NATO a la Carte

17. März 2008 05:45

Lieber Freund

“Die NATO (North Atlantic Treaty Organization, auch: Nordatlantikvertrag-Organisation, auf französisch l’Organisation du Traité de l’Atlantique Nord, abgekürzt OTAN) ist eine Internationale Organisation, die den Nordatlantikpakt, ein militärisches Bündnis europäischer und nordamerikanischer Staaten, umsetzt.”, heißt es schön formuliert auf den Webseiten von www.wikipedia.de.
Weiter heißt es dort: “Der Nordatlantikvertrag sieht ein Defensivbündnis ohne automatische militärische Beistandspflicht der Mitglieder vor. Für den Fall des bewaffneten Angriffs auf eines der Mitglieder verpflichtet der Vertrag die übrigen Mitgliedstaaten zur sog. kollektiven Selbstverteidigung.”

Für die Tatsache, dass diese kollektive Selbstverteidigung in zunehmenden Maße außerhalb Europas stattfinden muss, gibt es aus Politikermund viele hochoffizielle und hochwichtige Gründe, die das zu verteidigende Volk nicht immer vollumfänglich verstehen muss.
Aber für die Tatsache, dass eines der größten Länder Europas seit 1966 nicht mehr in die Militärstrukturen der NATO integriert ist, gibt es nur einen Grund: “Der Grund für Frankreichs Austritt lag daran, dass De Gaulle die NATO als Instrument amerikanischer Interessen nicht akzeptierte. Er wollte Frankreichs militärische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit bewahren und sich und seine französischen Truppen nicht unter US-Kommando unterordnen.”

Damit hat General De Gaulle den Franzosen die Situation erspart, mit ihren Soldaten für die jahrzehntelangen außenpolitischen Fehlleistungen der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) einstehen zu müssen.
Im Gegensatz zu den Deutschen muss man den Franzosen deshalb auch gar nicht krampfhaft erklären, wer denn nun von wem angegriffen wurde und wer laut Nordatlantikvertrag zur beistehenden Selbstverteidigung verpflichtet ist.
So einfach könnte es sich der rechtsrheinische Nato-Partner, die wi(e)derlich vereinte bunte Republik Deutschland, auch machen. Statt sich permanent vom amerikanischen Bündnispartner mangelndes Engagement bei der Bekämpfung der Achse der Bösen vorwerfen zu lassen und noch mehr deutsche Soldaten an die Front zu schicken, könnte man dieses eher anachronistische Bündnis einfach aufkündigen und auf eine neue Basis stellen, um endlich seitens des Westens auch der Auflösung des “Warschauer Paktes” im Jahre 1991 gerecht zu werden.

Statt den von George W. Bush und seinen Kumpanen angezettelten Krieg beenden zu wollen, wurde kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA von den Kandidaten nochmals ausdrücklich betont, dass Amerika den Krieg in Afghanistan unbedingt gewinnen wolle und Deutschland daher mehr Soldaten an die Front schicken müsse, “denn für Deutschland gebe es keine „à la carte“-Mitgliedschaft in der NATO”.

Da lobt sich so mancher Gourmet die französische “Haute cuisine” und will weder die Suppe essen, die andere versalzen haben, noch die Kartoffeln aus dem von anderen angezündeten Feuer holen.
Doch schon zeigte ein ranghoher Mitarbeiter der deutschen Botschaft im vorauseilenden Gehorsam Verständnis für die amerikanische Forderung, denn so wörtlich “gemessen an dem, was die Amerikaner in Afghanistan leisten, ist unser deutscher Beitrag lächerlich”.
Lächerlicherweise scheint dieser “ranghohe Mitarbeiter” aber schon ganz vergessen zu haben was sich die USA geleistet haben als sie mit einem skrupellos konstruierten Lügengebilde die Weltöffentlichkeit getäuscht und die NATO-Partner im “alten Europa” in einen vom Zaun gebrochenen Krieg mit dem Irak gelockt haben.
Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass die Amerikaner noch nie einen von ihnen angezettelten Krieg auch gewonnen haben.
Das wissen natürlich auch die amerikanischen “Präsidentschaftskandidaten” und wollen unter diesen Gesichtpunkten “ihre Jungs” baldmöglichst nach Hause und aus der angerichteten Scheiße holen.
Mit “mehr Germans to the Front” geht sowas natürlich wesentlich einfacher und die “Maulhelden” unter der Reichstagskuppel diskutieren daher schon mal die “Wiederbelebung” des “Eisernen Kreuzes” diesmal nicht mit “Schwertern und Brillianten”, sondern “mit Pauken und Trompeten”, als Lohn für “außergewöhnliche tapfere Taten” durch deutsche Soldaten.
Da muss man als Bürger wohl zukünftig schon darauf achten, dass man den Träger eines “Eisernes Kreuz” am Bande als außergewöhnlich tapferen “Helden” im Dienste von Kanzlerin, Volk und Vaterland erkennt und nicht mit dem Träger eines “Hakenkreuzes” verwechselt, denn der ist … pfuiiiiii, aber das ist ja hinlänglich bekannt.

Bisher hatte sich die Republik ja damit begnügt für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Militärische Tapferkeit gehörte jedoch, auch bei einem Bürger in Uniform und angesichts der jüngeren deutschen Vergangenheit, nicht zu den auszeichnungsfähigen Leistungen.
Bundespräsident Hotte Köhler hat daher am 6 März des Jahres 2008 den Vorschlag zur Schaffung eines Ordens gebilligt, der diesem offensichtlichen Mangel Rechnung trägt, nachdem er im Oktober 2006 für die Vergabe des Bundesverdienstkreuzes eine 30%-ige Quotenregelung für Frauen eingeführt hatte.
Da kann man als Bürger mal sehen mit welch wichtigen Themen sich der Bundeshotte so die Zeit vertreiben muss.
Dafür hätte er sich durchaus auch mal einen Orden verdient, den “Orden wider den tierischen Ernst“, denn der wird an Personen vergeben, die trotz der tierisch ernsten Lage der Nation “Humor im Amt” bewiesen haben.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. März 2008 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “NATO a la Carte”

  1. veilchen meint:

    Wie lange kann uns Angela denn noch standhaft bleiben, unter dem Druck des drohenden Zeigefingers aus Amerika? -

    Und jetzt, da sie in Israel weilt, kommen noch viel mehr drohende Zeigefinger um die Ecke, weil die nämlich fordern, dass die deutschen Michel den Iranern die Atombomben und möglichst noch mehr wegnehmen sollen.

    Heute steigt Angela in Israel in die Bütt und darf dort reden, was sonst nur Staatsoberhäuptern vorbehalten ist. Da haben unsere Medien ja wieder genügend Material, um die Kanzlerin mal wieder in ein positives Licht zu setzen. Hier im Lande bleibt sie ja lieber im Hintergrund und lässt sich nicht blicken!
    Sie könnte ja sonst mit der katastrophalen Politik hier im Lande in Verbindung gebracht werden. Das reiche Deutschland mit einem immer ärmer werdenden Volk.
    Kein Wunder, dass sie gerne als Aussenminister fungiert und lieber die Welt bereist.
    Doch liebe Leute, wer täte das nicht gerne, hier die Biege zu machen?

  2. otti meint:

    Den “Orden wider den tierischen Ernst” hätte dann aber doch eher das schwäbische Präsidentendouble Richling (Kaberettist) verdient, liebe Land(e)sleute! Gell.

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NATO a la Carte

17. März 2008 05:45

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“Die NATO (North Atlantic Treaty Organization, auch: Nordatlantikvertrag-Organisation, auf französisch l’Organisation du Traité de l’Atlantique Nord, abgekürzt OTAN) ist eine Internationale Organisation, die den Nordatlantikpakt, ein militärisches Bündnis europäischer und nordamerikanischer Staaten, umsetzt.”, heißt es schön formuliert auf den Webseiten von www.wikipedia.de.
Weiter heißt es dort: “Der Nordatlantikvertrag sieht ein Defensivbündnis ohne automatische militärische Beistandspflicht der Mitglieder vor. Für den Fall des bewaffneten Angriffs auf eines der Mitglieder verpflichtet der Vertrag die übrigen Mitgliedstaaten zur sog. kollektiven Selbstverteidigung.”

Für die Tatsache, dass diese kollektive Selbstverteidigung in zunehmenden Maße außerhalb Europas stattfinden muss, gibt es aus Politikermund viele hochoffizielle und hochwichtige Gründe, die das zu verteidigende Volk nicht immer vollumfänglich verstehen muss.
Aber für die Tatsache, dass eines der größten Länder Europas seit 1966 nicht mehr in die Militärstrukturen der NATO integriert ist, gibt es nur einen Grund: “Der Grund für Frankreichs Austritt lag daran, dass De Gaulle die NATO als Instrument amerikanischer Interessen nicht akzeptierte. Er wollte Frankreichs militärische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit bewahren und sich und seine französischen Truppen nicht unter US-Kommando unterordnen.”

Damit hat General De Gaulle den Franzosen die Situation erspart, mit ihren Soldaten für die jahrzehntelangen außenpolitischen Fehlleistungen der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) einstehen zu müssen.
Im Gegensatz zu den Deutschen muss man den Franzosen deshalb auch gar nicht krampfhaft erklären, wer denn nun von wem angegriffen wurde und wer laut Nordatlantikvertrag zur beistehenden Selbstverteidigung verpflichtet ist.
So einfach könnte es sich der rechtsrheinische Nato-Partner, die wi(e)derlich vereinte bunte Republik Deutschland, auch machen. Statt sich permanent vom amerikanischen Bündnispartner mangelndes Engagement bei der Bekämpfung der Achse der Bösen vorwerfen zu lassen und noch mehr deutsche Soldaten an die Front zu schicken, könnte man dieses eher anachronistische Bündnis einfach aufkündigen und auf eine neue Basis stellen, um endlich seitens des Westens auch der Auflösung des “Warschauer Paktes” im Jahre 1991 gerecht zu werden.

Statt den von George W. Bush und seinen Kumpanen angezettelten Krieg beenden zu wollen, wurde kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA von den Kandidaten nochmals ausdrücklich betont, dass Amerika den Krieg in Afghanistan unbedingt gewinnen wolle und Deutschland daher mehr Soldaten an die Front schicken müsse, “denn für Deutschland gebe es keine „à la carte“-Mitgliedschaft in der NATO”.

Da lobt sich so mancher Gourmet die französische “Haute cuisine” und will weder die Suppe essen, die andere versalzen haben, noch die Kartoffeln aus dem von anderen angezündeten Feuer holen.
Doch schon zeigte ein ranghoher Mitarbeiter der deutschen Botschaft im vorauseilenden Gehorsam Verständnis für die amerikanische Forderung, denn so wörtlich “gemessen an dem, was die Amerikaner in Afghanistan leisten, ist unser deutscher Beitrag lächerlich”.
Lächerlicherweise scheint dieser “ranghohe Mitarbeiter” aber schon ganz vergessen zu haben was sich die USA geleistet haben als sie mit einem skrupellos konstruierten Lügengebilde die Weltöffentlichkeit getäuscht und die NATO-Partner im “alten Europa” in einen vom Zaun gebrochenen Krieg mit dem Irak gelockt haben.
Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass die Amerikaner noch nie einen von ihnen angezettelten Krieg auch gewonnen haben.
Das wissen natürlich auch die amerikanischen “Präsidentschaftskandidaten” und wollen unter diesen Gesichtpunkten “ihre Jungs” baldmöglichst nach Hause und aus der angerichteten Scheiße holen.
Mit “mehr Germans to the Front” geht sowas natürlich wesentlich einfacher und die “Maulhelden” unter der Reichstagskuppel diskutieren daher schon mal die “Wiederbelebung” des “Eisernen Kreuzes” diesmal nicht mit “Schwertern und Brillianten”, sondern “mit Pauken und Trompeten”, als Lohn für “außergewöhnliche tapfere Taten” durch deutsche Soldaten.
Da muss man als Bürger wohl zukünftig schon darauf achten, dass man den Träger eines “Eisernes Kreuz” am Bande als außergewöhnlich tapferen “Helden” im Dienste von Kanzlerin, Volk und Vaterland erkennt und nicht mit dem Träger eines “Hakenkreuzes” verwechselt, denn der ist … pfuiiiiii, aber das ist ja hinlänglich bekannt.

Bisher hatte sich die Republik ja damit begnügt für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Militärische Tapferkeit gehörte jedoch, auch bei einem Bürger in Uniform und angesichts der jüngeren deutschen Vergangenheit, nicht zu den auszeichnungsfähigen Leistungen.
Bundespräsident Hotte Köhler hat daher am 6 März des Jahres 2008 den Vorschlag zur Schaffung eines Ordens gebilligt, der diesem offensichtlichen Mangel Rechnung trägt, nachdem er im Oktober 2006 für die Vergabe des Bundesverdienstkreuzes eine 30%-ige Quotenregelung für Frauen eingeführt hatte.
Da kann man als Bürger mal sehen mit welch wichtigen Themen sich der Bundeshotte so die Zeit vertreiben muss.
Dafür hätte er sich durchaus auch mal einen Orden verdient, den “Orden wider den tierischen Ernst“, denn der wird an Personen vergeben, die trotz der tierisch ernsten Lage der Nation “Humor im Amt” bewiesen haben.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 17. März 2008 um 05:45:34 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “NATO a la Carte”

  1. veilchen meint:

    Wie lange kann uns Angela denn noch standhaft bleiben, unter dem Druck des drohenden Zeigefingers aus Amerika? -

    Und jetzt, da sie in Israel weilt, kommen noch viel mehr drohende Zeigefinger um die Ecke, weil die nämlich fordern, dass die deutschen Michel den Iranern die Atombomben und möglichst noch mehr wegnehmen sollen.

    Heute steigt Angela in Israel in die Bütt und darf dort reden, was sonst nur Staatsoberhäuptern vorbehalten ist. Da haben unsere Medien ja wieder genügend Material, um die Kanzlerin mal wieder in ein positives Licht zu setzen. Hier im Lande bleibt sie ja lieber im Hintergrund und lässt sich nicht blicken!
    Sie könnte ja sonst mit der katastrophalen Politik hier im Lande in Verbindung gebracht werden. Das reiche Deutschland mit einem immer ärmer werdenden Volk.
    Kein Wunder, dass sie gerne als Aussenminister fungiert und lieber die Welt bereist.
    Doch liebe Leute, wer täte das nicht gerne, hier die Biege zu machen?

  2. otti meint:

    Den “Orden wider den tierischen Ernst” hätte dann aber doch eher das schwäbische Präsidentendouble Richling (Kaberettist) verdient, liebe Land(e)sleute! Gell.

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