Legalisierung

3. Mai 2006 05:45

Sicher war es reiner Zufall, dass der Artikel von Florian Rötzer bei TELEPOLIS über Vorteile am Arbeitsmarkt und höhere Steuereinnahmen durch Legalisierung illegaler Einwanderer ausgerechnet am 1. April erschienen ist.

Rötzer bezieht sich in dem Artikel auf die Ergebnisse einer Studie des „IPPR Institute for Public Policy Research“, die anhand der Situation in Großbritannien zeigen will, dass sich durch diese Legalisierung erhebliche Vorteile für Staat und Gesellschaft ergeben.
Der Artikel Rötzers endet mit den zusammenfassenden Worten:
«Migranten stellen in Großbritannien bereits fast 30 Prozent der Arbeitskräfte, in London werden 90 Prozent der gering bezahlten Jobs von Migranten ausgeübt. Bei den legalen Einwandern lässt sich der wirtschaftliche Gewinn für das Einwanderungsland erkennen: Sie stellen 8,7 Prozent der Arbeitskräfte und haben einen Anteil von 10,2 Prozent an den Steuern. Legale Einwanderer zahlen durchschnittlich allgemein höhere Steuern als britische Bürger. Für eine Legalisierung der Einwanderung spricht neben der Entkriminalisierung und der Bekämpfung des Schwarzmarktes auch, dass stärkere Grenzkontrollen und Abschiebung nicht nur der Wirtschaft des Einwanderungslandes schaden, sondern auch die Geldströme reduzieren, die Einwanderer in ihre Heimatländer schicken. Die Folge wäre, dass dort die Armut weiter zunehmenund nur der Druck steigen würde, illegal in die Wohlstandsinseln einzuwandern »

Mich erinnert diese „Studie“ aus Großbritannien und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen an ein ähnliches „Machwerk“ des Wirtschaftswissenschaftlers Professor Dr. Friedrich Schneider (Universität Linz) über die Auswirkungen der Schwarzarbeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Die NachDenkSeiten haben sich darüber auch so ihre Gedanken gemacht, denen ich mich weitgehendst anschließen kann.
Auch Wikipedia setzt sich im Rahmen der Betrachtungen zur „Schwarzarbeit“ kritisch mit den „Schätzungen“ von Dr. Schneider auseinander.
Weiter heißt es bei Wikipedia:
«Hauptursache der Schwarzarbeit ist das Sozialsystem, bei dem sämltiche Sozialkosten auf den Lohn umgelegt werden und bereits vorab vom Arbeitgeber abgeführt werden. Dadurch kommt es zu einer sehr großen Differenz zwischen dem Verrechnungslohn der Unternehmen an den Auftraggeber einerseits und dem Nettolohn des Arbeitnehmers andererseits.»

Und jetzt wollen Sie sicher wissen, was Schwarzarbeit mit illegaler Einwanderung zu tun hat.
Nun es wird ja wohl klar sein, dass illegale Einwanderer für ihren Broterwerb eher in der Küche eines Schnellimbiss malochen, statt im Vorstand einer Bank strategische Entscheidungen zu treffen.
Kurz gesagt, besteht zwischen Illegalität und Schwarzarbeit ein etwas engerer Zusammenhang als zwischen Legalität und Schwarzgeld.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Mai 2006 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Legalisierung

3. Mai 2006 05:45

Sicher war es reiner Zufall, dass der Artikel von Florian Rötzer bei TELEPOLIS über Vorteile am Arbeitsmarkt und höhere Steuereinnahmen durch Legalisierung illegaler Einwanderer ausgerechnet am 1. April erschienen ist.

Rötzer bezieht sich in dem Artikel auf die Ergebnisse einer Studie des „IPPR Institute for Public Policy Research“, die anhand der Situation in Großbritannien zeigen will, dass sich durch diese Legalisierung erhebliche Vorteile für Staat und Gesellschaft ergeben.
Der Artikel Rötzers endet mit den zusammenfassenden Worten:
«Migranten stellen in Großbritannien bereits fast 30 Prozent der Arbeitskräfte, in London werden 90 Prozent der gering bezahlten Jobs von Migranten ausgeübt. Bei den legalen Einwandern lässt sich der wirtschaftliche Gewinn für das Einwanderungsland erkennen: Sie stellen 8,7 Prozent der Arbeitskräfte und haben einen Anteil von 10,2 Prozent an den Steuern. Legale Einwanderer zahlen durchschnittlich allgemein höhere Steuern als britische Bürger. Für eine Legalisierung der Einwanderung spricht neben der Entkriminalisierung und der Bekämpfung des Schwarzmarktes auch, dass stärkere Grenzkontrollen und Abschiebung nicht nur der Wirtschaft des Einwanderungslandes schaden, sondern auch die Geldströme reduzieren, die Einwanderer in ihre Heimatländer schicken. Die Folge wäre, dass dort die Armut weiter zunehmenund nur der Druck steigen würde, illegal in die Wohlstandsinseln einzuwandern »

Mich erinnert diese „Studie“ aus Großbritannien und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen an ein ähnliches „Machwerk“ des Wirtschaftswissenschaftlers Professor Dr. Friedrich Schneider (Universität Linz) über die Auswirkungen der Schwarzarbeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Die NachDenkSeiten haben sich darüber auch so ihre Gedanken gemacht, denen ich mich weitgehendst anschließen kann.
Auch Wikipedia setzt sich im Rahmen der Betrachtungen zur „Schwarzarbeit“ kritisch mit den „Schätzungen“ von Dr. Schneider auseinander.
Weiter heißt es bei Wikipedia:
«Hauptursache der Schwarzarbeit ist das Sozialsystem, bei dem sämltiche Sozialkosten auf den Lohn umgelegt werden und bereits vorab vom Arbeitgeber abgeführt werden. Dadurch kommt es zu einer sehr großen Differenz zwischen dem Verrechnungslohn der Unternehmen an den Auftraggeber einerseits und dem Nettolohn des Arbeitnehmers andererseits.»

Und jetzt wollen Sie sicher wissen, was Schwarzarbeit mit illegaler Einwanderung zu tun hat.
Nun es wird ja wohl klar sein, dass illegale Einwanderer für ihren Broterwerb eher in der Küche eines Schnellimbiss malochen, statt im Vorstand einer Bank strategische Entscheidungen zu treffen.
Kurz gesagt, besteht zwischen Illegalität und Schwarzarbeit ein etwas engerer Zusammenhang als zwischen Legalität und Schwarzgeld.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Mai 2006 um 05:45:52 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)