Papiermüll

21. April 2008 05:45

Lieber Freund

“Die Männer sind mit Knüppeln bewaffnet, bauen sich drohend vor ihnen auf, befehlen ihnen, zu verschwinden. Völlig verängstigt und verstört ergreifen sie die Flucht. Später werden sie keine Angaben dazu machen können, wie ihre Angreifer aussahen oder woher sie kamen. Die beiden geistig behinderten Mitarbeiter des St.-Vitus-Werkes in Meppen werden sich nur an die Knüppel erinnern - und an ihre Furcht.”

Mein lieber Freund, wenn Sie nun glauben ich hätte diesen Text bei Steven King geklaut oder wäre gar unter die Autoren der „Drei-Groschen-Romane“ gefallen, dann muss ich Sie, wenn auch nur zur Wahrung meines verheerenden Leumunds, davon in Kenntnis setzen, dass obiger Text dem Magazin „Der Spiegel“ als Einführung in die Problematik der „Altpapierentsorgung in der BRD“ bestens geeignet schien.

Weiter heißt es in dem Artikel beim Kampf um die “Blaue Tonne”:
Im Emsland verbreitete der Vorfall breites Entsetzen. Nicht nur, weil Behinderte derart brutal angegriffen wurden, sondern auch weil der mögliche Hintergrund der Tat unglaublich scheint. Er könne und wolle nicht ausschließen, dass seine Schützlinge angegriffen wurden, weil sie im Auftrag eines Recyclingunternehmens blaue Tonnen für Altpapier aufstellten, sagt der Leiter des St.-Vitus-Werkes, Bernhard Sackarendt. “An einen behindertenfeindlichen Übergriff glaube ich nicht.”

Da bin auch ich mit dem Leiter des St.-Vitus-Werkes nun einer Meinung, denn auch ich schließe nach sorgfältiger Analyse des Vorgangs einen behindertenfeindlichen Übergriff aus. Da jedoch die Nationalitäten, Glaubensrichtungen und politische Gesinnung der an diesem Vorfall beteiligten Personen ungenannt bleiben, könnte es sich allerdings auch um einen ausländerfeindlicher Übergriff rechtradikaler Gewalttäter mit antisemitischem Hintergrund handeln. Oder sollte es sich bei den Knüppelträgern etwa schon wieder um gewaltbereite ausländische Jugendliche aus einer migrationsbedingten Parallelgesellschaft gehandelt haben?

Wie auch immer, Fakt scheint jedenfalls, dass sich irgendwo in Deutschland zwei geistig Behinderte beim Einsammeln von Papiermüll plötzlich Männern mit Knüppeln gegenüber gesehen haben wollen und daraufhin die Flucht ergriffen.
Der offensichtlich ebenfalls mit einem etwas verminderten Intelligenzquotienten ausgestatteten Berichterstatterin des “Spiegel” reicht “allein schon die Vermutung und egal ob sich der unfassbare Verdacht bestätigt, so zeigt es doch wie sehr die Schlacht ums Altpapier im Emsland schon eskaliert ist, denn private und gemeinnützige Entsorger streiten sich um den kostbaren Rohstoff.”

Grund für diesen brutalen Kampf um die rare Ressource “Papiermüll” sind nun nicht etwa Mangelerscheinungen die durch das vor einigen Jahrzehnten ausgerufene “papierlose Büro” oder gar das “elektronische Kommunikations- und Medienzeitalter” verursacht werden, sondern -zumindest steht es so im SPIEGEL- durch “Chinas Hunger nach Altpapier”.

Bereits am 15. Dezember 2007 hatte der SPIEGEL in einem längeren Artikel über den “Lebensmittelhorror in China” und die Mafia-Methoden der Lebensmittelindustrie im Land der Mitte berichtet.
Und schon wenige Monate später schrecken die Chinesen noch nicht einmal mehr davor zurück deutsche Behinderte zu bedrohen um ihnen mit Knüppelgewalt den Papiermüll im Emsland wegzunehmen!

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, sieht die Bundesregierung  darin zwar noch keine nachhaltige Störung der Wirtschaftsbeziehungen zum Reich der Mitte, aber es soll bereits Überlegungen geben, zusammen mit dem tibetischen Hürdenläufer „Dalai Lahma“ die Paralympics in Peking zu boykottieren.

Das wäre natürlich nur notwendig, sofern es dem SPIEGEL wirklich nicht gelingen sollte zukünftig soviel Papiermüll zu produzieren, dass damit auch locker “der Hunger China’s” befriedigt werden kann.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. April 2008 um 05:45:26 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Papiermüll”

  1. ALPHA meint:

    Also, man sollte tunlichst darauf achten, welche bedruckten Altpapiere nach China exportiert werden ! Bekanntlich hat sich ja in diesem - wie heißt es doch aus dem Munde von richtigen gestandenen Demokraten ? - also menschenrechtsverachtenden Regime, eine nach richtigen demokratischen Verhältnissen unverhältnismäßig große Zahl der Ureinwohner ein viel zu hohes Bildungsniveau ergaunert. Und nun kommt’s: Sie beherrschen auch noch unsere Sprache-und sie sind kreativ-und sie kupfern auch gerne mal ab. Wenn sie nun, mit Hilfe der hier auf brutalste Weise aus den Mülltonnen erlangten Entwurfsvorlagen anfangen, BRD’s nachzubauen und in alle Welt verschleudern-mich graust vor solch einem Gedanken !
    Über eines bin ich allerdings auch erleichtert: Als vor über einem halben Jahr zeitgleich (!!) in Flensburg und Passau zwei chinesische Touristengruppen auf deutsch (!!) fragten, wie denn Deutsche Buttermilch schmeckt, und diese unerwartet hohe chinesische Nachfrage nach unseren deutschen Molkereiprodukten sofort nach Berlin durchsickerte, was, wie hinlänglich bekannt ist, zum sofortigen drastischen Preisanstieg hierzulande führte-also den Chinesen ist’s nicht richtig bekommen ! Sie fragen nicht mehr-und siehe da, unsere Butterpreise fallen wieder. Also, ich warne vor fallenden Preisen und entlaste damit unsere vielbeschäftigten Politiker etwas. Schließlich wird es wohl doch Frühling und dann wird wohl auch der Letzte seinen hormonellen (außer-?)parlamentarischen Trieben nachgehen und solche wichtigen Warnungen an “sein” Volk, so wahr ihm Gott helfe, leicht vergessen.

  2. otti meint:

    Am in Papierform verbreiteten geistigen Medienmüll der so genannten deutschen Elite kann die Welt genesen …

    Übrigens, der nach Tibet eingewanderte Han-Chinese soll vom Han-Schwaben (I han’s scho)abstammen. Sieht man auch sehr schön an Oettingers zusammen gekniffenen Augenlidern (Schlitzaugen, nicht zu verwechseln mit Schlitzohren!). Man könnte meinen, der Mann hat was zu verbergen.
    Am SPIEGEL ist nichts mehr rot, der ist einfach nur noch yellow.

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Papiermüll

21. April 2008 05:45

Lieber Freund

“Die Männer sind mit Knüppeln bewaffnet, bauen sich drohend vor ihnen auf, befehlen ihnen, zu verschwinden. Völlig verängstigt und verstört ergreifen sie die Flucht. Später werden sie keine Angaben dazu machen können, wie ihre Angreifer aussahen oder woher sie kamen. Die beiden geistig behinderten Mitarbeiter des St.-Vitus-Werkes in Meppen werden sich nur an die Knüppel erinnern - und an ihre Furcht.”

Mein lieber Freund, wenn Sie nun glauben ich hätte diesen Text bei Steven King geklaut oder wäre gar unter die Autoren der „Drei-Groschen-Romane“ gefallen, dann muss ich Sie, wenn auch nur zur Wahrung meines verheerenden Leumunds, davon in Kenntnis setzen, dass obiger Text dem Magazin „Der Spiegel“ als Einführung in die Problematik der „Altpapierentsorgung in der BRD“ bestens geeignet schien.

Weiter heißt es in dem Artikel beim Kampf um die “Blaue Tonne”:
Im Emsland verbreitete der Vorfall breites Entsetzen. Nicht nur, weil Behinderte derart brutal angegriffen wurden, sondern auch weil der mögliche Hintergrund der Tat unglaublich scheint. Er könne und wolle nicht ausschließen, dass seine Schützlinge angegriffen wurden, weil sie im Auftrag eines Recyclingunternehmens blaue Tonnen für Altpapier aufstellten, sagt der Leiter des St.-Vitus-Werkes, Bernhard Sackarendt. “An einen behindertenfeindlichen Übergriff glaube ich nicht.”

Da bin auch ich mit dem Leiter des St.-Vitus-Werkes nun einer Meinung, denn auch ich schließe nach sorgfältiger Analyse des Vorgangs einen behindertenfeindlichen Übergriff aus. Da jedoch die Nationalitäten, Glaubensrichtungen und politische Gesinnung der an diesem Vorfall beteiligten Personen ungenannt bleiben, könnte es sich allerdings auch um einen ausländerfeindlicher Übergriff rechtradikaler Gewalttäter mit antisemitischem Hintergrund handeln. Oder sollte es sich bei den Knüppelträgern etwa schon wieder um gewaltbereite ausländische Jugendliche aus einer migrationsbedingten Parallelgesellschaft gehandelt haben?

Wie auch immer, Fakt scheint jedenfalls, dass sich irgendwo in Deutschland zwei geistig Behinderte beim Einsammeln von Papiermüll plötzlich Männern mit Knüppeln gegenüber gesehen haben wollen und daraufhin die Flucht ergriffen.
Der offensichtlich ebenfalls mit einem etwas verminderten Intelligenzquotienten ausgestatteten Berichterstatterin des “Spiegel” reicht “allein schon die Vermutung und egal ob sich der unfassbare Verdacht bestätigt, so zeigt es doch wie sehr die Schlacht ums Altpapier im Emsland schon eskaliert ist, denn private und gemeinnützige Entsorger streiten sich um den kostbaren Rohstoff.”

Grund für diesen brutalen Kampf um die rare Ressource “Papiermüll” sind nun nicht etwa Mangelerscheinungen die durch das vor einigen Jahrzehnten ausgerufene “papierlose Büro” oder gar das “elektronische Kommunikations- und Medienzeitalter” verursacht werden, sondern -zumindest steht es so im SPIEGEL- durch “Chinas Hunger nach Altpapier”.

Bereits am 15. Dezember 2007 hatte der SPIEGEL in einem längeren Artikel über den “Lebensmittelhorror in China” und die Mafia-Methoden der Lebensmittelindustrie im Land der Mitte berichtet.
Und schon wenige Monate später schrecken die Chinesen noch nicht einmal mehr davor zurück deutsche Behinderte zu bedrohen um ihnen mit Knüppelgewalt den Papiermüll im Emsland wegzunehmen!

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, sieht die Bundesregierung  darin zwar noch keine nachhaltige Störung der Wirtschaftsbeziehungen zum Reich der Mitte, aber es soll bereits Überlegungen geben, zusammen mit dem tibetischen Hürdenläufer „Dalai Lahma“ die Paralympics in Peking zu boykottieren.

Das wäre natürlich nur notwendig, sofern es dem SPIEGEL wirklich nicht gelingen sollte zukünftig soviel Papiermüll zu produzieren, dass damit auch locker “der Hunger China’s” befriedigt werden kann.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. April 2008 um 05:45:26 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Papiermüll”

  1. ALPHA meint:

    Also, man sollte tunlichst darauf achten, welche bedruckten Altpapiere nach China exportiert werden ! Bekanntlich hat sich ja in diesem - wie heißt es doch aus dem Munde von richtigen gestandenen Demokraten ? - also menschenrechtsverachtenden Regime, eine nach richtigen demokratischen Verhältnissen unverhältnismäßig große Zahl der Ureinwohner ein viel zu hohes Bildungsniveau ergaunert. Und nun kommt’s: Sie beherrschen auch noch unsere Sprache-und sie sind kreativ-und sie kupfern auch gerne mal ab. Wenn sie nun, mit Hilfe der hier auf brutalste Weise aus den Mülltonnen erlangten Entwurfsvorlagen anfangen, BRD’s nachzubauen und in alle Welt verschleudern-mich graust vor solch einem Gedanken !
    Über eines bin ich allerdings auch erleichtert: Als vor über einem halben Jahr zeitgleich (!!) in Flensburg und Passau zwei chinesische Touristengruppen auf deutsch (!!) fragten, wie denn Deutsche Buttermilch schmeckt, und diese unerwartet hohe chinesische Nachfrage nach unseren deutschen Molkereiprodukten sofort nach Berlin durchsickerte, was, wie hinlänglich bekannt ist, zum sofortigen drastischen Preisanstieg hierzulande führte-also den Chinesen ist’s nicht richtig bekommen ! Sie fragen nicht mehr-und siehe da, unsere Butterpreise fallen wieder. Also, ich warne vor fallenden Preisen und entlaste damit unsere vielbeschäftigten Politiker etwas. Schließlich wird es wohl doch Frühling und dann wird wohl auch der Letzte seinen hormonellen (außer-?)parlamentarischen Trieben nachgehen und solche wichtigen Warnungen an “sein” Volk, so wahr ihm Gott helfe, leicht vergessen.

  2. otti meint:

    Am in Papierform verbreiteten geistigen Medienmüll der so genannten deutschen Elite kann die Welt genesen …

    Übrigens, der nach Tibet eingewanderte Han-Chinese soll vom Han-Schwaben (I han’s scho)abstammen. Sieht man auch sehr schön an Oettingers zusammen gekniffenen Augenlidern (Schlitzaugen, nicht zu verwechseln mit Schlitzohren!). Man könnte meinen, der Mann hat was zu verbergen.
    Am SPIEGEL ist nichts mehr rot, der ist einfach nur noch yellow.

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