Spieglein

27. April 2006 05:45

„Spieglein, Spieglein an der Wand
wer plappert den größten Unsinn im ganzen Land?
Oh, es ist der Herr Sinn, der Seher, so glaubt es mir,
er sann es im Spiegel, wo ich es sah
und es grauste mir bis unters graue Haar“.

«Der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht düstere Zeiten auf den deutschen Arbeitsmarkt zukommen. In den kommenden zehn Jahren werde die deutsche Industrie mehr als eine Million Stellen abbauen. Der Münchner Wirtschaftswissenschaftler begründet seine Prognose mit dem anhaltenden Trend der Wirtschaft, Arbeitsplätze an Niedriglohnstandorte in den neuen EU-Ländern zu verlagern. Mittelfristig rechnet Sinn mit dem Zuzug von mindestens 2,5 Millionen Menschen. “Die Ausländer werden die Einheimischen in den Sessel drängen, den der deutsche Sozialstaat für sie bereit hält »

„Mein Gott, oh Herr wirf Hirn vom Himmel“, will man da rufen, „was redet der Mensch da für einen gequirlten Schwachfug: Trotz Verlagerung von mehr als einer Million Stellen in Niedriglohnländer, sollen 2,5 Millionen Menschen nach Deutschland zuziehen.

Zuzug trotz Verlagerung?
Es muss die Frage gestattet sein – warum?
Warum sollten 2,5 Millionen Menschen in ein Land ziehen, das gleichzeitig 1 Million Arbeitsstellen verliert? Vielleicht sogar gerade in die Heimat dieser zuziehenden Menschen.
Das macht doch keinen Sinn! Oder nur für den Herrn Sinn!

Wovon bestreiten denn die Zuziehenden ihren Lebensunterhalt, wo es doch jetzt schon für Millionen nicht genug Arbeit gibt und der Anteil der Arbeitslosen unter den Zugezogenen am größten ist?
Oder bringen die Zuziehenden so viel Geld mit, dass es zum Leben und Überleben in einem Industriestaat reicht?
Hat sich der Herr Sinn eigentlich schon mal gefragt, warum an deutschen Universitäten noch Ausländer „studieren“, wenn die Zuwanderer schon über so viel Sachkompetenz und Fachwissen verfügen, dass sie damit die Einheimischen in den Sessel des deutschen Sozialstaates drängen können?
Unabhängig davon ,dass zwischenzeitlich außer dem Herrn Sinn wohl jeder einigermaßen geBILDete Leser mitbekommen hat, dass der Sessel des deutschen Sozialstaates längst zum Hocker mutiert ist, muss man sich mal fragen, was denn in diesem Land geschehen wird, wenn die Zeiten für die zunehmende Zahl arbeitsloser Menschen noch düsterer werden.

Wollen wir dann noch mehr Deutschkurse, Integrationsprogramme, Qualifizierungs- und ABM-Maßnahmen, Initiativen für Lehrstellen und Familien anbieten und an „Reformversuchen“ des Arbeitsmarktes, der Sozial- und Steuersysteme herumbasteln, die allesamt auf dem Rücken der „kleinen Leute“ ausgetragen werden?

Oder wollen wir warten, bis die „Koalitionen der Unwilligen“ singend durch auf die Straße ziehen:

Licht aus, Messer raus, haut sie dass die Fetzen fliegen,
Fenster zu, Straße frei, runter vom Balkon -
und jetzt raus aus dem Sessel und ab durch die Mitte.

Wo man singet solche Lieder, das lass dich besser nicht (im Sessel) nieder!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. April 2006 um 05:45:44 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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27. April 2006 05:45

„Spieglein, Spieglein an der Wand
wer plappert den größten Unsinn im ganzen Land?
Oh, es ist der Herr Sinn, der Seher, so glaubt es mir,
er sann es im Spiegel, wo ich es sah
und es grauste mir bis unters graue Haar“.

«Der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht düstere Zeiten auf den deutschen Arbeitsmarkt zukommen. In den kommenden zehn Jahren werde die deutsche Industrie mehr als eine Million Stellen abbauen. Der Münchner Wirtschaftswissenschaftler begründet seine Prognose mit dem anhaltenden Trend der Wirtschaft, Arbeitsplätze an Niedriglohnstandorte in den neuen EU-Ländern zu verlagern. Mittelfristig rechnet Sinn mit dem Zuzug von mindestens 2,5 Millionen Menschen. “Die Ausländer werden die Einheimischen in den Sessel drängen, den der deutsche Sozialstaat für sie bereit hält »

„Mein Gott, oh Herr wirf Hirn vom Himmel“, will man da rufen, „was redet der Mensch da für einen gequirlten Schwachfug: Trotz Verlagerung von mehr als einer Million Stellen in Niedriglohnländer, sollen 2,5 Millionen Menschen nach Deutschland zuziehen.

Zuzug trotz Verlagerung?
Es muss die Frage gestattet sein – warum?
Warum sollten 2,5 Millionen Menschen in ein Land ziehen, das gleichzeitig 1 Million Arbeitsstellen verliert? Vielleicht sogar gerade in die Heimat dieser zuziehenden Menschen.
Das macht doch keinen Sinn! Oder nur für den Herrn Sinn!

Wovon bestreiten denn die Zuziehenden ihren Lebensunterhalt, wo es doch jetzt schon für Millionen nicht genug Arbeit gibt und der Anteil der Arbeitslosen unter den Zugezogenen am größten ist?
Oder bringen die Zuziehenden so viel Geld mit, dass es zum Leben und Überleben in einem Industriestaat reicht?
Hat sich der Herr Sinn eigentlich schon mal gefragt, warum an deutschen Universitäten noch Ausländer „studieren“, wenn die Zuwanderer schon über so viel Sachkompetenz und Fachwissen verfügen, dass sie damit die Einheimischen in den Sessel des deutschen Sozialstaates drängen können?
Unabhängig davon ,dass zwischenzeitlich außer dem Herrn Sinn wohl jeder einigermaßen geBILDete Leser mitbekommen hat, dass der Sessel des deutschen Sozialstaates längst zum Hocker mutiert ist, muss man sich mal fragen, was denn in diesem Land geschehen wird, wenn die Zeiten für die zunehmende Zahl arbeitsloser Menschen noch düsterer werden.

Wollen wir dann noch mehr Deutschkurse, Integrationsprogramme, Qualifizierungs- und ABM-Maßnahmen, Initiativen für Lehrstellen und Familien anbieten und an „Reformversuchen“ des Arbeitsmarktes, der Sozial- und Steuersysteme herumbasteln, die allesamt auf dem Rücken der „kleinen Leute“ ausgetragen werden?

Oder wollen wir warten, bis die „Koalitionen der Unwilligen“ singend durch auf die Straße ziehen:

Licht aus, Messer raus, haut sie dass die Fetzen fliegen,
Fenster zu, Straße frei, runter vom Balkon -
und jetzt raus aus dem Sessel und ab durch die Mitte.

Wo man singet solche Lieder, das lass dich besser nicht (im Sessel) nieder!

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