Schlagzeile

26. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

„Jugendliche verprügeln schwarzen US-Bürger“

meldet der Spiegel.
Da zuckt doch jeder ordentliche Deutsche sofort zusammen, verschlechtert sein Gewissen und sieht sich, natürlich völlig zu Recht, der internationalen Ächtung und dem Vorwurf der genetisch bedingten Ausländerfeindlichkeit ausgesetzt.
Solche Schmach und Schuld werden die Deutschen niemals wieder gut machen können!
Sicher kommt jetzt auch noch gleich eine Forderung vom Zentralrat der Juden Deutschlands um die Ecke und das Geheul nach dem Verbot der NPD gewinnt kurzfristig wieder an Stärke.

«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

Wer die Polizeiberichte regelmäßig liest, der weiß dass derartige Fälle der körperlichen Kontaktaufnahme, besonders in den frühen Morgenstunden, keine Seltenheit sind, aber seltsamerweise immer dann nationale Berühmtheit erlangen, wenn einem der Beteiligten besondere religiöse, politische, nationale oder ethnische Merkmale zugeordnet werden können.
Denn wenn einem, politisch der CDU zugeneigten, römisch-katholischen Deutschen mit weißer Hautfarbe morgens um 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau, auf gut Deutsch gesagt, die Fresse poliert wird, dann interessiert das doch wirklich keinen Journalisten.

„Jugendliche verprügeln weißen Deutschen“
«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

Und auf noch weniger Interesse bei der Journaille wird sicher diese Meldung stoßen:
„Schwarze Jugendliche verprügeln Deutschen“
«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

So ist das halt geworden mit den Schlagzeilen, denn es spielt eine große Rolle wer da wen schlägt.
Doch die Absicht ist jedoch völlig klar, wenn, wie im Spiegel, diese Meldung unter der Rubrik:

veröffentlicht wird.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. Oktober 2007 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schlagzeile”

  1. erphschwester meint:

    nr.1 hat die von dir beschriebenen wirkungen
    nr.2 ist schwachsinn (weil der DEUTSCHE in der öffentlichen wahrnehmung ja sowieso nur weiß sein kann, irgendwie …)
    nr.3 geht überhaupt nicht (weil derlei berichterstattung einen, dank P.C., ja gleich in die rechte ecke schiebt)
    so wird klar, daß neutrale berichterstattung in deutschland irgendwie gar nicht geht. aber nein, derlei berichte KÖNNEN ja gar nicht neutral sein, wenn sie zum lesen einladen wollen. wer würde schon lesen wollen: “Prügelei zwischen Jugendlichen”. DAS passiert ja alle Tage …

  2. Machopan meint:

    Ich könnte sogar noch Meldungen wie die Nr. 1 ertragen, wobei ich aber doch von einem unabhängigen “Berichterstatter” zumindest erwarten kann, dass er dann aber von allen Beteiligten die Nationalität und Hautfarbe nennt.
    Die Nachtigall hör ich aber trapsen, wenn solche Nachrichten gleich unter “Kampf dem braunen Sumpf” einsortiert werden, nur weil daran irgendwie ein “andersfarbiger Ausländer” beteiligt war.

  3. otti meint:

    Der braune Sumpf ist halt mediengeiler als der deutsche, sächsische oder schwäbische Sumpf.
    Kann sich D selbst aus dem Sumpf ziehen? In derzeitigem Zustand sicher nicht!

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Schlagzeile

26. Oktober 2007 05:45

Lieber Freund

„Jugendliche verprügeln schwarzen US-Bürger“

meldet der Spiegel.
Da zuckt doch jeder ordentliche Deutsche sofort zusammen, verschlechtert sein Gewissen und sieht sich, natürlich völlig zu Recht, der internationalen Ächtung und dem Vorwurf der genetisch bedingten Ausländerfeindlichkeit ausgesetzt.
Solche Schmach und Schuld werden die Deutschen niemals wieder gut machen können!
Sicher kommt jetzt auch noch gleich eine Forderung vom Zentralrat der Juden Deutschlands um die Ecke und das Geheul nach dem Verbot der NPD gewinnt kurzfristig wieder an Stärke.

«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

Wer die Polizeiberichte regelmäßig liest, der weiß dass derartige Fälle der körperlichen Kontaktaufnahme, besonders in den frühen Morgenstunden, keine Seltenheit sind, aber seltsamerweise immer dann nationale Berühmtheit erlangen, wenn einem der Beteiligten besondere religiöse, politische, nationale oder ethnische Merkmale zugeordnet werden können.
Denn wenn einem, politisch der CDU zugeneigten, römisch-katholischen Deutschen mit weißer Hautfarbe morgens um 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau, auf gut Deutsch gesagt, die Fresse poliert wird, dann interessiert das doch wirklich keinen Journalisten.

„Jugendliche verprügeln weißen Deutschen“
«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

Und auf noch weniger Interesse bei der Journaille wird sicher diese Meldung stoßen:
„Schwarze Jugendliche verprügeln Deutschen“
«Der Übergriff ereignete sich in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr in der Seegefelder Straße in Spandau. Die Täter hätten zunächst die 27-jährige Freundin des Mannes zu Boden gestoßen. Nachdem er ihr zu Hilfe eilte, konnten beide zunächst flüchten.
Nach wenigen Metern schlugen die Täter den 37-Jährigen zu Boden und traten anschließend auf ihn ein. Danach flüchteten die vier jungen Männer. Alarmierte Polizisten nahmen die Schläger noch in der Nähe fest. Der Mann wurde leicht verletzt, seine Freundin nicht. Die Kriminalpolizei hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen.»

So ist das halt geworden mit den Schlagzeilen, denn es spielt eine große Rolle wer da wen schlägt.
Doch die Absicht ist jedoch völlig klar, wenn, wie im Spiegel, diese Meldung unter der Rubrik:

veröffentlicht wird.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. Oktober 2007 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Schlagzeile”

  1. erphschwester meint:

    nr.1 hat die von dir beschriebenen wirkungen
    nr.2 ist schwachsinn (weil der DEUTSCHE in der öffentlichen wahrnehmung ja sowieso nur weiß sein kann, irgendwie …)
    nr.3 geht überhaupt nicht (weil derlei berichterstattung einen, dank P.C., ja gleich in die rechte ecke schiebt)
    so wird klar, daß neutrale berichterstattung in deutschland irgendwie gar nicht geht. aber nein, derlei berichte KÖNNEN ja gar nicht neutral sein, wenn sie zum lesen einladen wollen. wer würde schon lesen wollen: “Prügelei zwischen Jugendlichen”. DAS passiert ja alle Tage …

  2. Machopan meint:

    Ich könnte sogar noch Meldungen wie die Nr. 1 ertragen, wobei ich aber doch von einem unabhängigen “Berichterstatter” zumindest erwarten kann, dass er dann aber von allen Beteiligten die Nationalität und Hautfarbe nennt.
    Die Nachtigall hör ich aber trapsen, wenn solche Nachrichten gleich unter “Kampf dem braunen Sumpf” einsortiert werden, nur weil daran irgendwie ein “andersfarbiger Ausländer” beteiligt war.

  3. otti meint:

    Der braune Sumpf ist halt mediengeiler als der deutsche, sächsische oder schwäbische Sumpf.
    Kann sich D selbst aus dem Sumpf ziehen? In derzeitigem Zustand sicher nicht!

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