Letzter Wille

2. November 2007 05:45

Lieber Freund

Weil keiner mehr die SPD will, will die SPD

  • dass ältere Arbeitslose länger ALG I bekommen
  • dass die Pendlerpauschale wieder ab dem ersten Kilometer kommt
  • dass die Bahn per Volksaktien privatisiert wird
  • dass die Postzusteller einen Mindestlohn bekommen
  • dass …

und last but not least

  • dass die Wähler wieder mehr SPD wählen

So haben wir es gerne.
Zuerst dem Souverän von oben herab auf’s Maul hauen und dann die fremdblutverschmierte Hand zum Peace-Zeichen heben.

Aber jetzt wollen wir nicht mehr.
Fuck yourself SPD.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. November 2007 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Letzter Wille”

  1. mitdenker meint:

    Wieso nur fiel mir beim lesen so spontan die kleine Geschichte von Kurt Tucholsky ein “Ein älterer aber leicht besoffener Herr” ???
    Sollte es tatsächlich Parallelen zu den zwanziger Jahren geben?
    Wie war das denn mit der USPD (=WASG ???). Wiederholt sich Geschichte (oder Teile der Geschichte) tatsächlich?
    Aber eine wichtige Frage bleibt. Was tun? Weiter Kreuzchen auf Zettelchen malen? Wohin??? Hoffen und harren?
    Und selbst wenn man den ganzen Frust hinunterschreibt, ändert sich doch nichts. Denn es sind viel zu wenige, die sich mit dererlei Dingen beschäftigen. Und schon überhaupt nicht diese postmodernen Jugendlichen.
    Resignation? Oder doch “nur” reale Einschätzung.
    Ich glaube (falsch - ich glaube nicht, ich bin mir sicher), es muss noch schlimmer kommen, viel schlimmer, ehe auch der letzte bundesrepublikanische Jubelperser merkt, dass er den falschen Götzen zugejubelt hat.
    Wer mit der These antritt, diese Gesellschaft “sozialer” gestalten zu wollen, versteht auch nicht, dass es immer eine Weiterentwicklung geben wird. In der Natur nennt man es Evolution, in den Naturwissenschaften Erkenntnis. Weshalb sollte es gerade in der Gesellschaftswissenschaft einen Stillstand geben? Marktwirtschaft for ever? Dann hätte man auch die Sklavenhaltergesellschaft beibehalten können. War doch so schön bequem für die Besitzer.
    In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der weiteren “Demokratisierung” des Kapitalismus.

  2. otti meint:

    Den Soz’, ich hör’ ihn wohl, doch mir fehlt der Glaube.
    Was bei diesen Leuten nicht vor der Wahl gemacht wird, das wird nie gemacht.
    An ihren Taten sollt ihr sie messen!

  3. JFK meint:

    Nette Ansprache….gefällt mir. Gib dem Affen ääähhh ich meinte dem Becki doch ein paar Bananen mit auf den Weg. Ich wüßte auch schon eine hervorragende Wärterin für seinen Käfig. Wenn ich mir so unsere Oberschlaumeier alle anschaue….jaaaha….das ähnelt ganz stark einem Affenhaus im Zoo. Vielleicht ein Zoo für Politiker……gar nicht so schlecht der Gedanke denn die Spezies ist vielleicht vom Aussterben bedroht und muss vom Volk beschützt werden…als Mahnmal! In diesem Sinne…..keep the road Beck….and don´t you come back, no more no more no more no more…..wünsche ein entspanntes Wochenende.

  4. Andreas Skowronek meint:

    Der Mitdenker bezieht sich auf diese Textstelle:

    Denn wak bei die Sozis. Na, also ick bin ja eijentlich, bei Licht besehn, ein alter, jeiebter Sosjaldemokrat. Sehn Se mah, mein Vata war aktiva Untroffssier… da liecht die Disseplin in de Familie. Ja. Ick rin in de Vasammlung. Lauta klassenbewußte Arbeita wahn da: Fräser un Maschinenschlosser un denn ooch der alte Schweißer, der Rudi Breitscheid. Der is so lang, der kann aus de Dachrinne saufn. Det hat er aba nich jetan - er hat eine Rede jehalten. Währenddem daß die Leute schliefen, sahr ick zu ein Pachteigenossn, ick sahre: «Jenosse», sahre ick, «woso wählst du eijentlich SPD - ?» Ick dachte, der Mann kippt mir vom Stuhl! «Donnerwetter», sacht er, «nu wähl ick schon ssweiunsswanssich Jahre lang diese Pachtei», sacht er, «aber warum det ick det dhue, det hak ma noch nie iebalecht! - Sieh mal», sachte der, «ick bin in mein Bessirk ssweita Schriftfiehra, un uff unse Ssahlahmde is det imma so jemietlich; wir kenn nu schon die Kneipe, un det Bier is auch jut, un am erschten Mai, da machen wir denn ’n Ausfluch mit Kind und Kejel und den janzen Vaein… und denn ahms is Fackelssuch… es is alles so scheen einjeschaukelt», sacht er. «Wat brauchst du Jrundsätze», sacht er, «wenn dun Apparat hast!» Und da hat der Mann janz recht. Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln - es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich. Und das is sehr wichtig fier einen selbständjen Jemieseladen!

    Dit Janze jibbet im Web unter: http://ktg-minden.de/kt-arch.htm#besoffener%20Herr

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Letzter Wille

2. November 2007 05:45

Lieber Freund

Weil keiner mehr die SPD will, will die SPD

  • dass ältere Arbeitslose länger ALG I bekommen
  • dass die Pendlerpauschale wieder ab dem ersten Kilometer kommt
  • dass die Bahn per Volksaktien privatisiert wird
  • dass die Postzusteller einen Mindestlohn bekommen
  • dass …

und last but not least

  • dass die Wähler wieder mehr SPD wählen

So haben wir es gerne.
Zuerst dem Souverän von oben herab auf’s Maul hauen und dann die fremdblutverschmierte Hand zum Peace-Zeichen heben.

Aber jetzt wollen wir nicht mehr.
Fuck yourself SPD.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. November 2007 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Letzter Wille”

  1. mitdenker meint:

    Wieso nur fiel mir beim lesen so spontan die kleine Geschichte von Kurt Tucholsky ein “Ein älterer aber leicht besoffener Herr” ???
    Sollte es tatsächlich Parallelen zu den zwanziger Jahren geben?
    Wie war das denn mit der USPD (=WASG ???). Wiederholt sich Geschichte (oder Teile der Geschichte) tatsächlich?
    Aber eine wichtige Frage bleibt. Was tun? Weiter Kreuzchen auf Zettelchen malen? Wohin??? Hoffen und harren?
    Und selbst wenn man den ganzen Frust hinunterschreibt, ändert sich doch nichts. Denn es sind viel zu wenige, die sich mit dererlei Dingen beschäftigen. Und schon überhaupt nicht diese postmodernen Jugendlichen.
    Resignation? Oder doch “nur” reale Einschätzung.
    Ich glaube (falsch - ich glaube nicht, ich bin mir sicher), es muss noch schlimmer kommen, viel schlimmer, ehe auch der letzte bundesrepublikanische Jubelperser merkt, dass er den falschen Götzen zugejubelt hat.
    Wer mit der These antritt, diese Gesellschaft “sozialer” gestalten zu wollen, versteht auch nicht, dass es immer eine Weiterentwicklung geben wird. In der Natur nennt man es Evolution, in den Naturwissenschaften Erkenntnis. Weshalb sollte es gerade in der Gesellschaftswissenschaft einen Stillstand geben? Marktwirtschaft for ever? Dann hätte man auch die Sklavenhaltergesellschaft beibehalten können. War doch so schön bequem für die Besitzer.
    In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der weiteren “Demokratisierung” des Kapitalismus.

  2. otti meint:

    Den Soz’, ich hör’ ihn wohl, doch mir fehlt der Glaube.
    Was bei diesen Leuten nicht vor der Wahl gemacht wird, das wird nie gemacht.
    An ihren Taten sollt ihr sie messen!

  3. JFK meint:

    Nette Ansprache….gefällt mir. Gib dem Affen ääähhh ich meinte dem Becki doch ein paar Bananen mit auf den Weg. Ich wüßte auch schon eine hervorragende Wärterin für seinen Käfig. Wenn ich mir so unsere Oberschlaumeier alle anschaue….jaaaha….das ähnelt ganz stark einem Affenhaus im Zoo. Vielleicht ein Zoo für Politiker……gar nicht so schlecht der Gedanke denn die Spezies ist vielleicht vom Aussterben bedroht und muss vom Volk beschützt werden…als Mahnmal! In diesem Sinne…..keep the road Beck….and don´t you come back, no more no more no more no more…..wünsche ein entspanntes Wochenende.

  4. Andreas Skowronek meint:

    Der Mitdenker bezieht sich auf diese Textstelle:

    Denn wak bei die Sozis. Na, also ick bin ja eijentlich, bei Licht besehn, ein alter, jeiebter Sosjaldemokrat. Sehn Se mah, mein Vata war aktiva Untroffssier… da liecht die Disseplin in de Familie. Ja. Ick rin in de Vasammlung. Lauta klassenbewußte Arbeita wahn da: Fräser un Maschinenschlosser un denn ooch der alte Schweißer, der Rudi Breitscheid. Der is so lang, der kann aus de Dachrinne saufn. Det hat er aba nich jetan - er hat eine Rede jehalten. Währenddem daß die Leute schliefen, sahr ick zu ein Pachteigenossn, ick sahre: «Jenosse», sahre ick, «woso wählst du eijentlich SPD - ?» Ick dachte, der Mann kippt mir vom Stuhl! «Donnerwetter», sacht er, «nu wähl ick schon ssweiunsswanssich Jahre lang diese Pachtei», sacht er, «aber warum det ick det dhue, det hak ma noch nie iebalecht! - Sieh mal», sachte der, «ick bin in mein Bessirk ssweita Schriftfiehra, un uff unse Ssahlahmde is det imma so jemietlich; wir kenn nu schon die Kneipe, un det Bier is auch jut, un am erschten Mai, da machen wir denn ’n Ausfluch mit Kind und Kejel und den janzen Vaein… und denn ahms is Fackelssuch… es is alles so scheen einjeschaukelt», sacht er. «Wat brauchst du Jrundsätze», sacht er, «wenn dun Apparat hast!» Und da hat der Mann janz recht. Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln - es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich. Und das is sehr wichtig fier einen selbständjen Jemieseladen!

    Dit Janze jibbet im Web unter: http://ktg-minden.de/kt-arch.htm#besoffener%20Herr

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