Wiglaf Droste muss eine derartige Entwicklung bei Johannes B. Kerner vorausgesehen haben, denn bereits im Mai 2007 äußerte er sich im Blog Eulenspiegel über den Moderator wie folgt:
Was Johannes B. Kerner in der Welt der medialen Pfannenschwinger tut, hat mit Kochen nichts zu tun, nicht einmal mit Kochfernsehen. Der Mann lässt kochen und grinst dazu, überflüssiger noch als Bertolt Brechts „Fisch mit Namen Fasch“ Die Mischung aus Gedankenarmut, uneingeschränktem Abgreiferinstinkt und Ich-hab’s-geschafft-Erfolgsgrienen imponiert hierzulande nicht wenigen; so substanzfern wie Kerner kämen viele Landsleute auch gern durch ein zusammengelogenes Teuerteuerleben. Müssen dafür aber unschuldige Filets verbraten werden?

Jetzt hat eben auch die Frau Herman von JBK eins übergebraten bekommen.
Hauptsache es hilft der Quote.

Und ich grübele jetzt noch ein wenig darüber nach, was

  1. dieser Komiker Mario Barth (Männer sind Schweine, Frauen aber auch) in einer Diskussionsrunde zum Thema „Familienpolitik in der heutigen Zeit“ zu suchen hatte und
  2. wie lange noch darüber diskutiert werden wird, ob Eva Herman mit der vergleichenden Erwähnung der NS-Familienpolitik nicht nur die Glorifizierung eines rassistischen Frauenideals betrieb, sondern auch eine der Säulen unserer freiheitlich- demokratischen Grundordnung sabotieren wollte, und ob
  3. der im Spiegel erschienene Kommentar „Der programmierte Eklat“ von Hendrik M. Broder nicht doch das Beste war, das ich über diese inszenierte Hexenjagd bisher gelesen habe.

Es trifft den Nagel auf den Kopf, wenn Hendrik M. Broder in seinem Schlusswort Johannes Groß zitiert, der es so formuliert hat:
„Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso mehr nimmt der Widerstand gegen Hitler und die Seinen zu.”

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. Oktober 2007 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

11 Antworten zu “Johannes B.”

  1. erphschwester meint:

    die letzte äußerung würde ich nicht unbedingt unterstreichen. am wochenende las ich bei stefan niggemeier etliche von mehreren hundert kommtaren, in denen wir allerhand erfahren, von “hitler war ja so schlimm auch nicht …, weil schließlich liebte er seinen hund” bis zu einer menge deutungen davon, was e.h. wohl “gemeint” haben könnte, dabei aber so schrecklich mißverstanden wurde.
    nach widerstand klingt mir sehr vieles davon dann aber nicht …

  2. Minotaurus meint:

    Sie wollen einen Mitmenschen zum Nazi stempeln? Nichts leichter als das:

    Nehmen Sie ein x-beliebiges Zitat aus dem Zusammenhang, zum Beispiel:

    Wir setzen daher auf eine Familienpolitik, die es Frauen und Männern leichter macht, sich ihre Kinderwünsche zu erfüllen - ohne dabei ihre beruflichen Wünsche und Perspektiven zu gefährden -, und die Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gute Lebenschancen ermöglicht.

    Das hat die SPD auf ihrer Homepage stehen.

    Kerner würde nun sagen, dass sich die SPD mit dieser Aussage von der NPD distanzieren müsse, denn

    (wir nehmen wieder ein Zitat aus dem Zusammenhang)

    Familie und Ehe sind schützenswerte und wichtige Formen des Zusammenlebens! Wichtig ist aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    So steht es bei der NPD auf der Homepage.

    Da sieht mans mal wieder: die SPD ist in Wirklichkeit eine Partei verkappter Nazis.

    Absurd? Sicher - aber so ists “bei Kerner” geschehen.

    Ein böses Wort..

    Sensible Menschen sollten jetzt besser wegclicken und nicht nach unten scrollen!

    Autobahn

    Na? Erschrocken? Warum nicht? Bedenken Sie bitte: die Nazis haben die Autobahnen gebaut (nicht ganz richtig, die wurden bereits in den 20ern geplant, aber lassen wir es für den Moment dabei). Deswegen müssten Sie sich jetzt eigentlich von allen vor 1945 gebauten Autobahnen distanzieren, am Besten sie gleich gar nicht benutzen. Senta Berger, Kerner und Schreinemakers sind von Autobahnen sogar schockiert und finden sie unerträglich - zumindest, wenn Eva Hermans das Wort “Autobahn” in den Mund nimmt.

    Autobahnen führen nämlich direkt in die Gaskammern von Auschwitz. Oder so.

    …fangen Sie JETZT bitte mit dem Rauchen an und verzehren Sie Fleisch - schliesslich wollen Sie doch nicht als Hitler-Sympathisant gelten?

    Oder sind Sie vielleicht doch so ein heimlicher Rechter?

  3. erphschwester meint:

    @minotaurus: erst einmal bin ich so schnell nicht zu erschrecken. und dann die autobahn … gääähn.
    reden wir lieber über sonnenborn-kinder. d a s war doch suuuper! oder?

  4. erphschwester meint:

    @minotaurus: erst einmal bin ich so schnell nicht zu erschrecken. und dann die autobahn … gääähn.
    reden wir lieber über sonnenborn-kinder. d a s war doch suuuper! oder?

  5. mitdenker meint:

    @erphschwester
    Klar sind Kinder über Sonnenborn begeistert. guckst du hier: http://www.illingen.de/gemeinde-entdecken/freizeit/freibad-sonnenborn-uchtelfangen/
    Aber vielleicht war ja das gemeint: http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensborn
    Aber auch diese Kinder kommen zu Wort - will sagen, läßt man ausreden:
    http://www.stern.de/politik/panorama/:Rezension-Die-Geschichte-Lebensborn-Kindes/597542.html

    Aber das Resümé der Geschichte: Wer etwas falsch verstehen will, der tut es auch. Ich erinnere an den Begriff Semantik. Beruht eben auf Vereinbarungen. Und wir sind als Menschen viel zu Unvollkommen, um mit Vereinbarungen richtig umgehen zu können…

  6. Minotaurus meint:

    Hallo Erphschwester,

    EINMAL gähnen hätte völlig genügt, Du mußt nämlich wissen, daß gähnen auf der Autobahn lebensgefährlich sein kann. Genauso lebensgefährlich wie Familie, Kinder und - eben diese verdammten Autobahnen.

    Leider weiß ich nicht, was Du unter “Sonnenborn-Kinder” verstehst, da ich ein völlig dummer und unpolitischer Mensch bin. Erklärst Du´s mir bitte?
    Mir ist nur der Begriff “Lebensborn” geläufig. Das ist doch diese neue Einrichtung, für die sich unsere Familienministerin von der Leyen neuerdings so stark macht, nicht wahr?

    Aber um nochmal auf die Autobahn zurückzukommen: Es war natürlich völliger Quatsch, was ich hier geschrieben habe, denn die Autobahnen hat Bruno Ganz gebaut. Das kann Dir jeder jugendliche Kinobesucher bestätigen, der den Film “Der Untergang” gesehen hat.
    Einen Adolf Hitler hingegen hat es nie gegeben. Der ist nur eine Erfindung von Guido Knopp und der Medien.
    Falls doch, so war er bestenfalls ein zittriger alter Herr, der Hunde liebte und deshalb Vegetarier war.

    Naive Grüße vom Mino.

  7. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  8. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  9. erphschwester meint:

    allseits dank für die verbesserung, die mich allerdings annehmen läßt, daß man mich letztendlich doch verstanden hat. übrigens erklärt sich der freudsche versprecher daraus, daß meine mutter einstens in einem lebensborn-heim in sonneborn war …
    ps: der doppelte kommentar kommt daher, daß machos blog meine kommentare so ungern “nehmen” mag.

  10. zdago meint:

    schon lustig, wie alle auf Nazi abfahren. Bleibt doch einmal beim Thema, Leute. Da hat der Kerner 4 Gäste und diskutiert nur mit einem für 50 Minuten. Da ist die Sendung ja fast um, ist doch klar,daß die Anderen etwas unwirsch werden. Ihr Protest zeigt bestenfalls, daß sie - sagen wir einmal - mental etwas herausgefordert sind, aber sonst. Seid ihr sicher, daß ihr nicht auf ‘ne tolle Propagandaschau reingefallen seid ? so nach dem Motte : Hitler geht immer ? Einmal die Auschwitz-Keule geschwungen, und alle Affen tanzen.
    Und dabei fällt die Herabsetzung der Frau völlig aus dem Blickfeld. Nach Kerner und kollegen ist eine Frau nurdann etwas wert, wenn sie wirtschaftlich verwertet wird, der Hartz- Peter hat ja gezeigt, wie es geht.

    Ihr tut mir leid

    mfg zdago

  11. Machopan meint:

    @erphschwester
    Natürlich ist “Machos Blog” mal wieder schuld, weil hart im Nehmen.
    Doch “einmal” Drücken genügt völlig um “einen” Kommentar zu posten ;-)
    Analog ist zweimal Drücken gut für zwei Kommentare und dreimal Drücken für drei Kommentare.
    Mehrfaches Drücken ist wirklich nur für mehrfache Kommentare notwendig.

    Sollte diese Regel strikt beachtet worden sein, könnte es (rein theoretisch) dennoch zu ungewollten Mehrfachkommentaren kommen durch:
    a. motorische Hyperaktivität (menschlich bedingt)
    b. digitale Disharmonien (technisch bedingt)

    denn
    :loop
    mit etwas Glück schickt die Maus den Klick zum Computer,
    und was tut der?
    Ist es ein guter Computer, so schickt er den Klick hurtig zum Router,
    echt das tut der, der gute Computer.
    Und was macht der schlechte Computer?
    “Hi Klick, na mein Guter”, sagt der Computer
    und dann ruht er, der Computer
    :endloop

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