Kreditklemme

13. Oktober 2008 05:45

Lieber Freund

«Erst haben Banken durch ihre Gier die Finanzkrise mit verursacht, jetzt trauen sie sich nicht mehr über den Weg. Mit ihrer Weigerung, sich gegenseitig Geld zu leihen, verschlimmern die Institute die Turbulenzen.», schreibt der SPIEGEL und stellt die Frage, ob dies der zweite große Fehler der Finanzbranche ist.

Man muss wirklich kein großer Finanzexperte sein, um zu wissen, dass kreditfinanzierte Geschäftsmodelle immer auf etwas wackeligen Beinen stehen. Daran hat auch die Globalisierung nichts geändert, sie hat dem Problem nur eine andere, gewaltige Dimension verliehen.
Jetzt wird in den Medien jeder, der weiß dass ein Euro aus 100 Cent besteht und die Währung von Kuwait nicht das Barrel ist, vor Mikrofon und Kamera gezerrt und nach den Auswirkungen der Kreditkrise befragt. Mittendrin hüpfen der bundesdeutsche Finanzminister und das Angela herum und verteilen Valium an die kleinen Sparer und Steuerzahler, damit die nicht aus ihrer jahrelangen Duldungsstarre erwachen.
“Lasst das Geld wo es ist”, lautet die Nachricht, “wir werden uns schon darum kümmern. Darauf könnt ihr Einen lassen”.

Auch jemand, dessen finanztechnisches Wissen zwischen Wand und Tapete passt, müsste eigentlich merkeln, dass dieses Gesülze den gleichen Wahrheitsgehalt hat, wie das Märchen vom Staat, der niemals „pleite“ gehen kann.
Dabei ist es grade mal 18 Jahre her, als mitten in Europa, praktisch über Nacht, ein ganzer Staat einfach verschwunden ist. Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass dieser Staat von 1949 bis 1990 bestand und eine friedliche Revolution im Jahre 1989/1990 das wirtschaftliche und politische Scheitern dieses Staates markierte.
Die Frau Merkel weiß das!!!
Und sie weiß auch, dass man sicher nicht noch mal einen Blöden finden wird, der die wertlos gewordene Landeswährung http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR) in richtiges Geld umtauscht. Und das auch noch zu einem super Wechselkurs.
Aber es ist ja gut, dass sich die Bürger so schlecht erinnern, aus der Vergangenheit nichts lernen und vollauf damit beschäftigt werden vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen.

Selbst eine ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda bei der FDJ sollte verstehen können, dass es sich um ein Schneeballsystem handelt und nicht um ein innovatives Geschäftsmodell, wenn A sich von B Geld leiht, das sich dieser von C geliehen hat. C hat das Geld von D und der hatte es von E, der es wiederum von A hatte, der ihm dafür ein Zertifikat gab, das den Emittenten zur Rückzahlung des doppelten Betrages verpflichtet sofern die am 31. Juni 200x auf der Zugspitze gemessene Schneehöhe mehr als 99 Zentimeter beträgt.

Ein solches System „verklemmt“ sich spätestens dann, wenn die Beteiligten für sich selbst immer mehr abzweigen und sich dann irgendwann gegenseitig nicht mehr über den Weg trauen.

Das Jahr 2008 wird daher als das Jahr der Kreditklemme in die Geschichte eingehen und die Welt stärker verändern als das Jahr 2001, auch wenn diesmal nicht die Twin-Towers des WWC abgeraucht sind, sondern nur die Wall-Street.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Oktober 2008 um 05:45:47 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

13 Antworten zu “Kreditklemme”

  1. Jochen Hoff meint:

    Yepp, die Betrüger haben einander erkannt und ziehen daraus den einzig richtigen Schluss sich nicht mehr zu vertrauen. Dummerweise haben sie sogar recht. Egal was das Angela in den Markt einbezahlt. Er wird weiter fallen, solange die Banker nicht zur Verantwortung gezogen und ihre Aktien wertlos geworden sind.

  2. Machopan meint:

    So sehe ich das auch, denn es macht schlichtweg keinen Sinn neues Geld auf den Pokertisch zu knallen, wenn die gleichen Zocker und Falschspieler am Tisch sitzen und sich die Hände reiben.
    Ordnung ins Spiel bringt man nur durch Konfiszierung der Spielgewinne, und ggf. mittels Handschellen und Hanfkrawatten.
    Aber statt um den Geldverkehr kümmert sich der Bundestag lieber um eine Verschärfung des Bußgeldkatalog für den Straßenverkehr.
    Völlig schadensunabhängig kostet einmal Rechtsüberholen auf der Autobahn weitaus mehr als ein Leerverkauf an der Börse.

  3. Harald meint:

    Ist doch Toll wie das Spiel läuft:
    Der Staaat birgt mit von dem von den Banken geborgtem Geld dafür, das die einlagen bei genau diesen Banken Sicher sind.
    Also wenn eine Bank Pleite macht oder gehnt, borgt sich das Staat das Geld einfach bei einer anderen Bank und giebt es den Gläubigern dieser Pleite-Bank. Denn der STaat kriegt noch Kredit, nur die anderen Banken nicht.
    Und so weiter und so fort. Und wenn nur noch eine Bank übrig ist, dann ist es überstanden. Oder irgendwie so etwa in der Art. Oder auch ganz anders. Wer weiß das schon…

  4. ALPHA meint:

    Also, lassen wir noch einmal die Ursachen für die Finanzkrise( einige Kurse sind ja nach dem Merkel-Einlauf für Deutschland schon wieder kräftig gestiegen, so daß sich die Gewinner wohl vor Lachen und Jubeln hoffentlich einen Bruch zuziehen sollen) , die uns über den öffentlich-rechtlichen deutschen Äther verkündet werden, Revue passieren: Diese amerikanischen Häuslebauer also, die -oh Schreck- allesamt auf einen Schlag zahlungsunfähig wurden und ihren -ach so treuherzigen- Banken aber auch gar keine verwertbaren Sicherheiten hingestellt haben. Hochgerechnet bei ca. 290 Mio US-Einwohnern, die sich ja Dank der gründlichen Ausrottung der Urbevölkerung so erfolgreich parasitär vermehren konnten, hätten sich ca. 29 Mio dieser Fuzzies eine Hütte zu 350000$ Kredit hinstellen lassen. Nach Pisa wären das etwa 9,1 Mrd. Ausfall. ??? 750 Mrd. “Luftgeld” aus USA ??? 500 Mrd. richtige Geld vom dt. Steuerzahler ??? (”???” bedeutet: Vom großen Schwindel wird mir ganz schwindelig !)
    Man könnte nun z.B. auf historisch Bewährtes zurückgreifen, wie den leider in Vergessenheit geratenen Baron Münchhausen, dem es seinerzeit erfolgreich gelang, sich mitsamt seinem gewichtigen Pferd am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen. Bei Vorhandensein so vieler falscher Zöpfe könnte alternativ auf die vorgeschlagene Hanfkravatte zurückgegriffen werden, die sich ja bei sog. Halunken, die ihr Öl und Boden einfach nicht hergeben wollten, schon mehrfach bewährt hat. Wo wir nun auch endlich beim Thema wären: Nehmen wir mal an, da hätte Onkel Doppel-V seinen Kumpels, in gemütlicher Runde auf einigen maroden Bänken sitzend, vom Paradies, wo Öl und Gold fließt, vorgeschwärmt und alle hätten beschlossen, eine ganz groß angelegte Expedition dahin auszurüsten. Von dieser großartigen Idee beseelt, wurde ein unvorstellbar großer Ballon von Versprechungen auf eine noch unvorstellbarere Aussicht auf die Expeditionsbeute mit aus aller Welt zusammengelogenem Geld aufgeblasen. Die Expedition ging etwas in die Hose, die Beute läßt noch auf sich warten. Der Ballon ist mit lautem Knall geplatzt-manche lieben solche Spektakel und lachen über den gelungen Coup-Doofe lassen sich blöffen und versuchen, ihre Haut auf Kosten anderer zu retten. Und die schon in jungen Jahren in blindwütiger Solidarität mit großen Brüdern gestählte Jeanne d’Arc wird aufopfernd die vom versteuerten Einkommen ihres Narrenvolkes zusammengetragenen Spareinlagen (die letzte wirkliche Sicherheit) vor die Säue werfen und somit endlich den von Doppel-V lange eingeforderten deutschen Beitrag an dieser mißlungen Expedition leisten.

    antiperistaltic

  5. Fred Sky meint:

    Jedes Theaterstück besteht aus mehreren Akten (beim Staatsanwalt), und in den Pausen wird applaudiert
    http://de.wikipedia.org/wiki/Beifall
    Bei stehenden Ovationen gibt es oft Zugaben, aber man muß aufpassen, daß das Sitzkissen nicht geklaut wird.
    http://www.magistrix.de/lyrics/Chris%20Roberts/Du-Sag-Einfach-Du-129783.html

  6. foerdermittelberater meint:

    … und bei uns klingeln die telefone wegen firmen, die unter der finanzkrise zu leiden haben. was man da so alles ueber banken mitbekommt… kein kommentar.

  7. otti meint:

    Den Öttinger aus’m Häuslebauersländle im Fernsehen als Finanzfachmann (!) vorgestellt bekommen, zusammen mit Pfister oder Pfisterer, dem Wirtschaftsminischter, sorgenvoll die Hände knetend und die Oberlippe gekräuselt: Wenn’sch Heisle brennt, do lescht mr und frogt net, was Löschwasser koscht!
    Geh fort, sagt da der Saarländer und der Hohenloher:Sou net!
    Die ehemalige Dosenpfandministerin versorgt ihre Finanz-Junkies mit frischem Stoff, damit weiterhin fröhlich abgespritzt werden kann.

    http://themessthatgreenspanmade.blogspot.com/2008/10/rogers-coming-inflationary-holocaust.html

  8. Fred Sky meint:

    Hallo Machopan,
    in Sachen Sarkasmus (Dein Leitthema) erwartet uns heute Abend eine Sternstunde der Literatur, vom Papst persönlich. Auch Gottes Schalk, der Hofnarr, wird sich in weisen Sprüchen üben, die nur der Adel versteht und das Volk begeistert. In vorauseilendem Gehorsam schreiben bereits Blogger und Kommentatoren, der Eklat im vermittelnden Rollenspiel zeigt nach Werbung Wirkung. Sadomaso live mit einer Domina als Medium, auch ich hätte einen Glasturm als Preis für mein Lebenswerk derzeit nicht angenommen. Diese Tragikomödie übertrifft Shakespeare, das heutige Schulungssthema. Nur aufmerksame Schüler werden mitbekommen, worum es geht, die anderen können ja ihr Bier schütteln.
    MfG

  9. otti meint:

    Die Wahrheit, die verklemmte!
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hypo-real-estate-was-wusste-steinbrueck;2065376;0

  10. Fred Sky meint:

    Die großspurig angekündigte “Message” war ein Flop, gut beobachtet von
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,584895,00.html
    Problematisch war der Hinweis auf (den Freimaurer) Voltaire, dieser sagte:
    “Man muß lügen wie ein Teufel, nicht zimperlich, nicht nur zeitweilig, sondern dreist und immerfort.”
    (Brief Voltairs an Thiriot vom 21.10.1736)

  11. otti meint:

    @ Fred Sky

    Man muss lügen …
    Ja, das tun die Verantwortlichen in Täuschland, “immerfort”.
    Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt politischen und wirtschaftlichen Handelns, sondern die Begierden eines machtgeilen Gesindels, das jede freiheitlich-demokratische Grundordnung korrumpiert.
    Mit Honecker verbindet sich der Nierdergang des Sozialismus.
    Mit Merkel verbinden sich die größten Perversionen eines korrupten Kapitalismus.
    Merkel hat Unglück über uns gebracht.

  12. Fred Sky meint:

    @ otti
    Die Merkel stört mich weniger als Einstein, der wie ein Stein auf den Schienen zur Zukunft liegt. Dort wird viel Geld versenkt in seinem schwarzen Loch, das wohl nach dem Blick in die Klospülung postuliert wurde. Auch hier sollten die “Manager” ausgewechselt werden, gerade damit der Glasturm kippt, aber die lang anhaltende systematische und bewußte Verblödung ist nur schwer zu beseitigen.
    MfG

  13. otti meint:

    Zum Henker, Hank (und Co.)!
    http://www.propublica.org/special/degrees-of-hank-paulson/

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Kreditklemme

13. Oktober 2008 05:45

Lieber Freund

«Erst haben Banken durch ihre Gier die Finanzkrise mit verursacht, jetzt trauen sie sich nicht mehr über den Weg. Mit ihrer Weigerung, sich gegenseitig Geld zu leihen, verschlimmern die Institute die Turbulenzen.», schreibt der SPIEGEL und stellt die Frage, ob dies der zweite große Fehler der Finanzbranche ist.

Man muss wirklich kein großer Finanzexperte sein, um zu wissen, dass kreditfinanzierte Geschäftsmodelle immer auf etwas wackeligen Beinen stehen. Daran hat auch die Globalisierung nichts geändert, sie hat dem Problem nur eine andere, gewaltige Dimension verliehen.
Jetzt wird in den Medien jeder, der weiß dass ein Euro aus 100 Cent besteht und die Währung von Kuwait nicht das Barrel ist, vor Mikrofon und Kamera gezerrt und nach den Auswirkungen der Kreditkrise befragt. Mittendrin hüpfen der bundesdeutsche Finanzminister und das Angela herum und verteilen Valium an die kleinen Sparer und Steuerzahler, damit die nicht aus ihrer jahrelangen Duldungsstarre erwachen.
“Lasst das Geld wo es ist”, lautet die Nachricht, “wir werden uns schon darum kümmern. Darauf könnt ihr Einen lassen”.

Auch jemand, dessen finanztechnisches Wissen zwischen Wand und Tapete passt, müsste eigentlich merkeln, dass dieses Gesülze den gleichen Wahrheitsgehalt hat, wie das Märchen vom Staat, der niemals „pleite“ gehen kann.
Dabei ist es grade mal 18 Jahre her, als mitten in Europa, praktisch über Nacht, ein ganzer Staat einfach verschwunden ist. Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass dieser Staat von 1949 bis 1990 bestand und eine friedliche Revolution im Jahre 1989/1990 das wirtschaftliche und politische Scheitern dieses Staates markierte.
Die Frau Merkel weiß das!!!
Und sie weiß auch, dass man sicher nicht noch mal einen Blöden finden wird, der die wertlos gewordene Landeswährung http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR) in richtiges Geld umtauscht. Und das auch noch zu einem super Wechselkurs.
Aber es ist ja gut, dass sich die Bürger so schlecht erinnern, aus der Vergangenheit nichts lernen und vollauf damit beschäftigt werden vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen.

Selbst eine ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda bei der FDJ sollte verstehen können, dass es sich um ein Schneeballsystem handelt und nicht um ein innovatives Geschäftsmodell, wenn A sich von B Geld leiht, das sich dieser von C geliehen hat. C hat das Geld von D und der hatte es von E, der es wiederum von A hatte, der ihm dafür ein Zertifikat gab, das den Emittenten zur Rückzahlung des doppelten Betrages verpflichtet sofern die am 31. Juni 200x auf der Zugspitze gemessene Schneehöhe mehr als 99 Zentimeter beträgt.

Ein solches System „verklemmt“ sich spätestens dann, wenn die Beteiligten für sich selbst immer mehr abzweigen und sich dann irgendwann gegenseitig nicht mehr über den Weg trauen.

Das Jahr 2008 wird daher als das Jahr der Kreditklemme in die Geschichte eingehen und die Welt stärker verändern als das Jahr 2001, auch wenn diesmal nicht die Twin-Towers des WWC abgeraucht sind, sondern nur die Wall-Street.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Oktober 2008 um 05:45:47 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

13 Antworten zu “Kreditklemme”

  1. Jochen Hoff meint:

    Yepp, die Betrüger haben einander erkannt und ziehen daraus den einzig richtigen Schluss sich nicht mehr zu vertrauen. Dummerweise haben sie sogar recht. Egal was das Angela in den Markt einbezahlt. Er wird weiter fallen, solange die Banker nicht zur Verantwortung gezogen und ihre Aktien wertlos geworden sind.

  2. Machopan meint:

    So sehe ich das auch, denn es macht schlichtweg keinen Sinn neues Geld auf den Pokertisch zu knallen, wenn die gleichen Zocker und Falschspieler am Tisch sitzen und sich die Hände reiben.
    Ordnung ins Spiel bringt man nur durch Konfiszierung der Spielgewinne, und ggf. mittels Handschellen und Hanfkrawatten.
    Aber statt um den Geldverkehr kümmert sich der Bundestag lieber um eine Verschärfung des Bußgeldkatalog für den Straßenverkehr.
    Völlig schadensunabhängig kostet einmal Rechtsüberholen auf der Autobahn weitaus mehr als ein Leerverkauf an der Börse.

  3. Harald meint:

    Ist doch Toll wie das Spiel läuft:
    Der Staaat birgt mit von dem von den Banken geborgtem Geld dafür, das die einlagen bei genau diesen Banken Sicher sind.
    Also wenn eine Bank Pleite macht oder gehnt, borgt sich das Staat das Geld einfach bei einer anderen Bank und giebt es den Gläubigern dieser Pleite-Bank. Denn der STaat kriegt noch Kredit, nur die anderen Banken nicht.
    Und so weiter und so fort. Und wenn nur noch eine Bank übrig ist, dann ist es überstanden. Oder irgendwie so etwa in der Art. Oder auch ganz anders. Wer weiß das schon…

  4. ALPHA meint:

    Also, lassen wir noch einmal die Ursachen für die Finanzkrise( einige Kurse sind ja nach dem Merkel-Einlauf für Deutschland schon wieder kräftig gestiegen, so daß sich die Gewinner wohl vor Lachen und Jubeln hoffentlich einen Bruch zuziehen sollen) , die uns über den öffentlich-rechtlichen deutschen Äther verkündet werden, Revue passieren: Diese amerikanischen Häuslebauer also, die -oh Schreck- allesamt auf einen Schlag zahlungsunfähig wurden und ihren -ach so treuherzigen- Banken aber auch gar keine verwertbaren Sicherheiten hingestellt haben. Hochgerechnet bei ca. 290 Mio US-Einwohnern, die sich ja Dank der gründlichen Ausrottung der Urbevölkerung so erfolgreich parasitär vermehren konnten, hätten sich ca. 29 Mio dieser Fuzzies eine Hütte zu 350000$ Kredit hinstellen lassen. Nach Pisa wären das etwa 9,1 Mrd. Ausfall. ??? 750 Mrd. “Luftgeld” aus USA ??? 500 Mrd. richtige Geld vom dt. Steuerzahler ??? (”???” bedeutet: Vom großen Schwindel wird mir ganz schwindelig !)
    Man könnte nun z.B. auf historisch Bewährtes zurückgreifen, wie den leider in Vergessenheit geratenen Baron Münchhausen, dem es seinerzeit erfolgreich gelang, sich mitsamt seinem gewichtigen Pferd am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen. Bei Vorhandensein so vieler falscher Zöpfe könnte alternativ auf die vorgeschlagene Hanfkravatte zurückgegriffen werden, die sich ja bei sog. Halunken, die ihr Öl und Boden einfach nicht hergeben wollten, schon mehrfach bewährt hat. Wo wir nun auch endlich beim Thema wären: Nehmen wir mal an, da hätte Onkel Doppel-V seinen Kumpels, in gemütlicher Runde auf einigen maroden Bänken sitzend, vom Paradies, wo Öl und Gold fließt, vorgeschwärmt und alle hätten beschlossen, eine ganz groß angelegte Expedition dahin auszurüsten. Von dieser großartigen Idee beseelt, wurde ein unvorstellbar großer Ballon von Versprechungen auf eine noch unvorstellbarere Aussicht auf die Expeditionsbeute mit aus aller Welt zusammengelogenem Geld aufgeblasen. Die Expedition ging etwas in die Hose, die Beute läßt noch auf sich warten. Der Ballon ist mit lautem Knall geplatzt-manche lieben solche Spektakel und lachen über den gelungen Coup-Doofe lassen sich blöffen und versuchen, ihre Haut auf Kosten anderer zu retten. Und die schon in jungen Jahren in blindwütiger Solidarität mit großen Brüdern gestählte Jeanne d’Arc wird aufopfernd die vom versteuerten Einkommen ihres Narrenvolkes zusammengetragenen Spareinlagen (die letzte wirkliche Sicherheit) vor die Säue werfen und somit endlich den von Doppel-V lange eingeforderten deutschen Beitrag an dieser mißlungen Expedition leisten.

    antiperistaltic

  5. Fred Sky meint:

    Jedes Theaterstück besteht aus mehreren Akten (beim Staatsanwalt), und in den Pausen wird applaudiert
    http://de.wikipedia.org/wiki/Beifall
    Bei stehenden Ovationen gibt es oft Zugaben, aber man muß aufpassen, daß das Sitzkissen nicht geklaut wird.
    http://www.magistrix.de/lyrics/Chris%20Roberts/Du-Sag-Einfach-Du-129783.html

  6. foerdermittelberater meint:

    … und bei uns klingeln die telefone wegen firmen, die unter der finanzkrise zu leiden haben. was man da so alles ueber banken mitbekommt… kein kommentar.

  7. otti meint:

    Den Öttinger aus’m Häuslebauersländle im Fernsehen als Finanzfachmann (!) vorgestellt bekommen, zusammen mit Pfister oder Pfisterer, dem Wirtschaftsminischter, sorgenvoll die Hände knetend und die Oberlippe gekräuselt: Wenn’sch Heisle brennt, do lescht mr und frogt net, was Löschwasser koscht!
    Geh fort, sagt da der Saarländer und der Hohenloher:Sou net!
    Die ehemalige Dosenpfandministerin versorgt ihre Finanz-Junkies mit frischem Stoff, damit weiterhin fröhlich abgespritzt werden kann.

    http://themessthatgreenspanmade.blogspot.com/2008/10/rogers-coming-inflationary-holocaust.html

  8. Fred Sky meint:

    Hallo Machopan,
    in Sachen Sarkasmus (Dein Leitthema) erwartet uns heute Abend eine Sternstunde der Literatur, vom Papst persönlich. Auch Gottes Schalk, der Hofnarr, wird sich in weisen Sprüchen üben, die nur der Adel versteht und das Volk begeistert. In vorauseilendem Gehorsam schreiben bereits Blogger und Kommentatoren, der Eklat im vermittelnden Rollenspiel zeigt nach Werbung Wirkung. Sadomaso live mit einer Domina als Medium, auch ich hätte einen Glasturm als Preis für mein Lebenswerk derzeit nicht angenommen. Diese Tragikomödie übertrifft Shakespeare, das heutige Schulungssthema. Nur aufmerksame Schüler werden mitbekommen, worum es geht, die anderen können ja ihr Bier schütteln.
    MfG

  9. otti meint:

    Die Wahrheit, die verklemmte!
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hypo-real-estate-was-wusste-steinbrueck;2065376;0

  10. Fred Sky meint:

    Die großspurig angekündigte “Message” war ein Flop, gut beobachtet von
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,584895,00.html
    Problematisch war der Hinweis auf (den Freimaurer) Voltaire, dieser sagte:
    “Man muß lügen wie ein Teufel, nicht zimperlich, nicht nur zeitweilig, sondern dreist und immerfort.”
    (Brief Voltairs an Thiriot vom 21.10.1736)

  11. otti meint:

    @ Fred Sky

    Man muss lügen …
    Ja, das tun die Verantwortlichen in Täuschland, “immerfort”.
    Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt politischen und wirtschaftlichen Handelns, sondern die Begierden eines machtgeilen Gesindels, das jede freiheitlich-demokratische Grundordnung korrumpiert.
    Mit Honecker verbindet sich der Nierdergang des Sozialismus.
    Mit Merkel verbinden sich die größten Perversionen eines korrupten Kapitalismus.
    Merkel hat Unglück über uns gebracht.

  12. Fred Sky meint:

    @ otti
    Die Merkel stört mich weniger als Einstein, der wie ein Stein auf den Schienen zur Zukunft liegt. Dort wird viel Geld versenkt in seinem schwarzen Loch, das wohl nach dem Blick in die Klospülung postuliert wurde. Auch hier sollten die “Manager” ausgewechselt werden, gerade damit der Glasturm kippt, aber die lang anhaltende systematische und bewußte Verblödung ist nur schwer zu beseitigen.
    MfG

  13. otti meint:

    Zum Henker, Hank (und Co.)!
    http://www.propublica.org/special/degrees-of-hank-paulson/

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