Plünderer

14. April 2008 05:45

Lieber Freund

Angst und Furcht plagen den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog.
Wegen der außerplanmäßigen Erhöhung der Renten um sagenhafte Nullkommaquetsch-Prozent sieht er düstere Zeiten an seinem geistigen Horizont aufziehen, denn er befürchtet “wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie und das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern“.

Nun weiß ja nun wirklich fast jeder Arbeitnehmer und zwangsweise rekrutierter Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung, dass dieses Rentensystem über Jahrzehnte hinweg nicht von den Rentner geplündert wurde, sondern von Politikern ausgiebig zur Finanzierung “versicherungsfremder Leistungen” jeglicher Art missbraucht wurde.

Das weiß natürlich auch der ehemalige Bundespräsident und Bundesverfassungsrichter Roman Herzog, denn dumm ist der Mann natürlich nicht. Er hat ja auch nicht etwa Angst um seine eigene Rente oder gar davor, dass ihn im Alter die Armut dahinrafft. Außerdem ist der Herr Herzog ja auch ein christlicher Mensch und nicht nur Mitglied in einer christlich-demokratischen Partei, sondern auch noch Familienvater. So jemand käme doch nie auf die Idee, dass Eltern ihre eigenen Kinder “ausplündern” würden. Außerdem müssten sich die “Rentnereltern” ja mit dem Wenigen begnügen, das der Staat von den bereits mehrfach ausgeplünderten “Billiglohnkindern” noch übrig lässt.

Nein, der Herr Herzog “befürchtet” in Wirklichkeit nur, dass immer mehr in Altersarmut lebende Rentner ihren politischen Willen auf demokratische Weise zum Ausdruck bringen könnten und die bestehende Parteienlandschaft mit ihren christlich-sozial-demokratischen “Plünderern” durch die Wahrnehmung ihres Wahlrechtes etwas aufmischen und verändern könnten.

Um die Macht der Älteren zu begrenzen und um dem politischen Übergewicht der Alten entgegenzuwirken, denken ganz clevere Parteidemokraten nun sogar schon über eine Herabsetzung des Wahlalters nach, denn wenn die Alten nicht “in die Urne springen” wollen, dann müssen eben mehr Junge “zu den Urnen eilen”.
Sicher ein schönes Denkmuster für Politiker, denen der Mehrheitswille des Volkes in Wirklichkeit am fettgesessenen Arsch vorbeigeht.

So sagte der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, dem “Hamburger Abendblatt”, man könnte das Wahlalter heruntersetzen, um eine bessere Partizipation der Jüngeren zu erreichen.
In die gleiche Richtung äußert sich der Sprecher der Grünen Jugend, Jan Albrecht. Er fordert ein Wahlrecht ab 14 Jahre.
Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz plädiert in der Zeitung für ein Stellvertreterwahlrecht für Eltern, das sich nach der Anzahl der Kinder richtet.

Nur leider tut sich die Republik mit der Aufzucht des Nachwuchses so schwer, da hilft auch die Legehennenprämie der Bundesfamilienministerin nicht viel, denn die staatlich subventionierte Wahlhilfe für die Merkeljugend wird wohl für viele Politiker der “Volksparteien” zu spät kommen. Außer man entschließt sich bereits in naher Zukunft die Kinder schon im Vorschulalter ins Wahllokal zu tragen

Ähnlich systemgefährdend sieht die demographische Entwicklung wohl auch der Bundes(von S)innenminister Wolfgang Schäuble. Ja, der IM Zweirad hat doch unlängst der BLÖD-Zeitung verblubbert, dass er sich dafür einsetzen wolle, aus humanitären Gründen mehr “christliche Iraker” nach Deutschland zuwandern zu lassen. Vermutlich kalkuliert der Innenwolfgang damit, dass die Iraker dann mit einem beschleunigten Einbürgerungsverfahren noch vor der nächsten Wahl aus lauter Dankbarkeit die CDU wählen. Bei Helmut Kohl ist Anfang der 90-iger Jahre, diese Rechnung mit den dankbaren Russlanddeutschen voll aufgegangen und für “Birne” hat es trotz “verglühender Landschaften im Osten” noch mal für eine weitere Amtszeit gereicht.

Auch wenn Roman Herzog sowohl seine Amtszeit als auch seine beste Zeit schon weit hinter sich gelassen hat, so macht er sich nicht nur Sorgen um die “plündernden Alten” und die “ausgeplünderten Jungen”, sondern auch um die Verfassungsmäßigkeit der demographischen Entwicklung, denn, so Roman Herzog, “wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bitten, würde die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist“.

Bei solchen verbalen Absonderungen, muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass der Mann jahrelang Richter am Bundesverfassungsgericht war und von 1987 bis 1994 sogar dessen Präsident. Weniger bekannt ist aber, dass er als Leiter der „Herzog-Kommission“ der Bundesregierung einen Bericht vorlegte, wie die deutschen Sozialversicherungssysteme „reformiert“ werden könnten. Dieses Dokument bildete dann die inhaltliche Grundlage für den Wahlkampf von Angela Merkel im Jahr 2005.
Die Äußerungen in der BLÖD-Zeitung sind also kein verbaler Ausrutscher oder gar ein seit Helmut Kohl in Mode gekommener “Black Out” als Erklärung für Lügen und dummes Geschwätz, denn Roman Herzog ist offensichtlich ein Überzeugungs- und Wiederholungstäter in Sachen “Generationenkonflikt”.

So sieht es wohl auch Gunnar Winkler, der Präsident des Wohlfahrtsverbands Volkssolidarität, und reagiert entsprechend empört: “Wir warnen davor, immer wieder zu behaupten, die Älteren würden die Jüngeren ausplündern. Wer so was in die Welt setzt, zündelt als geistiger Brandstifter gefährlich am sozialen Frieden in unserem Lande und gefährdet die Demokratie. Offenbar müsse die These vom vermeintlichen „Generationenkrieg“ immer dann herhalten, wenn in der Bevölkerung verstärkt die Frage nach sozialer Gerechtigkeit gestellt und nach den Ursachen des Gegensatzes von Arm und Reich gefragt werde. Nicht die demographische Entwicklung belaste die Sozialkassen, sondern die anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Niedriglöhne, prekäre Beschäftigung und sinkende Einkommen”.

Ich habe den Worten von Gunnar Winkler nichts hinzuzufügen und stattdessen ganz spontan überlegt wie man dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und seinen Gesinnungsgenossen die berechtigten Ängste vor einer “mächtigen Rentnerdemokratie” nehmen kann. Die angedachte Lösung ist selbstverständlich verfassungskonform und absolut demographiesicher, denn es würde meines Erachtens völlig genügen, den Rentnern wegen Altersdemenz das aktive Wahlrecht zu entziehen.
Auf jeden Fall wäre das aber wesentlich besser als politische Hosenscheißer zur Wahlurne zu tragen.

Ganz persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass dieses Land dringend viel mehr Straßenlaternen braucht!
Das würde nicht nur etwas zur Erhöhung der inneren Sicherheit beitragen denn man könnte die Plünderer und Brandstifter schon erkennen bevor sie das Weite suchen, sondern den Bürgern würde endlich auch mal ein Licht aufgehen.
Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.
Das wäre, zumindest meiner geringwertigen Meinung nach, weitaus wirkungsvoller und nachhaltiger als jede Änderung der Verfassung.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. April 2008 um 05:45:40 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

9 Antworten zu “Plünderer”

  1. otti meint:

    Der Altbundespräsident hat bekanntlich im Hohenlohischen Quartier bezogen, auf der Götzenburg zu Berlichingen, wo das Publikum bei den jährlichen Festspielen immer gespannt dem Ausspruch des Ritters mit der eisernen Hand entgegenfiebert …

    Was gerade die Weltsicht der ‘jüngeren’ Abgeordneten und der oben genannten sehr verehrten Person betrifft, sei daran erinnert, dass der Bundestag kürzlich eine Pension nach einem Jahr Parlamentszugehörigkeit für seine Politikerkaste beschlossen hat.

  2. Fred Sky meint:

    Hallo Machopan,
    schön von Dir zu hören, aber denke an Murphys Gesetz
    http://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz
    , besonders Punkt 5 der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten.
    Daher wird es wohl so enden, daß die hervorragenden Erfahrungen mit Hartz4 künftig auch auf die Rentner übertragen werden, d.h., Rente erst bei Bedürftigkeit, die nach Aufbrauchen aller angesparten Mittel beantragt und nachgewiesen werden muß. Nur so läßt sich sicherstellen, daß die Geldabsaugung alle Winkel erreicht.
    Viele Grüße

  3. FOXY meint:

    Ja, auf diesem Narrenschiff - die Narrenkappe der “ewigen Schuld” hat er zu seiner Amtszeit ja schon getragen - versucht jeder jeden zu toppen. Und wenn das zu Lasten seines eigenen Volkes geht, wird er noch von seinesgleichen gefeiert. Welch ein armes Würstchen ist dagegen ein Sportler, der für dieses Land ehrliche Siege errungen hat, damit dessen Hymne gespielt wird und der Rest der Welt dabei stillsteht und sich o.g. des “hohen Standards unserer Kultur” rühmen können, der zigfach auf höchsten Podien gestanden hat und zigfach negativ getestet wurde und NIE jemals auch in die Nähe eines Verdachtes eines irregulären Handelns kam - im Gegensatz zu “Olympiasiegern”, deren A-Probe auffällig und die B-Probe danach nicht mehr auffindbar war !!!! Was wäre das doch für ein Zeichen an die Welt, wenn sich ein deutscher Sportler auf dem höchsten Podium, in weiser Voraussicht auf das Danach, in dieses Banner schneuzen würde ?

  4. ALPHA meint:

    Lb. Machopan,
    bei der prekären Haushaltssituation der Städte und Gemeinden ist die Forderung nach mehr und neuen Laternen einfach nicht vertretbar. Aus Sicht eines Kämmerers wäre sch…. viel günstiger, zumal dabei auch mehr Zeit wäre, irgendwelche Faseleien abzusondern, was evtl. auch den Horizont des dumpfen, wahlmüden Volkes erhellen dürfte (Rentner eingeschlossen). Ein weiterer Vorteil läge darin, daß dies alles innerhalb desselben Kulturkreises vollzogen werden könnte …
    Man könnte in allen Ressort nur Vorteile aufzählen.
    Eigentlich ein richtiges perpetuum-mobile, das mit zunehmendem Lastabwurf immer effektiver wird. ICH will den Nobel-Preis !!

  5. han ich vergessen meint:

    Ja Macho Vorsicht,wir sind angekommen,man stellt sich einen Freiefahrtschein aus und wir dürfen ,müssen das Maul halten.
    Terroraufrufe im Internet künftig unter Strafe
    http://www.tagesschau.de/ausland/terroraufruf2.html

    Du schreibst:
    Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.

  6. Machopan meint:

    @han ich vergessen
    Ein Blick in die Geschichtsbücher verrät uns, dass undemokratische und/oder totalitäre Herrschaftssysteme schon immer versucht haben ihrem unvermeidlichen Niedergang durch verstärkte Überwachung der Bevölkerung und härtere Strafen gegen mögliche Systemfeinde, Andersdenkende, Volksfeinde, Republikflüchtlinge, Widerstandskämpfer, Wehrkraftzersetzer, Saboteure, Revolutionäre und Terroristen zu entkommen.
    Und an Politiker, die derartige Maßnahmen für notwendig und gut befanden und bereitwillig das gemeinsam beschlossene Unrecht in Gesetze gegossen haben, hat es auch nie gemangelt.
    Und an Juristen, die damit Recht gesprochen haben, auch nicht.

    Dass die Bundesjustizministerin Zypries sich auch noch zufrieden darüber äußert, dass nicht schon das “Verfassen eines nicht veröffentlichten Aufrufs zur Gewalt” als Straftat eingestuft wird und damit eine weitere Einschränkung der Bürgerrechte verhindert worden sei, zeigt das wahre Gesicht dieses Landes auf dem Weg zu einem totalitären Überwachungsstaat in dem nur noch die nicht geäußerten Gedanken straffrei bleiben werden.

  7. otti meint:

    @ 6
    Dem endgültigen Ermächtigungsgesetz wieder einen Schritt näher gekommen.

  8. Fred Sky meint:

    Gilt in Frankreich auch Schopenhauer’s Entropie-Gesetz für die Wahlen?
    “Wenn man einen Teelöffel Wein in ein Fass Jauche giesst, ist das Resultat Jauche. Wenn man einen Löffel Jauche in ein Fass Wein giesst, ist das Resultat ebenfalls Jauche.”
    http://www.murphyslaws.de/german.htm

  9. Ernsthaft | Machopan's Rauchzeichen meint:

    […] Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland um Helle zu werden, einfach nur mehr Laternenmasten braucht, damit man die Plünderer und Brandstifter aus Politik und Wirtschaft mitsamt ihrem Netzwerk aus Mitläufern und Helfershelfern daran aufknüpfen kann. […]

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Plünderer

14. April 2008 05:45

Lieber Freund

Angst und Furcht plagen den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog.
Wegen der außerplanmäßigen Erhöhung der Renten um sagenhafte Nullkommaquetsch-Prozent sieht er düstere Zeiten an seinem geistigen Horizont aufziehen, denn er befürchtet “wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie und das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern“.

Nun weiß ja nun wirklich fast jeder Arbeitnehmer und zwangsweise rekrutierter Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung, dass dieses Rentensystem über Jahrzehnte hinweg nicht von den Rentner geplündert wurde, sondern von Politikern ausgiebig zur Finanzierung “versicherungsfremder Leistungen” jeglicher Art missbraucht wurde.

Das weiß natürlich auch der ehemalige Bundespräsident und Bundesverfassungsrichter Roman Herzog, denn dumm ist der Mann natürlich nicht. Er hat ja auch nicht etwa Angst um seine eigene Rente oder gar davor, dass ihn im Alter die Armut dahinrafft. Außerdem ist der Herr Herzog ja auch ein christlicher Mensch und nicht nur Mitglied in einer christlich-demokratischen Partei, sondern auch noch Familienvater. So jemand käme doch nie auf die Idee, dass Eltern ihre eigenen Kinder “ausplündern” würden. Außerdem müssten sich die “Rentnereltern” ja mit dem Wenigen begnügen, das der Staat von den bereits mehrfach ausgeplünderten “Billiglohnkindern” noch übrig lässt.

Nein, der Herr Herzog “befürchtet” in Wirklichkeit nur, dass immer mehr in Altersarmut lebende Rentner ihren politischen Willen auf demokratische Weise zum Ausdruck bringen könnten und die bestehende Parteienlandschaft mit ihren christlich-sozial-demokratischen “Plünderern” durch die Wahrnehmung ihres Wahlrechtes etwas aufmischen und verändern könnten.

Um die Macht der Älteren zu begrenzen und um dem politischen Übergewicht der Alten entgegenzuwirken, denken ganz clevere Parteidemokraten nun sogar schon über eine Herabsetzung des Wahlalters nach, denn wenn die Alten nicht “in die Urne springen” wollen, dann müssen eben mehr Junge “zu den Urnen eilen”.
Sicher ein schönes Denkmuster für Politiker, denen der Mehrheitswille des Volkes in Wirklichkeit am fettgesessenen Arsch vorbeigeht.

So sagte der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, dem “Hamburger Abendblatt”, man könnte das Wahlalter heruntersetzen, um eine bessere Partizipation der Jüngeren zu erreichen.
In die gleiche Richtung äußert sich der Sprecher der Grünen Jugend, Jan Albrecht. Er fordert ein Wahlrecht ab 14 Jahre.
Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz plädiert in der Zeitung für ein Stellvertreterwahlrecht für Eltern, das sich nach der Anzahl der Kinder richtet.

Nur leider tut sich die Republik mit der Aufzucht des Nachwuchses so schwer, da hilft auch die Legehennenprämie der Bundesfamilienministerin nicht viel, denn die staatlich subventionierte Wahlhilfe für die Merkeljugend wird wohl für viele Politiker der “Volksparteien” zu spät kommen. Außer man entschließt sich bereits in naher Zukunft die Kinder schon im Vorschulalter ins Wahllokal zu tragen

Ähnlich systemgefährdend sieht die demographische Entwicklung wohl auch der Bundes(von S)innenminister Wolfgang Schäuble. Ja, der IM Zweirad hat doch unlängst der BLÖD-Zeitung verblubbert, dass er sich dafür einsetzen wolle, aus humanitären Gründen mehr “christliche Iraker” nach Deutschland zuwandern zu lassen. Vermutlich kalkuliert der Innenwolfgang damit, dass die Iraker dann mit einem beschleunigten Einbürgerungsverfahren noch vor der nächsten Wahl aus lauter Dankbarkeit die CDU wählen. Bei Helmut Kohl ist Anfang der 90-iger Jahre, diese Rechnung mit den dankbaren Russlanddeutschen voll aufgegangen und für “Birne” hat es trotz “verglühender Landschaften im Osten” noch mal für eine weitere Amtszeit gereicht.

Auch wenn Roman Herzog sowohl seine Amtszeit als auch seine beste Zeit schon weit hinter sich gelassen hat, so macht er sich nicht nur Sorgen um die “plündernden Alten” und die “ausgeplünderten Jungen”, sondern auch um die Verfassungsmäßigkeit der demographischen Entwicklung, denn, so Roman Herzog, “wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bitten, würde die Staatsquote wachsen. Und ich gehe davon aus, dass ab einem gewissen Punkt eine hohe Staatsquote durchaus verfassungswidrig ist“.

Bei solchen verbalen Absonderungen, muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass der Mann jahrelang Richter am Bundesverfassungsgericht war und von 1987 bis 1994 sogar dessen Präsident. Weniger bekannt ist aber, dass er als Leiter der „Herzog-Kommission“ der Bundesregierung einen Bericht vorlegte, wie die deutschen Sozialversicherungssysteme „reformiert“ werden könnten. Dieses Dokument bildete dann die inhaltliche Grundlage für den Wahlkampf von Angela Merkel im Jahr 2005.
Die Äußerungen in der BLÖD-Zeitung sind also kein verbaler Ausrutscher oder gar ein seit Helmut Kohl in Mode gekommener “Black Out” als Erklärung für Lügen und dummes Geschwätz, denn Roman Herzog ist offensichtlich ein Überzeugungs- und Wiederholungstäter in Sachen “Generationenkonflikt”.

So sieht es wohl auch Gunnar Winkler, der Präsident des Wohlfahrtsverbands Volkssolidarität, und reagiert entsprechend empört: “Wir warnen davor, immer wieder zu behaupten, die Älteren würden die Jüngeren ausplündern. Wer so was in die Welt setzt, zündelt als geistiger Brandstifter gefährlich am sozialen Frieden in unserem Lande und gefährdet die Demokratie. Offenbar müsse die These vom vermeintlichen „Generationenkrieg“ immer dann herhalten, wenn in der Bevölkerung verstärkt die Frage nach sozialer Gerechtigkeit gestellt und nach den Ursachen des Gegensatzes von Arm und Reich gefragt werde. Nicht die demographische Entwicklung belaste die Sozialkassen, sondern die anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Niedriglöhne, prekäre Beschäftigung und sinkende Einkommen”.

Ich habe den Worten von Gunnar Winkler nichts hinzuzufügen und stattdessen ganz spontan überlegt wie man dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und seinen Gesinnungsgenossen die berechtigten Ängste vor einer “mächtigen Rentnerdemokratie” nehmen kann. Die angedachte Lösung ist selbstverständlich verfassungskonform und absolut demographiesicher, denn es würde meines Erachtens völlig genügen, den Rentnern wegen Altersdemenz das aktive Wahlrecht zu entziehen.
Auf jeden Fall wäre das aber wesentlich besser als politische Hosenscheißer zur Wahlurne zu tragen.

Ganz persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass dieses Land dringend viel mehr Straßenlaternen braucht!
Das würde nicht nur etwas zur Erhöhung der inneren Sicherheit beitragen denn man könnte die Plünderer und Brandstifter schon erkennen bevor sie das Weite suchen, sondern den Bürgern würde endlich auch mal ein Licht aufgehen.
Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.
Das wäre, zumindest meiner geringwertigen Meinung nach, weitaus wirkungsvoller und nachhaltiger als jede Änderung der Verfassung.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 14. April 2008 um 05:45:40 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Soziales | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

9 Antworten zu “Plünderer”

  1. otti meint:

    Der Altbundespräsident hat bekanntlich im Hohenlohischen Quartier bezogen, auf der Götzenburg zu Berlichingen, wo das Publikum bei den jährlichen Festspielen immer gespannt dem Ausspruch des Ritters mit der eisernen Hand entgegenfiebert …

    Was gerade die Weltsicht der ‘jüngeren’ Abgeordneten und der oben genannten sehr verehrten Person betrifft, sei daran erinnert, dass der Bundestag kürzlich eine Pension nach einem Jahr Parlamentszugehörigkeit für seine Politikerkaste beschlossen hat.

  2. Fred Sky meint:

    Hallo Machopan,
    schön von Dir zu hören, aber denke an Murphys Gesetz
    http://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz
    , besonders Punkt 5 der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten.
    Daher wird es wohl so enden, daß die hervorragenden Erfahrungen mit Hartz4 künftig auch auf die Rentner übertragen werden, d.h., Rente erst bei Bedürftigkeit, die nach Aufbrauchen aller angesparten Mittel beantragt und nachgewiesen werden muß. Nur so läßt sich sicherstellen, daß die Geldabsaugung alle Winkel erreicht.
    Viele Grüße

  3. FOXY meint:

    Ja, auf diesem Narrenschiff - die Narrenkappe der “ewigen Schuld” hat er zu seiner Amtszeit ja schon getragen - versucht jeder jeden zu toppen. Und wenn das zu Lasten seines eigenen Volkes geht, wird er noch von seinesgleichen gefeiert. Welch ein armes Würstchen ist dagegen ein Sportler, der für dieses Land ehrliche Siege errungen hat, damit dessen Hymne gespielt wird und der Rest der Welt dabei stillsteht und sich o.g. des “hohen Standards unserer Kultur” rühmen können, der zigfach auf höchsten Podien gestanden hat und zigfach negativ getestet wurde und NIE jemals auch in die Nähe eines Verdachtes eines irregulären Handelns kam - im Gegensatz zu “Olympiasiegern”, deren A-Probe auffällig und die B-Probe danach nicht mehr auffindbar war !!!! Was wäre das doch für ein Zeichen an die Welt, wenn sich ein deutscher Sportler auf dem höchsten Podium, in weiser Voraussicht auf das Danach, in dieses Banner schneuzen würde ?

  4. ALPHA meint:

    Lb. Machopan,
    bei der prekären Haushaltssituation der Städte und Gemeinden ist die Forderung nach mehr und neuen Laternen einfach nicht vertretbar. Aus Sicht eines Kämmerers wäre sch…. viel günstiger, zumal dabei auch mehr Zeit wäre, irgendwelche Faseleien abzusondern, was evtl. auch den Horizont des dumpfen, wahlmüden Volkes erhellen dürfte (Rentner eingeschlossen). Ein weiterer Vorteil läge darin, daß dies alles innerhalb desselben Kulturkreises vollzogen werden könnte …
    Man könnte in allen Ressort nur Vorteile aufzählen.
    Eigentlich ein richtiges perpetuum-mobile, das mit zunehmendem Lastabwurf immer effektiver wird. ICH will den Nobel-Preis !!

  5. han ich vergessen meint:

    Ja Macho Vorsicht,wir sind angekommen,man stellt sich einen Freiefahrtschein aus und wir dürfen ,müssen das Maul halten.
    Terroraufrufe im Internet künftig unter Strafe
    http://www.tagesschau.de/ausland/terroraufruf2.html

    Du schreibst:
    Und als schönen Nebeneffekt könnte man die „Plünderer“ und die „Brandstifter“ auch gleich an den Laternenpfählen aufhängen.

  6. Machopan meint:

    @han ich vergessen
    Ein Blick in die Geschichtsbücher verrät uns, dass undemokratische und/oder totalitäre Herrschaftssysteme schon immer versucht haben ihrem unvermeidlichen Niedergang durch verstärkte Überwachung der Bevölkerung und härtere Strafen gegen mögliche Systemfeinde, Andersdenkende, Volksfeinde, Republikflüchtlinge, Widerstandskämpfer, Wehrkraftzersetzer, Saboteure, Revolutionäre und Terroristen zu entkommen.
    Und an Politiker, die derartige Maßnahmen für notwendig und gut befanden und bereitwillig das gemeinsam beschlossene Unrecht in Gesetze gegossen haben, hat es auch nie gemangelt.
    Und an Juristen, die damit Recht gesprochen haben, auch nicht.

    Dass die Bundesjustizministerin Zypries sich auch noch zufrieden darüber äußert, dass nicht schon das “Verfassen eines nicht veröffentlichten Aufrufs zur Gewalt” als Straftat eingestuft wird und damit eine weitere Einschränkung der Bürgerrechte verhindert worden sei, zeigt das wahre Gesicht dieses Landes auf dem Weg zu einem totalitären Überwachungsstaat in dem nur noch die nicht geäußerten Gedanken straffrei bleiben werden.

  7. otti meint:

    @ 6
    Dem endgültigen Ermächtigungsgesetz wieder einen Schritt näher gekommen.

  8. Fred Sky meint:

    Gilt in Frankreich auch Schopenhauer’s Entropie-Gesetz für die Wahlen?
    “Wenn man einen Teelöffel Wein in ein Fass Jauche giesst, ist das Resultat Jauche. Wenn man einen Löffel Jauche in ein Fass Wein giesst, ist das Resultat ebenfalls Jauche.”
    http://www.murphyslaws.de/german.htm

  9. Ernsthaft | Machopan's Rauchzeichen meint:

    […] Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland um Helle zu werden, einfach nur mehr Laternenmasten braucht, damit man die Plünderer und Brandstifter aus Politik und Wirtschaft mitsamt ihrem Netzwerk aus Mitläufern und Helfershelfern daran aufknüpfen kann. […]

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