Das zufriedene Grinsen des Z.

9. Februar 2009 05:45

Lieber Freund

Mit einem zufriedenen Grinsen nahm Klaus Zumwinkel, derzeit Deutschlands prominentester Steuerhinterzieher, seine Verurteilung durch das Landgericht Bochum zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldbuße von einer Million Euro entgegen. Er sei “von Reue getragen” hatten zuvor im Prozess Zumwinkels verteidigende Winkeladvokaten vorgetragen und der Beklagte selbst hatte die Gründung einer Liechtensteiner Stiftung als den “größten Fehler” seines Lebens bezeichnet. Er “bereue” dies und übernehme die “volle Verantwortung”. Er hätte bereits vor Prozesseröffnung “bitter gebüßt” und wäre sogar “persönlich bedroht und terrorisiert worden”.

Außerdem machten die Verteidiger geltend, dass die über mehrere Jahre stattgefundenen Steuerhinterziehungen bei der Bemessung des Strafmaßes nicht addiert werden dürften, denn zur Vermeidung einer Gefängnisstrafe dürfe 5 mal 200.000 nur etwas weniger als 1 Million ergeben.

Diese Argumentation müssen sich Serienstraftäter gut merken, denn die geschickte Verteilung der Straftaten über mehrere Jahre verspricht Strafmilderung. Und zusammen mit einem “mit Reue” vorgetragenen Geständnis und der “Übernahme der vollen Verantwortung” kann dann jeder Serientäter, jeder Kleptomane oder notorische Verkehrsrowdy den Gerichtssaal als freier Mann auf Bewährung verlassen.

Falls Sie es nicht schon vorher wussten, dann wissen Sie jetzt, dass dieses Land endgültig zur korrupt-mafiosen Bananenrepublik verkommen ist und der Kuhhandel zusammen mit den beidseitig zugedrückten Augen der Dame Justitia ein fester Bestandteil dieser ehrenwerten wirtschaftpolitischen Beutelrattengesellschaft geworden ist.
Trug die Jungfrau Justitia früher noch eine Binde über den Augen um ihre Neutralität zu verdeutlichen, so trägt die Kurtisane Justitia heute eine Kamelie im Knopfloch um den Freiern ihre bindenfreien Tage anzuzeigen.

Wie dieses Spielchen funktioniert wussten die Kavaliere schon Mitte des 18. Jahrhunderts.
Und die Bürger der bunten Republik Deutschland sollten es spätestens seit dem Prozess um die Vorgänge bei der Firma Mannesmann auch begriffen haben.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. Februar 2009 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

4 Antworten zu “Das zufriedene Grinsen des Z.”

  1. ALPHA meint:

    Vor nicht allzulanger Zeit wurde ein sehr engagiert als Oberarzt an einer psychiatrischen Klinik arbeitender Mann mit einer 4-jährigen Haftstrafe ohne Bewährung dafür abgestraft, daß er keine dementsprechende Ausbildung hatte. Von seinen Vorgesetzten erhielt er beste Arbeitszeugnisse und von seinen Patienten die höchste Anerkennung, weil er unerbittlich gegen die desaströsen Versorgungszustände, vor allem älterer Patienten, vorging, ein echter Reformer eben. Der Mann hat sich keiner Kunstfehler zu verantworten, weil er die Arbeit am Patienten verantwortungsbewußt an seine akademisch ausgebildeteten Kollegen übertragen hat. Der Mann hat nie einen Pfennig Steuer hinterzogen. Das Arbeitsentgelt für seine erfolgreiche Tätigkeit muß er gem. Urteil zurückerstatten. Das ist weniger, als ein 1-Euro-Job !
    Man projeziere dieses Urteil an diesem steuerehrlichen Mann (ohne entsprechende Fachausbildung, aber dennoch wirklich richtig erfolgreich) auf die Fälle gegenwärtiger Amtsführungen in Wirtschaft und Politik.
    Übt Solidarität und kauft und verbreitet ISBN 3-8218-3917-1

  2. ALPHA meint:

    P.S. : Die diesem Mann von seinen “Fachkollegen” allerhöchsten Ranges im Prozeß attestierte “krankhafte narzistische Persönlichkeitsstörung” gereichte dem Gericht nicht zur Aussprechung einer Strafmilderung.

  3. ALPHA meint:

    P.S./P.S.: Der Angeklagte: “Ich gestehe und bereue ganz allgemein. Sie haben mich gefragt, ob ich mich zu der gerade verlesenen Anklage äußern will, und ich sage: Ja, ich will!! Auch Ihre Frage, ob denn alles stimme, was mir die Staatsanwaltschaft vorwirft, beantworte ich mit einem uneingeschränkten Ja! Wenn Sie schließlich wissen wollen, ob mir die ganze Sache leid tut, so kann ich nur bekennen: Sie tut mir entsetzlich leid; ich bedaure mein Verhalten außerordentlich! … ”
    Fazit: Ihm hat’s nicht geholfen - Rechts(mittel)Staat eben …

  4. otti meint:

    Ein ‘Rechtsstaat’ von und für Machthaber.
    Und eine engagierte Staatsanwältin (Lichtinghagen) wird gemoppt …
    Alles eine widerliche Veranstaltung.
    Selbstverstädlich wird in Täuschland mit zweierlei Maß gemessen.

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Das zufriedene Grinsen des Z.

9. Februar 2009 05:45

Lieber Freund

Mit einem zufriedenen Grinsen nahm Klaus Zumwinkel, derzeit Deutschlands prominentester Steuerhinterzieher, seine Verurteilung durch das Landgericht Bochum zu zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldbuße von einer Million Euro entgegen. Er sei “von Reue getragen” hatten zuvor im Prozess Zumwinkels verteidigende Winkeladvokaten vorgetragen und der Beklagte selbst hatte die Gründung einer Liechtensteiner Stiftung als den “größten Fehler” seines Lebens bezeichnet. Er “bereue” dies und übernehme die “volle Verantwortung”. Er hätte bereits vor Prozesseröffnung “bitter gebüßt” und wäre sogar “persönlich bedroht und terrorisiert worden”.

Außerdem machten die Verteidiger geltend, dass die über mehrere Jahre stattgefundenen Steuerhinterziehungen bei der Bemessung des Strafmaßes nicht addiert werden dürften, denn zur Vermeidung einer Gefängnisstrafe dürfe 5 mal 200.000 nur etwas weniger als 1 Million ergeben.

Diese Argumentation müssen sich Serienstraftäter gut merken, denn die geschickte Verteilung der Straftaten über mehrere Jahre verspricht Strafmilderung. Und zusammen mit einem “mit Reue” vorgetragenen Geständnis und der “Übernahme der vollen Verantwortung” kann dann jeder Serientäter, jeder Kleptomane oder notorische Verkehrsrowdy den Gerichtssaal als freier Mann auf Bewährung verlassen.

Falls Sie es nicht schon vorher wussten, dann wissen Sie jetzt, dass dieses Land endgültig zur korrupt-mafiosen Bananenrepublik verkommen ist und der Kuhhandel zusammen mit den beidseitig zugedrückten Augen der Dame Justitia ein fester Bestandteil dieser ehrenwerten wirtschaftpolitischen Beutelrattengesellschaft geworden ist.
Trug die Jungfrau Justitia früher noch eine Binde über den Augen um ihre Neutralität zu verdeutlichen, so trägt die Kurtisane Justitia heute eine Kamelie im Knopfloch um den Freiern ihre bindenfreien Tage anzuzeigen.

Wie dieses Spielchen funktioniert wussten die Kavaliere schon Mitte des 18. Jahrhunderts.
Und die Bürger der bunten Republik Deutschland sollten es spätestens seit dem Prozess um die Vorgänge bei der Firma Mannesmann auch begriffen haben.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 9. Februar 2009 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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  1. ALPHA meint:

    Vor nicht allzulanger Zeit wurde ein sehr engagiert als Oberarzt an einer psychiatrischen Klinik arbeitender Mann mit einer 4-jährigen Haftstrafe ohne Bewährung dafür abgestraft, daß er keine dementsprechende Ausbildung hatte. Von seinen Vorgesetzten erhielt er beste Arbeitszeugnisse und von seinen Patienten die höchste Anerkennung, weil er unerbittlich gegen die desaströsen Versorgungszustände, vor allem älterer Patienten, vorging, ein echter Reformer eben. Der Mann hat sich keiner Kunstfehler zu verantworten, weil er die Arbeit am Patienten verantwortungsbewußt an seine akademisch ausgebildeteten Kollegen übertragen hat. Der Mann hat nie einen Pfennig Steuer hinterzogen. Das Arbeitsentgelt für seine erfolgreiche Tätigkeit muß er gem. Urteil zurückerstatten. Das ist weniger, als ein 1-Euro-Job !
    Man projeziere dieses Urteil an diesem steuerehrlichen Mann (ohne entsprechende Fachausbildung, aber dennoch wirklich richtig erfolgreich) auf die Fälle gegenwärtiger Amtsführungen in Wirtschaft und Politik.
    Übt Solidarität und kauft und verbreitet ISBN 3-8218-3917-1

  2. ALPHA meint:

    P.S. : Die diesem Mann von seinen “Fachkollegen” allerhöchsten Ranges im Prozeß attestierte “krankhafte narzistische Persönlichkeitsstörung” gereichte dem Gericht nicht zur Aussprechung einer Strafmilderung.

  3. ALPHA meint:

    P.S./P.S.: Der Angeklagte: “Ich gestehe und bereue ganz allgemein. Sie haben mich gefragt, ob ich mich zu der gerade verlesenen Anklage äußern will, und ich sage: Ja, ich will!! Auch Ihre Frage, ob denn alles stimme, was mir die Staatsanwaltschaft vorwirft, beantworte ich mit einem uneingeschränkten Ja! Wenn Sie schließlich wissen wollen, ob mir die ganze Sache leid tut, so kann ich nur bekennen: Sie tut mir entsetzlich leid; ich bedaure mein Verhalten außerordentlich! … ”
    Fazit: Ihm hat’s nicht geholfen - Rechts(mittel)Staat eben …

  4. otti meint:

    Ein ‘Rechtsstaat’ von und für Machthaber.
    Und eine engagierte Staatsanwältin (Lichtinghagen) wird gemoppt …
    Alles eine widerliche Veranstaltung.
    Selbstverstädlich wird in Täuschland mit zweierlei Maß gemessen.

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