Bundesmelderegister

28. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst unter wohlwollender Berücksichtigung möglicher mildernder Umstände kann sich auch der unkritische Betrachter nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass dieses Land nur noch von Vollidioten, völlig Ahnungslosen, chronischen Egomanen, dumpfbackigen Dampfplauderern, selbsternannten Missionarren und gerissenen Halunken regiert wird.
Es kann sich jeder selbst aussuchen, zu welcher Gruppe der sicherheitspolitische Sprecher der SPD und der zu den christlichen Demokraten gehörende Bundesinnenminister gehören.
Gerade noch hat das Wiefelspützchen in den Medien über den großen Wurf des neuen BKA-Gesetzes geschwelgt und die gute Zusammenarbeit mit dem Innenminister gelobt und schwups, schon kann er nicht erkennen, warum der Bundesinnenwolf nun (auch noch) ein zentrales bundesweites Melderegister benötigt.
Schäuble muss belegen, ob wir das benötigen“, verblubberte der SPD-Innenexperte der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung und offenbarte damit seine völlige Ahnungslosigkeit, denn inzwischen kann jeder Blinde mit Krückstock erkennen, an was der IM Zweirad im Rahmen des von Angelas der Ersten aus der Uckermark genehmigten Großprojektes „STASI 2.0“ da bastelt.

Man muss jedoch dem Innenexperten der SPD zu Gute halten, dass grenzenlose Ahnungslosigkeit, profundes Nichtwissen und hartnäckige Lernresistenz zwar noch nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dieser Partei gehören, aber der innerparteilichen Karriere zumindest nicht besonders abträglich sind.
Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch die sozial-demokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und meldete in der Sächsischen Zeitung “Gesprächsbedarf” an, denn sie sei nicht davon überzeugt, “dass wir ein Bundesregister in dieser Form brauchen“.

Vielleicht wäre es der Verbesserung des Durchblicks der Bundesjustizbrigitte dienlich gewesen, sich mal zum “Nasepudern” auf der Damentoilette des Deutschen Bundestages mit der Innenexpertin der Freien Demokraten zu verabreden, denn hegt zumindest einen Anfangsverdacht an welchem Schuh der Bundesinnenwolf in enger Abstimmung mit der Bundesangela da strickt, denn Gisela Piltz nannte Schäubles Vorhaben schon mal “ein weiteres Puzzlestück im Datensammlungswahn des Staates“.

Auch wenn die FDP seit dem Fallschirmabsprung ihres halbseidenen Parteivorsitzenden beim Wähler einen eher lauwarmen Eindruck hinterlässt, so muss man doch neidlos zugeben, dass die Gisela Piltz das vollkommen richtig erkannt hat, denn jeder Depp könnte, wenn er denn wollte, erkennen welchen Informationsgehalt ein solches zentrales “Bundesmelderegister” bietet.
In Verbindung mit der einheitlichen Steuer-Identifikationsnummer, der Rentenversicherungsnummer, einigen anderen personenbezogenen Daten und mit Verknüpfungen zu ELENA, SCHUFA und EGA ermöglicht es jegliche Art der Datenselektion für jeden Zweck.

Sie suchen eine Frau, Ende Dreißig, blond, Körbchengröße 80C, unverheiratet, aber mit Abitur?
Oder brauchen Sie etwa einen Organspender, Nichtraucher, Blutgruppe 0+, ohne Erbkrankheiten und noch ledig?
Und wie wäre es mit einer Liste aller männlichen Fahranfänger unter 35 Jahren mit eigenem PKW und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Sie brauchen jetzt nicht zu lachen, denn das Lachen wird Ihnen, und das nicht erst eines Tages, im Halse stecken bleiben, denn die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich im Aktionsplan “Deutschland Online” darauf verständigt, das Meldewesen in eine “zukunftsfähige Struktur” zu überführen um bei Rettungseinsätzen und in Notfallsituationen schnell und zuverlässig Informationen für Polizei, Feuerwehr und Hilfsdienste über Identität und Aufenthalt von Personen zur Verfügung zu stellen.
Und damit haben sie dem Innenwolfgang eine Steilvorlage für sein Modell „Stasi 2.0“ geliefert und so eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.
Denn das „Zentrale Melderegister“ beantwortet nicht nur artige Fragen, sondern auch abartige.
Sie suchen eine Gebärmutter, mit dominanter Blond-Epistase und IQ > 100?
Oder brauchen Sie etwa nur die Leber von einem Nichtraucher, Blutgruppe 0+, epigenetisch unbelastet und ohne nähere Angehörige?
Und wie wäre es mit einer Liste der wehrfähigen deutschsprachigen politischen Abweichler mit Auslandskontakten und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Bei Bedarf könnte man aus einem “Zentralen Bundesmelderegister” auch so was wie “Schindlers Liste” abfragen. Aber wer möchte das schon, denn außer den “offiziellen Stellen” hat offiziell ja niemand Zugriff auf die Datenbestände und die “Datenprofile” von 82 Millionen Bürge(r)n.

Allein die Diskussion über ein mit zusätzlichen Informationen und Datenbankverbindungen angereichertes „Bundesmelderegister“ ist unnötig, denn ein solches Register darf es NIEMALS geben.
Und wenn die Befürworter dieses „Deutschland Online“-Teilprojektes darauf beharren die Daten der Menschen in diesem Land „zentral“ zu erfassen und dies (unter anderem) damit begründen um “die Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen durch regelmäßige Datenübermittlungen zu unterstützen, denn derzeit seien die Adress-, Namen- oder Geburtsangaben von rund 4,8 Millionen Einwohnern mangelhaft“, dann ist lachhaft.
Also lachen Sie ihnen ins Gesicht und schicken sie schnellstmöglich zum Teufel.
Sonst wird Ihnen das Lachen bald vergehen.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. Juli 2008 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

8 Antworten zu “Bundesmelderegister”

  1. Fred Sky meint:

    Naja, jeder ordentliche Sklavenhalter hat ein Verzeichnis über sein Humankapital. Ärgerlich werde ich erst, wenn wieder Brandzeichen eingeführt werden. Die alten Götter waren da schlauer und markierten genetisch ihre Untertanen in gelb, rot, weiß, braun, Nachwuchs automatisch ;) . Wenn unsere Regierigen etwas anpacken, kann das nur schief gehen, frei nach Goethe: ” Die Botschaft hör ich wohl … “. Selbst die Weltkriege haben diese “Experten” in den Sand gesetzt. Kennst Du nur eine einzige Maßnahme, die für das Volk Erfolg brachte? Alles zum Wohle des Volkes? Die Arbeitsaffen sind mit begrenzter Intelligenz auszustatten, gerade soviel, daß sie das machen können, was man ihnen sagt, mehr nicht! Und weil das so ist, besteht keine Gefahr durch gesetzliche Datensammlung, weil die Datenflut nicht mehr beherrschbar sein wird. Dabei sollten alle mithelfen, denn nur im Datenchaos sind die Daten bestens geschützt. Also Datenmüll erzeugen, wo es nur geht! Wann kommen die ersten Browser, die zusätzlich kostenlos tausende Verbindungen automatisch knüpfen, in der die gewählte untergeht. Dann wird das Speichern aller Verbindungen sinnlos. Ebenso bei Google - der Browser muß für eine gewollte Anfrage zusätzlich tausende dumme Fragen generieren, dann entsteht das schützende Chaos! Google weiß anhand deiner Fragen, welche Probleme du hast, kennt deine sexuellen Praktiken, weiß alles über dich - davon träumt die Stasi und will das auch. Wer ist denn die Stasi? Das sind doch nur bezahlte Handlanger, und wem sie dann wirklich dienen, ist noch sehr fraglich.

  2. ALPHA meint:

    In einem öffentlich rechtlichen Rundfunk-Bericht(HR3) über den Vor-Ort-Stand der Vorbereitung der Olympischen Spiele in Peking und die Umstände der sog. “freien Berichterstattung” wurde folgende Episode über den Sender gelassen:
    ARD-Kommentator ‘A’ zu ARD-Kommentator ‘B’ am Handy: “Wo bist Du jetzt gerade ?” Kommentator ‘B’ zu Kommentator ‘A’ : “Kann ich Dir am Handy nicht sagen-ich werde abgehört !”
    Da kannste mal sehen, diese Chinies, oder meint Kommentator ‘B’ etwa die hiesen Praktiken ?

  3. Fred Sky meint:

    @ ALPHA
    Da hilft eine Tauschzentrale für Handys, daß auf diese Geschäftsidee noch keiner gekommen ist! Die Dinger sind billig, warum nicht ständig tauschen? Nicht einsam - gemeinsam! - und jeder lernt jeden kennen, toll auch für Singles.
    MfG nach China

  4. otti meint:

    “IM Zweirad” fährt ohne Frage einen heißen Reifen. Kein Wunder, wenn der da mal vom Weg des GehGeh (GG) abkommt.
    Wer von solchen Leuten hält sich noch an die Verkehrsregeln?
    Sowas gilt nur für’s Volk, die Herrschaften sind außen vor.

  5. Machopan meint:

    Es ist immer wieder schön zu lesen, wie die Medien das ihnen von der Politik zugeworfene Stöckchen mehr oder minder geschickt zu Wasser bringen, welche Kreise es zieht und wohin und wie weit die Mainstreampresse es treibt.

    So erschien am 5. August des Jahres 2008 in der Leipziger Volkszeitung ein längerer Bericht mit folgendem, schon fast dramatischen Inhalt:
    Taucha. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche. Langsam fährt ein Rettungswagen durch die Graßdorfer Straße. Blaulicht erhellt die Straße. Immer weiter verringert das Fahrzeug die Geschwindigkeit, fährt dann eine kleine Schlippe am Bahndamm entlang, kommt rückwärts wieder raus, um dann erneut die Straße im Schneckentempo zu erkunden. Plötzlich erschallt das Martinshorn für wenige Sekunden, der Rettungswagen bleibt schließlich stehen. Dann folgt das, was für einige Anwohner rätselhaft erscheint: Der Fahrer und die restliche Besatzung des Wagens fragen nach dem Weg. Eine bestimmte Hausnummer würden sie suchen, sogar den Namen der aufzusuchenden Familie rufen die Rettungskräfte den erschrockenen Leuten zu, die mittlerweile vereinzelt ihre Köpfe aus den Fenstern stecken.
    Gänzlich orientierungslos waren die Einsatzkräfte aber nicht. Sie hätten bereits in der Zweigstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Graßdorfer Straße 13 vorbeigeschaut, um dort nach dem Weg zu fragen. Allerdings wäre da niemand anzutreffen gewesen, erklärte der Fahrer einem Anwohner.
    „Ich fand das schon ziemlich merkwürdig, dass die tatsächlich nach dem Weg fragen. Man denkt doch eigentlich, dass sich Retter auskennen oder andere Mittel haben, den gesuchten Ort zu finden“, wundert sich auch Heiko Lange, der die Szene mitbekam.
    Für Dietmar Bruchner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Nordsachsen ist dies aber nicht ungewöhnlich. „Die Johanniter waren sicher selbst gerade im Einsatz. Wenn niemand vor Ort ist, müssen wir eben das nächst gelegene Fahrzeug schicken“, erklärt er.
    Das Szenario passt zu einem Bericht der Sächsischen Staatsregierung an den Sächsischen Landtag. Demnach würde jeder achte Rettungswagen zu spät eintreffen. Im vergangenen Jahr konnte nur ein einziger Zweckverband, nämlich eben jener aus Nordsachsen, die gesetzliche Hilfsfrist von zwölf Minuten einhalten. Warum im vorliegenden Fall die Retter die Hausnummer nicht fanden, bleibt auch für Bruchner ein Rätsel. „Wir haben dazu nicht mal etwas vermerkt, in der Leitstelle ist nichts eingetragen“, sagt er.
    Ob den ratlosen Einsatzkräften ein Navigationsgerät zur Verfügung stand, konnte Bruchner darum auch nicht sagen. „Diese Technik ist erst neu und nur auf den wenigsten Fahrzeugen einsatzbereit installiert.“ Für Jürgen Martens, innen- und rechtspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag ein untragbarer Zustand. „Was für jeden Paket- und Pizzadienst Standard ist, sollte man doch auch für den Rettungsdienst verlangen können.“ Die FDP kritisierte erst dieser Tage die Verspätungen der Retter.“

    Tja, den Leuten könnte geholfen werden. Aber nicht durch ein Navigationsgerät oder durch einfache Ortskenntnis, wie das bei jedem simplen Pizzadienst heute Standard ist.
    Nein, denn justamente plant IM Zweirad Schäuble fast exakt für diesen Zweck ein zentrales Bundesmelderegister, stößt damit aber auf „Bedenken“ bei den Datenschützern und auf „Unbehagen“ bei den Bürgern.

    Wie schön, dass sich genau zu diesem Zeitpunkt ein derart dramatischer Vorfall wie mit den ratlosen Rettungsdienst in Taucha ereignet und die Sächsische Landesregierung darauf hinweisen kann, dass jeder achte Rettungswagen zu spät am Ort des Geschehens eintreffen werde.
    Einem Schelm und vielleicht noch jemand dem auffällt, dass die Rettungsleitstelle zu dem Vorfall keinerlei Eintragungen hat, wird sich dabei Gedanken über die mögliche Addition von 1 und 1 machen.

  6. otti meint:

    Bleiben wie lieber bei Adam Riese: 1 und 1 gibt Sex - und macht Spass.
    PS
    Der gleiche Fall bei der Verwendung von Mautdaten zur Aufklärung eines Schwerverbrechens. Kann denn Aufklärung Sünde sein? Plausible Gründe, denen zu widersprechen schwer fällt, lassen sich immer finden.

  7. Machopan meint:

    In der FTD ist heute zu lesen, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Internetnutzern davon abrät, den neuen Browser „Chrome“ von Google zu installieren.
    Die Beamten kritisieren nicht nur die neue Software, sondern gleich den ganzen Konzern. Grund ist nicht nur die mangelnde technische Reife des Programms, sondern auch die Datensammelwut von Google.
    Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom E-Mail-Programm über die Suche bis zu rein internetbasierten Textverarbeitungsprogrammen abdecke, warnte der BSI-Sprecher: “Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch.

    Bisher ist nicht bekannt, dass sich dieses „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ ähnlich kritisch zur Datensammelwut des amtierenden Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem von ihm präferierten “Bundes-Trojaner” geäußert hat.

  8. otti meint:

    Zur Erinnerung Prantl’s “Der Terrorist als Gesetzgeber”:

    http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/e96315c4-0cba-4db3-b9f4-c68d4d13f1e9.aspx

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28. Juli 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst unter wohlwollender Berücksichtigung möglicher mildernder Umstände kann sich auch der unkritische Betrachter nicht mehr der Erkenntnis verschließen, dass dieses Land nur noch von Vollidioten, völlig Ahnungslosen, chronischen Egomanen, dumpfbackigen Dampfplauderern, selbsternannten Missionarren und gerissenen Halunken regiert wird.
Es kann sich jeder selbst aussuchen, zu welcher Gruppe der sicherheitspolitische Sprecher der SPD und der zu den christlichen Demokraten gehörende Bundesinnenminister gehören.
Gerade noch hat das Wiefelspützchen in den Medien über den großen Wurf des neuen BKA-Gesetzes geschwelgt und die gute Zusammenarbeit mit dem Innenminister gelobt und schwups, schon kann er nicht erkennen, warum der Bundesinnenwolf nun (auch noch) ein zentrales bundesweites Melderegister benötigt.
Schäuble muss belegen, ob wir das benötigen“, verblubberte der SPD-Innenexperte der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung und offenbarte damit seine völlige Ahnungslosigkeit, denn inzwischen kann jeder Blinde mit Krückstock erkennen, an was der IM Zweirad im Rahmen des von Angelas der Ersten aus der Uckermark genehmigten Großprojektes „STASI 2.0“ da bastelt.

Man muss jedoch dem Innenexperten der SPD zu Gute halten, dass grenzenlose Ahnungslosigkeit, profundes Nichtwissen und hartnäckige Lernresistenz zwar noch nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Mitgliedschaft in dieser Partei gehören, aber der innerparteilichen Karriere zumindest nicht besonders abträglich sind.
Ganz in diesem Sinne äußerte sich auch die sozial-demokratische Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und meldete in der Sächsischen Zeitung “Gesprächsbedarf” an, denn sie sei nicht davon überzeugt, “dass wir ein Bundesregister in dieser Form brauchen“.

Vielleicht wäre es der Verbesserung des Durchblicks der Bundesjustizbrigitte dienlich gewesen, sich mal zum “Nasepudern” auf der Damentoilette des Deutschen Bundestages mit der Innenexpertin der Freien Demokraten zu verabreden, denn hegt zumindest einen Anfangsverdacht an welchem Schuh der Bundesinnenwolf in enger Abstimmung mit der Bundesangela da strickt, denn Gisela Piltz nannte Schäubles Vorhaben schon mal “ein weiteres Puzzlestück im Datensammlungswahn des Staates“.

Auch wenn die FDP seit dem Fallschirmabsprung ihres halbseidenen Parteivorsitzenden beim Wähler einen eher lauwarmen Eindruck hinterlässt, so muss man doch neidlos zugeben, dass die Gisela Piltz das vollkommen richtig erkannt hat, denn jeder Depp könnte, wenn er denn wollte, erkennen welchen Informationsgehalt ein solches zentrales “Bundesmelderegister” bietet.
In Verbindung mit der einheitlichen Steuer-Identifikationsnummer, der Rentenversicherungsnummer, einigen anderen personenbezogenen Daten und mit Verknüpfungen zu ELENA, SCHUFA und EGA ermöglicht es jegliche Art der Datenselektion für jeden Zweck.

Sie suchen eine Frau, Ende Dreißig, blond, Körbchengröße 80C, unverheiratet, aber mit Abitur?
Oder brauchen Sie etwa einen Organspender, Nichtraucher, Blutgruppe 0+, ohne Erbkrankheiten und noch ledig?
Und wie wäre es mit einer Liste aller männlichen Fahranfänger unter 35 Jahren mit eigenem PKW und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Sie brauchen jetzt nicht zu lachen, denn das Lachen wird Ihnen, und das nicht erst eines Tages, im Halse stecken bleiben, denn die Regierungschefs von Bund und Ländern haben sich im Aktionsplan “Deutschland Online” darauf verständigt, das Meldewesen in eine “zukunftsfähige Struktur” zu überführen um bei Rettungseinsätzen und in Notfallsituationen schnell und zuverlässig Informationen für Polizei, Feuerwehr und Hilfsdienste über Identität und Aufenthalt von Personen zur Verfügung zu stellen.
Und damit haben sie dem Innenwolfgang eine Steilvorlage für sein Modell „Stasi 2.0“ geliefert und so eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.
Denn das „Zentrale Melderegister“ beantwortet nicht nur artige Fragen, sondern auch abartige.
Sie suchen eine Gebärmutter, mit dominanter Blond-Epistase und IQ > 100?
Oder brauchen Sie etwa nur die Leber von einem Nichtraucher, Blutgruppe 0+, epigenetisch unbelastet und ohne nähere Angehörige?
Und wie wäre es mit einer Liste der wehrfähigen deutschsprachigen politischen Abweichler mit Auslandskontakten und Erstwohnsitz im Postleitzahlgebiet 68?

Bei Bedarf könnte man aus einem “Zentralen Bundesmelderegister” auch so was wie “Schindlers Liste” abfragen. Aber wer möchte das schon, denn außer den “offiziellen Stellen” hat offiziell ja niemand Zugriff auf die Datenbestände und die “Datenprofile” von 82 Millionen Bürge(r)n.

Allein die Diskussion über ein mit zusätzlichen Informationen und Datenbankverbindungen angereichertes „Bundesmelderegister“ ist unnötig, denn ein solches Register darf es NIEMALS geben.
Und wenn die Befürworter dieses „Deutschland Online“-Teilprojektes darauf beharren die Daten der Menschen in diesem Land „zentral“ zu erfassen und dies (unter anderem) damit begründen um “die Versorgung der Behörden und sonstiger öffentlicher Stellen durch regelmäßige Datenübermittlungen zu unterstützen, denn derzeit seien die Adress-, Namen- oder Geburtsangaben von rund 4,8 Millionen Einwohnern mangelhaft“, dann ist lachhaft.
Also lachen Sie ihnen ins Gesicht und schicken sie schnellstmöglich zum Teufel.
Sonst wird Ihnen das Lachen bald vergehen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 28. Juli 2008 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

8 Antworten zu “Bundesmelderegister”

  1. Fred Sky meint:

    Naja, jeder ordentliche Sklavenhalter hat ein Verzeichnis über sein Humankapital. Ärgerlich werde ich erst, wenn wieder Brandzeichen eingeführt werden. Die alten Götter waren da schlauer und markierten genetisch ihre Untertanen in gelb, rot, weiß, braun, Nachwuchs automatisch ;) . Wenn unsere Regierigen etwas anpacken, kann das nur schief gehen, frei nach Goethe: ” Die Botschaft hör ich wohl … “. Selbst die Weltkriege haben diese “Experten” in den Sand gesetzt. Kennst Du nur eine einzige Maßnahme, die für das Volk Erfolg brachte? Alles zum Wohle des Volkes? Die Arbeitsaffen sind mit begrenzter Intelligenz auszustatten, gerade soviel, daß sie das machen können, was man ihnen sagt, mehr nicht! Und weil das so ist, besteht keine Gefahr durch gesetzliche Datensammlung, weil die Datenflut nicht mehr beherrschbar sein wird. Dabei sollten alle mithelfen, denn nur im Datenchaos sind die Daten bestens geschützt. Also Datenmüll erzeugen, wo es nur geht! Wann kommen die ersten Browser, die zusätzlich kostenlos tausende Verbindungen automatisch knüpfen, in der die gewählte untergeht. Dann wird das Speichern aller Verbindungen sinnlos. Ebenso bei Google - der Browser muß für eine gewollte Anfrage zusätzlich tausende dumme Fragen generieren, dann entsteht das schützende Chaos! Google weiß anhand deiner Fragen, welche Probleme du hast, kennt deine sexuellen Praktiken, weiß alles über dich - davon träumt die Stasi und will das auch. Wer ist denn die Stasi? Das sind doch nur bezahlte Handlanger, und wem sie dann wirklich dienen, ist noch sehr fraglich.

  2. ALPHA meint:

    In einem öffentlich rechtlichen Rundfunk-Bericht(HR3) über den Vor-Ort-Stand der Vorbereitung der Olympischen Spiele in Peking und die Umstände der sog. “freien Berichterstattung” wurde folgende Episode über den Sender gelassen:
    ARD-Kommentator ‘A’ zu ARD-Kommentator ‘B’ am Handy: “Wo bist Du jetzt gerade ?” Kommentator ‘B’ zu Kommentator ‘A’ : “Kann ich Dir am Handy nicht sagen-ich werde abgehört !”
    Da kannste mal sehen, diese Chinies, oder meint Kommentator ‘B’ etwa die hiesen Praktiken ?

  3. Fred Sky meint:

    @ ALPHA
    Da hilft eine Tauschzentrale für Handys, daß auf diese Geschäftsidee noch keiner gekommen ist! Die Dinger sind billig, warum nicht ständig tauschen? Nicht einsam - gemeinsam! - und jeder lernt jeden kennen, toll auch für Singles.
    MfG nach China

  4. otti meint:

    “IM Zweirad” fährt ohne Frage einen heißen Reifen. Kein Wunder, wenn der da mal vom Weg des GehGeh (GG) abkommt.
    Wer von solchen Leuten hält sich noch an die Verkehrsregeln?
    Sowas gilt nur für’s Volk, die Herrschaften sind außen vor.

  5. Machopan meint:

    Es ist immer wieder schön zu lesen, wie die Medien das ihnen von der Politik zugeworfene Stöckchen mehr oder minder geschickt zu Wasser bringen, welche Kreise es zieht und wohin und wie weit die Mainstreampresse es treibt.

    So erschien am 5. August des Jahres 2008 in der Leipziger Volkszeitung ein längerer Bericht mit folgendem, schon fast dramatischen Inhalt:
    Taucha. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche. Langsam fährt ein Rettungswagen durch die Graßdorfer Straße. Blaulicht erhellt die Straße. Immer weiter verringert das Fahrzeug die Geschwindigkeit, fährt dann eine kleine Schlippe am Bahndamm entlang, kommt rückwärts wieder raus, um dann erneut die Straße im Schneckentempo zu erkunden. Plötzlich erschallt das Martinshorn für wenige Sekunden, der Rettungswagen bleibt schließlich stehen. Dann folgt das, was für einige Anwohner rätselhaft erscheint: Der Fahrer und die restliche Besatzung des Wagens fragen nach dem Weg. Eine bestimmte Hausnummer würden sie suchen, sogar den Namen der aufzusuchenden Familie rufen die Rettungskräfte den erschrockenen Leuten zu, die mittlerweile vereinzelt ihre Köpfe aus den Fenstern stecken.
    Gänzlich orientierungslos waren die Einsatzkräfte aber nicht. Sie hätten bereits in der Zweigstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Graßdorfer Straße 13 vorbeigeschaut, um dort nach dem Weg zu fragen. Allerdings wäre da niemand anzutreffen gewesen, erklärte der Fahrer einem Anwohner.
    „Ich fand das schon ziemlich merkwürdig, dass die tatsächlich nach dem Weg fragen. Man denkt doch eigentlich, dass sich Retter auskennen oder andere Mittel haben, den gesuchten Ort zu finden“, wundert sich auch Heiko Lange, der die Szene mitbekam.
    Für Dietmar Bruchner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Nordsachsen ist dies aber nicht ungewöhnlich. „Die Johanniter waren sicher selbst gerade im Einsatz. Wenn niemand vor Ort ist, müssen wir eben das nächst gelegene Fahrzeug schicken“, erklärt er.
    Das Szenario passt zu einem Bericht der Sächsischen Staatsregierung an den Sächsischen Landtag. Demnach würde jeder achte Rettungswagen zu spät eintreffen. Im vergangenen Jahr konnte nur ein einziger Zweckverband, nämlich eben jener aus Nordsachsen, die gesetzliche Hilfsfrist von zwölf Minuten einhalten. Warum im vorliegenden Fall die Retter die Hausnummer nicht fanden, bleibt auch für Bruchner ein Rätsel. „Wir haben dazu nicht mal etwas vermerkt, in der Leitstelle ist nichts eingetragen“, sagt er.
    Ob den ratlosen Einsatzkräften ein Navigationsgerät zur Verfügung stand, konnte Bruchner darum auch nicht sagen. „Diese Technik ist erst neu und nur auf den wenigsten Fahrzeugen einsatzbereit installiert.“ Für Jürgen Martens, innen- und rechtspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag ein untragbarer Zustand. „Was für jeden Paket- und Pizzadienst Standard ist, sollte man doch auch für den Rettungsdienst verlangen können.“ Die FDP kritisierte erst dieser Tage die Verspätungen der Retter.“

    Tja, den Leuten könnte geholfen werden. Aber nicht durch ein Navigationsgerät oder durch einfache Ortskenntnis, wie das bei jedem simplen Pizzadienst heute Standard ist.
    Nein, denn justamente plant IM Zweirad Schäuble fast exakt für diesen Zweck ein zentrales Bundesmelderegister, stößt damit aber auf „Bedenken“ bei den Datenschützern und auf „Unbehagen“ bei den Bürgern.

    Wie schön, dass sich genau zu diesem Zeitpunkt ein derart dramatischer Vorfall wie mit den ratlosen Rettungsdienst in Taucha ereignet und die Sächsische Landesregierung darauf hinweisen kann, dass jeder achte Rettungswagen zu spät am Ort des Geschehens eintreffen werde.
    Einem Schelm und vielleicht noch jemand dem auffällt, dass die Rettungsleitstelle zu dem Vorfall keinerlei Eintragungen hat, wird sich dabei Gedanken über die mögliche Addition von 1 und 1 machen.

  6. otti meint:

    Bleiben wie lieber bei Adam Riese: 1 und 1 gibt Sex - und macht Spass.
    PS
    Der gleiche Fall bei der Verwendung von Mautdaten zur Aufklärung eines Schwerverbrechens. Kann denn Aufklärung Sünde sein? Plausible Gründe, denen zu widersprechen schwer fällt, lassen sich immer finden.

  7. Machopan meint:

    In der FTD ist heute zu lesen, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Internetnutzern davon abrät, den neuen Browser „Chrome“ von Google zu installieren.
    Die Beamten kritisieren nicht nur die neue Software, sondern gleich den ganzen Konzern. Grund ist nicht nur die mangelnde technische Reife des Programms, sondern auch die Datensammelwut von Google.
    Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom E-Mail-Programm über die Suche bis zu rein internetbasierten Textverarbeitungsprogrammen abdecke, warnte der BSI-Sprecher: “Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch.

    Bisher ist nicht bekannt, dass sich dieses „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ ähnlich kritisch zur Datensammelwut des amtierenden Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem von ihm präferierten “Bundes-Trojaner” geäußert hat.

  8. otti meint:

    Zur Erinnerung Prantl’s “Der Terrorist als Gesetzgeber”:

    http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/e96315c4-0cba-4db3-b9f4-c68d4d13f1e9.aspx

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