Innere Sicherheit

2. Mai 2006 05:45

Auf ganz wackeligen Beinen scheint derzeit die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu stehen.
Ein einziger Faustschlag in das Gesicht eines mit 2,08 Promille stark alkoholisierten Deutsch-Afrikaners Ermyas M. hat genügt diese “Innere Sicherheit” in eine extrem instabile Lage zu bringen und den Generalbundesanwalt Kay Nehm veranlasst sich der Sache anzunehmen.
Nehm beruft sich dabei auf das Gerichtsverfassungsgesetz.
Danach sei er zuständig, “wenn ein Tötungsdelikt bestimmt und geeignet ist, die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen. Nach den bekannt gewordenen Tatumständen sei bislang davon auszugehen, dass die Tat diese Kriterien erfülle. Dies habe der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes bestätigt.“

Genauso blumig wie die Angaben über die Nationalität und Herkunft des
- Deutsch-Afrikaners (Reuters),
- Deutschafrikaner (Spiegel),
- Deutsch-Äthiopiers (NetZeitung),
- äthiopischstämmigen Deutschen (Focus),
- Deutschen äthiopischer Herkunft (Berliner Morgenpost),
- deutschen Staatsbürger dunkler Hautfarbe (FTD)
- Menschen mit schwarzer Hautfarbe (Westdeutsche Allgemeine)
sind die Mutmaßungen über den vermeintlichen Tathergang.

Es ist aber ziemlich offensichtlich, dass zwischen der dunklen Hautfarbe des Verletzten und der Größe des Medieninteresses ein kausaler Zusammenhang besteht, der auch dem Herrn Generalbundesanwalt Nehm nicht entgangen ist, denn sonst hätte er wohl die Ermittlungen nicht an sich gezogen und so viele Menschen wären sicher für einen „blauäuigen Blonden“ auch nicht auf die Straße gegangen um ihr Entsetzen über die Tat zum Ausdruck zu bringen.

Oder war es einfach nur “”Gewalt unter Betrunkenen?” wie die Welt in einem Kommentar meint?
Wenn man sich als krimonologischer Laie, von gelegentlichen Basisstudien mittels Miss Marple und Colombo mal abgesehen, den Tathergang vor Augen führt , dann könnte man schon den dumpfen Verdacht hegen, dass es sich wohl eher um eine Tat mit alkoholischem Delirium und und weniger um eine Tat mit rassistischem Gedankengut handeln könnte.
Aber so erfahrene und qualifizierte Ermittler wie der Herr Generalbundesanwalt Nehm werden sich davon sicher nicht täuschen lassen und führen die Ermittlungen in alle Richtungen, bis sie den “fremdenfeindlichen” Kräften in dieser Republik die Maske vom Gesicht gerissen haben.
Auch wenn sich jetzt der Herr Innenminister Schönbohm und der Herr Generalbundesanwalt Nehm über die richtige Vorgehensweise uneins sind, verwechseln Sie deshalb bitte die weiteren Ermittlungen nicht mit reinem reflexhaftem Aktionismus. Schließlich geht es neben dem Schlag gegen den Kopf des Afrikadeutschen Ermyas M. so kurz vor der Fußballweltmeisterschaft auch um den entscheidenden Schlag gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in Ostdeutschland.

Denn stellen Sie sich mal vor, wenn uns die braunen Horden aus dem wilden Osten neben dem schlechten Gewissen über das ausländerfeindliche Deutschland auch noch die FuBaWeMe vermasseln, weil rechtsradikale Schlägertrupps durch die nächtlichen Straßen dieser Republik ziehen.
Die ganze Aufregung um Klinsi und Kahn wäre doch für die Katz gewesen und der fest eingeplante Finalsieg der deutschen Mannschaft ein Ding der Unmöglichkeit.
Nicht auszudenken für ein Land, das dem wirtschaftlichen Aufschwung schon so lange hinterher hinkt und es mit Sicherheit auch weiter tun wird.
Das ahnen wir mit innerer Sicherheit.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Mai 2006 um 05:45:43 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Innere Sicherheit

2. Mai 2006 05:45

Auf ganz wackeligen Beinen scheint derzeit die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu stehen.
Ein einziger Faustschlag in das Gesicht eines mit 2,08 Promille stark alkoholisierten Deutsch-Afrikaners Ermyas M. hat genügt diese “Innere Sicherheit” in eine extrem instabile Lage zu bringen und den Generalbundesanwalt Kay Nehm veranlasst sich der Sache anzunehmen.
Nehm beruft sich dabei auf das Gerichtsverfassungsgesetz.
Danach sei er zuständig, “wenn ein Tötungsdelikt bestimmt und geeignet ist, die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen. Nach den bekannt gewordenen Tatumständen sei bislang davon auszugehen, dass die Tat diese Kriterien erfülle. Dies habe der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes bestätigt.“

Genauso blumig wie die Angaben über die Nationalität und Herkunft des
- Deutsch-Afrikaners (Reuters),
- Deutschafrikaner (Spiegel),
- Deutsch-Äthiopiers (NetZeitung),
- äthiopischstämmigen Deutschen (Focus),
- Deutschen äthiopischer Herkunft (Berliner Morgenpost),
- deutschen Staatsbürger dunkler Hautfarbe (FTD)
- Menschen mit schwarzer Hautfarbe (Westdeutsche Allgemeine)
sind die Mutmaßungen über den vermeintlichen Tathergang.

Es ist aber ziemlich offensichtlich, dass zwischen der dunklen Hautfarbe des Verletzten und der Größe des Medieninteresses ein kausaler Zusammenhang besteht, der auch dem Herrn Generalbundesanwalt Nehm nicht entgangen ist, denn sonst hätte er wohl die Ermittlungen nicht an sich gezogen und so viele Menschen wären sicher für einen „blauäuigen Blonden“ auch nicht auf die Straße gegangen um ihr Entsetzen über die Tat zum Ausdruck zu bringen.

Oder war es einfach nur “”Gewalt unter Betrunkenen?” wie die Welt in einem Kommentar meint?
Wenn man sich als krimonologischer Laie, von gelegentlichen Basisstudien mittels Miss Marple und Colombo mal abgesehen, den Tathergang vor Augen führt , dann könnte man schon den dumpfen Verdacht hegen, dass es sich wohl eher um eine Tat mit alkoholischem Delirium und und weniger um eine Tat mit rassistischem Gedankengut handeln könnte.
Aber so erfahrene und qualifizierte Ermittler wie der Herr Generalbundesanwalt Nehm werden sich davon sicher nicht täuschen lassen und führen die Ermittlungen in alle Richtungen, bis sie den “fremdenfeindlichen” Kräften in dieser Republik die Maske vom Gesicht gerissen haben.
Auch wenn sich jetzt der Herr Innenminister Schönbohm und der Herr Generalbundesanwalt Nehm über die richtige Vorgehensweise uneins sind, verwechseln Sie deshalb bitte die weiteren Ermittlungen nicht mit reinem reflexhaftem Aktionismus. Schließlich geht es neben dem Schlag gegen den Kopf des Afrikadeutschen Ermyas M. so kurz vor der Fußballweltmeisterschaft auch um den entscheidenden Schlag gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in Ostdeutschland.

Denn stellen Sie sich mal vor, wenn uns die braunen Horden aus dem wilden Osten neben dem schlechten Gewissen über das ausländerfeindliche Deutschland auch noch die FuBaWeMe vermasseln, weil rechtsradikale Schlägertrupps durch die nächtlichen Straßen dieser Republik ziehen.
Die ganze Aufregung um Klinsi und Kahn wäre doch für die Katz gewesen und der fest eingeplante Finalsieg der deutschen Mannschaft ein Ding der Unmöglichkeit.
Nicht auszudenken für ein Land, das dem wirtschaftlichen Aufschwung schon so lange hinterher hinkt und es mit Sicherheit auch weiter tun wird.
Das ahnen wir mit innerer Sicherheit.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 2. Mai 2006 um 05:45:43 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)