Harte Arbeitswoche

23. Juni 2008 05:45

Lieber Freund

Hätte am Montag den 16. Juni 2008 während des Spiels der Deutschen Fußballnationalmannschaft im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine Bombe eingeschlagen …
dann hätte die deutsche Nation nicht nur ihre mächtigste Bundeskanzlerin verloren, sondern auch noch das halbe schwarz-rot-senffarbige Kabinett, denn die Financial Times Deutschland meldete (für terroristische Vorbereitungen leider zu spät) …

Finanzminister Peer Steinbrück ist Montagmorgen von Bonn über Frankfurt nach Wien geflogen. Er wird begleitet von der Sicherheit, einem Kollegen aus dem Protokoll und seinem Sprecher. Die Berliner kamen aus Berlin geflogen. Seit 12.40 sind wir in Wien. Aktuell findet ein Arbeitsessen mit dem österreichischen Finanzminister Molterer statt. Dem folgt ein Gespräch im Wiener Finanzministerium, ein Empfang in der Botschaft, eine Podiumsdiskussion unter anderem mit der Wirtschaftsweisen Weder di Mauro und Minister Molterer zur ‘Perspektive Österreich’. Danach kommt es zum gemeinsamen Besuch des Spiels Österreich- Deutschland. Dienstagfrüh nimmt Minister Steinbrück an einer Sitzung des Präsidiums der Deutschen Handelskammer in Österreich teil, bevor er mittags mit Linie zurück nach Berlin fliegt.”

Außenminister Frank-Walter Steinmeier wohnt auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik dem Fußballspiel bei. Er kommt vom Ministerrat aus Luxemburg und nimmt Frau Plassnik in seiner Luftwaffenmaschine mit nach Wien.”

Umweltminister Sigmar Gabriel ist auf Einladung seines österreichischen Amtskollegen in Wien. Sie treffen sich zu einem Austausch über Fragen der europäischen Umweltpolitik und gehen anschließend zum Fußballspiel. Zurück fliegt Gabriel gemeinsam mit der Kanzlerin in ihrer Regierungsmaschine.”

Verteidigungsminister Franz Josef Jung trifft am Montag, den 16. Juni 2008, seinen österreichischen Amtskollegen Norbert Darabos zu einem Informations- und Meinungsaustausch über die deutsch-österreichischen sicherheitspolitischen Beziehungen in Wien. Im Anschluss an das Treffen werden sich beide Minister gemeinsam das Fußballspiel Deutschland gegen Österreich im Ernst-Happel-Stadion in Wien anschauen.”

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist zu bilateralen Gesprächen in Wien. Dass er anschließend zum Fußballspiel geht, ergibt sich am Rande.”

Innen- und Sportminister Wolfgang Schäuble entschied sich am Montag kurzfristig, nicht wie geplant nach Österreich zu fahren, um sich dort das Spiel anzuschauen. Er hat eine harte Arbeitswoche vor sich und wird sich das Spiel im Fernsehen ansehen, sagte eine Sprecherin Schäubles.”

Dann hat er bestimmt auch noch die Bundesangela gesehen, die nach dem Schlusspfiff die Frage nach dem Spielverlauf des eher mäßige Spiels mit den Worten kommentierte: “Es ist effizient gespielt worden. Das Resultat stimmt.”

Leider hat sie niemand danach gefragt ob es auch effizient ist wegen einem mäßigen Fußballspiel eigens mit einer Regierungsmaschine von Berlin nach Wien und zurück zu fliegen. Ach, fast hätte ich es ja vergessen, sie musste ja den dicken Bundesumweltengel Gabriel in Wien abholen.

Am besten fand ich persönlich die Ausrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik auf der Tribüne saß und deshalb mit “seiner” Luftwaffenmaschine nicht von Luxemburg direkt nach Berlin flog, sondern einen kleinen Umweg über Wien machte. Wenn man bedenkt, was ein Linienflug von Luxemburg nach Wien kostet, so war das ein gutes Geschäft für die Österreicherin.
Und als deutscher Steuerzahler mag man bei den heutigen Spritpreisen gar nicht daran denken, was der steinmeiersche Umweg mit so einer Luftwaffenmaschine gekostet hat.
Ach übrigens, der Mann möchte mal Bundeskanzler werden

Da lob ich mir doch die harte Arbeitswoche des IM Zweirad, wobei ich mir wirklich nicht sicher bin ob der Schaden nicht größer ist, wenn man den Innenwolfgang so ganz ohne Aufsicht alleine zu Hause lässt.

Also hoffen wir, dass das nächste Mal das ganze Kabinett in EINER Maschine fliegt und der exakte Terminplan rechtzeitig in der Presse breitgetreten wird, denn auf den Internetseiten des Bundesinnenministeriums habe ich irgendwo gelesen, dass die Zahl deutschsprachiger Terroristen täglich zunimmt.
Kleiner Tipp noch am Rande - man sollte mit entsprechenden Aktionen nicht bis zum Endspiel warten, denn es ist durchaus möglich, dass sich deutsche Politiker ein Endspiel mit deutscher Beteiligung unter Umständen noch nicht einmal im Fernsehen ansehen können.
Und das nicht wegen einer „harten Arbeitswoche“.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. Juni 2008 um 05:45:28 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Harte Arbeitswoche”

  1. ALPHA meint:

    Also, dem kann ich so nicht uneingeschränkt zustimmen. Daß der Topp Sekret diesmal dicht gehalten hat - na ja, ärgerlich. Kotze auf den Revers wäre auch mal ganz lustig gewesen - aber das spricht eben für deutsche Wertarbeit der (sicherlich) privaten Dienstleister. (Private Dienstleiter wirken ja z.B. auch bei der Absicherung und Ausweitung der Unterjochung des Irak erfolgreich mit. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde ja die Zukunft Deuschlands in einer “Dienstleistungsgesellschft” gesehen. Jetzt sind wir dabei schon ein entscheidendes Stück vorangekommem, erbringen wir doch inzwischen für die “Ostküste” des Dr. Helmut Kohl schon erhebliche Kriegs-Dienstleistungen. ) Aber zurück zum Thema. Es zwingt einem außenstehend betroffenen Steuerzahler-Deppen einfach Verwunderung ab, wie flexibel-effizient (ich zitiere hier das Merkel!!!) doch hier (mit uns-für uns) gespielt wurde. Denn erst auf den Zweiten Blick sieht man, daß nicht nur die Fußballer über Österreich gesiegt haben, sondern auch der deutsche Steuerzahler! Durch das Betanken der deutschen Flugapparate in Austria, wo der Sprit doch einiges günstiger ist als hierzulande, ist der deutsche Steuerzahler nämlich weniger belastet worden. Und wo weniger belastet wird, wird mehr entlastet!!! Es ist also die für die Zukunft so viel beschworene Entlastung schon einmal als Prototyping vorgezogen worden.
    Wenn wir dann von unseren dicken Einkommen ganz entlastet sind, werden wir so leicht sein, daß wir ohne Fluzeug fliegen können. Ätsch-ihr Fettsäcke !!!!

  2. ALPHA meint:

    Als hätte ich es vorausgeahnt (könnte ich doch auch die zukünftigen Lottozahlen sehen!!!):
    Heute Morgen im Hessischen Rundfunk die Meldung, daß unsere Bunzregierung 1000 (eintausend) zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken will. Und ich dachte, die Zeiten der Opferung von Menschen wäre vorbei, bzw. würde nur in niederen Kulturen praktiziert, die es zu missionieren und bekehren gelte. Deshalb werden nun auch von unserem Bunzpräser weitere “Reformen” dringend angemahnt. Also, noch schneller die Treppe hinauf, die hinab führt.

  3. otti meint:

    Aus, aus, aus!
    Endspiel ohne Endsiech.
    Köhler und Merkel können sich nicht im Strahlenkranz der Sieger sonnen.
    Raus, raus, raus!

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Harte Arbeitswoche

23. Juni 2008 05:45

Lieber Freund

Hätte am Montag den 16. Juni 2008 während des Spiels der Deutschen Fußballnationalmannschaft im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine Bombe eingeschlagen …
dann hätte die deutsche Nation nicht nur ihre mächtigste Bundeskanzlerin verloren, sondern auch noch das halbe schwarz-rot-senffarbige Kabinett, denn die Financial Times Deutschland meldete (für terroristische Vorbereitungen leider zu spät) …

Finanzminister Peer Steinbrück ist Montagmorgen von Bonn über Frankfurt nach Wien geflogen. Er wird begleitet von der Sicherheit, einem Kollegen aus dem Protokoll und seinem Sprecher. Die Berliner kamen aus Berlin geflogen. Seit 12.40 sind wir in Wien. Aktuell findet ein Arbeitsessen mit dem österreichischen Finanzminister Molterer statt. Dem folgt ein Gespräch im Wiener Finanzministerium, ein Empfang in der Botschaft, eine Podiumsdiskussion unter anderem mit der Wirtschaftsweisen Weder di Mauro und Minister Molterer zur ‘Perspektive Österreich’. Danach kommt es zum gemeinsamen Besuch des Spiels Österreich- Deutschland. Dienstagfrüh nimmt Minister Steinbrück an einer Sitzung des Präsidiums der Deutschen Handelskammer in Österreich teil, bevor er mittags mit Linie zurück nach Berlin fliegt.”

Außenminister Frank-Walter Steinmeier wohnt auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik dem Fußballspiel bei. Er kommt vom Ministerrat aus Luxemburg und nimmt Frau Plassnik in seiner Luftwaffenmaschine mit nach Wien.”

Umweltminister Sigmar Gabriel ist auf Einladung seines österreichischen Amtskollegen in Wien. Sie treffen sich zu einem Austausch über Fragen der europäischen Umweltpolitik und gehen anschließend zum Fußballspiel. Zurück fliegt Gabriel gemeinsam mit der Kanzlerin in ihrer Regierungsmaschine.”

Verteidigungsminister Franz Josef Jung trifft am Montag, den 16. Juni 2008, seinen österreichischen Amtskollegen Norbert Darabos zu einem Informations- und Meinungsaustausch über die deutsch-österreichischen sicherheitspolitischen Beziehungen in Wien. Im Anschluss an das Treffen werden sich beide Minister gemeinsam das Fußballspiel Deutschland gegen Österreich im Ernst-Happel-Stadion in Wien anschauen.”

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist zu bilateralen Gesprächen in Wien. Dass er anschließend zum Fußballspiel geht, ergibt sich am Rande.”

Innen- und Sportminister Wolfgang Schäuble entschied sich am Montag kurzfristig, nicht wie geplant nach Österreich zu fahren, um sich dort das Spiel anzuschauen. Er hat eine harte Arbeitswoche vor sich und wird sich das Spiel im Fernsehen ansehen, sagte eine Sprecherin Schäubles.”

Dann hat er bestimmt auch noch die Bundesangela gesehen, die nach dem Schlusspfiff die Frage nach dem Spielverlauf des eher mäßige Spiels mit den Worten kommentierte: “Es ist effizient gespielt worden. Das Resultat stimmt.”

Leider hat sie niemand danach gefragt ob es auch effizient ist wegen einem mäßigen Fußballspiel eigens mit einer Regierungsmaschine von Berlin nach Wien und zurück zu fliegen. Ach, fast hätte ich es ja vergessen, sie musste ja den dicken Bundesumweltengel Gabriel in Wien abholen.

Am besten fand ich persönlich die Ausrede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der auf Einladung seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik auf der Tribüne saß und deshalb mit “seiner” Luftwaffenmaschine nicht von Luxemburg direkt nach Berlin flog, sondern einen kleinen Umweg über Wien machte. Wenn man bedenkt, was ein Linienflug von Luxemburg nach Wien kostet, so war das ein gutes Geschäft für die Österreicherin.
Und als deutscher Steuerzahler mag man bei den heutigen Spritpreisen gar nicht daran denken, was der steinmeiersche Umweg mit so einer Luftwaffenmaschine gekostet hat.
Ach übrigens, der Mann möchte mal Bundeskanzler werden

Da lob ich mir doch die harte Arbeitswoche des IM Zweirad, wobei ich mir wirklich nicht sicher bin ob der Schaden nicht größer ist, wenn man den Innenwolfgang so ganz ohne Aufsicht alleine zu Hause lässt.

Also hoffen wir, dass das nächste Mal das ganze Kabinett in EINER Maschine fliegt und der exakte Terminplan rechtzeitig in der Presse breitgetreten wird, denn auf den Internetseiten des Bundesinnenministeriums habe ich irgendwo gelesen, dass die Zahl deutschsprachiger Terroristen täglich zunimmt.
Kleiner Tipp noch am Rande - man sollte mit entsprechenden Aktionen nicht bis zum Endspiel warten, denn es ist durchaus möglich, dass sich deutsche Politiker ein Endspiel mit deutscher Beteiligung unter Umständen noch nicht einmal im Fernsehen ansehen können.
Und das nicht wegen einer „harten Arbeitswoche“.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 23. Juni 2008 um 05:45:28 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Sport | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Harte Arbeitswoche”

  1. ALPHA meint:

    Also, dem kann ich so nicht uneingeschränkt zustimmen. Daß der Topp Sekret diesmal dicht gehalten hat - na ja, ärgerlich. Kotze auf den Revers wäre auch mal ganz lustig gewesen - aber das spricht eben für deutsche Wertarbeit der (sicherlich) privaten Dienstleister. (Private Dienstleiter wirken ja z.B. auch bei der Absicherung und Ausweitung der Unterjochung des Irak erfolgreich mit. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde ja die Zukunft Deuschlands in einer “Dienstleistungsgesellschft” gesehen. Jetzt sind wir dabei schon ein entscheidendes Stück vorangekommem, erbringen wir doch inzwischen für die “Ostküste” des Dr. Helmut Kohl schon erhebliche Kriegs-Dienstleistungen. ) Aber zurück zum Thema. Es zwingt einem außenstehend betroffenen Steuerzahler-Deppen einfach Verwunderung ab, wie flexibel-effizient (ich zitiere hier das Merkel!!!) doch hier (mit uns-für uns) gespielt wurde. Denn erst auf den Zweiten Blick sieht man, daß nicht nur die Fußballer über Österreich gesiegt haben, sondern auch der deutsche Steuerzahler! Durch das Betanken der deutschen Flugapparate in Austria, wo der Sprit doch einiges günstiger ist als hierzulande, ist der deutsche Steuerzahler nämlich weniger belastet worden. Und wo weniger belastet wird, wird mehr entlastet!!! Es ist also die für die Zukunft so viel beschworene Entlastung schon einmal als Prototyping vorgezogen worden.
    Wenn wir dann von unseren dicken Einkommen ganz entlastet sind, werden wir so leicht sein, daß wir ohne Fluzeug fliegen können. Ätsch-ihr Fettsäcke !!!!

  2. ALPHA meint:

    Als hätte ich es vorausgeahnt (könnte ich doch auch die zukünftigen Lottozahlen sehen!!!):
    Heute Morgen im Hessischen Rundfunk die Meldung, daß unsere Bunzregierung 1000 (eintausend) zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken will. Und ich dachte, die Zeiten der Opferung von Menschen wäre vorbei, bzw. würde nur in niederen Kulturen praktiziert, die es zu missionieren und bekehren gelte. Deshalb werden nun auch von unserem Bunzpräser weitere “Reformen” dringend angemahnt. Also, noch schneller die Treppe hinauf, die hinab führt.

  3. otti meint:

    Aus, aus, aus!
    Endspiel ohne Endsiech.
    Köhler und Merkel können sich nicht im Strahlenkranz der Sieger sonnen.
    Raus, raus, raus!

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)