Rentenprivilegien

19. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Wir schreiben den 18. Oktober 2007, in Deutschland bestreiken seit ein paar Stunden etwa 1400 Lokführer den Nahverkehr und die Presse berichtet sich seit Wochen zu Tode.
Was für ein Chaos!
Welch Ungemach für die Berufspendler!
Welcher Schaden für die Wirtschaft!
Muss das denn sein?
Nur wegen ein paar Euro fuffzig!
Sind zwei zusätzlich bezahlte Überstunden und 4,5% mehr Brutto denn nicht genug?
Muss es auch noch ein eigenständiger Tarifvertrag sein?
Denkt doch auch mal an die Bahn und ihre Kunden!
Was sollen denn die europäischen Nachbarn von uns denken?

Man muss schon lange in den deutschen Medien suchen, bis man außer der Nachricht über die „vermutliche“ Scheidung des französischen Staatspräsidenten Sarkozy endlich Informationen darüber findet, wie die Stimmung in unserem linksrheinischen Nachbarland gerade so ist:

FRANKREICH STEHT STILL!
Und das nicht etwa aus Trauer über die Trennung des Präsidentenpaares oder gar aus Ehrfurcht über den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland.
Nein, Frankreich steht still weil die französischen Gewerkschaften streiken!
Flächendeckend!
Und nicht nur die Lokführer, sondern auch die Postbediensteten, die Lehrer, die Beamten und die Angestellten der Strom- und Gasversorger!
« Betroffen war vor allem der öffentliche Nahverkehr in Paris und in anderen Städten wie Lyon, Toulouse oder Reims. Am Morgen fuhren im Großraum Paris zur Stoßzeit so gut wie keine U-Bahnen oder Vorortzüge. In den Stadtzentren blieben viele Geschäfte geschlossen. Im ganzen Land kam es zu kilometerlangen Staus. Der überregionale Bahnverkehr war bereits seit dem Vorabend stark gestört. Auch der Zugverkehr von und nach Deutschland war betroffen.», meldet n-tv.de

Potz Blitz, das ist aber ein ganz anderes Kaliber als das, was hier die kleine GDL für ein paar Stunden mit ihren paar Lokführern abzieht.
Die Franzosen streiken nicht nur für ein paar Stunden. Der Streik dauert bis Freitag und wenn die Regierung nicht nachgibt, dann geht es nächste Woche weiter.
Dann soll der Arbeitskampf auch auf weitere Branchen wie die Müllabfuhr oder den Flugverkehr und andere Branchen ausgedehnt werden.
Da kommt richtig Freude auf!

Französische Lokführer verdienen übrigens mehr als ihre Kollegen in Deutschland und können schon mit 50 Jahren in Rente gehen.

Warum die Franzosen streiken?
Nein, nicht für mehr Geld oder mehr bezahlte Überstunden, sondern weil die Regierung die „Rentenprivilegien“ für Staatsbedienstete abschaffen will.
Der deutsche Michel sollte eben öfter mal nach Westen schauen.

Und ich gehe jede Wette ein, dass in der deutschen Presse mehr über die Scheidung des französischen Präsidenten zu lesen sein wird, als über die landesweiten Streiks in unserem Nachbarland.
Woran das wohl liegen mag?

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 19. Oktober 2007 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

9 Antworten zu “Rentenprivilegien”

  1. veilchen meint:

    Machopan, da muss unser Fernsehprogramm in den kommenden Tagen aber noch eine Stufe dreister werden! Noch mehr Nebensächlichkeiten, z. B. dass sich die Anzahl der Frösche in den Teichen besorgniserregend zurückgebildet haben, dass die Blätter in diesem Herbst besonders gelb werden und dann von den Bäumen fallen, die Schneeflocken ein anderes Weiss aufweisen, als gewöhnlich, wegen des veränderten Klimas ………. oder am gesamten Wochenende Florian Silbereisen!
    Ich bekam gestern noch einen kleinen Vorgeschmack: Die Fahr- und Flugreisen müssen sich verteuern, weil die EU Unkraut- und Ungeziefervernichter auf öffentlichen Plätzen mit Pestiziden verbietet! - Man müsse mit herkömmlichen Methoden einen Wildwuchs und Mäuse- und Rattenplagen verhindern, damit das Reisen sicherer wird!

    Man darf nur ins Nachbarland schauen, was dort geschieht, wenn es dem Willen der Politik entspricht! - Oh Gott, wie weit hat uns diese GROKO gebracht??
    Jeder, der hier um sein Recht kämpft, wird schon als Staatsfeind betrachtet! -
    Was stellen die Franzosen erst einmal an, wenn sie in ihren Rechten beschnitten werden, wie es bei uns seit Jahren der Fall ist! - Dann bebt das gesamte Land!! Da soll sich der kleine Franzose mal warm anziehen!

  2. tinius meint:

    Das Beispiel Frankreichs haben wir Deutsche schon seit Jahren / Jahrzehnten vor Augen. Gelernt hat daraus bei uns keiner. Hier läßt man die Gewerkschaften schleichend entmachten, das Prinzip und Grundrecht auf Koalitionsfreiheit und Streik infragestellen und überantwortet im selben Atemzug Betriebe der öffentliche Grundversorgung - von Verkehrsbetrieben bis zu Stromversorgern - der Privatwirtschaft. Lächerlich wird es dann, wenn man sich dann wundert, daß deren Handlungsrichtlinien in der Profitmaximierung verankert sind und deren Arbeitnehmer von nun an sich ebenfalls “privatwirtschaftlich” verhalten. Ob das nun in jedem Falle sinnvoll ist, bleibt dahingestellt, aber folgerichtig ist letzteres allemal.

  3. mitdenker meint:

    Wieso sollte der deutsche Michel woanders hinschauen, als in BLÖD bzw. diese Ausgabe in beweglichen Bildern wie SAT1, RTL usw. mit den diversen „Magazinsendungen“.
    Es ist doch viel wichtiger, wenn man weiß, wer von den so genannten Promis gerade mit wem und wer gerade von denen wo im Urlaub ist.
    Diese kollektive Verblödung der Massen durch die Medien hat doch hervorragend sein Ziel erreicht. Und wenn man dann auch in sogenannten öffentlich-rechtlichen Sendern Kommentare von äußerlich erwachsenen Menschen aus diesem Land hört „die“ (gemeint sind die Lokführer) „wollen doch nur die dicke Kohle absahnen…“ , kann einem solch geistige Leistung schon einmal mehr als nur ein Kopfschütteln entlocken.
    Hört eigentlich noch jemand richtig, wirklich so richtig hin?
    Das z.B. die Bahn bei den ersten Streiks verbeamtete Lokführer einsetzte. Ach richtig, die Bahn war ja einmal ein Staatsunternehmen. Wie die Post mit der Sparte Telefon. Wie die Bahn in Frankreich – so man oben lesen kann.
    Gäbe es die Probleme, wenn nicht einige wenige ein Mehr an Geld aus diesen Unternehmen herausholen wollten? Sprich Privatisierung. Es ist doch wohl das widersinnigste Argument, dass mit der Privatisierung von Unternehmen die Effektivität und die Wirtschaftlichkeit steigt, wenn genau durch diese Privatisierung eine Mehrheit von Menschen schlechter gestellt wird.
    So wie derzeit im Gesundheitssystem zu beobachten. Die Ärzte und Pflegekräfte haben mehr zu tun und werden nicht adäquat vergütet, die Patienten leiden finanziell und gesundheitlich unter diesen „wirtschaftlicheren Bedingungen“ und Konzerne wie Helios und Fresenius fahren Gewinne ein (die nicht wie bei einem staatlichen oder kommunalen Unternehmen in Gänze refinanziert werden).
    Was soll dieses ganze Geschwätz von Wirtschaftlichkeit, wenn damit in Wirklichkeit keine Verbesserung der Bedingungen für alle einhergeht sondern NUR eine gravierende Verbesserung für eine ganz geringe Minderheit. Und es sind nicht nur die Firmenmanager gemeint sondern die rund 1000 Menschen auf dieser Welt, die mit der Macht ihres Geldes so vieles steuern – zu vieles.
    Da kann man sich in Kommentaren darüber auslassen, wen man von den (etablierten) Parteien nun noch wählen kann und wen auf keinen Fall. Zum totlachen. Als wenn das irgend einen Einfluss hätte. Und gerade hier, in dieser bunten Rebbublik Täuschland. Wo den Menschen seit Jahrzehnten eingebläut wird, wie wichtig die Individualität ist und wie toll Nonkonformismus. „Ich bin Ich, was gehen mich die anderen an“ ist doch die Devise dieses Landes. Überall spürbar, immer wieder gefördert und unterstützt. Gesellschaft? Gar Gemeinschaft? Um Himmels willen. Wo kommen wir denn da hin.
    Zustände wie in Frankreich, wo es noch Zusammengehörigkeitsgefühl gibt. Nicht nur aber auch z.B. in der Bewahrung der Nationalsprache und dessen Schutz.

  4. Machopan meint:

    Es ist wirklich kaum zu glauben, aber in der deutschen Presse wird die Ehescheidung des französischen Präsidenten mit dem gleichen Stellenwert behandelt, wie die vielleicht doch mögliche Schwangerschaft von Lady Di, die, ggf. noch an ihrem Todestag GV hatte. Möglicherweise!
    In der WELT-Online wird gar unter der Überschrift “die Ehe-Farce der Sarkozys ist vorbei” nicht nur im Stil der Regenbogenpresse über Details berichtet, sondern auch noch die Eheprobleme aller französischen Präsidenten durchgehechelt.
    Zur Erinnerung: “Schröder war 4-mal verheiratet, in letzter Ehe sogar mit einem Pferd! Joschka Fischer ist ebenfalls schon dreimal geschieden. Und auch die Bundesangela hat schon den zweiten Lebensabschnittsgefährten. Und der Minster Seehofer … ach halt der ist ja noch verheiratet”.

    Vom STREIK in Frankreich dagegen KEIN Wort!!!!!
    Man muss ja die Deutschen ja weder informieren, noch auf dumme Gedanken bringen.

  5. veilchen meint:

    Hallo Machopan, Sie sind nicht auf dem Laufenden! Joschka Fischer hat bereits die vierte Scheidung hinter sich gebracht und ist zum fünten Male verheiratet, (mit einer Iranerin) einmal öfter als der Gerhard!
    Aber keine Sorge, es ist keine Bildungslücke! hi, hi ….. Das erfährt man, wenn man beim Doktor länger warten muss!

  6. otti meint:

    Im Gegensatz zu den Franzosen bleiben die Rentenprivilegien unserer Beamter weitgehend erhalten, auch wenn die Politik anderes behauptet.
    Der Franzose bekommt den Arsch noch hoch, der Deutsche bleibt ergeben hocken.

  7. zdago meint:

    Hallo,
    die GdL hat doch verloren, in dem moment, in dem einige Richter - diese Damen und Herren möchte ich nicht weiter kommentieren - den Streik auf die Kurzstrecke beschränkt haben, also da, wo die kleinen Leute am meisten betroffen sind und die Hochfinanz am wenigsten. In dem Moment war die Marschrichtung klar.
    Die Lockführer hätten dieses Urteil ignorieren müssen und die bahn komplett lahmlegen müssen, bis Mehdorn einen Job bei Hartz IV hat, die Richter wgen Amtsmißbrauch entlassen sind und die Privatisierung vom Tisch ist. Da dies nicht geschieht, können sie auch gleich aufhören. Evtl. Erfolge können sie nur deshalb an der Fahne schwenken, weil daß Fußvolk einen anerzogenen kurzen Zeithorizont von wenigen Tagen hat, während die Pläne der Herrscherkaste einen Zeitrahmen von Jahren überspannen.
    Nebenbei, von denzeitlich parallelen Streikaktionen im Einzelhandel hört man gar nichts. Verdi arbeitet da direkt im luftleeren Raum.
    Was wollte ich noch? War da nicht irgend eine Meldung mit 200.000 ? Ich muß mir den kurzen Zeithorizont selbst anziehen, ich weiß es nciht mehr. Was sagt denn Yahoo dazu ?
    Mehr als 200 000 Wildunfälle im Jahr
    Bis zu 200.000 iPhones verkauft
    Hochwasser in Jakarta: 200.000 Menschen obdachlos
    NETZEITUNG INTERNET: Website löscht 200.000 Nutzer
    Deutschland: 200.000 Menschen haben keine Krankenversicherung
    200 000 sitzen auf Teneriffa im Dunkeln
    IZA: 200.000 Fachkräfte werden in zehn Jahren in Deutschland fehlen
    Toll, aber ich weiß nicht mehr, warim mir diese Zahl auffiehl.
    Ach, was soll’s. Einen schönen Abend noch !
    mfg

  8. Machopan meint:

    Natürlich hat die GDL das Problem, dass sie per Gerichtsbeschluss im Fernverkehr nicht streiken darf. Die Streiks im Nahverkehr tun der Bahn aber nicht wirklich richtig weh, da die meisten Pendler Monatskarten haben und die bereits bezahlt sind.

    Der eigentliche Skandal ist das Streikverbot im Fernverkehr wegen des “unverhältnismäßigen Schadens”. Mit dieser Gummiargumentation hebelt man jedes Gesetz und jedes Recht aus.
    Das Arbeitsgericht in Chemnitz will heute am 22. Oktober endlich einen Termin für die Berufungsverhandlung bekannt geben.

  9. zdago meint:

    jetzt hab ich die 200.000 wieder gefunden:
    Wenige Kilometer vom Tagungsort flussaufwärts fand in Lissabons “Park der Nationen” auf Initiative von Gewerkschaften und Linksopposition die mit rund 200.000 Teilnehmern größte Protestdemonstration des Landes seit gut zwei Jahrzehnten statt.
    mfg

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Rentenprivilegien

19. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

Wir schreiben den 18. Oktober 2007, in Deutschland bestreiken seit ein paar Stunden etwa 1400 Lokführer den Nahverkehr und die Presse berichtet sich seit Wochen zu Tode.
Was für ein Chaos!
Welch Ungemach für die Berufspendler!
Welcher Schaden für die Wirtschaft!
Muss das denn sein?
Nur wegen ein paar Euro fuffzig!
Sind zwei zusätzlich bezahlte Überstunden und 4,5% mehr Brutto denn nicht genug?
Muss es auch noch ein eigenständiger Tarifvertrag sein?
Denkt doch auch mal an die Bahn und ihre Kunden!
Was sollen denn die europäischen Nachbarn von uns denken?

Man muss schon lange in den deutschen Medien suchen, bis man außer der Nachricht über die „vermutliche“ Scheidung des französischen Staatspräsidenten Sarkozy endlich Informationen darüber findet, wie die Stimmung in unserem linksrheinischen Nachbarland gerade so ist:

FRANKREICH STEHT STILL!
Und das nicht etwa aus Trauer über die Trennung des Präsidentenpaares oder gar aus Ehrfurcht über den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland.
Nein, Frankreich steht still weil die französischen Gewerkschaften streiken!
Flächendeckend!
Und nicht nur die Lokführer, sondern auch die Postbediensteten, die Lehrer, die Beamten und die Angestellten der Strom- und Gasversorger!
« Betroffen war vor allem der öffentliche Nahverkehr in Paris und in anderen Städten wie Lyon, Toulouse oder Reims. Am Morgen fuhren im Großraum Paris zur Stoßzeit so gut wie keine U-Bahnen oder Vorortzüge. In den Stadtzentren blieben viele Geschäfte geschlossen. Im ganzen Land kam es zu kilometerlangen Staus. Der überregionale Bahnverkehr war bereits seit dem Vorabend stark gestört. Auch der Zugverkehr von und nach Deutschland war betroffen.», meldet n-tv.de

Potz Blitz, das ist aber ein ganz anderes Kaliber als das, was hier die kleine GDL für ein paar Stunden mit ihren paar Lokführern abzieht.
Die Franzosen streiken nicht nur für ein paar Stunden. Der Streik dauert bis Freitag und wenn die Regierung nicht nachgibt, dann geht es nächste Woche weiter.
Dann soll der Arbeitskampf auch auf weitere Branchen wie die Müllabfuhr oder den Flugverkehr und andere Branchen ausgedehnt werden.
Da kommt richtig Freude auf!

Französische Lokführer verdienen übrigens mehr als ihre Kollegen in Deutschland und können schon mit 50 Jahren in Rente gehen.

Warum die Franzosen streiken?
Nein, nicht für mehr Geld oder mehr bezahlte Überstunden, sondern weil die Regierung die „Rentenprivilegien“ für Staatsbedienstete abschaffen will.
Der deutsche Michel sollte eben öfter mal nach Westen schauen.

Und ich gehe jede Wette ein, dass in der deutschen Presse mehr über die Scheidung des französischen Präsidenten zu lesen sein wird, als über die landesweiten Streiks in unserem Nachbarland.
Woran das wohl liegen mag?

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 19. Oktober 2007 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

9 Antworten zu “Rentenprivilegien”

  1. veilchen meint:

    Machopan, da muss unser Fernsehprogramm in den kommenden Tagen aber noch eine Stufe dreister werden! Noch mehr Nebensächlichkeiten, z. B. dass sich die Anzahl der Frösche in den Teichen besorgniserregend zurückgebildet haben, dass die Blätter in diesem Herbst besonders gelb werden und dann von den Bäumen fallen, die Schneeflocken ein anderes Weiss aufweisen, als gewöhnlich, wegen des veränderten Klimas ………. oder am gesamten Wochenende Florian Silbereisen!
    Ich bekam gestern noch einen kleinen Vorgeschmack: Die Fahr- und Flugreisen müssen sich verteuern, weil die EU Unkraut- und Ungeziefervernichter auf öffentlichen Plätzen mit Pestiziden verbietet! - Man müsse mit herkömmlichen Methoden einen Wildwuchs und Mäuse- und Rattenplagen verhindern, damit das Reisen sicherer wird!

    Man darf nur ins Nachbarland schauen, was dort geschieht, wenn es dem Willen der Politik entspricht! - Oh Gott, wie weit hat uns diese GROKO gebracht??
    Jeder, der hier um sein Recht kämpft, wird schon als Staatsfeind betrachtet! -
    Was stellen die Franzosen erst einmal an, wenn sie in ihren Rechten beschnitten werden, wie es bei uns seit Jahren der Fall ist! - Dann bebt das gesamte Land!! Da soll sich der kleine Franzose mal warm anziehen!

  2. tinius meint:

    Das Beispiel Frankreichs haben wir Deutsche schon seit Jahren / Jahrzehnten vor Augen. Gelernt hat daraus bei uns keiner. Hier läßt man die Gewerkschaften schleichend entmachten, das Prinzip und Grundrecht auf Koalitionsfreiheit und Streik infragestellen und überantwortet im selben Atemzug Betriebe der öffentliche Grundversorgung - von Verkehrsbetrieben bis zu Stromversorgern - der Privatwirtschaft. Lächerlich wird es dann, wenn man sich dann wundert, daß deren Handlungsrichtlinien in der Profitmaximierung verankert sind und deren Arbeitnehmer von nun an sich ebenfalls “privatwirtschaftlich” verhalten. Ob das nun in jedem Falle sinnvoll ist, bleibt dahingestellt, aber folgerichtig ist letzteres allemal.

  3. mitdenker meint:

    Wieso sollte der deutsche Michel woanders hinschauen, als in BLÖD bzw. diese Ausgabe in beweglichen Bildern wie SAT1, RTL usw. mit den diversen „Magazinsendungen“.
    Es ist doch viel wichtiger, wenn man weiß, wer von den so genannten Promis gerade mit wem und wer gerade von denen wo im Urlaub ist.
    Diese kollektive Verblödung der Massen durch die Medien hat doch hervorragend sein Ziel erreicht. Und wenn man dann auch in sogenannten öffentlich-rechtlichen Sendern Kommentare von äußerlich erwachsenen Menschen aus diesem Land hört „die“ (gemeint sind die Lokführer) „wollen doch nur die dicke Kohle absahnen…“ , kann einem solch geistige Leistung schon einmal mehr als nur ein Kopfschütteln entlocken.
    Hört eigentlich noch jemand richtig, wirklich so richtig hin?
    Das z.B. die Bahn bei den ersten Streiks verbeamtete Lokführer einsetzte. Ach richtig, die Bahn war ja einmal ein Staatsunternehmen. Wie die Post mit der Sparte Telefon. Wie die Bahn in Frankreich – so man oben lesen kann.
    Gäbe es die Probleme, wenn nicht einige wenige ein Mehr an Geld aus diesen Unternehmen herausholen wollten? Sprich Privatisierung. Es ist doch wohl das widersinnigste Argument, dass mit der Privatisierung von Unternehmen die Effektivität und die Wirtschaftlichkeit steigt, wenn genau durch diese Privatisierung eine Mehrheit von Menschen schlechter gestellt wird.
    So wie derzeit im Gesundheitssystem zu beobachten. Die Ärzte und Pflegekräfte haben mehr zu tun und werden nicht adäquat vergütet, die Patienten leiden finanziell und gesundheitlich unter diesen „wirtschaftlicheren Bedingungen“ und Konzerne wie Helios und Fresenius fahren Gewinne ein (die nicht wie bei einem staatlichen oder kommunalen Unternehmen in Gänze refinanziert werden).
    Was soll dieses ganze Geschwätz von Wirtschaftlichkeit, wenn damit in Wirklichkeit keine Verbesserung der Bedingungen für alle einhergeht sondern NUR eine gravierende Verbesserung für eine ganz geringe Minderheit. Und es sind nicht nur die Firmenmanager gemeint sondern die rund 1000 Menschen auf dieser Welt, die mit der Macht ihres Geldes so vieles steuern – zu vieles.
    Da kann man sich in Kommentaren darüber auslassen, wen man von den (etablierten) Parteien nun noch wählen kann und wen auf keinen Fall. Zum totlachen. Als wenn das irgend einen Einfluss hätte. Und gerade hier, in dieser bunten Rebbublik Täuschland. Wo den Menschen seit Jahrzehnten eingebläut wird, wie wichtig die Individualität ist und wie toll Nonkonformismus. „Ich bin Ich, was gehen mich die anderen an“ ist doch die Devise dieses Landes. Überall spürbar, immer wieder gefördert und unterstützt. Gesellschaft? Gar Gemeinschaft? Um Himmels willen. Wo kommen wir denn da hin.
    Zustände wie in Frankreich, wo es noch Zusammengehörigkeitsgefühl gibt. Nicht nur aber auch z.B. in der Bewahrung der Nationalsprache und dessen Schutz.

  4. Machopan meint:

    Es ist wirklich kaum zu glauben, aber in der deutschen Presse wird die Ehescheidung des französischen Präsidenten mit dem gleichen Stellenwert behandelt, wie die vielleicht doch mögliche Schwangerschaft von Lady Di, die, ggf. noch an ihrem Todestag GV hatte. Möglicherweise!
    In der WELT-Online wird gar unter der Überschrift “die Ehe-Farce der Sarkozys ist vorbei” nicht nur im Stil der Regenbogenpresse über Details berichtet, sondern auch noch die Eheprobleme aller französischen Präsidenten durchgehechelt.
    Zur Erinnerung: “Schröder war 4-mal verheiratet, in letzter Ehe sogar mit einem Pferd! Joschka Fischer ist ebenfalls schon dreimal geschieden. Und auch die Bundesangela hat schon den zweiten Lebensabschnittsgefährten. Und der Minster Seehofer … ach halt der ist ja noch verheiratet”.

    Vom STREIK in Frankreich dagegen KEIN Wort!!!!!
    Man muss ja die Deutschen ja weder informieren, noch auf dumme Gedanken bringen.

  5. veilchen meint:

    Hallo Machopan, Sie sind nicht auf dem Laufenden! Joschka Fischer hat bereits die vierte Scheidung hinter sich gebracht und ist zum fünten Male verheiratet, (mit einer Iranerin) einmal öfter als der Gerhard!
    Aber keine Sorge, es ist keine Bildungslücke! hi, hi ….. Das erfährt man, wenn man beim Doktor länger warten muss!

  6. otti meint:

    Im Gegensatz zu den Franzosen bleiben die Rentenprivilegien unserer Beamter weitgehend erhalten, auch wenn die Politik anderes behauptet.
    Der Franzose bekommt den Arsch noch hoch, der Deutsche bleibt ergeben hocken.

  7. zdago meint:

    Hallo,
    die GdL hat doch verloren, in dem moment, in dem einige Richter - diese Damen und Herren möchte ich nicht weiter kommentieren - den Streik auf die Kurzstrecke beschränkt haben, also da, wo die kleinen Leute am meisten betroffen sind und die Hochfinanz am wenigsten. In dem Moment war die Marschrichtung klar.
    Die Lockführer hätten dieses Urteil ignorieren müssen und die bahn komplett lahmlegen müssen, bis Mehdorn einen Job bei Hartz IV hat, die Richter wgen Amtsmißbrauch entlassen sind und die Privatisierung vom Tisch ist. Da dies nicht geschieht, können sie auch gleich aufhören. Evtl. Erfolge können sie nur deshalb an der Fahne schwenken, weil daß Fußvolk einen anerzogenen kurzen Zeithorizont von wenigen Tagen hat, während die Pläne der Herrscherkaste einen Zeitrahmen von Jahren überspannen.
    Nebenbei, von denzeitlich parallelen Streikaktionen im Einzelhandel hört man gar nichts. Verdi arbeitet da direkt im luftleeren Raum.
    Was wollte ich noch? War da nicht irgend eine Meldung mit 200.000 ? Ich muß mir den kurzen Zeithorizont selbst anziehen, ich weiß es nciht mehr. Was sagt denn Yahoo dazu ?
    Mehr als 200 000 Wildunfälle im Jahr
    Bis zu 200.000 iPhones verkauft
    Hochwasser in Jakarta: 200.000 Menschen obdachlos
    NETZEITUNG INTERNET: Website löscht 200.000 Nutzer
    Deutschland: 200.000 Menschen haben keine Krankenversicherung
    200 000 sitzen auf Teneriffa im Dunkeln
    IZA: 200.000 Fachkräfte werden in zehn Jahren in Deutschland fehlen
    Toll, aber ich weiß nicht mehr, warim mir diese Zahl auffiehl.
    Ach, was soll’s. Einen schönen Abend noch !
    mfg

  8. Machopan meint:

    Natürlich hat die GDL das Problem, dass sie per Gerichtsbeschluss im Fernverkehr nicht streiken darf. Die Streiks im Nahverkehr tun der Bahn aber nicht wirklich richtig weh, da die meisten Pendler Monatskarten haben und die bereits bezahlt sind.

    Der eigentliche Skandal ist das Streikverbot im Fernverkehr wegen des “unverhältnismäßigen Schadens”. Mit dieser Gummiargumentation hebelt man jedes Gesetz und jedes Recht aus.
    Das Arbeitsgericht in Chemnitz will heute am 22. Oktober endlich einen Termin für die Berufungsverhandlung bekannt geben.

  9. zdago meint:

    jetzt hab ich die 200.000 wieder gefunden:
    Wenige Kilometer vom Tagungsort flussaufwärts fand in Lissabons “Park der Nationen” auf Initiative von Gewerkschaften und Linksopposition die mit rund 200.000 Teilnehmern größte Protestdemonstration des Landes seit gut zwei Jahrzehnten statt.
    mfg

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