Finanzspritzen

20. Oktober 2008 05:45

Lieber Freund

Der Welt größter Lügner, der amerikanische Präsident George W. Bush, hatte die Führer der G7-Staaten zum fröhlichen “Finanzspritzen” geladen und warb vor der Presse um mehr Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte.
Wer bei dem Palaver genau hinhörte, dem war rasch klar, dass es wieder mal nur darum geht die dicken Ärsche aus dem Ballsaal der Titanic in Sicherheit zu bringen, bevor die kleinen Arschlöcher im Unterdeck bemerken, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht.
Natürlich hat der amerikanische Präsident, das so nicht gesagt, aber das geschulte Ohr konnte das durchaus so aus dem wie ublich üblen Gestammel des Präsidenten heraushören.

Helmut Kohl hat den Ossis anno 1989/1990 ja auch das Wort zum Sonntag erzählt, nur um zu verhindern, dass die Montagsdemonstranten mit ihren staatsgefährdenden Parolen gleich nach Westen bis zum Wasserwerk in Bonn weiterziehen.
Es wird uns allen in blühenden Landschaften besser gehen“, hat der Kanzler damals dem Volk zugerufen, “ihr braucht nicht zum Kapitalismus zu kommen, denn der Kapitalismus kommt zu Euch.
Damals haben die Ossi, bis auf einen psychisch gestörten Eierwerfer, noch keinen blassen Schimmer davon gehabt, was ihnen in den verkohlten Landschaften noch alles blühen wird.

Bei Helmut Kohl musste so mancher Zeitgenosse erst mal in dessen Memoiren lesen, um auch nur annähernd eine Vorstellung davon unter die Birne zu bekommen, wie sehr Birne & Co. ihn damals veräppelt haben.
Bei George W. Busch und seiner Bande genügt dafür ein kürzer Blick in die Tagespresse der letzten paar Jahre.
Das beginnt beim heiteren Massenvernichtungswaffensuchen im irakischen Wüstensand und endet (leider noch nicht) bei der “Hole-in-the-Wall”-Street-Gang, die mit immer innovativeren Finanzkonstrukten nicht nur die Herrschaft über das irakische Öl und den „american way of life“ kreditfinanzierten, sondern so ganz unbeabsichtigt und nebenbei auch noch die weltweite Finanzwirtschaft gegen den „Wall“ gefahren haben.
Statt „rien ne va plus“ ruft der größte Lügner und Schuldenmacher die Welt nun dazu auf mehr „Vertrauen“ zu haben und sich gemeinsam, Schulter an Schulter, gegen die Krise zu stemmen.
“Früher sind Länder in solchen Krisen gegeneinander angetreten, nun arbeiteten sie gemeinsam an einer Lösung. Wir stecken alle zusammen in dieser Krise, wir werden sie alle zusammen meistern.”, fasste George W. Bush die Lage in einer kurzen Rede zusammen, während man im Hintergrund die betretenen Gesichter der G7-Finanzminster sah.
Einigen sah man an, dass ihnen durchaus klar war, was sie der „Schulterschluss“ mit den USA kosten würde. Es verwundert nur, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, dass eine offizielle Kriegserklärung gegen den amerikanischen „Schurkenstaat“ die kostengünstigere und nachhaltigere Lösung des Problems sein könnte.

Aber auch so gibt es dem Volk zu Hause viel zu erklären und das Angela hat schon mal eifrig damit begonnen.
Merkel und Steinbrück planen Eilgesetz zur Rettung der Banken“, umschrieb der SPIEGEL die Überlegungen der bunten Regierung, “damit solle den deutschen Banken Eigenkapital in Höhe von 50 bis 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Auch werde über eine Verstaatlichung der Banken nachgedacht.
Dabei lacht sich Lafontaine ins Fäustchen und Karl Marx würde es sicher auch mit Freuden vernehmen, dass seine Sicht der Dinge jetzt endlich auch bei den Christ- und Sozialdemokraten zunehmend populär wird.

Damit sind im Vorwahljahr bereits wichtige Entscheidungen bekannt, die man als Wähler durchaus berücksichtigen sollte, denn wer bei chronisch leerer Staatskasse den Banken Milliarden von Euro in die aufgerissenen Finanzlöcher werfen will, der muss besonders gute Argumente haben, warum er die Finanzierbarkeit des Sozialstaats immer so vehement bestreitet.
Eine guten Tipp für den “kleinen Mann auf der Straße” habe ich dieser Tage per Email bekommen. Den möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, denn das Letzte was Ihnen vergehen sollte, nachdem die Hoffnung endgültig gestorben ist, ist das sarkastische Auflachen im letzten Rest Galgenhumor:
Gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und lassen sich dort am Schalter IHR Geld zeigen. Einfach nur zeigen, damit Sie sicher sind, dass es noch da ist und es ihm auch noch gut geht, nachdem die Angela die Schirmherrschaft über sämtliche Spielschulden der Banken übernommen hat.

Wenn Sie sich in der Schlange vor dem Bankschalter nach vorne gearbeitet haben und der genervte Bankangestellte zeigt Ihnen dann das gleiche Geld wie Ihrem Vordermann, dann sollten Sie sich ernsthaft fragen, woher die Bundesangela eigentliche ihre finanztechnische Korpulenz hat.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2008 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Finanzspritzen”

  1. ALPHA meint:

    Der Hoffnungsfunke keimt wieder auf, daß die echte Forschung nach den wahren Ursachen der weltweiten Finanzkrise, nämlich die unter Verheißung auf unendliche Beute ausgeheckte Kreditfinanzierung der missionarischen US-Expeditionen in rohstoffreiche Schurkenstaaten, endlich Gestalt annehmen könnte.
    Für die Banken ganz allgemein gilt nach wie vor die Feststellung von Marx: “Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer solchen”.

  2. Karl-Heinz meint:

    @ α
    Hätte können von Marx sein,
    war aber von Brecht.
    Die Hauptsache jedoch ist:
    Leider hat er recht.

  3. otti meint:

    “Gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und lassen sich dort am Schalter IHR Geld zeigen. Einfach nur zeigen, damit Sie sicher sind, dass es noch da ist und es ihm auch noch gut geht, …”
    Habe ich gemacht und zur Sicheheit auf jeden Geldschein meine Adresse geschrieben, damit jeder weiß, wem es gehört.
    Sonst zeigen die Schlawiner meine Moneten noch anderen Leuten, man kennt ja den Schmu …
    Man wird wohl wegen des neoliberalen Gesindels aus Politik und Wirtschaft brutal auf den Arsch fallen, aber noch lange nicht auf den Kopf, also gell!

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Finanzspritzen

20. Oktober 2008 05:45

Lieber Freund

Der Welt größter Lügner, der amerikanische Präsident George W. Bush, hatte die Führer der G7-Staaten zum fröhlichen “Finanzspritzen” geladen und warb vor der Presse um mehr Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte.
Wer bei dem Palaver genau hinhörte, dem war rasch klar, dass es wieder mal nur darum geht die dicken Ärsche aus dem Ballsaal der Titanic in Sicherheit zu bringen, bevor die kleinen Arschlöcher im Unterdeck bemerken, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht.
Natürlich hat der amerikanische Präsident, das so nicht gesagt, aber das geschulte Ohr konnte das durchaus so aus dem wie ublich üblen Gestammel des Präsidenten heraushören.

Helmut Kohl hat den Ossis anno 1989/1990 ja auch das Wort zum Sonntag erzählt, nur um zu verhindern, dass die Montagsdemonstranten mit ihren staatsgefährdenden Parolen gleich nach Westen bis zum Wasserwerk in Bonn weiterziehen.
Es wird uns allen in blühenden Landschaften besser gehen“, hat der Kanzler damals dem Volk zugerufen, “ihr braucht nicht zum Kapitalismus zu kommen, denn der Kapitalismus kommt zu Euch.
Damals haben die Ossi, bis auf einen psychisch gestörten Eierwerfer, noch keinen blassen Schimmer davon gehabt, was ihnen in den verkohlten Landschaften noch alles blühen wird.

Bei Helmut Kohl musste so mancher Zeitgenosse erst mal in dessen Memoiren lesen, um auch nur annähernd eine Vorstellung davon unter die Birne zu bekommen, wie sehr Birne & Co. ihn damals veräppelt haben.
Bei George W. Busch und seiner Bande genügt dafür ein kürzer Blick in die Tagespresse der letzten paar Jahre.
Das beginnt beim heiteren Massenvernichtungswaffensuchen im irakischen Wüstensand und endet (leider noch nicht) bei der “Hole-in-the-Wall”-Street-Gang, die mit immer innovativeren Finanzkonstrukten nicht nur die Herrschaft über das irakische Öl und den „american way of life“ kreditfinanzierten, sondern so ganz unbeabsichtigt und nebenbei auch noch die weltweite Finanzwirtschaft gegen den „Wall“ gefahren haben.
Statt „rien ne va plus“ ruft der größte Lügner und Schuldenmacher die Welt nun dazu auf mehr „Vertrauen“ zu haben und sich gemeinsam, Schulter an Schulter, gegen die Krise zu stemmen.
“Früher sind Länder in solchen Krisen gegeneinander angetreten, nun arbeiteten sie gemeinsam an einer Lösung. Wir stecken alle zusammen in dieser Krise, wir werden sie alle zusammen meistern.”, fasste George W. Bush die Lage in einer kurzen Rede zusammen, während man im Hintergrund die betretenen Gesichter der G7-Finanzminster sah.
Einigen sah man an, dass ihnen durchaus klar war, was sie der „Schulterschluss“ mit den USA kosten würde. Es verwundert nur, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, dass eine offizielle Kriegserklärung gegen den amerikanischen „Schurkenstaat“ die kostengünstigere und nachhaltigere Lösung des Problems sein könnte.

Aber auch so gibt es dem Volk zu Hause viel zu erklären und das Angela hat schon mal eifrig damit begonnen.
Merkel und Steinbrück planen Eilgesetz zur Rettung der Banken“, umschrieb der SPIEGEL die Überlegungen der bunten Regierung, “damit solle den deutschen Banken Eigenkapital in Höhe von 50 bis 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Auch werde über eine Verstaatlichung der Banken nachgedacht.
Dabei lacht sich Lafontaine ins Fäustchen und Karl Marx würde es sicher auch mit Freuden vernehmen, dass seine Sicht der Dinge jetzt endlich auch bei den Christ- und Sozialdemokraten zunehmend populär wird.

Damit sind im Vorwahljahr bereits wichtige Entscheidungen bekannt, die man als Wähler durchaus berücksichtigen sollte, denn wer bei chronisch leerer Staatskasse den Banken Milliarden von Euro in die aufgerissenen Finanzlöcher werfen will, der muss besonders gute Argumente haben, warum er die Finanzierbarkeit des Sozialstaats immer so vehement bestreitet.
Eine guten Tipp für den “kleinen Mann auf der Straße” habe ich dieser Tage per Email bekommen. Den möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, denn das Letzte was Ihnen vergehen sollte, nachdem die Hoffnung endgültig gestorben ist, ist das sarkastische Auflachen im letzten Rest Galgenhumor:
Gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und lassen sich dort am Schalter IHR Geld zeigen. Einfach nur zeigen, damit Sie sicher sind, dass es noch da ist und es ihm auch noch gut geht, nachdem die Angela die Schirmherrschaft über sämtliche Spielschulden der Banken übernommen hat.

Wenn Sie sich in der Schlange vor dem Bankschalter nach vorne gearbeitet haben und der genervte Bankangestellte zeigt Ihnen dann das gleiche Geld wie Ihrem Vordermann, dann sollten Sie sich ernsthaft fragen, woher die Bundesangela eigentliche ihre finanztechnische Korpulenz hat.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Oktober 2008 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Finanzspritzen”

  1. ALPHA meint:

    Der Hoffnungsfunke keimt wieder auf, daß die echte Forschung nach den wahren Ursachen der weltweiten Finanzkrise, nämlich die unter Verheißung auf unendliche Beute ausgeheckte Kreditfinanzierung der missionarischen US-Expeditionen in rohstoffreiche Schurkenstaaten, endlich Gestalt annehmen könnte.
    Für die Banken ganz allgemein gilt nach wie vor die Feststellung von Marx: “Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer solchen”.

  2. Karl-Heinz meint:

    @ α
    Hätte können von Marx sein,
    war aber von Brecht.
    Die Hauptsache jedoch ist:
    Leider hat er recht.

  3. otti meint:

    “Gehen Sie doch mal zu ihrer Bank und lassen sich dort am Schalter IHR Geld zeigen. Einfach nur zeigen, damit Sie sicher sind, dass es noch da ist und es ihm auch noch gut geht, …”
    Habe ich gemacht und zur Sicheheit auf jeden Geldschein meine Adresse geschrieben, damit jeder weiß, wem es gehört.
    Sonst zeigen die Schlawiner meine Moneten noch anderen Leuten, man kennt ja den Schmu …
    Man wird wohl wegen des neoliberalen Gesindels aus Politik und Wirtschaft brutal auf den Arsch fallen, aber noch lange nicht auf den Kopf, also gell!

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