BLOGGERPERIODE

21. März 2008 15:45

Lieber Freund

Noch kaum jemand hat es bemerkt, wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es (noch) nicht, statistische Erhebungen dazu fehlen ganz.
Dabei ist das Phänomen extrem weit verbreitet und nach meinen ersten Recherchen könnte es sich durchaus um ein Problem der Neuzeit handeln. Für manche ist es die wichtigste Sache der Welt, für andere ist es nichts als nur eine blödsinnige Zeiterscheinung.
Um dem Kind einen Namen zu geben, nenn ich diese Erscheinung Kraft meines „mir von mich“ gegebenen Amtes einfach “BLOGGERPERIODE”.

BloggerWobei “Blogger” eine Person ist, “die wo da so” regelmäßig neue Einträge in ihr BLOG schreibt, und «BLOG (ein Kunstwort aus WEB und LOGBUCH) eine Webseite ist, die wo da so periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.» So oder so ähnlich steht das bei Wikipedia.
So weit – so gut.

Jetzt schauen wir uns doch mal an, was denn “Periode” bedeutet. Auch hier finden wir bei Wikipedia Informationen, deren Vermittlung wir in der Schule durch körperliche oder geistige Abwesenheit verpasst haben.
In direktem Zusammenhang mit der Periode steht die Periodendauer.
«Das ist exakt die Zeit, die zwischen zwei Periodenereignissen verstreicht, wobei man unter Zeit das Phänomen der Veränderung versteht, das als Übergang von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft wahrgenommen wird. Die Vergangenheit ist dabei der Bereich der Tatsachen, die Zukunft der Bereich der Möglichkeiten. Das Vergehen der Zeit macht aus Möglichkeiten Tatsachen, aus Zukunft Vergangenheit und aus dynamischen jungen Menschen knattrige Alte

Auch wer die Zeit als dynamischer junger Mensch schon einige Tage hinter sich gelassen hat wird diese Definition der Periodendauer verstehen, aber sich fragen, wo denn jetzt bitteschön dabei das Phänomen ist.

Tja, mein lieber Freund, das eigentliche Phänomen ist die Periodendauer der Blogger, eben die Bloggerperiode wobei «die Wahrnehmung der Zeitdauer davon abhängt, was in der Zeit passiert. Ein ereignisreicher Zeitraum erscheint kurz, “vergeht wie im Flug”. Hingegen dauern ereignisarme Zeiträume scheinbar quälend lange. Von dieser Beobachtung leiten sich auch die Begriffe Kurzweil und Langeweile ab

Meist aus Langeweile, Kurzweil oder dem unerklärlichen Gefühl dem Rest der Menschheit etwas mitteilen zu müssen oder gar zu können, wird ein Mensch zum Blogger.
Das war dann ein Periodenereignis und der Beginn einer Bloggerperiode, die (meist) exakt durch den ersten Eintrag in ein Blog gekennzeichnet ist.
Je nach Stimmungslage und Alter des Bloggers entstehen danach wahre Kunstwerke in Design und Inhalt oder einfach nur grüngelbkotzfarbige Schrift auf schwarzgraubraunfarbigem Hintergrund mit Texten in der Schriftgröße 9 Pixel und kleiner, die meist mit den Worten „Fuck“, „Scheiße“ oder „Nullbock“ beginnen.
Überwiegend enden derartige Spontanaktionen schon nach kurzer Zeit und die Bloggerperiode ist beendet bevor sie richtig begonnen hat.
Andere Perioden dauern länger, aber auch sie gehen irgendwann, blutig oder unblutig zu Ende.

Und daher erkläre ich meine aktive Bloggerperiode für (vorerst) beendet und danke allen Freunden und Feinden für ihre langjährige Aufmerksamkeit, Geduld und Nachsicht.
Nicht dass ich das Interesse an Themen aus Politik und Wirtschaft verloren hätte, oder mir gar die Lust auf bissige Kommentare und satirische Texte vergangen ist.
Nein, das ist es nicht.
Es ist ganz einfach die Zeit!
Nicht die Zeit in der wir leben, sondern die Zeit, die mir täglich neben Arbeit und Familie für mein Hobby, den Schriftwechsel mit meinem „lieben Freund“, verbleibt, denn mein neuer und hochinteressanter Lebensabschnitt auf dem Weg zum “tattrigen Alten” fordert unerbittlich seinen zeitlichen Tribut und setzt dadurch andere Prioritäten.
So wird zwangsläufig auf die „BLOGGERPERIODE“ nun eine „BLOGGERPAUSE“ folgen.

Tägliche Briefe, teils mit Hintergrundinformationen, wird es zukünftig also nicht mehr geben.
Aber ab und zu noch den einen oder anderen Seitenhieb oder finalen Stich in die offene Wunde des politischen Feindes werde ich mir sicher nicht verkneifen können.

Frankreich, im März 2008

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2008 um 15:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “BLOGGERPERIODE”

  1. Bernd meint:

    Kannst Du uns denn einen würdigen Nachfolger mit ebenso spitzer Feder nennen ?
    Es Grüßt
    Bernd (der die Beiträge vermissen wird !)

  2. xy12 meint:

    Kann ich gut verstehen. Alles Gute für die Zukunft! Ein langes Leben im Seniorendasein… und was man alles so wünscht!

    LG xy12

  3. veilchen meint:

    Oh Herr Machopan, das ist eine sehr traurige Osterbotschaft. Ich gönne Ihnen natürlich Ihren Lebensabend so, wie Sie sich ihn vorstellen.

    Auf jeden Fall danke ich Ihnen von ganzem Herzen für all die einmaligen Ausführungen Ihrer Themenvielfalt.
    Zu Bernd: Einen ähnlichen Machopan wird es nicht geben.

    Und wenn es Sie überkommt, einfach mal wieder in die Tasten hauen.Alles Gute für Sie und Ihre Zukunft.
    Ein zurückbleibendes trauriges Veilchen.

  4. bigbang meint:

    na wenn das keine schlechten nachrichten sind. ersatz für den ‘briefwechsel’ wird es nicht geben, soviel steht fest, also wird eine feste größe unter den paar lesenswerten blogs fehlen.

    aber danke, machopan. ich zumindest habe mich oft wegen deiner bissigen wortwahl, brüllend vor lachen, vor dem tft mit kaffee beschüttet. oder ich habe wegen einiger politischer ereignisse mit einem dicken hals vor der kiste gesessen und mich gefreut, dass es doch noch’n paar andere gibt, denen ein wenig gesunder menschenverstand geblieben ist.

    keiner hat bisher diesen himmelschreienden beschiss um uns herum treffender kommentiert und brillianter in worte gefasst. daher freue ich mich umso mehr auf gelegentliche wortmeldungen ihrerseits.

    von herzen alles gute
    bigbang

  5. Minotaurus meint:

    “Keine Zeit” zu haben, bedeutet, sich ANDERS entschieden zu haben.
    Diese kleine Wortwendung gehört zu den kleinen Lügen unseres täglichen Lebens und sie ist besonders häufig bei Rentnern und Pensionären anzutreffen.
    Dabei war für einen aufmerksamen Beobachter dieses Weblogs diese Entwicklung bereits abzusehen, als Machopan sich dazu entschlossen hatte, dieses “Land der täglichen Freuden” für immer zu verlassen um somit nicht nur räumliche, sondern auch emotionelle Distanz zu den bisherigen Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu gewinnen. Nicht zufällig hat in letzter Zeit sowohl der “Biss” selbst, als auch die zeitlichen Bissperioden stark nachgelassen.
    Aber das war durchaus zu erwarten, denn aus der Distanz heraus lassen sich viele Dinge eben nicht mehr mit den dafür nötigen Emotionen betrachten. Oder um es mal ganz banal auszudrücken: Was kümmern mich die Ereignisse in einem anderen Land? Nichts, denn sie sind mir wurscht! Einen Bezug dazu herzustellen, ist aus der räumlichen Distanz heraus kaum noch möglich, diese Erscheinung ist absolut nicht neu.
    Aber so ist nun mal das Leben, panta rhei. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
    Und so bleibt uns nur, unserem Machopan alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg zu wünschen! Mögen sich seine neuen Ziele und Erwartungen an seinem neuen Lebensmittelpunkt verwirklichen lassen.

    Lieber Rolf, es war schön, sich hier “kennengelernt” zu haben. Wir werden sowohl Dich, als auch Deine herrlich bissigen Kommentare vermissen, aber das Leben geht weiter. C’est la vie.

    Beste Grüße vom Mino!

  6. erphschwester meint:

    auch wenn ich bisher minotaurus´ weitschweifige kommentare eher gemieden habe, (ich meinte, keine zeit dafür zu haben) gebe ich ihm doch dieses mal unumwunden recht. wobei ich die einschränkung mache, dass nicht das rentnerdasein oder die räumliche entfernung den abstand schaffen, sondern eben auch der umstand, dass wirtschaft und damit auch politik sich zyklisch entwickeln. wer lange genug schreibt, hat irgendwann alle phasen des zyklus durch und muss sich zwingend wiederholen. dass die darsteller wechseln, die art der handlungen vielleicht dreister wird, das fell der betroffenen vielleicht dicker - all das sind nur nuancen, die nichts daran zu ändern vermögen, dass ein “alter blogger” in diese richtung schon einmal “gebissen” hat. und der zweite und dritte biss in die gleiche sache verliert zwangsläufig an leidenschaft.
    wehe nur dem, der seine leidenschaft ganz verliert! ich könnte mir vorstellen, dass machopan nach einer angemessenen zeit der begeisterung und des geniessens vielleicht auch in seiner neuen heimat so dieses und jenes haar in der suppe findet. selbst mir aus der ferne fiele so dies und das ein. wahrscheinlich aber werden in den genuss dieser sache nur jene unter uns noch kommen, die des französischen ausreichend mächtig sind.
    was ich mir aber ganz und gar nicht vorstellen kann, ist ein machopan, der im garten seines fertig renovierten hauses sitzt und den ganzen tag wein säuft, während er an baguettes nagt und den duft der kräuter rundum einatmet. das wäre für den machopan, den wir kennen, viel zu wenig.

  7. JFK meint:

    Niemals geht man so ganz irgend etwas von dir bleibt hier…….so hieß es mal vor langer langer Zeit. Auf der einen Seite bin ich jetzt etwas wehmütig aber auf der anderen Seite freue ich mich für Sie das Sie diesen Ort Dietzenbach an dem ich doch nun auch einige Zeit verweilen durfte, verlassen haben um sich einen neuen Lebensraum zu schaffen. Sie haben viel geleistet und deswegen haben Sie meine volle Anerkennung. Für alle die dieses System und seine Machenschaften genau kennen kann ich diese Entscheidung nur all zu Gut verstehen. Ich für meinen Teil bin es gewohnt mich jeden Tag auf neue Situationen weltweit einstellen zu müssen doch diese Meldung läßt mich nicht so muß ich gestehen ganz unberührt. Zu meinem Bedauern stelle ich immer wieder fest das die besten viel zu oft wie ein Hund getreten und verschmäht und mit immer wiederkehrenden Unrecht behandelt werden. Was mich persönlich beruhigt ist, zu wissen das Sie weiterhin anwesend sein werden. Denn noch sind Sie ja zum Glück wie wir alle unter den Lebenden und so ist es nur ein Abschied……nicht für immer so hoffe ich denn ich hätte gerne das eine oder andere Wort gerne noch mit Ihnen ausgestauscht. Vielleicht auf dem Wege in das Land von 1001 einer Nacht. Viele herzliche Grüße an die beste aller Frauen und wir hier wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles erdenkliche Gute. Sie haben uns sehr viel gegeben. Schiff Ahoi und all Zeit bereit für den Schriftwechsel mit einem lieben Freund.

  8. Fred Sky meint:

    Ist ok.
    http://home.hetnet.nl/mr_4/225/kjoe65/LYRICS/1960/6007291110.html

  9. Lazarus meint:

    1000Dank, lb. Machopan, von einem Späteinsteger für die gnadenlose Demaskierung derjenigen, die doch immer nur unser Bestes wollen und es leider auch jedes Mal bekommen. Aber das liegt, speziell für dieses Land, eben in der gezielten und perfekt realisierten Verblödung eines, so glaubt es jedenfalls, etablierten Lobby-Sieger-Teiles. Aber die heutigen Verlierer sind diesen nur einen kleinen Schritt voraus. Wer denn schon im Sumpf steckt, sollte nicht noch mehr strampeln - oder etwa doch ? Schade nur, daß man nach den Nuancen der strategisch geplanten Feldzüge gegen sich nun an anderen Quellen suchen muß. Für den beruflich Gestreßten, also wahrhaftigen Geldquell dieser “Nation”, ist das eine weitere Erschwernis. Aber die haben wir ja verdient, denn, wie weiß die Erfahrung doch richtig ? JEDES VOLK HAT DIE REGIERUNG, DIE ES VERDIENT .
    Donc alors, cher ami, bonne chance et beaucoup de bonheur. Nous devons le prendre malheureusement, comme il vient. Je te souhaite des coeurs bonne chance

  10. Pathologe meint:

    Ein endgültiger Abschied ist es ja glücklicherweise nicht, Herr Machopan. Sie schreiben ja selbst, dass die spitzen Federn, die aus den Wasserkopfbedeckern, vulgo Hüten, Ihrer ehemaligen Volkstretern ragen, doch von Zeit zu Zeit Sie so stechen werden, dass sie deren Ergüsse in Papier sticheln müssen.
    Aber ich kann verstehen, dass sich der Blick auf Wesentlicheres fokussiert, der Lebensmittelpunkt vom Tintensäurefass zu wichtigeren Dingen verlagert wird. Gerade in einem Land, das für sein “savoir vivre” bekannt ist. Genießen Sie es, es hat mich trotzdem gefreut, hier lesen zu können und zu dürfen.

    Und wissen Sie, wenn man einmal vom Bloggen angefixt furde, dann kommt man wieder. Früher oder später. Wir lesen uns.

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BLOGGERPERIODE

21. März 2008 15:45

Lieber Freund

Noch kaum jemand hat es bemerkt, wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es (noch) nicht, statistische Erhebungen dazu fehlen ganz.
Dabei ist das Phänomen extrem weit verbreitet und nach meinen ersten Recherchen könnte es sich durchaus um ein Problem der Neuzeit handeln. Für manche ist es die wichtigste Sache der Welt, für andere ist es nichts als nur eine blödsinnige Zeiterscheinung.
Um dem Kind einen Namen zu geben, nenn ich diese Erscheinung Kraft meines „mir von mich“ gegebenen Amtes einfach “BLOGGERPERIODE”.

BloggerWobei “Blogger” eine Person ist, “die wo da so” regelmäßig neue Einträge in ihr BLOG schreibt, und «BLOG (ein Kunstwort aus WEB und LOGBUCH) eine Webseite ist, die wo da so periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.» So oder so ähnlich steht das bei Wikipedia.
So weit – so gut.

Jetzt schauen wir uns doch mal an, was denn “Periode” bedeutet. Auch hier finden wir bei Wikipedia Informationen, deren Vermittlung wir in der Schule durch körperliche oder geistige Abwesenheit verpasst haben.
In direktem Zusammenhang mit der Periode steht die Periodendauer.
«Das ist exakt die Zeit, die zwischen zwei Periodenereignissen verstreicht, wobei man unter Zeit das Phänomen der Veränderung versteht, das als Übergang von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft wahrgenommen wird. Die Vergangenheit ist dabei der Bereich der Tatsachen, die Zukunft der Bereich der Möglichkeiten. Das Vergehen der Zeit macht aus Möglichkeiten Tatsachen, aus Zukunft Vergangenheit und aus dynamischen jungen Menschen knattrige Alte

Auch wer die Zeit als dynamischer junger Mensch schon einige Tage hinter sich gelassen hat wird diese Definition der Periodendauer verstehen, aber sich fragen, wo denn jetzt bitteschön dabei das Phänomen ist.

Tja, mein lieber Freund, das eigentliche Phänomen ist die Periodendauer der Blogger, eben die Bloggerperiode wobei «die Wahrnehmung der Zeitdauer davon abhängt, was in der Zeit passiert. Ein ereignisreicher Zeitraum erscheint kurz, “vergeht wie im Flug”. Hingegen dauern ereignisarme Zeiträume scheinbar quälend lange. Von dieser Beobachtung leiten sich auch die Begriffe Kurzweil und Langeweile ab

Meist aus Langeweile, Kurzweil oder dem unerklärlichen Gefühl dem Rest der Menschheit etwas mitteilen zu müssen oder gar zu können, wird ein Mensch zum Blogger.
Das war dann ein Periodenereignis und der Beginn einer Bloggerperiode, die (meist) exakt durch den ersten Eintrag in ein Blog gekennzeichnet ist.
Je nach Stimmungslage und Alter des Bloggers entstehen danach wahre Kunstwerke in Design und Inhalt oder einfach nur grüngelbkotzfarbige Schrift auf schwarzgraubraunfarbigem Hintergrund mit Texten in der Schriftgröße 9 Pixel und kleiner, die meist mit den Worten „Fuck“, „Scheiße“ oder „Nullbock“ beginnen.
Überwiegend enden derartige Spontanaktionen schon nach kurzer Zeit und die Bloggerperiode ist beendet bevor sie richtig begonnen hat.
Andere Perioden dauern länger, aber auch sie gehen irgendwann, blutig oder unblutig zu Ende.

Und daher erkläre ich meine aktive Bloggerperiode für (vorerst) beendet und danke allen Freunden und Feinden für ihre langjährige Aufmerksamkeit, Geduld und Nachsicht.
Nicht dass ich das Interesse an Themen aus Politik und Wirtschaft verloren hätte, oder mir gar die Lust auf bissige Kommentare und satirische Texte vergangen ist.
Nein, das ist es nicht.
Es ist ganz einfach die Zeit!
Nicht die Zeit in der wir leben, sondern die Zeit, die mir täglich neben Arbeit und Familie für mein Hobby, den Schriftwechsel mit meinem „lieben Freund“, verbleibt, denn mein neuer und hochinteressanter Lebensabschnitt auf dem Weg zum “tattrigen Alten” fordert unerbittlich seinen zeitlichen Tribut und setzt dadurch andere Prioritäten.
So wird zwangsläufig auf die „BLOGGERPERIODE“ nun eine „BLOGGERPAUSE“ folgen.

Tägliche Briefe, teils mit Hintergrundinformationen, wird es zukünftig also nicht mehr geben.
Aber ab und zu noch den einen oder anderen Seitenhieb oder finalen Stich in die offene Wunde des politischen Feindes werde ich mir sicher nicht verkneifen können.

Frankreich, im März 2008

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2008 um 15:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “BLOGGERPERIODE”

  1. Bernd meint:

    Kannst Du uns denn einen würdigen Nachfolger mit ebenso spitzer Feder nennen ?
    Es Grüßt
    Bernd (der die Beiträge vermissen wird !)

  2. xy12 meint:

    Kann ich gut verstehen. Alles Gute für die Zukunft! Ein langes Leben im Seniorendasein… und was man alles so wünscht!

    LG xy12

  3. veilchen meint:

    Oh Herr Machopan, das ist eine sehr traurige Osterbotschaft. Ich gönne Ihnen natürlich Ihren Lebensabend so, wie Sie sich ihn vorstellen.

    Auf jeden Fall danke ich Ihnen von ganzem Herzen für all die einmaligen Ausführungen Ihrer Themenvielfalt.
    Zu Bernd: Einen ähnlichen Machopan wird es nicht geben.

    Und wenn es Sie überkommt, einfach mal wieder in die Tasten hauen.Alles Gute für Sie und Ihre Zukunft.
    Ein zurückbleibendes trauriges Veilchen.

  4. bigbang meint:

    na wenn das keine schlechten nachrichten sind. ersatz für den ‘briefwechsel’ wird es nicht geben, soviel steht fest, also wird eine feste größe unter den paar lesenswerten blogs fehlen.

    aber danke, machopan. ich zumindest habe mich oft wegen deiner bissigen wortwahl, brüllend vor lachen, vor dem tft mit kaffee beschüttet. oder ich habe wegen einiger politischer ereignisse mit einem dicken hals vor der kiste gesessen und mich gefreut, dass es doch noch’n paar andere gibt, denen ein wenig gesunder menschenverstand geblieben ist.

    keiner hat bisher diesen himmelschreienden beschiss um uns herum treffender kommentiert und brillianter in worte gefasst. daher freue ich mich umso mehr auf gelegentliche wortmeldungen ihrerseits.

    von herzen alles gute
    bigbang

  5. Minotaurus meint:

    “Keine Zeit” zu haben, bedeutet, sich ANDERS entschieden zu haben.
    Diese kleine Wortwendung gehört zu den kleinen Lügen unseres täglichen Lebens und sie ist besonders häufig bei Rentnern und Pensionären anzutreffen.
    Dabei war für einen aufmerksamen Beobachter dieses Weblogs diese Entwicklung bereits abzusehen, als Machopan sich dazu entschlossen hatte, dieses “Land der täglichen Freuden” für immer zu verlassen um somit nicht nur räumliche, sondern auch emotionelle Distanz zu den bisherigen Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu gewinnen. Nicht zufällig hat in letzter Zeit sowohl der “Biss” selbst, als auch die zeitlichen Bissperioden stark nachgelassen.
    Aber das war durchaus zu erwarten, denn aus der Distanz heraus lassen sich viele Dinge eben nicht mehr mit den dafür nötigen Emotionen betrachten. Oder um es mal ganz banal auszudrücken: Was kümmern mich die Ereignisse in einem anderen Land? Nichts, denn sie sind mir wurscht! Einen Bezug dazu herzustellen, ist aus der räumlichen Distanz heraus kaum noch möglich, diese Erscheinung ist absolut nicht neu.
    Aber so ist nun mal das Leben, panta rhei. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
    Und so bleibt uns nur, unserem Machopan alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg zu wünschen! Mögen sich seine neuen Ziele und Erwartungen an seinem neuen Lebensmittelpunkt verwirklichen lassen.

    Lieber Rolf, es war schön, sich hier “kennengelernt” zu haben. Wir werden sowohl Dich, als auch Deine herrlich bissigen Kommentare vermissen, aber das Leben geht weiter. C’est la vie.

    Beste Grüße vom Mino!

  6. erphschwester meint:

    auch wenn ich bisher minotaurus´ weitschweifige kommentare eher gemieden habe, (ich meinte, keine zeit dafür zu haben) gebe ich ihm doch dieses mal unumwunden recht. wobei ich die einschränkung mache, dass nicht das rentnerdasein oder die räumliche entfernung den abstand schaffen, sondern eben auch der umstand, dass wirtschaft und damit auch politik sich zyklisch entwickeln. wer lange genug schreibt, hat irgendwann alle phasen des zyklus durch und muss sich zwingend wiederholen. dass die darsteller wechseln, die art der handlungen vielleicht dreister wird, das fell der betroffenen vielleicht dicker - all das sind nur nuancen, die nichts daran zu ändern vermögen, dass ein “alter blogger” in diese richtung schon einmal “gebissen” hat. und der zweite und dritte biss in die gleiche sache verliert zwangsläufig an leidenschaft.
    wehe nur dem, der seine leidenschaft ganz verliert! ich könnte mir vorstellen, dass machopan nach einer angemessenen zeit der begeisterung und des geniessens vielleicht auch in seiner neuen heimat so dieses und jenes haar in der suppe findet. selbst mir aus der ferne fiele so dies und das ein. wahrscheinlich aber werden in den genuss dieser sache nur jene unter uns noch kommen, die des französischen ausreichend mächtig sind.
    was ich mir aber ganz und gar nicht vorstellen kann, ist ein machopan, der im garten seines fertig renovierten hauses sitzt und den ganzen tag wein säuft, während er an baguettes nagt und den duft der kräuter rundum einatmet. das wäre für den machopan, den wir kennen, viel zu wenig.

  7. JFK meint:

    Niemals geht man so ganz irgend etwas von dir bleibt hier…….so hieß es mal vor langer langer Zeit. Auf der einen Seite bin ich jetzt etwas wehmütig aber auf der anderen Seite freue ich mich für Sie das Sie diesen Ort Dietzenbach an dem ich doch nun auch einige Zeit verweilen durfte, verlassen haben um sich einen neuen Lebensraum zu schaffen. Sie haben viel geleistet und deswegen haben Sie meine volle Anerkennung. Für alle die dieses System und seine Machenschaften genau kennen kann ich diese Entscheidung nur all zu Gut verstehen. Ich für meinen Teil bin es gewohnt mich jeden Tag auf neue Situationen weltweit einstellen zu müssen doch diese Meldung läßt mich nicht so muß ich gestehen ganz unberührt. Zu meinem Bedauern stelle ich immer wieder fest das die besten viel zu oft wie ein Hund getreten und verschmäht und mit immer wiederkehrenden Unrecht behandelt werden. Was mich persönlich beruhigt ist, zu wissen das Sie weiterhin anwesend sein werden. Denn noch sind Sie ja zum Glück wie wir alle unter den Lebenden und so ist es nur ein Abschied……nicht für immer so hoffe ich denn ich hätte gerne das eine oder andere Wort gerne noch mit Ihnen ausgestauscht. Vielleicht auf dem Wege in das Land von 1001 einer Nacht. Viele herzliche Grüße an die beste aller Frauen und wir hier wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles erdenkliche Gute. Sie haben uns sehr viel gegeben. Schiff Ahoi und all Zeit bereit für den Schriftwechsel mit einem lieben Freund.

  8. Fred Sky meint:

    Ist ok.
    http://home.hetnet.nl/mr_4/225/kjoe65/LYRICS/1960/6007291110.html

  9. Lazarus meint:

    1000Dank, lb. Machopan, von einem Späteinsteger für die gnadenlose Demaskierung derjenigen, die doch immer nur unser Bestes wollen und es leider auch jedes Mal bekommen. Aber das liegt, speziell für dieses Land, eben in der gezielten und perfekt realisierten Verblödung eines, so glaubt es jedenfalls, etablierten Lobby-Sieger-Teiles. Aber die heutigen Verlierer sind diesen nur einen kleinen Schritt voraus. Wer denn schon im Sumpf steckt, sollte nicht noch mehr strampeln - oder etwa doch ? Schade nur, daß man nach den Nuancen der strategisch geplanten Feldzüge gegen sich nun an anderen Quellen suchen muß. Für den beruflich Gestreßten, also wahrhaftigen Geldquell dieser “Nation”, ist das eine weitere Erschwernis. Aber die haben wir ja verdient, denn, wie weiß die Erfahrung doch richtig ? JEDES VOLK HAT DIE REGIERUNG, DIE ES VERDIENT .
    Donc alors, cher ami, bonne chance et beaucoup de bonheur. Nous devons le prendre malheureusement, comme il vient. Je te souhaite des coeurs bonne chance

  10. Pathologe meint:

    Ein endgültiger Abschied ist es ja glücklicherweise nicht, Herr Machopan. Sie schreiben ja selbst, dass die spitzen Federn, die aus den Wasserkopfbedeckern, vulgo Hüten, Ihrer ehemaligen Volkstretern ragen, doch von Zeit zu Zeit Sie so stechen werden, dass sie deren Ergüsse in Papier sticheln müssen.
    Aber ich kann verstehen, dass sich der Blick auf Wesentlicheres fokussiert, der Lebensmittelpunkt vom Tintensäurefass zu wichtigeren Dingen verlagert wird. Gerade in einem Land, das für sein “savoir vivre” bekannt ist. Genießen Sie es, es hat mich trotzdem gefreut, hier lesen zu können und zu dürfen.

    Und wissen Sie, wenn man einmal vom Bloggen angefixt furde, dann kommt man wieder. Früher oder später. Wir lesen uns.

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