Milchpreis

2. Juni 2008 05:45

Lieber Freund

Während die Nation fast rund um die Uhr mit aktuellen Frontmeldungen vom Kampf um einen “angemessenen” Milchpreis überschüttet wird, bejammern die Milchbauern ihre missliche Lage und schütten einige Liter der ach so kostbaren Flüssigkeit medienwirksam in den Gully.
In den Gully gehören neben den zwischen den streitenden Parteien ausgetauschten Argumenten auch die Begründungen der „Milchexperten“, die die Preissteigerungen bei Lebensmitteln mit den gleichen blödsinnigen Argumenten erklären wie die Preissteigerungen beim Rohöl, denn daran soll Mehrverbrauch der Taxifahrer im vorolympischen China schuld sein.

Gut, noch bekommt der Verbraucher ein Barrel Milch etwas günstiger als ein Barrel Rohöl, das mit 130 US$ ein Allzeithoch markierte, aber die Betonung liegt auf “noch”, denn ALDI und LIDL haben schon mal signalisiert, dass man durchaus bereit sei den Milchpreis je Liter um “faire” 5 Cent nachzubessern, wobei diese “Subvention” der heimischen Landwirtschaft (wie immer) vom heimische Verbraucher bezahlt werden soll.

Während man aus den Reihen der streikenden Milchbauern fortwährend hört, dass alsbald ein Versorgungsengpass drohe, tönt die Gegenpartei noch vollmundig, dass der Markt regelrecht mit Milch überschwemmt wäre.
Das verwundert den aufmerksamen Zeitgenossen nun doch ein wenig, sind doch die Löcher im Geldbeutel die vor Jahresfrist durch die drastischen Preissteigerungen für Milchprodukte gerissen wurden noch immer nicht endgültig gegenfinanziert.
Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass damals die Chinesen, unter völliger Ignoranz der in China weit verbreiteten Laktoseintoleranz, den Markt für Milchprodukte leergekauft haben sollen, was Preissteigerungen zwischen 25% und 40% zur Folge hatte,

Vermutlich haben die Chinesen zwischenzeitlich bemerkt, dass es nach dem Genuss von westlichen Milchprodukten bei einem Asiaten zu übelriechenden Darmwinden und Blähungen kommt, die in vielen Fällen von Übelkeit, Erbrechen und spontanen Durchfällen begleitet werden.
Diese späte Erkenntnis muss dann zusammen mit dem sinkenden Dollarkurs dazu geführt haben, dass in China der Markt für Milchprodukte fast völlig zusammengebrochen ist.
Zusammen mit dem wegen der unverschämten Preissteigerungen geänderten Verbraucherverhalten in Deutschland führte dies zwangsläufig zu einem Überangebot an Milch in Europa und in Folge zu einem Verfall der Erzeugerpreise obwohl die Verbraucherpreise auf fast unverändert hohem Niveau stagnierten.

Zusammenfassend kann man also durchaus den Eindruck gewinnen, dass es sich bei dem “Milchstreik” nach der kollektiven Abzocke der Verbraucher lediglich um einen Bandenkrieg bei der Verteilung der Beute handelt.

Wenden Sie Ihr Augenmerk daher lieber anderen Ereignissen im Lande zu, die in Ihrer Nachhaltigkeit wesentlich gravierender sein werden, als der „faire“ Preis für einen Liter steuersubventionierter Kuhmilch.
Denn so lange Sie auf die Milch aus einem prallen Euter glotzen, werden nicht nur Sie selbst abgemolken dass Ihnen die Sinne schwinden, sondern hinter Ihrem Rücken wird, mehr oder minder offen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung dieses Landes filetiert, wobei Sie sicher sein können, dass es nicht die besten Stücke sind, die Sie zu schlucken bekommen werden.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Juni 2008 um 05:45:31 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

3 Antworten zu “Milchpreis”

  1. mitdenker meint:

    „Vermutlich haben die Chinesen zwischenzeitlich bemerkt, dass es nach dem Genuss von westlichen Milchprodukten bei einem Asiaten zu übelriechenden Darmwinden und Blähungen kommt, …“
    Neee, ich glaub’ an die Intelligenz der Chinesen. Wer das Schießpulver erfunden hat und den Abcus, als wir in Europa noch auf Bäumen herumkletterten und später Elefanten über die Alpen gejagt wurden, der ist schlauer. Die haben bestimmt Milchkühe eingekauft und nutzen die jetzt gleich zur Bestellung ihrer Reisfelder. Und siehe da – schon gibt es mehr Milchreis.
    Noch nicht gesehen – die Werbung mit dem kleinen „Hunger“? (http://www.muellermilch.de/html/lecker/milchreis) Der kleine Kerl hat doch auch schon Schlitzaugen….und erst die Haarpracht.

  2. Fred Sky meint:

    Haben die Iraner auch heilige Kühe, dann wäre das ein Fall für den Tierschutz:
    http://infokrieg.tv/Quelle_Luftschlag_gegen_den_Iran_im_August_2008_05_28.html

    Das Orakel von Delphi als Duett für Merkel und Bush:
    http://www.wort-und-wissen.de/bibel/bibel.php?b=19&c=140&vr=ulu

  3. otti meint:

    Da wird nicht nur der Bauer und seine Milch sauer, wenn man bedenkt, was der Konsument von Demokratie und Marktwirtschaft in Form abgenagter und ausgelutschter freiheitlich-demokratischer Knochen tagtäglich vorgesetzt bekommt.
    Teuschland, Mahlzeit!

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Milchpreis

2. Juni 2008 05:45

Lieber Freund

Während die Nation fast rund um die Uhr mit aktuellen Frontmeldungen vom Kampf um einen “angemessenen” Milchpreis überschüttet wird, bejammern die Milchbauern ihre missliche Lage und schütten einige Liter der ach so kostbaren Flüssigkeit medienwirksam in den Gully.
In den Gully gehören neben den zwischen den streitenden Parteien ausgetauschten Argumenten auch die Begründungen der „Milchexperten“, die die Preissteigerungen bei Lebensmitteln mit den gleichen blödsinnigen Argumenten erklären wie die Preissteigerungen beim Rohöl, denn daran soll Mehrverbrauch der Taxifahrer im vorolympischen China schuld sein.

Gut, noch bekommt der Verbraucher ein Barrel Milch etwas günstiger als ein Barrel Rohöl, das mit 130 US$ ein Allzeithoch markierte, aber die Betonung liegt auf “noch”, denn ALDI und LIDL haben schon mal signalisiert, dass man durchaus bereit sei den Milchpreis je Liter um “faire” 5 Cent nachzubessern, wobei diese “Subvention” der heimischen Landwirtschaft (wie immer) vom heimische Verbraucher bezahlt werden soll.

Während man aus den Reihen der streikenden Milchbauern fortwährend hört, dass alsbald ein Versorgungsengpass drohe, tönt die Gegenpartei noch vollmundig, dass der Markt regelrecht mit Milch überschwemmt wäre.
Das verwundert den aufmerksamen Zeitgenossen nun doch ein wenig, sind doch die Löcher im Geldbeutel die vor Jahresfrist durch die drastischen Preissteigerungen für Milchprodukte gerissen wurden noch immer nicht endgültig gegenfinanziert.
Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass damals die Chinesen, unter völliger Ignoranz der in China weit verbreiteten Laktoseintoleranz, den Markt für Milchprodukte leergekauft haben sollen, was Preissteigerungen zwischen 25% und 40% zur Folge hatte,

Vermutlich haben die Chinesen zwischenzeitlich bemerkt, dass es nach dem Genuss von westlichen Milchprodukten bei einem Asiaten zu übelriechenden Darmwinden und Blähungen kommt, die in vielen Fällen von Übelkeit, Erbrechen und spontanen Durchfällen begleitet werden.
Diese späte Erkenntnis muss dann zusammen mit dem sinkenden Dollarkurs dazu geführt haben, dass in China der Markt für Milchprodukte fast völlig zusammengebrochen ist.
Zusammen mit dem wegen der unverschämten Preissteigerungen geänderten Verbraucherverhalten in Deutschland führte dies zwangsläufig zu einem Überangebot an Milch in Europa und in Folge zu einem Verfall der Erzeugerpreise obwohl die Verbraucherpreise auf fast unverändert hohem Niveau stagnierten.

Zusammenfassend kann man also durchaus den Eindruck gewinnen, dass es sich bei dem “Milchstreik” nach der kollektiven Abzocke der Verbraucher lediglich um einen Bandenkrieg bei der Verteilung der Beute handelt.

Wenden Sie Ihr Augenmerk daher lieber anderen Ereignissen im Lande zu, die in Ihrer Nachhaltigkeit wesentlich gravierender sein werden, als der „faire“ Preis für einen Liter steuersubventionierter Kuhmilch.
Denn so lange Sie auf die Milch aus einem prallen Euter glotzen, werden nicht nur Sie selbst abgemolken dass Ihnen die Sinne schwinden, sondern hinter Ihrem Rücken wird, mehr oder minder offen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung dieses Landes filetiert, wobei Sie sicher sein können, dass es nicht die besten Stücke sind, die Sie zu schlucken bekommen werden.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Juni 2008 um 05:45:31 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

3 Antworten zu “Milchpreis”

  1. mitdenker meint:

    „Vermutlich haben die Chinesen zwischenzeitlich bemerkt, dass es nach dem Genuss von westlichen Milchprodukten bei einem Asiaten zu übelriechenden Darmwinden und Blähungen kommt, …“
    Neee, ich glaub’ an die Intelligenz der Chinesen. Wer das Schießpulver erfunden hat und den Abcus, als wir in Europa noch auf Bäumen herumkletterten und später Elefanten über die Alpen gejagt wurden, der ist schlauer. Die haben bestimmt Milchkühe eingekauft und nutzen die jetzt gleich zur Bestellung ihrer Reisfelder. Und siehe da – schon gibt es mehr Milchreis.
    Noch nicht gesehen – die Werbung mit dem kleinen „Hunger“? (http://www.muellermilch.de/html/lecker/milchreis) Der kleine Kerl hat doch auch schon Schlitzaugen….und erst die Haarpracht.

  2. Fred Sky meint:

    Haben die Iraner auch heilige Kühe, dann wäre das ein Fall für den Tierschutz:
    http://infokrieg.tv/Quelle_Luftschlag_gegen_den_Iran_im_August_2008_05_28.html

    Das Orakel von Delphi als Duett für Merkel und Bush:
    http://www.wort-und-wissen.de/bibel/bibel.php?b=19&c=140&vr=ulu

  3. otti meint:

    Da wird nicht nur der Bauer und seine Milch sauer, wenn man bedenkt, was der Konsument von Demokratie und Marktwirtschaft in Form abgenagter und ausgelutschter freiheitlich-demokratischer Knochen tagtäglich vorgesetzt bekommt.
    Teuschland, Mahlzeit!

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