Frauenanteil

18. Februar 2008 05:45

Lieber Freund

In der privaten Krankenversicherung kam es ab Januar 2008 zu einer Neuerung, bei deren Kenntnisnahme mir ein spontaner Brüller entwich:

Männer müssen durchschnittlich drei Prozent mehr Prämie zahlen, weil der Gesetzgeber verlangt, dass sie stärker an den Kosten von Geburten beteiligt werden sollen. Im Gegenzug sinken die Beiträge für privatversicherte Frauen. Wie stark sich die Prämien 2008 für die einzelnen Versicherten ändern, hängt davon ab, wie das Zahlenverhältnis von Frauen und Männer im jeweiligen Tarif ist.“, schrieb das Handelsblatt.

Da es auch keine Rolle zu spielen scheint, ob sich die Frauen überhaupt noch im gebärfähigen Alter befinden, darf man wohl davon ausgehen, dass die Zeche von den Männern bezahlt werden wird, in deren Tarifklasse der Frauenanteil altersbedingt besonders hoch ist. Also schlechte Karten für Männer, die ihre Geschlechtsgenossen um Jahre überleben. Gut zu wissen, dass man(n) im Rentenalter auch noch anteilig für die Kosten der Niederkunft einer 20-Jährigen aufkommen darf, ohne bei der Geburt und/oder Zeugung dabei sein zu müssen/dürfen.

Auch einem etwas jüngerem alleinstehenden Mann ohne Kinder, der in der Lohnsteuerklasse I schon die höchsten Steuersätze verkraften muss und in der Pflegeversicherung mit einem um 0,25 Prozent höheren Beitrag für seine Kinderlosigkeit bestraft wird, kann sicher auch noch ein um drei Prozent höherer Beitrag in der Krankenversicherung zugemutet werden.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, bis sich zum Gesetzgeber die Ansicht durchringt, dass sich Frauen zukünftig stärker als bisher an den Kosten für Hodenkrebs beteiligen müssen.
Wie stark sich dabei die Prämien für die einzelne Versicherte ändert, hängt davon ab, wie das Zahlenverhältnis von Männern zu Frauen im jeweiligen Tarif ist.“, wird dann das Handelsblatt schreiben und ich bin mir fast sicher, dass ich diesen Schwachsinn auch noch erleben darf.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Februar 2008 um 05:45:40 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Frauenanteil”

  1. otti meint:

    Kinder kriegen (Geburtsvorgang) ist kein Spass, Kinder machen (Zeugungsvorgang) dagegen schon, womit eine erhöhte Prämie gerechtfertigt sein könnte, ohne dass man(n)/frau sich in die Wolle kriegt, was wiederum zu einem Ehekrieg bzw. Scheidungskrieg führen würde.

  2. bellamy meint:

    Um ehrlich zu sein….Ich habe es nie wirklich verstanden, warum die Prämien für Frauen bei Versicherungen immer so immens teurer waren, als für die Männer ?
    Allerdings hätte ich es eher begrüßt, die Beiträge der Frauen auf das Niveau der Männer abzusenken, und nicht umgekehrt, wie jetzt offensichtlich geschehen.
    So herum klappt das aber mit der Abzocke natürlich besser…

  3. Machopan meint:

    Da der Mensch nun mal kein Auto ist, kann man(n) durchaus verstehen, dass die Reparaturkosten nicht (vollumfänglich) nach Risikogruppen auf den Verursacher verlagert werden sollten. Aber wer einen Raucherzuschlag beführwortet, der darf auch von einem Geburtszuschlag nicht zurückschrecken, denn in beiden Risikogruppen liegt ein erhebliches Selbstverschulden vor ;-)
    Warum nun aber unter dem Deckmäntelchen der “Solidargemeinschaft” Männer in Tarifgruppen mit einem hohen Frauenanteil besonders stark zur Kasse gebeten werden, das können sich nur wirklich kranke Gehirne ausgedacht haben.

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Frauenanteil

18. Februar 2008 05:45

Lieber Freund

In der privaten Krankenversicherung kam es ab Januar 2008 zu einer Neuerung, bei deren Kenntnisnahme mir ein spontaner Brüller entwich:

Männer müssen durchschnittlich drei Prozent mehr Prämie zahlen, weil der Gesetzgeber verlangt, dass sie stärker an den Kosten von Geburten beteiligt werden sollen. Im Gegenzug sinken die Beiträge für privatversicherte Frauen. Wie stark sich die Prämien 2008 für die einzelnen Versicherten ändern, hängt davon ab, wie das Zahlenverhältnis von Frauen und Männer im jeweiligen Tarif ist.“, schrieb das Handelsblatt.

Da es auch keine Rolle zu spielen scheint, ob sich die Frauen überhaupt noch im gebärfähigen Alter befinden, darf man wohl davon ausgehen, dass die Zeche von den Männern bezahlt werden wird, in deren Tarifklasse der Frauenanteil altersbedingt besonders hoch ist. Also schlechte Karten für Männer, die ihre Geschlechtsgenossen um Jahre überleben. Gut zu wissen, dass man(n) im Rentenalter auch noch anteilig für die Kosten der Niederkunft einer 20-Jährigen aufkommen darf, ohne bei der Geburt und/oder Zeugung dabei sein zu müssen/dürfen.

Auch einem etwas jüngerem alleinstehenden Mann ohne Kinder, der in der Lohnsteuerklasse I schon die höchsten Steuersätze verkraften muss und in der Pflegeversicherung mit einem um 0,25 Prozent höheren Beitrag für seine Kinderlosigkeit bestraft wird, kann sicher auch noch ein um drei Prozent höherer Beitrag in der Krankenversicherung zugemutet werden.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, bis sich zum Gesetzgeber die Ansicht durchringt, dass sich Frauen zukünftig stärker als bisher an den Kosten für Hodenkrebs beteiligen müssen.
Wie stark sich dabei die Prämien für die einzelne Versicherte ändert, hängt davon ab, wie das Zahlenverhältnis von Männern zu Frauen im jeweiligen Tarif ist.“, wird dann das Handelsblatt schreiben und ich bin mir fast sicher, dass ich diesen Schwachsinn auch noch erleben darf.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Februar 2008 um 05:45:40 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Frauenanteil”

  1. otti meint:

    Kinder kriegen (Geburtsvorgang) ist kein Spass, Kinder machen (Zeugungsvorgang) dagegen schon, womit eine erhöhte Prämie gerechtfertigt sein könnte, ohne dass man(n)/frau sich in die Wolle kriegt, was wiederum zu einem Ehekrieg bzw. Scheidungskrieg führen würde.

  2. bellamy meint:

    Um ehrlich zu sein….Ich habe es nie wirklich verstanden, warum die Prämien für Frauen bei Versicherungen immer so immens teurer waren, als für die Männer ?
    Allerdings hätte ich es eher begrüßt, die Beiträge der Frauen auf das Niveau der Männer abzusenken, und nicht umgekehrt, wie jetzt offensichtlich geschehen.
    So herum klappt das aber mit der Abzocke natürlich besser…

  3. Machopan meint:

    Da der Mensch nun mal kein Auto ist, kann man(n) durchaus verstehen, dass die Reparaturkosten nicht (vollumfänglich) nach Risikogruppen auf den Verursacher verlagert werden sollten. Aber wer einen Raucherzuschlag beführwortet, der darf auch von einem Geburtszuschlag nicht zurückschrecken, denn in beiden Risikogruppen liegt ein erhebliches Selbstverschulden vor ;-)
    Warum nun aber unter dem Deckmäntelchen der “Solidargemeinschaft” Männer in Tarifgruppen mit einem hohen Frauenanteil besonders stark zur Kasse gebeten werden, das können sich nur wirklich kranke Gehirne ausgedacht haben.

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