Heimweh

11. Mai 2009 05:45

Lieber Freund

Ich habe sicher Vieles, darunter auch manche Wünsche, einige Fehler, verborgene Talente, wechselnde Visionen, spezielle Neigungen, krude Ideen und spontane Gefühle, aber Heimweh habe ich definitiv nicht.
Die Gründe, warum ich Deutschland den Rücken gekehrt habe, sind vielfältiger Art und haben nach jahrelanger Abwägung zu dem Entschluss geführt das Land meiner Väter für immer zu verlassen. Und mit dieser Entscheidung stehe ich nicht völlig allein.
Wer meine Blog-Einträge der letzten Jahre liest, kann an den Themen und der zunehmenden Verrohung meiner Sprache die geringe Wertschätzung ablesen, die ich für die herrschenden bundesdeutschen Politikern und Wirtschaftslobbyisten hege.

Fakt ist, dass eine autoritäre Politkaste in kooperativer Komplizenschaft mit skrupellosen Wirtschaftsganoven ein System der kollektiven Ausbeutung, Unterdrückung, Überwachung und Bevormundung des Volkes aufgebaut hat und ständig daran arbeitet es weiter zu perfektionieren und zu schützen.
Dass der Deutsche in seiner genetisch bedingten Art ein eher stoischer und gutmütiger Ochse ist, der sich vor fast jeden Karren spannen lässt, hat den von langer Hand geplanten Umbau der Deutschland-AG zumindest begünstigt.
Und während der deutsche Ochse weisungsgemäß den Riemen täglich enger schnallt, das Maul hält, brav seine Arbeit erledigt und den Kopf einzieht, führt man ihn am Nasenring zum Schlachter und erzählt ihm die Geschichte vom Licht am Ende des Tunnels, das er irgendwann zu sehen bekommt.
Für einen alten schwäbischen “Häge” wie mich war das nun wirklich keine erstrebenswerte Perspektive.
Außerdem sind mir mit zunehmenden Alter die dümmlichen Sprechblasen, permanenten Lügen, rotzfrechen Manipulationen und hinterfotzigen Intrigen der Berliner Politclowns auf die männlichen Weichteile gegangen.
Dies hätte in näherer Zukunft unweigerlich zu einer zunehmenden Gewaltbereitschaft geführt, den einen oder anderen Politiker einige Zähne oder das Leben gekostet und mich lebenslänglich kriminalisiert.

Daher habe ich mich entschlossen dem bundesdeutschen Ausbeutungssystem meine weitere Mitgliedschaft aufzukündigen und mich persönlich, ohne um Erlaubnis zu fragen, aus politischen, wirtschaftlichen und familiären Gründen aus der bundesdeutschen Republik zu entfernen und bei Nacht und Nebel in den Westen „rübergemacht“.
Etwas salopper könnte auch sagen, dass ich mit Sack und Pack ins Ausland bin, weil mir in Deutschland das Pack auf den Sack gegangen ist.
Selbstverständlich habe ich mir erlaubt meine gesamte Arbeitskraft, mein Wissen, meine Familie und den größten Teil meiner Habe mitzunehmen. Der verbliebene Rest wird gerade vom wildgewordenen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück per “HRE Notstandsgesetz” enteignet um die Republik zu retten.

Solch freche Bubenstückchen hätten mich vor Jahresfrist noch aufgeregt.
Heute sehe ich das als ein intersubjektives Symptom eines 3K-Systems (krank, korrupt, kaputt), das sich gerade im Vorbereitungsstadium zu den Endphasenverbrechen befindet.
Da muss man als Fahnenflüchtiger, sozialer Demokrat, Umstürzler und Dissident schon froh sein, wenn man selbst außer Schussweite ist und nur das Vermögen verliert während man auf den großen Knall wartet.
Und Heimweh gibt es erst wieder, wenn die obersten Schreibtischtäter vor Gericht stehen und ich als Zeitzeuge geladen werde!

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. Mai 2009 um 05:45:49 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Persönliches | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

8 Antworten zu “Heimweh”

  1. Realist meint:

    Hallo werter Machopan
    Auch ich schaue seit der „Entdeckung“ deiner Seite vor ca.2 Jahren immer wieder gern mal hier rein. Gerade deswegen, weil du so erfrischend direkt und kritisch schreibst. Das man angesichts der widerlichen Politik(er) im Lande einen regelrechten Hass und Sarkasmus entwickelt, kann ich auch an mir selbst beobachten und feststellen.
    Eins kann ich allerdings nicht so recht nachvollziehen. Du sprichst von …„geringe Wertschätzung … die ich für die herrschenden bundesdeutschen Politiker und Wirtschaftslobbyisten hege“
    Sind die Politiker und Wirtschaftslobbyisten in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, USA oder sonst wo besser?
    Die Deutschen sind stoische und gutmütige Ochsen. OK! Die Durchschnitts-Michels anderer Länder sind oft weit spontaner, impulsiver, temperamentvoller. OK! Aber geht es denen deswegen besser?!

    Ob stoischer deutscher Ochse oder temperamentvoller Italiener. Allen ist eins gemein. Sie erkennen keine Ursachen. Bekämpfen allenfalls Symptome. Ändern werden so „beide“ nichts grundlegend an der Welt von heute.
    Ist ein Volk, welches einen Sarkozy, einen Berlusconi einen Bush und nun Obama wählt, schlauer als der Deutsche Michel?
    Wie schrieben kürzlich französische Intellektuelle zu den derzeitigen, oft gewalttätigen, Unruhen in ihrem Land in Hinblick auf „Revolutionäre Situationen“:
    …„Keine Gefahr! Die Menschen haben keine Visionen, die Menschen kämpfen nur um den verzweifelten Erhalt ihrer persönlichen Pfründe und Standards.“…

    Nein, werter Machopan, ich glaube, die geringe Wertschätzung sollte sich auch gegen die richten, welche dies alles erst ermöglichen. Der sogenannte Souverän, der Wähler, der Bürger. Das riesige Heer an Duckmäusern, Leisetretern, Tätern und Mittäter in Wirtschaft und Beamtenstuben. Alle „müssen“ ja nur…, keiner will ja eigentlich…. Was rauskam, zeigte die Geschichte immer wieder, oder?

    Der Chef meiner Arge sagte zu mir mal, in einer persönlichen Aussprache, weil ich Ihn und seine Mitarbeiter als Mitträger, Mittäter eines unsozialen Systems bezeichnet hatte:
    …“Der Souverän, der Wähler hat so entschieden. Vom Wähler bei der nächsten Wahl änderbar.(Politische Verhältnisse) Wir führen nur Gesetze und Vorschriften aus, Volkes Wille. Demokratisch legitimiert!“…
    Hat er nicht recht im Bezug auf den Wähler?!
    Sind solche Mitträger, Mittäter nicht das eigentliche Geschwür, seit es Zivilisationen gibt!
    Sind nicht die Millionen Spießer, die aus Dummheit, Faulheit, Gleichgültigkeit heraus immer wieder so oder gar nicht wählen, die nur ihre eigenen Pfründe sehen und retten wollen, die eigentlichen Würmer?!

  2. Detlef meint:

    Guten Abend Machopan,
    Heinweh ein Fremdwort,
    alles außer deutsch,Fremdsprachen.
    Beim durchstöbern Ihrer Seite kommt Freude auf,
    keine Fremde Sprache sondern vertraute Gedanken.
    Danke.

    Der Almauftrieb beginnt und ich weis immer noch nicht was ich wählen soll.
    Keine “Alternativen” wird in letzter Zeit oft von den überbezahlten
    Schmarotzern kolportiert.
    Wer aber keine Alternativen sieht, ist oder wird über kurz oder lang krank.
    Was also tun?
    In den gelobten Westen ? …mir fehlt eindeutig die Basis.
    Taktisch wählen ?….geht garantiert ins Auge
    Gar nicht Wählen ?….das leistet der Braunen Soße Vorschub!(sagen die Politiker):-)
    Ungültig wählen ?….na schon ehr was,aber nicht zufrieden stellend.
    die Glaskuppel mit Sch… beschmeißen….hm
    doch ehr zur Bombe greifen ,bevor die Halsschlagadern platzen ?
    Aber halt,ich sehe schon “das Licht am Ende des Tunnels”.
    …2022,die überleben wollen.
    oder ein anderes Licht,
    das “Dumme” Stimmvieh ist auch Konsument und es gibt ungezählte Organisationen die für etwas, aber auch dagegen sind .
    Wir haben die schnelle Komunikation ,vieles läßt sich nicht mehr so leicht unter den Teppich kehren und jedem Land das Wetter das im gebührt.
    Wenn dann noch der Ferneseher(elektronische Fußfessel) ausfällt dann müssen die zwangsläufig auf die Straße…und dann….gibts noch mehr “Rauchzeichen”
    Alles nur geträumt ?

    Auf jeden Fall schau ich öfter mal rein.
    Macht immer wieder Laune und Zuversicht Menschen beim “selberDenken” zuzuschauen.

    …und nicht in die Höhle zurückgehen und was vom Licht erzählen ,
    Sie könnten über Dich herfallen. ;-)

    Gruß plüsch

  3. Machopan meint:

    Lieber Realist,
    mein Beitrag mit dem Titel “Heimweh” war weder ein Vorwurf an die deutschen Ochsen, noch ein Loblied auf die französischen Hähne. Die krähen auf dem Misthaufen zwar öfter als die Ochsen brüllen, aber gravierende Auswirkungen auf die Wetterlage werden selbst vom Volksmund in Zweifel gezogen.

    Und trotzdem gibt es kleine, für mich aber sehr wichtige, Unterschiede, die sich gravierend auf die nationale Wetterlage und die Stimmung und das Verhalten der Menschen auswirken:

    In Frankreich gibt es seit mehr als 50 Jahren einen Mindestlohn (SMIC), in Deutschland wird darüber nur debattiert und das Gespenst einer dadurch ausufernden Arbeitslosigkeit an die Wand gemalt.
    In Frankreich gibt es schon seit Jahren keine KFZ-Steuer mehr, in Deutschland wird durch komplizierte Regelungen versucht damit die Umwelt zu schützen und gleichzeitig den Anschein eines sozialen Ausgleichs zwischen Golf- und Porschefahrern zu schaffen.
    In Frankreich sind die Autobahnen fast generell mautpflichtig, weil privat finanziert, in Deutschland gibt es um dieses Thema eine vollkommen unnötige Diskussion, denn eigentlich soll ja nur eine zusätzliche Einnahmequelle für den Staat zu geschaffen werden.
    In Frankreich gibt es ein generelles Geschwindigkeitslimit auf den Straßen und Verstöße werden durch Führerscheinentzug hart geahndet, in Deutschland gibt es eine widerliche und endlose Raser- und Dränglerdebatte und eine schleichende Kriminalisierung der Autofahrer.
    In Frankreich gibt kein zwangsweises staatliches Inkasso einer Kirchensteuer, in Deutschland ist allein schon die Frage nach einer Änderung des Kirchensteuerverfahrens oder gar einer Trennung von Staat und Kirche ein Grund für sofortige Exkommunikation und den Entzug des Wahlrechts.
    Die Zuwanderung von Ausländern in die französischen Sozialsysteme wurde von Sarkozy im November 2007 von einem Tag auf den Anderen verboten, in Deutschland wird schon die andere Meinung über die Zuwanderung als nationalsozialistisches Gedankengut verteufelt.
    Französische Familien haben mehr Kinder als Deutsche, in Deutschland läuft statt dessen eine staatlich, wirtschaftlich und ideologisch getriebene Kampagne um Zuwanderung, demographische Entwicklung, Rentnerdiktatur und einer dadurch notwendigen Änderung des Wahlrechts.
    In Frankreich hat jedes Kind im windelfreien Alter einen Platz in der „École Maternelle“, in Deutschland hinkt man mit der Grundversorgung für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung trotz sinkender Geburtenzahlen noch immer hinterher.
    Und so ganz nebenbei gibt es in Frankreich weder ein Einwohnermeldeamt, noch eine Hundesteuer und schon gar kein Flaschen- oder Dosenpfand.
    Der französische Bäcker hat an sieben Tagen in der Woche bis um 20:00 Uhr geöffnet, der öffentliche Müllplatz ist sogar am Samstag und Sonntag durchgehend offen.
    Französische Autos sind nachweislich umweltfreundlicher als deutsche Auto und als Autofahrer in Frankreich muss man sich an den Verkehrsampeln, dank zweier kleinen zusätzlichen Lichtern am Ampelmast, nicht mit dem Gesicht auf das Armaturenbrett legen, um das Rotlicht noch sehen zu können.
    In Frankreich sind Kreisverkehre die Regel und nicht die Ausnahme, die dann nicht - wie in Deustchland üblich -auch noch unnötigerweise mit Verkehrsschilder voll gepflastert werden.

    In Frankreich gibt es keine Praxisgebühr, selbst Kassenpatienten erhalten vom Arzt eine Rechnung und als Mitglied der „Caisse primaire d’assurance maladie (CPAM)“ sehe ich auf meinem elektronischen „Kundenkonto“ jeden Cent, in Deutschland darf es den Beitragszahler doch gar nicht interessieren, welche Beträge die „Leistungserbringer“ für ihre „Leistungen“ abgerechnet haben, selbst wenn diese gar nicht erbracht wurden.

    Französische Fußgänger gehen zwar meist bei Rot über die Straße, pochen jedoch klugerweise selbst auf einem Zebrastreifen nicht stur auf ihr Recht auf Vorfahrt.
    Und auf französischen Preisetiketten steht, selbst bei ALDI und LIDL, neben dem Preis in Euro, auch Jahre nach der Einführung des Euro noch immer der Preis in Französischen Franc, damit der Kunde weiß was die Ware wirklich kostet.

    Was macht es da schon aus, dass der Nachbar ab und zu und selbst mitten im Ort mal seine Gartenabfälle verbrennt, man aber dafür selbst am Sonntag den Rasen mähen kann, ohne dass jemand die Polizei ruft.
    Was macht es schon aus, dass man vor der Boulangerie in der zweiten Reihe parkt und selbstverständlich den Motor laufen lässt, weil man ja nur kurz ein frisches Baquette braucht.
    Und wenn man sich an die französischen Essgewohnheiten gewöhnt hat, dann ist es ein Genuss und stört überhaupt nicht mehr, dass zwischen 12:00 und 14:00 Uhr Mittagspause ist.

    Also, langer Rede kurzer Sinn, es geht um die Rahmenbedingungen des täglichen Lebens und Überlebens. Und die sind in Frankreich nicht so ideologisch verbogen, verquer und überreglementiert wie in Deutschland.
    Übrigens, wenn Ihnen mal wieder ein deutscher Politiker oder Wirtschaftsexperte erzählt, dass die Franzosen mehr und länger arbeiten als die Deutschen und weniger Feiertage haben, dann hauen Sie ihn doch einfach mal kurz aufs Maul und richten ihm schöne Grüße von einem Deutschen aus Frankreich aus, bevor Sie ihm noch einen Tritt in den Hintern verpassen.
    Denn am 8. Mai gibt es nur in Frankreich etwas zu feiern.

    Aber dafür ist ja Angela Merkel ja auch um drei Zentimeter größer als Nicolas Sarkozy. :-)

  4. Realist meint:

    Hallo Machopan.

    Sicher, du nennst einige Dinge, die das Leben einfach etwas lockerer machen. Klar haben die von dir aufgezählten Unterschiede des Alltags Einfluss auf Verhalten und Stimmung der Menschen. Das ändert aber nicht das Geringste am erbärmlichen Sklavenleben der meisten Durchschnittsmenschen zum Nutzen einer kleinen Oberschicht. Auch wenn die Sklaven das durch ständige Propaganda der Herrschenden gar nicht mehr selbst erkennen. Für die absolute Mehrheit ist es eben ein Leben auf einem Misthaufen. Und es sind immer mehr Menschen, die von diesen „kleinen und sehr wichtigen Unterschieden“, die du nennst, gar nichts erst haben. Denn sie sind längst im Misthaufen verschwunden.

    Ich dachte mehr daran das Leben auf dem Misthaufen in Frage zu stellen. Millionen Menschen verbringen allein täglich mehrere Stunden ihrer Lebenszeit damit, nur um zum Arbeitsplatz zu kommen. Viele machen dann auch noch einen oft ungeliebten oder sinnlosen Job. Sie Produzieren Dinge, die schlichtweg keine Sau braucht. Und während die einen dann noch eins draufsetzen (müssen) und Überstunden machen, wissen die anderen nicht mehr wie sie ihre Zeit totschlagen sollen.

    Es kommt eben immer drauf an, in welchem Boot ich sitze. Ich wünsche mir eine Welt, in der alle, die es möchten, Arbeit haben. In der diese Arbeit allerdings so geteilt wird, das die einen nicht 8,10 oder X Stunden arbeiten und ein Hast und Freizeitarmes Leben haben müssen während die anderen ihr „gar nichts tun“ kaum noch ertragen können. Technisch jederzeit machbar, aber gesellschaftlich gar nicht gewollt!
    Ich will eine Welt, in der das vom Volk erwirtschaftete Sozialprodukt weit gerechter verteilt wird als in dieser Gesellschaft. Jederzeit machbar, aber gesellschaftlich gar nicht gewollt!
    Ich wünsche mir eben solche Visionen bei den Menschen, wenn sie auf die Straße gehen! Kein winseln um einen Knochen wie ein Hund.
    Ich brauch keine Welt in der ich bequemer auf eine Ampel schauen kann, ich brauch auch keinen Mindestlohn von 8 Euro, ich brauch und will auch keinen Fressnapf, in dem ein Löffel Hafer mehr gefüllt wird. Denn all das ändert nämlich nichts am Sklavendasein.

    Selbstverständlich sind das alles nur unreale (derzeit jedenfalls) Gedankengänge und fromme Wünsche.
    Ich will dir sagen, was ich persönlich glaube, wie es kommen wird:
    Diese dumm gehaltenen „Sklaven“ werden so weiter leben wie gehabt, sie werden weiter den „Idealen“ ihrer Konsumwelt hinterherlaufen. Die Krisen werden, wie von Marx beschrieben, immer schneller, immer heftiger, immer verheerender kommen. Und wenn dereinst der Mehrheit diesen verdummten Sklaven ihr Standard nicht mehr erhalten werden kann, der Big Bang da ist, werden die verdummten Sklaven dann die gerade an den Machthebeln sitzenden und ihre Büttel in den Beamtenstuben erschlagen wie tollwütige Hunde. (Ich würde es ihnen gönnen und wünschen, daraus mache ich keinen Hehl)
    Das danach alles besser wird?! Das Studium der Geschichte lässt da wenig Hoffnung aufkommen.

  5. Machopan meint:

    @realist:
    In der Sichtweise der aktuellen Sachlage haben wir zwar kleinere Unterschiede, jedoch ist unsere Einschätzung der Zukunft deckungsgleich.
    Die Frage ist sicher nicht ob der Big Bang kommt, sondern nur noch wann und wer ihn diesmal für seine Interessen ausnützt.

    Aber auch hier gibt es wieder kleine Unterschiede zwischen den Nationen.
    Während der französische Kochtopf bei Überdruck anfängt mit dem Deckel zu klappern und so Dampf ablässt, liegt auf dem deutschen Kochtopf ein zu schwerer Deckel, der letztendlich zur Explosion führt.

  6. Realist meint:

    Hallo Machopan.
    Deinen Zeilen kann ich nur zustimmen.
    Was den deutschen Kochtopf und dem zu schweren Deckel betrifft, hat es Carl Friedrich von Weizäcker mal auf den Punkt gebracht. Das deutsche Volk bewertete er wenig schmeichelhaft wie folgt:
    …„Absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!
    Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, was sich zu verteidigen lohnt.“…
    http://www.seelenkrieger.org/?p=1379

  7. Mona.Ohne.Lisa meint:

    Werter Machopan,
    Ein sehr guter Beitrag von Ihnen.
    Um das, was Sie schreiben, überhaupt zu verstehen, muss mann Sie länger lesen.
    Es ist unwahrscheinlich schwierig zwischen Ihren Zeilen zu lesen, zumal Sie es auch vermeiden ein “zwischen den Zeilen” aufkommen zu lassen. Sie sind für klare und offene Worte, ungeschönt, für Worte die keine Missverständnisse aufkommen lassen.
    Ich glaube Ihnen, dass es Ihnen um mehr geht, als ein ofenfrisches Baguette bei laufenden Motor eines Autos zu besorgen.

  8. otti meint:

    Wertschätzung scheint mir der zentrale Begriff des Artikels zu sein. Wer von den Machthabern auf den unterschiedlichsten Ebenen kann noch damit in Verbindung gebracht werden? Niemand!
    .
    Ja, die Menschen haben eine große Sehnsucht – Heimweh – nach Wertschätzung, die ihnen vom herrschenden Gesindel permanent verweigert wird. Eine Infragestellung des so genannten demokratischen Systems ist deshalb unumgänglich, da es nur durch Lug und Trug aufrecht erhalten wird.
    .
    Wahre Größe hat Willy Brandt bei seinem Kniefall in Warschau gezeigt. Ein Staatsmann, der Verantwortung übernommen und Vertrauen geschaffen hat. Der Menschlichkeit gelebt hat, der Mensch war.
    Und was ist heute?
    Nix davon!
    .
    Kein Vertrauen.
    .
    Geschwätz.
    Lügen.
    Lumpereien.
    .
    Propaganda!
    .
    Wer das Gesindel ernst nimmt, der verspürt Hass, unbändigen Hass und grenzenlose Wut.
    Wer aber das Gesindel als das einordnet, was es ist, nämlich der Bodensatz einer korrupten Gesellschaft, der verspürt lediglich Verachtung, das Gegenteil von Wertschätzung.
    .
    Der macht sich an diesem Dreck nicht die Hände schmutzig.
    .
    .
    Gerald Celente, amerikanischer Trendforscher
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=vFlKJmE4gVE
    http://www.youtube.com/watch?v=9nJ7LM3iyNg
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=NmTBnhOXufg&feature=related
    .
    .
    Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
    Sagte Jesus Christus.
    .
    Welch ein wuderbarer Satz von einem ‘Terroristen’, den die damaligen Machthaber an das Kreuz nagelten.
    .
    .
    Folgen wir ihm nach.
    Dem Erlöser und Erbarmer.
    .
    Unserer Erlösung!

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Heimweh

11. Mai 2009 05:45

Lieber Freund

Ich habe sicher Vieles, darunter auch manche Wünsche, einige Fehler, verborgene Talente, wechselnde Visionen, spezielle Neigungen, krude Ideen und spontane Gefühle, aber Heimweh habe ich definitiv nicht.
Die Gründe, warum ich Deutschland den Rücken gekehrt habe, sind vielfältiger Art und haben nach jahrelanger Abwägung zu dem Entschluss geführt das Land meiner Väter für immer zu verlassen. Und mit dieser Entscheidung stehe ich nicht völlig allein.
Wer meine Blog-Einträge der letzten Jahre liest, kann an den Themen und der zunehmenden Verrohung meiner Sprache die geringe Wertschätzung ablesen, die ich für die herrschenden bundesdeutschen Politikern und Wirtschaftslobbyisten hege.

Fakt ist, dass eine autoritäre Politkaste in kooperativer Komplizenschaft mit skrupellosen Wirtschaftsganoven ein System der kollektiven Ausbeutung, Unterdrückung, Überwachung und Bevormundung des Volkes aufgebaut hat und ständig daran arbeitet es weiter zu perfektionieren und zu schützen.
Dass der Deutsche in seiner genetisch bedingten Art ein eher stoischer und gutmütiger Ochse ist, der sich vor fast jeden Karren spannen lässt, hat den von langer Hand geplanten Umbau der Deutschland-AG zumindest begünstigt.
Und während der deutsche Ochse weisungsgemäß den Riemen täglich enger schnallt, das Maul hält, brav seine Arbeit erledigt und den Kopf einzieht, führt man ihn am Nasenring zum Schlachter und erzählt ihm die Geschichte vom Licht am Ende des Tunnels, das er irgendwann zu sehen bekommt.
Für einen alten schwäbischen “Häge” wie mich war das nun wirklich keine erstrebenswerte Perspektive.
Außerdem sind mir mit zunehmenden Alter die dümmlichen Sprechblasen, permanenten Lügen, rotzfrechen Manipulationen und hinterfotzigen Intrigen der Berliner Politclowns auf die männlichen Weichteile gegangen.
Dies hätte in näherer Zukunft unweigerlich zu einer zunehmenden Gewaltbereitschaft geführt, den einen oder anderen Politiker einige Zähne oder das Leben gekostet und mich lebenslänglich kriminalisiert.

Daher habe ich mich entschlossen dem bundesdeutschen Ausbeutungssystem meine weitere Mitgliedschaft aufzukündigen und mich persönlich, ohne um Erlaubnis zu fragen, aus politischen, wirtschaftlichen und familiären Gründen aus der bundesdeutschen Republik zu entfernen und bei Nacht und Nebel in den Westen „rübergemacht“.
Etwas salopper könnte auch sagen, dass ich mit Sack und Pack ins Ausland bin, weil mir in Deutschland das Pack auf den Sack gegangen ist.
Selbstverständlich habe ich mir erlaubt meine gesamte Arbeitskraft, mein Wissen, meine Familie und den größten Teil meiner Habe mitzunehmen. Der verbliebene Rest wird gerade vom wildgewordenen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück per “HRE Notstandsgesetz” enteignet um die Republik zu retten.

Solch freche Bubenstückchen hätten mich vor Jahresfrist noch aufgeregt.
Heute sehe ich das als ein intersubjektives Symptom eines 3K-Systems (krank, korrupt, kaputt), das sich gerade im Vorbereitungsstadium zu den Endphasenverbrechen befindet.
Da muss man als Fahnenflüchtiger, sozialer Demokrat, Umstürzler und Dissident schon froh sein, wenn man selbst außer Schussweite ist und nur das Vermögen verliert während man auf den großen Knall wartet.
Und Heimweh gibt es erst wieder, wenn die obersten Schreibtischtäter vor Gericht stehen und ich als Zeitzeuge geladen werde!

Machopan
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8 Antworten zu “Heimweh”

  1. Realist meint:

    Hallo werter Machopan
    Auch ich schaue seit der „Entdeckung“ deiner Seite vor ca.2 Jahren immer wieder gern mal hier rein. Gerade deswegen, weil du so erfrischend direkt und kritisch schreibst. Das man angesichts der widerlichen Politik(er) im Lande einen regelrechten Hass und Sarkasmus entwickelt, kann ich auch an mir selbst beobachten und feststellen.
    Eins kann ich allerdings nicht so recht nachvollziehen. Du sprichst von …„geringe Wertschätzung … die ich für die herrschenden bundesdeutschen Politiker und Wirtschaftslobbyisten hege“
    Sind die Politiker und Wirtschaftslobbyisten in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, USA oder sonst wo besser?
    Die Deutschen sind stoische und gutmütige Ochsen. OK! Die Durchschnitts-Michels anderer Länder sind oft weit spontaner, impulsiver, temperamentvoller. OK! Aber geht es denen deswegen besser?!

    Ob stoischer deutscher Ochse oder temperamentvoller Italiener. Allen ist eins gemein. Sie erkennen keine Ursachen. Bekämpfen allenfalls Symptome. Ändern werden so „beide“ nichts grundlegend an der Welt von heute.
    Ist ein Volk, welches einen Sarkozy, einen Berlusconi einen Bush und nun Obama wählt, schlauer als der Deutsche Michel?
    Wie schrieben kürzlich französische Intellektuelle zu den derzeitigen, oft gewalttätigen, Unruhen in ihrem Land in Hinblick auf „Revolutionäre Situationen“:
    …„Keine Gefahr! Die Menschen haben keine Visionen, die Menschen kämpfen nur um den verzweifelten Erhalt ihrer persönlichen Pfründe und Standards.“…

    Nein, werter Machopan, ich glaube, die geringe Wertschätzung sollte sich auch gegen die richten, welche dies alles erst ermöglichen. Der sogenannte Souverän, der Wähler, der Bürger. Das riesige Heer an Duckmäusern, Leisetretern, Tätern und Mittäter in Wirtschaft und Beamtenstuben. Alle „müssen“ ja nur…, keiner will ja eigentlich…. Was rauskam, zeigte die Geschichte immer wieder, oder?

    Der Chef meiner Arge sagte zu mir mal, in einer persönlichen Aussprache, weil ich Ihn und seine Mitarbeiter als Mitträger, Mittäter eines unsozialen Systems bezeichnet hatte:
    …“Der Souverän, der Wähler hat so entschieden. Vom Wähler bei der nächsten Wahl änderbar.(Politische Verhältnisse) Wir führen nur Gesetze und Vorschriften aus, Volkes Wille. Demokratisch legitimiert!“…
    Hat er nicht recht im Bezug auf den Wähler?!
    Sind solche Mitträger, Mittäter nicht das eigentliche Geschwür, seit es Zivilisationen gibt!
    Sind nicht die Millionen Spießer, die aus Dummheit, Faulheit, Gleichgültigkeit heraus immer wieder so oder gar nicht wählen, die nur ihre eigenen Pfründe sehen und retten wollen, die eigentlichen Würmer?!

  2. Detlef meint:

    Guten Abend Machopan,
    Heinweh ein Fremdwort,
    alles außer deutsch,Fremdsprachen.
    Beim durchstöbern Ihrer Seite kommt Freude auf,
    keine Fremde Sprache sondern vertraute Gedanken.
    Danke.

    Der Almauftrieb beginnt und ich weis immer noch nicht was ich wählen soll.
    Keine “Alternativen” wird in letzter Zeit oft von den überbezahlten
    Schmarotzern kolportiert.
    Wer aber keine Alternativen sieht, ist oder wird über kurz oder lang krank.
    Was also tun?
    In den gelobten Westen ? …mir fehlt eindeutig die Basis.
    Taktisch wählen ?….geht garantiert ins Auge
    Gar nicht Wählen ?….das leistet der Braunen Soße Vorschub!(sagen die Politiker):-)
    Ungültig wählen ?….na schon ehr was,aber nicht zufrieden stellend.
    die Glaskuppel mit Sch… beschmeißen….hm
    doch ehr zur Bombe greifen ,bevor die Halsschlagadern platzen ?
    Aber halt,ich sehe schon “das Licht am Ende des Tunnels”.
    …2022,die überleben wollen.
    oder ein anderes Licht,
    das “Dumme” Stimmvieh ist auch Konsument und es gibt ungezählte Organisationen die für etwas, aber auch dagegen sind .
    Wir haben die schnelle Komunikation ,vieles läßt sich nicht mehr so leicht unter den Teppich kehren und jedem Land das Wetter das im gebührt.
    Wenn dann noch der Ferneseher(elektronische Fußfessel) ausfällt dann müssen die zwangsläufig auf die Straße…und dann….gibts noch mehr “Rauchzeichen”
    Alles nur geträumt ?

    Auf jeden Fall schau ich öfter mal rein.
    Macht immer wieder Laune und Zuversicht Menschen beim “selberDenken” zuzuschauen.

    …und nicht in die Höhle zurückgehen und was vom Licht erzählen ,
    Sie könnten über Dich herfallen. ;-)

    Gruß plüsch

  3. Machopan meint:

    Lieber Realist,
    mein Beitrag mit dem Titel “Heimweh” war weder ein Vorwurf an die deutschen Ochsen, noch ein Loblied auf die französischen Hähne. Die krähen auf dem Misthaufen zwar öfter als die Ochsen brüllen, aber gravierende Auswirkungen auf die Wetterlage werden selbst vom Volksmund in Zweifel gezogen.

    Und trotzdem gibt es kleine, für mich aber sehr wichtige, Unterschiede, die sich gravierend auf die nationale Wetterlage und die Stimmung und das Verhalten der Menschen auswirken:

    In Frankreich gibt es seit mehr als 50 Jahren einen Mindestlohn (SMIC), in Deutschland wird darüber nur debattiert und das Gespenst einer dadurch ausufernden Arbeitslosigkeit an die Wand gemalt.
    In Frankreich gibt es schon seit Jahren keine KFZ-Steuer mehr, in Deutschland wird durch komplizierte Regelungen versucht damit die Umwelt zu schützen und gleichzeitig den Anschein eines sozialen Ausgleichs zwischen Golf- und Porschefahrern zu schaffen.
    In Frankreich sind die Autobahnen fast generell mautpflichtig, weil privat finanziert, in Deutschland gibt es um dieses Thema eine vollkommen unnötige Diskussion, denn eigentlich soll ja nur eine zusätzliche Einnahmequelle für den Staat zu geschaffen werden.
    In Frankreich gibt es ein generelles Geschwindigkeitslimit auf den Straßen und Verstöße werden durch Führerscheinentzug hart geahndet, in Deutschland gibt es eine widerliche und endlose Raser- und Dränglerdebatte und eine schleichende Kriminalisierung der Autofahrer.
    In Frankreich gibt kein zwangsweises staatliches Inkasso einer Kirchensteuer, in Deutschland ist allein schon die Frage nach einer Änderung des Kirchensteuerverfahrens oder gar einer Trennung von Staat und Kirche ein Grund für sofortige Exkommunikation und den Entzug des Wahlrechts.
    Die Zuwanderung von Ausländern in die französischen Sozialsysteme wurde von Sarkozy im November 2007 von einem Tag auf den Anderen verboten, in Deutschland wird schon die andere Meinung über die Zuwanderung als nationalsozialistisches Gedankengut verteufelt.
    Französische Familien haben mehr Kinder als Deutsche, in Deutschland läuft statt dessen eine staatlich, wirtschaftlich und ideologisch getriebene Kampagne um Zuwanderung, demographische Entwicklung, Rentnerdiktatur und einer dadurch notwendigen Änderung des Wahlrechts.
    In Frankreich hat jedes Kind im windelfreien Alter einen Platz in der „École Maternelle“, in Deutschland hinkt man mit der Grundversorgung für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung trotz sinkender Geburtenzahlen noch immer hinterher.
    Und so ganz nebenbei gibt es in Frankreich weder ein Einwohnermeldeamt, noch eine Hundesteuer und schon gar kein Flaschen- oder Dosenpfand.
    Der französische Bäcker hat an sieben Tagen in der Woche bis um 20:00 Uhr geöffnet, der öffentliche Müllplatz ist sogar am Samstag und Sonntag durchgehend offen.
    Französische Autos sind nachweislich umweltfreundlicher als deutsche Auto und als Autofahrer in Frankreich muss man sich an den Verkehrsampeln, dank zweier kleinen zusätzlichen Lichtern am Ampelmast, nicht mit dem Gesicht auf das Armaturenbrett legen, um das Rotlicht noch sehen zu können.
    In Frankreich sind Kreisverkehre die Regel und nicht die Ausnahme, die dann nicht - wie in Deustchland üblich -auch noch unnötigerweise mit Verkehrsschilder voll gepflastert werden.

    In Frankreich gibt es keine Praxisgebühr, selbst Kassenpatienten erhalten vom Arzt eine Rechnung und als Mitglied der „Caisse primaire d’assurance maladie (CPAM)“ sehe ich auf meinem elektronischen „Kundenkonto“ jeden Cent, in Deutschland darf es den Beitragszahler doch gar nicht interessieren, welche Beträge die „Leistungserbringer“ für ihre „Leistungen“ abgerechnet haben, selbst wenn diese gar nicht erbracht wurden.

    Französische Fußgänger gehen zwar meist bei Rot über die Straße, pochen jedoch klugerweise selbst auf einem Zebrastreifen nicht stur auf ihr Recht auf Vorfahrt.
    Und auf französischen Preisetiketten steht, selbst bei ALDI und LIDL, neben dem Preis in Euro, auch Jahre nach der Einführung des Euro noch immer der Preis in Französischen Franc, damit der Kunde weiß was die Ware wirklich kostet.

    Was macht es da schon aus, dass der Nachbar ab und zu und selbst mitten im Ort mal seine Gartenabfälle verbrennt, man aber dafür selbst am Sonntag den Rasen mähen kann, ohne dass jemand die Polizei ruft.
    Was macht es schon aus, dass man vor der Boulangerie in der zweiten Reihe parkt und selbstverständlich den Motor laufen lässt, weil man ja nur kurz ein frisches Baquette braucht.
    Und wenn man sich an die französischen Essgewohnheiten gewöhnt hat, dann ist es ein Genuss und stört überhaupt nicht mehr, dass zwischen 12:00 und 14:00 Uhr Mittagspause ist.

    Also, langer Rede kurzer Sinn, es geht um die Rahmenbedingungen des täglichen Lebens und Überlebens. Und die sind in Frankreich nicht so ideologisch verbogen, verquer und überreglementiert wie in Deutschland.
    Übrigens, wenn Ihnen mal wieder ein deutscher Politiker oder Wirtschaftsexperte erzählt, dass die Franzosen mehr und länger arbeiten als die Deutschen und weniger Feiertage haben, dann hauen Sie ihn doch einfach mal kurz aufs Maul und richten ihm schöne Grüße von einem Deutschen aus Frankreich aus, bevor Sie ihm noch einen Tritt in den Hintern verpassen.
    Denn am 8. Mai gibt es nur in Frankreich etwas zu feiern.

    Aber dafür ist ja Angela Merkel ja auch um drei Zentimeter größer als Nicolas Sarkozy. :-)

  4. Realist meint:

    Hallo Machopan.

    Sicher, du nennst einige Dinge, die das Leben einfach etwas lockerer machen. Klar haben die von dir aufgezählten Unterschiede des Alltags Einfluss auf Verhalten und Stimmung der Menschen. Das ändert aber nicht das Geringste am erbärmlichen Sklavenleben der meisten Durchschnittsmenschen zum Nutzen einer kleinen Oberschicht. Auch wenn die Sklaven das durch ständige Propaganda der Herrschenden gar nicht mehr selbst erkennen. Für die absolute Mehrheit ist es eben ein Leben auf einem Misthaufen. Und es sind immer mehr Menschen, die von diesen „kleinen und sehr wichtigen Unterschieden“, die du nennst, gar nichts erst haben. Denn sie sind längst im Misthaufen verschwunden.

    Ich dachte mehr daran das Leben auf dem Misthaufen in Frage zu stellen. Millionen Menschen verbringen allein täglich mehrere Stunden ihrer Lebenszeit damit, nur um zum Arbeitsplatz zu kommen. Viele machen dann auch noch einen oft ungeliebten oder sinnlosen Job. Sie Produzieren Dinge, die schlichtweg keine Sau braucht. Und während die einen dann noch eins draufsetzen (müssen) und Überstunden machen, wissen die anderen nicht mehr wie sie ihre Zeit totschlagen sollen.

    Es kommt eben immer drauf an, in welchem Boot ich sitze. Ich wünsche mir eine Welt, in der alle, die es möchten, Arbeit haben. In der diese Arbeit allerdings so geteilt wird, das die einen nicht 8,10 oder X Stunden arbeiten und ein Hast und Freizeitarmes Leben haben müssen während die anderen ihr „gar nichts tun“ kaum noch ertragen können. Technisch jederzeit machbar, aber gesellschaftlich gar nicht gewollt!
    Ich will eine Welt, in der das vom Volk erwirtschaftete Sozialprodukt weit gerechter verteilt wird als in dieser Gesellschaft. Jederzeit machbar, aber gesellschaftlich gar nicht gewollt!
    Ich wünsche mir eben solche Visionen bei den Menschen, wenn sie auf die Straße gehen! Kein winseln um einen Knochen wie ein Hund.
    Ich brauch keine Welt in der ich bequemer auf eine Ampel schauen kann, ich brauch auch keinen Mindestlohn von 8 Euro, ich brauch und will auch keinen Fressnapf, in dem ein Löffel Hafer mehr gefüllt wird. Denn all das ändert nämlich nichts am Sklavendasein.

    Selbstverständlich sind das alles nur unreale (derzeit jedenfalls) Gedankengänge und fromme Wünsche.
    Ich will dir sagen, was ich persönlich glaube, wie es kommen wird:
    Diese dumm gehaltenen „Sklaven“ werden so weiter leben wie gehabt, sie werden weiter den „Idealen“ ihrer Konsumwelt hinterherlaufen. Die Krisen werden, wie von Marx beschrieben, immer schneller, immer heftiger, immer verheerender kommen. Und wenn dereinst der Mehrheit diesen verdummten Sklaven ihr Standard nicht mehr erhalten werden kann, der Big Bang da ist, werden die verdummten Sklaven dann die gerade an den Machthebeln sitzenden und ihre Büttel in den Beamtenstuben erschlagen wie tollwütige Hunde. (Ich würde es ihnen gönnen und wünschen, daraus mache ich keinen Hehl)
    Das danach alles besser wird?! Das Studium der Geschichte lässt da wenig Hoffnung aufkommen.

  5. Machopan meint:

    @realist:
    In der Sichtweise der aktuellen Sachlage haben wir zwar kleinere Unterschiede, jedoch ist unsere Einschätzung der Zukunft deckungsgleich.
    Die Frage ist sicher nicht ob der Big Bang kommt, sondern nur noch wann und wer ihn diesmal für seine Interessen ausnützt.

    Aber auch hier gibt es wieder kleine Unterschiede zwischen den Nationen.
    Während der französische Kochtopf bei Überdruck anfängt mit dem Deckel zu klappern und so Dampf ablässt, liegt auf dem deutschen Kochtopf ein zu schwerer Deckel, der letztendlich zur Explosion führt.

  6. Realist meint:

    Hallo Machopan.
    Deinen Zeilen kann ich nur zustimmen.
    Was den deutschen Kochtopf und dem zu schweren Deckel betrifft, hat es Carl Friedrich von Weizäcker mal auf den Punkt gebracht. Das deutsche Volk bewertete er wenig schmeichelhaft wie folgt:
    …„Absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!
    Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, was sich zu verteidigen lohnt.“…
    http://www.seelenkrieger.org/?p=1379

  7. Mona.Ohne.Lisa meint:

    Werter Machopan,
    Ein sehr guter Beitrag von Ihnen.
    Um das, was Sie schreiben, überhaupt zu verstehen, muss mann Sie länger lesen.
    Es ist unwahrscheinlich schwierig zwischen Ihren Zeilen zu lesen, zumal Sie es auch vermeiden ein “zwischen den Zeilen” aufkommen zu lassen. Sie sind für klare und offene Worte, ungeschönt, für Worte die keine Missverständnisse aufkommen lassen.
    Ich glaube Ihnen, dass es Ihnen um mehr geht, als ein ofenfrisches Baguette bei laufenden Motor eines Autos zu besorgen.

  8. otti meint:

    Wertschätzung scheint mir der zentrale Begriff des Artikels zu sein. Wer von den Machthabern auf den unterschiedlichsten Ebenen kann noch damit in Verbindung gebracht werden? Niemand!
    .
    Ja, die Menschen haben eine große Sehnsucht – Heimweh – nach Wertschätzung, die ihnen vom herrschenden Gesindel permanent verweigert wird. Eine Infragestellung des so genannten demokratischen Systems ist deshalb unumgänglich, da es nur durch Lug und Trug aufrecht erhalten wird.
    .
    Wahre Größe hat Willy Brandt bei seinem Kniefall in Warschau gezeigt. Ein Staatsmann, der Verantwortung übernommen und Vertrauen geschaffen hat. Der Menschlichkeit gelebt hat, der Mensch war.
    Und was ist heute?
    Nix davon!
    .
    Kein Vertrauen.
    .
    Geschwätz.
    Lügen.
    Lumpereien.
    .
    Propaganda!
    .
    Wer das Gesindel ernst nimmt, der verspürt Hass, unbändigen Hass und grenzenlose Wut.
    Wer aber das Gesindel als das einordnet, was es ist, nämlich der Bodensatz einer korrupten Gesellschaft, der verspürt lediglich Verachtung, das Gegenteil von Wertschätzung.
    .
    Der macht sich an diesem Dreck nicht die Hände schmutzig.
    .
    .
    Gerald Celente, amerikanischer Trendforscher
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=vFlKJmE4gVE
    http://www.youtube.com/watch?v=9nJ7LM3iyNg
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=NmTBnhOXufg&feature=related
    .
    .
    Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
    Sagte Jesus Christus.
    .
    Welch ein wuderbarer Satz von einem ‘Terroristen’, den die damaligen Machthaber an das Kreuz nagelten.
    .
    .
    Folgen wir ihm nach.
    Dem Erlöser und Erbarmer.
    .
    Unserer Erlösung!

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