Ernsthaft

1. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst wenn ich mich bemühen würde, wozu ich gelinde gesagt nicht mehr die geringste Lust habe, so wäre ich nicht in der Lage die sich überschlagenden Ereignisse in der bunten Republik Deutschland wirklich ernsthaft zu kommentieren.
Warum soll man auch seine Zeit verschwenden und im Nachhinein etwas analysieren und diskutieren vor dem man selbst jahrelang gewarnt hat, denn man(n) hat es ja kommen sehen.

Darum entlockt sich mir nur noch ein sarkastisches Lachen, wenn ich im Manager-Magazin lesen kann, dass die Weltwirtschaft in den letzten Jahren nicht gerade einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell nachgelaufen ist, denn es gebe zwar viele billige Arbeitskräfte, wogegen der Faktor Geist aber zum knappen Gut verkommen sei.
Und im gleichen Blatt wird dann auch noch Papst Benedetto der Sechszehnte mit den Worten zitiert, „wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge - wie Erfolg, Karriere und Geld - aufbaut, der baut auf Sand“.

Man(n) muss kein Katholik sein, um Benedetto für diese erleuchtenden Worte zu danken, denn bisher lag es doch völlig außerhalb der wirtschaftlichen Glaubenslehre, dass die Finanzjongleure dieser Welt in den letzten Jahren mit ihren innovativen Anlagestrategien und Spekulationen so viel Kohle zusammengezockt haben, dass es heute locker für die eine oder andere dicke Villa in Strandlage völlig ausreicht.

Als die Parteibuchbanker bei der KfW die Milliarden verzockt hatten, hat der SPIEGEL ausrechnen lassen, dass man mit diesem Geld die Armut in Afrika hätte 1 Jahr lang bekämpfen können. Auf die Idee, dass man dass Geld auch hätte dafür verwenden können um auf Studiengebühren zu verzichten und allen Studenten bei Vorliegen entsprechender Leistungsnachweise eine Ausbildungsbeihilfe in Höhe der Hartz4-Sätze zu bezahlen, ist man beim SPIEGEL leider nicht gekommen, denn was kümmert uns das weiße Bildungsprekariat wenn wir das Geld, das wir nun nicht mehr haben, auch hätten für die kleinen Negerlein ausgeben können. Und sei es auch nur um das schlechte Gewissen zu beruhigen, dass wir ihnen die Rohstoffe abgaunern.

Sollen wir uns jetzt also ernsthaft mit hohen Managergehältern und dem globalisierten Gierfaktor auseinandersetzen? Sicher nicht, denn das wäre schade um die Zeit.
Und warum sollten wir uns mit der willfährigen Rolle unserer Politiker aufhalten? Weil wir an Besserung und Läuterung und das Gute im Menschen glauben wollen?
Zur allgemeinen Erheiterung könnten wir auch über die juristische Ungleichbehandlung von gewöhnlichen Ladendieben, Straßenräubern und studierten Wirtschaftskriminellen in Leitungsfunktionen diskutieren.
Oder wollen Sie ernsthaft über den Niedergang der deutschen Politik philosophieren, wobei ich Wert darauf legen würde, dass ich bereits seit langer Zeit die Meinung vertrete, dass ein Bundeskanzler Schröder ohne seinen Vorgänger Kohl nicht möglich gewesen wäre und die Bundesangela keinerlei Mühe hat, den vor Jahrzehnten eingeschlagenen politischen Abwärtstrend fortzusetzen.
Manchmal kommt man echt ins Grübeln, ob die Mauer nicht doch ein Segen war. Zumindest hätte man mit der Mauer nicht das Problem, den westdeutschen Turbokapitalismus Arm in Arm mit ostdeutschen Überwachungsmethoden um sich haben zu müssen.

Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland um Helle zu werden, einfach nur mehr Laternenmasten braucht, damit man die Plünderer und Brandstifter aus Politik und Wirtschaft mitsamt ihrem Netzwerk aus Mitläufern und Helfershelfern daran aufknüpfen kann.

Vermutlich halten auch deutsche Politiker diese Art der Problemlösung nicht mehr für völlig ausgeschlossen, denn den möglichen Einsatz der Bundeswehr im Landesinnern hat man sicher nicht nur deshalb beschlossen, um die Laternenmasten im Lande vor freilaufenden Hunden zu schützen.

Was also wollen Sie, angesichts der nationalen Zustände inmitten einer globalisierten Finanzkatastrophe machen?
Mit Papst Benedikt beten?
Ihr verbliebenes Geld zusammen mit dem bereits ausgefüllten Antrag auf Hartz IV zu Hause im Sparstrumpf oder zwischen der Bettwäsche verstecken?
Oder einfach Hab und Gut versaufen und darauf spekulieren, dass das Flaschenpfand soweit steigt, dass Sie damit den notwendigen Alkoholkonsum finanzieren können ohne den die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zustände in der BRD nicht mehr zu ertragen sind?

Wenn Sie sich das ernsthaft überlegen, dann haben Sie wirklich das Zeug zum internationalen Finanzmanager, denn Sie haben das Grundprinzip dieses Systems bereits verstanden.
Besser wäre es jedoch, wenn Sie ein Zertifikat verkaufen, das dem Erwerber die Möglichkeit zu einer mindestens 12-prozentigen Verzinsung einräumt, sofern Sie es in der Sylvesternacht 2009 schaffen, einen Liter Wodka in weniger als 60 Sekunden leer zu saufen und sei es nur um sich die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin nicht bei vollem Bewusstsein anhören zu müssen.

Die Gebrüder Lehmann in New York haben sich bei dieser Art von Geschäften etwas übernommen und ihrer Leber zu viel zugemutet, dadurch wurden die von deutschen Banken erfolgreich unters Volk gebrachten Zertifikate leider wertlos.
Sie können natürlich auch Optionsscheine ausgeben, die je Schein zum Bezug von Leergut der Firma ALDI zum Preis von 25 Cent berechtigen. Ein Supergeschäfte für den Erwerber. Natürlich nur, wenn das Flaschenpfand im Bezugszeitraum auf mehr als 30 Cent steigt, denn man muss bei der Renditeberechnung natürlich auch noch die Gebühren für den Erwerb und/oder eine Handelsgebühr berücksichtigen.

Noch viel besser für Sie - und das ist ja das Wichtigste überhaupt - wäre jedoch der Verkauf von Leergut. Der Fachmann spricht hier von Leerverkauf, neudeutsch “short selling” oder, in der verschärften Form, “naked short selling”.
Das hört sich jetzt kompliziert an, ist es aber gar nicht, denn Sie verkaufen beim Leerverkauf einfach Leergut, das Sie (noch) nicht haben, aber bei Ihrem Alkoholkonsum mit Dauerdelirium davon ausgehen, dass Sie es bis zum Liefertermin irgendwie beschaffen können.
Sie müssen nicht befürchten, dass Ihnen der Gesetzgeber irgendwie in Ihr Geschäftsmodell reinfummelt, denn Experten für Volks- und Finanzwirtschaft haben den Politikern verklickert, dass Leerverkäufe einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen haben und eine politisch nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsplätzen in der Getränkeindustrie sichern.
Komasaufen unter Jugendlichen ruft wegen der Gefährdung der Volksgesundheit natürlich sofort den Gesetzgeber auf den Plan, aber wen jucken schon die wirtschaftlichen Auswirkungen von Shortselling und Ausbeutung durch macht- und und geldgeile Spätpubertierende.

Jetzt hab ich mich aber doch etwas verplaudert, denn eigentlich wollte ich mich heute etwas in die Sonne legen, ein bisschen in den gerade eingetroffenen deutschen Tageszeitungen schmökern und mich über das volksberuhigende „naked short selling“ der Bundeskanzlerin und den verbalisierten Schwachfug ihrer Bundesminister zu amüsieren, während sich bundesdeutsche Geschäftsmodell auf dem Weg zum „Endsieg“ in der vielfach prophezeiten Todesspirale in seine kümmerlichen Einzelteile zerlegt.
Man(n) wundert sich nur noch über die anhaltende Duldungsstarre des deutschen Volkes.

Mit einer gewissen Häme im Leib, lese ich jetzt gerade, dass Ex-Superminister Graf Wolfgang von Rotz in den Medien herumlamentiert, dass ihn die SPD unter tatkräftiger Mitwirkung von Franz „die Mumie“ Müntefering „entmannen“ wollte. So ist das eben, wenn sich großmaulige Alpha-Tieren als lichtscheue Silberfischchen outen sobald sie mit den Folgen ihrer Taten ins Rampenlicht gezerrt werden.
Dabei fehlt dem Mann doch wirklich noch die Erfahrung wie es ist, wenn ihn mal jemand richtig an den Eiern aufhängt. Aber was ja noch nicht ist, das kann ja noch werden.
Dem Mann könnte sofort geholfen werden.
Ein Anruf genügt!

Ernsthaft!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. Dezember 2008 um 05:45:19 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

8 Antworten zu “Ernsthaft”

  1. xy12 meint:

    Du bist einfach zu pessimistisch. Der Unterhaltungsfaktor der Merkel nebst Minister ist unerreicht. Passend zum deutschen Trash TV. Und solange die merkelanische Todestruppe diesen Job macht, müssen Lafontaine und Co keinen Wahlkampf betreiben.

  2. Machopan meint:

    Seit Jahren lösen die Aktionen der bundesdeutschen Politclowns bei mir nur noch Brechreiz aus und der Unterhaltungsfaktor liegt im Bereich der mehrstelligen negativen Zahlen.
    Umgekehrt proportional ist allerdings meine Gewaltbereitschaft gestiegen und wenn man sich den Tonfall der Forenbeiträge im Internet ansieht, dann bin ich sicher nicht allein.
    Die Frage ist also nicht mehr ob, sondern nur nur wann und gegen wen, sich diese Wut entlädt. In gleichem Maße wie staatlicherseits demokratischen Grundrechte ausgehebelt werden und die kollektiv wirtschaftliche Ausbeutung immer größere Bevölkerungsteile ins gesellschaftliche Abseits drängt, genauso werden sich immer größere Teile dieser Gesellschaft abwenden und letztendlich radikalisieren.
    Alles nur eine Frage der Zeit, bis hessische oder gar thailändische Verhältnisse in der bunten Republik herrschen.

    Meine Prognose: “Im Herbst 2009 haben wir auf Bundesebene hessische Verhältnisse und der nächste Kanzler ist ein Mann”.

    Womit ich nicht andeuten will, dass das Angela sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen müsste und auch nicht Wolfgang Clement gemeint habe, denn dem wurden gerade die Eier abgeklemmt.

  3. otti meint:

    Wenn etwas leerverkauft werden sollte, dann ist es zweifelsohne das politische Gesindel, mit jedem Tag wird es billiger - in jeder Hinsicht.

  4. Fred Sky meint:

    Na fein, wir kommen wieder in alte Zeiten zurück:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenst%C3%BCrmer
    Und wer wird daran verdienen und sich ins Fäustchen lachen? Richtig, die drei Hexen, also: Zipfelmütz bleib stehn!

  5. Fred Sky meint:

    War gestern etwas kurz angebunden, weil in der Küche, daher heute zu “ErnstHaft”:
    Die ernsten Probleme verfliegen wie ein Problembär:
    http://www.umweltschutz-news.de/123artikel1235.html
    Vor dem Flug hat sich Bruno aber noch selbst ein Denkmal gesetzt, indem er uns genial die Relativitätstheorie erläutert hat. Sein Vorgänger bekam dafür keinen Spott, sondern den Nobelpreis:
    http://www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_06.html
    “In England wird ein Mann der Bigamie wegen angeklagt, und von seinem Advokaten dadurch gerettet, dass er bewies, sein Klient habe drei Weiber.”
    Georg (Lichtenberg) - keine Laternenmasten
    http://de.wikiquote.org/wiki/Georg_Christoph_Lichtenberg

  6. Nikolaus meint:

    Lieber Machopan,
    wie geht es Dir? Eigentlich wollte ich Dir Dein Geschenk schon heute früh in die Schuhe schieben,
    http://www.spiegel.de/spam/0,1518,569651,00.html
    aber einige aufmerksame Kinder haben mich mit ihren magnetischen Küßchen ausgebremst.
    http://www.spiegel.de/spam/0,1518,575234,00.html
    Also alles Gute von vorn herein. Wie geht es Deiner Frau?.
    MfG

  7. Kritiker meint:

    Lieber Nikolaus, Du bist ein Arschloch und solltest verboten werden.
    “Eine Stufe steig hinauf,
    außerirdisch nimm in Kauf,
    willst du dann die Wahrheit sehn,
    mußt du noch viel weiter gehn.
    33 reichen nicht,
    dummes Zeug,
    das nur verspricht.
    Oben ist, wer oben ist,
    jeder andere ein Optimist.”

    Kümmert euch erst mal um den Misthaufen Erde, kein Gebäude kann ohne Fundament existieren. Seid ihr überhaupt Menschen, es stinkt erbärmlich. Gut, daß ihr euch gegenseitig ausrottet.

  8. Machopan meint:

    Bei soviel herber Kritik möchte man wirklich nicht selbst in der Person des Nikolaus stecken :-)
    Doch ich bin es gewohnt, dass man nicht nur am Tag des „Pelznickel“ versucht mir Dinge in die Schuhe zu stecken, die dort nicht hingehören. Bei dem (einmaligen) Versuch ist es dann auch meist geblieben :-)

    Aber um auf die Frage nach dem werten Befinden zurückzukommen, ja, es mir gut und auf Nachfrage bei der Besten aller Frauen war zu erfahren, dass es bei wohl ihr ebenso ist.
    Kein Wunder, ist sie doch gerade erst (mit mir an ihrer Seite) in den vierten Lebensabschnitt eingetreten.
    Kann es Schöneres geben ??????

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Ernsthaft

1. Dezember 2008 05:45

Lieber Freund

Selbst wenn ich mich bemühen würde, wozu ich gelinde gesagt nicht mehr die geringste Lust habe, so wäre ich nicht in der Lage die sich überschlagenden Ereignisse in der bunten Republik Deutschland wirklich ernsthaft zu kommentieren.
Warum soll man auch seine Zeit verschwenden und im Nachhinein etwas analysieren und diskutieren vor dem man selbst jahrelang gewarnt hat, denn man(n) hat es ja kommen sehen.

Darum entlockt sich mir nur noch ein sarkastisches Lachen, wenn ich im Manager-Magazin lesen kann, dass die Weltwirtschaft in den letzten Jahren nicht gerade einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell nachgelaufen ist, denn es gebe zwar viele billige Arbeitskräfte, wogegen der Faktor Geist aber zum knappen Gut verkommen sei.
Und im gleichen Blatt wird dann auch noch Papst Benedetto der Sechszehnte mit den Worten zitiert, „wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge - wie Erfolg, Karriere und Geld - aufbaut, der baut auf Sand“.

Man(n) muss kein Katholik sein, um Benedetto für diese erleuchtenden Worte zu danken, denn bisher lag es doch völlig außerhalb der wirtschaftlichen Glaubenslehre, dass die Finanzjongleure dieser Welt in den letzten Jahren mit ihren innovativen Anlagestrategien und Spekulationen so viel Kohle zusammengezockt haben, dass es heute locker für die eine oder andere dicke Villa in Strandlage völlig ausreicht.

Als die Parteibuchbanker bei der KfW die Milliarden verzockt hatten, hat der SPIEGEL ausrechnen lassen, dass man mit diesem Geld die Armut in Afrika hätte 1 Jahr lang bekämpfen können. Auf die Idee, dass man dass Geld auch hätte dafür verwenden können um auf Studiengebühren zu verzichten und allen Studenten bei Vorliegen entsprechender Leistungsnachweise eine Ausbildungsbeihilfe in Höhe der Hartz4-Sätze zu bezahlen, ist man beim SPIEGEL leider nicht gekommen, denn was kümmert uns das weiße Bildungsprekariat wenn wir das Geld, das wir nun nicht mehr haben, auch hätten für die kleinen Negerlein ausgeben können. Und sei es auch nur um das schlechte Gewissen zu beruhigen, dass wir ihnen die Rohstoffe abgaunern.

Sollen wir uns jetzt also ernsthaft mit hohen Managergehältern und dem globalisierten Gierfaktor auseinandersetzen? Sicher nicht, denn das wäre schade um die Zeit.
Und warum sollten wir uns mit der willfährigen Rolle unserer Politiker aufhalten? Weil wir an Besserung und Läuterung und das Gute im Menschen glauben wollen?
Zur allgemeinen Erheiterung könnten wir auch über die juristische Ungleichbehandlung von gewöhnlichen Ladendieben, Straßenräubern und studierten Wirtschaftskriminellen in Leitungsfunktionen diskutieren.
Oder wollen Sie ernsthaft über den Niedergang der deutschen Politik philosophieren, wobei ich Wert darauf legen würde, dass ich bereits seit langer Zeit die Meinung vertrete, dass ein Bundeskanzler Schröder ohne seinen Vorgänger Kohl nicht möglich gewesen wäre und die Bundesangela keinerlei Mühe hat, den vor Jahrzehnten eingeschlagenen politischen Abwärtstrend fortzusetzen.
Manchmal kommt man echt ins Grübeln, ob die Mauer nicht doch ein Segen war. Zumindest hätte man mit der Mauer nicht das Problem, den westdeutschen Turbokapitalismus Arm in Arm mit ostdeutschen Überwachungsmethoden um sich haben zu müssen.

Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Ansicht, dass die Bundesrepublik Deutschland um Helle zu werden, einfach nur mehr Laternenmasten braucht, damit man die Plünderer und Brandstifter aus Politik und Wirtschaft mitsamt ihrem Netzwerk aus Mitläufern und Helfershelfern daran aufknüpfen kann.

Vermutlich halten auch deutsche Politiker diese Art der Problemlösung nicht mehr für völlig ausgeschlossen, denn den möglichen Einsatz der Bundeswehr im Landesinnern hat man sicher nicht nur deshalb beschlossen, um die Laternenmasten im Lande vor freilaufenden Hunden zu schützen.

Was also wollen Sie, angesichts der nationalen Zustände inmitten einer globalisierten Finanzkatastrophe machen?
Mit Papst Benedikt beten?
Ihr verbliebenes Geld zusammen mit dem bereits ausgefüllten Antrag auf Hartz IV zu Hause im Sparstrumpf oder zwischen der Bettwäsche verstecken?
Oder einfach Hab und Gut versaufen und darauf spekulieren, dass das Flaschenpfand soweit steigt, dass Sie damit den notwendigen Alkoholkonsum finanzieren können ohne den die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zustände in der BRD nicht mehr zu ertragen sind?

Wenn Sie sich das ernsthaft überlegen, dann haben Sie wirklich das Zeug zum internationalen Finanzmanager, denn Sie haben das Grundprinzip dieses Systems bereits verstanden.
Besser wäre es jedoch, wenn Sie ein Zertifikat verkaufen, das dem Erwerber die Möglichkeit zu einer mindestens 12-prozentigen Verzinsung einräumt, sofern Sie es in der Sylvesternacht 2009 schaffen, einen Liter Wodka in weniger als 60 Sekunden leer zu saufen und sei es nur um sich die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin nicht bei vollem Bewusstsein anhören zu müssen.

Die Gebrüder Lehmann in New York haben sich bei dieser Art von Geschäften etwas übernommen und ihrer Leber zu viel zugemutet, dadurch wurden die von deutschen Banken erfolgreich unters Volk gebrachten Zertifikate leider wertlos.
Sie können natürlich auch Optionsscheine ausgeben, die je Schein zum Bezug von Leergut der Firma ALDI zum Preis von 25 Cent berechtigen. Ein Supergeschäfte für den Erwerber. Natürlich nur, wenn das Flaschenpfand im Bezugszeitraum auf mehr als 30 Cent steigt, denn man muss bei der Renditeberechnung natürlich auch noch die Gebühren für den Erwerb und/oder eine Handelsgebühr berücksichtigen.

Noch viel besser für Sie - und das ist ja das Wichtigste überhaupt - wäre jedoch der Verkauf von Leergut. Der Fachmann spricht hier von Leerverkauf, neudeutsch “short selling” oder, in der verschärften Form, “naked short selling”.
Das hört sich jetzt kompliziert an, ist es aber gar nicht, denn Sie verkaufen beim Leerverkauf einfach Leergut, das Sie (noch) nicht haben, aber bei Ihrem Alkoholkonsum mit Dauerdelirium davon ausgehen, dass Sie es bis zum Liefertermin irgendwie beschaffen können.
Sie müssen nicht befürchten, dass Ihnen der Gesetzgeber irgendwie in Ihr Geschäftsmodell reinfummelt, denn Experten für Volks- und Finanzwirtschaft haben den Politikern verklickert, dass Leerverkäufe einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen haben und eine politisch nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsplätzen in der Getränkeindustrie sichern.
Komasaufen unter Jugendlichen ruft wegen der Gefährdung der Volksgesundheit natürlich sofort den Gesetzgeber auf den Plan, aber wen jucken schon die wirtschaftlichen Auswirkungen von Shortselling und Ausbeutung durch macht- und und geldgeile Spätpubertierende.

Jetzt hab ich mich aber doch etwas verplaudert, denn eigentlich wollte ich mich heute etwas in die Sonne legen, ein bisschen in den gerade eingetroffenen deutschen Tageszeitungen schmökern und mich über das volksberuhigende „naked short selling“ der Bundeskanzlerin und den verbalisierten Schwachfug ihrer Bundesminister zu amüsieren, während sich bundesdeutsche Geschäftsmodell auf dem Weg zum „Endsieg“ in der vielfach prophezeiten Todesspirale in seine kümmerlichen Einzelteile zerlegt.
Man(n) wundert sich nur noch über die anhaltende Duldungsstarre des deutschen Volkes.

Mit einer gewissen Häme im Leib, lese ich jetzt gerade, dass Ex-Superminister Graf Wolfgang von Rotz in den Medien herumlamentiert, dass ihn die SPD unter tatkräftiger Mitwirkung von Franz „die Mumie“ Müntefering „entmannen“ wollte. So ist das eben, wenn sich großmaulige Alpha-Tieren als lichtscheue Silberfischchen outen sobald sie mit den Folgen ihrer Taten ins Rampenlicht gezerrt werden.
Dabei fehlt dem Mann doch wirklich noch die Erfahrung wie es ist, wenn ihn mal jemand richtig an den Eiern aufhängt. Aber was ja noch nicht ist, das kann ja noch werden.
Dem Mann könnte sofort geholfen werden.
Ein Anruf genügt!

Ernsthaft!

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 1. Dezember 2008 um 05:45:19 und abgelegt unter Rauchzeichen, Gesellschaft, Wirtschaft, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

8 Antworten zu “Ernsthaft”

  1. xy12 meint:

    Du bist einfach zu pessimistisch. Der Unterhaltungsfaktor der Merkel nebst Minister ist unerreicht. Passend zum deutschen Trash TV. Und solange die merkelanische Todestruppe diesen Job macht, müssen Lafontaine und Co keinen Wahlkampf betreiben.

  2. Machopan meint:

    Seit Jahren lösen die Aktionen der bundesdeutschen Politclowns bei mir nur noch Brechreiz aus und der Unterhaltungsfaktor liegt im Bereich der mehrstelligen negativen Zahlen.
    Umgekehrt proportional ist allerdings meine Gewaltbereitschaft gestiegen und wenn man sich den Tonfall der Forenbeiträge im Internet ansieht, dann bin ich sicher nicht allein.
    Die Frage ist also nicht mehr ob, sondern nur nur wann und gegen wen, sich diese Wut entlädt. In gleichem Maße wie staatlicherseits demokratischen Grundrechte ausgehebelt werden und die kollektiv wirtschaftliche Ausbeutung immer größere Bevölkerungsteile ins gesellschaftliche Abseits drängt, genauso werden sich immer größere Teile dieser Gesellschaft abwenden und letztendlich radikalisieren.
    Alles nur eine Frage der Zeit, bis hessische oder gar thailändische Verhältnisse in der bunten Republik herrschen.

    Meine Prognose: “Im Herbst 2009 haben wir auf Bundesebene hessische Verhältnisse und der nächste Kanzler ist ein Mann”.

    Womit ich nicht andeuten will, dass das Angela sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen müsste und auch nicht Wolfgang Clement gemeint habe, denn dem wurden gerade die Eier abgeklemmt.

  3. otti meint:

    Wenn etwas leerverkauft werden sollte, dann ist es zweifelsohne das politische Gesindel, mit jedem Tag wird es billiger - in jeder Hinsicht.

  4. Fred Sky meint:

    Na fein, wir kommen wieder in alte Zeiten zurück:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenst%C3%BCrmer
    Und wer wird daran verdienen und sich ins Fäustchen lachen? Richtig, die drei Hexen, also: Zipfelmütz bleib stehn!

  5. Fred Sky meint:

    War gestern etwas kurz angebunden, weil in der Küche, daher heute zu “ErnstHaft”:
    Die ernsten Probleme verfliegen wie ein Problembär:
    http://www.umweltschutz-news.de/123artikel1235.html
    Vor dem Flug hat sich Bruno aber noch selbst ein Denkmal gesetzt, indem er uns genial die Relativitätstheorie erläutert hat. Sein Vorgänger bekam dafür keinen Spott, sondern den Nobelpreis:
    http://www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_06.html
    “In England wird ein Mann der Bigamie wegen angeklagt, und von seinem Advokaten dadurch gerettet, dass er bewies, sein Klient habe drei Weiber.”
    Georg (Lichtenberg) - keine Laternenmasten
    http://de.wikiquote.org/wiki/Georg_Christoph_Lichtenberg

  6. Nikolaus meint:

    Lieber Machopan,
    wie geht es Dir? Eigentlich wollte ich Dir Dein Geschenk schon heute früh in die Schuhe schieben,
    http://www.spiegel.de/spam/0,1518,569651,00.html
    aber einige aufmerksame Kinder haben mich mit ihren magnetischen Küßchen ausgebremst.
    http://www.spiegel.de/spam/0,1518,575234,00.html
    Also alles Gute von vorn herein. Wie geht es Deiner Frau?.
    MfG

  7. Kritiker meint:

    Lieber Nikolaus, Du bist ein Arschloch und solltest verboten werden.
    “Eine Stufe steig hinauf,
    außerirdisch nimm in Kauf,
    willst du dann die Wahrheit sehn,
    mußt du noch viel weiter gehn.
    33 reichen nicht,
    dummes Zeug,
    das nur verspricht.
    Oben ist, wer oben ist,
    jeder andere ein Optimist.”

    Kümmert euch erst mal um den Misthaufen Erde, kein Gebäude kann ohne Fundament existieren. Seid ihr überhaupt Menschen, es stinkt erbärmlich. Gut, daß ihr euch gegenseitig ausrottet.

  8. Machopan meint:

    Bei soviel herber Kritik möchte man wirklich nicht selbst in der Person des Nikolaus stecken :-)
    Doch ich bin es gewohnt, dass man nicht nur am Tag des „Pelznickel“ versucht mir Dinge in die Schuhe zu stecken, die dort nicht hingehören. Bei dem (einmaligen) Versuch ist es dann auch meist geblieben :-)

    Aber um auf die Frage nach dem werten Befinden zurückzukommen, ja, es mir gut und auf Nachfrage bei der Besten aller Frauen war zu erfahren, dass es bei wohl ihr ebenso ist.
    Kein Wunder, ist sie doch gerade erst (mit mir an ihrer Seite) in den vierten Lebensabschnitt eingetreten.
    Kann es Schöneres geben ??????

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