Migrationsstudie

29. Juni 2009 05:45

Lieber Freund

Wenn Sie glauben, in den Neuen Bundesländern einen männlichen Muslim mit Kopftuch gesehen zu haben, dann kann es sich nur um eine Fata Morgana handeln, denn 98% der in Deutschland lebenden Muslime wohnen in den Alten Bundesländern und Kopftücher trägt nur eine weibliche Minderheit von 30%.

Dieses und weiter Erstaunliches hat eine im Auftrag des Bundesinnenministeriums durchgeführte „Migrationsstudie“ ergeben, bei der, man höre und staune, 6004 Menschen telefonisch befragt wurden.

Bevor Sie jetzt weiterlesen, sollten Sie auch unbedingt wissen, dass es sich dabei nach Angaben des SPIEGEL um «die erste repräsentative Studie in diesem „Milieu“ handelt und unter Einrechnung der Auskünfte über Familienangehörige ergebe sich daraus eine rechnerische Datenbasis von rund 17.000 Personen.»

Also vergessen Sie alles was Sie bisher über “Muslime in Deutschland” ahnten und lassen Sie die folgenden Zahlen und Erkenntnisse unbedingt etwas länger auf sich wirken, da Ihnen sonst der intellektuelle Zugang zum etwas verborgenen Spaßfaktor sicher nicht gelingen wird.

Also aufgepasst!
Laut dieser Studie leben in Deutschland mehr Muslime als bisher angenommen, nämlich rund vier Millionen statt der bisher geschätzten 3,3 Millionen und damit rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung.
Leider gibt die Studie weder Auskunft darüber wo sich die rund 700.000 zusätzlichen Muslime bisher versteckt gehalten haben, noch wie viele der in Deutschland lebenden Muslime über einen Telefonanschluß gepaart mit den für eine telefonische Befragung notwendigen Kenntnissen der deutschen Sprache verfügen.

45% der in Deutschland lebenden Muslime haben einen deutschen Pass.
Erstaunlich, echt erstaunlich, wusste man doch bis eben noch nicht einmal wie viele Muslime sich in Deutschland aufhalten, aber wie viele Ausländer muslimischen Glaubens einen deutschen Pass besitzen sollte man eigentlich nicht erst über eine Telefonbefragung feststellen müssen.

Über zwei Drittel der Musliminnen tragen kein Kopftuch und 70 Prozent der Musliminnen tragen nie ein Kopftuch.
Ah jetzt ja! Kann man sich zwar rein mathematisch kaum vorstellen, ist aber doch echt erstaunlich was man mit einem Telefonanruf im muslimischen „Milieu“ Deutschlands so erfahren kann. Jetzt wäre es nur noch interessant, ob sich diese Auskunft über das Tragen eines Kopftuchs nur auf den heimischen Bereich oder auch die Öffentlichkeit bezog.

Ganz lustig ist auch der Schluss der diesen informell hochwertigen Artikel im SPIEGEL ziert, denn es wird Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zitiert, der nach dreieinhalb Jahren Islamkonferenz die Lage wir folgt zusammenfasst: „Die Muslime fühlen sich heute in Deutschland besser aufgehoben, besser wahrgenommen, und der nichtmuslimische Teil der Gesellschaft hat besser verstanden, dass der Islam ein Teil unseres Landes geworden ist und dass uns die Vielfalt nicht bedroht, sondern eine Bereicherung ist.”

Übrigens fühlen sich laut „Migrationsstudie“ nur etwa 25% der Muslime durch die „Dachverbände“ repräsentiert, mit denen der Bundesinnenminister Schäuble seit mehr als drei Jahren in der „Islamkonferenz“ rumkaspert.

Na denn.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. Juni 2009 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Migrationsstudie”

  1. Karl-Heinz meint:

    Wozu in diesen Zusammenhang solche Begriffe wie Migrations… u.s.w.

    Haben wir nicht schon alles, was wir brauchen?
    - Religionszugehörigkeit
    - ethnische Zugehörigkeit(~Herkunft)
    - Staatsangehörigkei
    - evt. noch “gut” oder “böse”
    Nach der Kombinatorik gibt es da eine ganze Reihe von Möglichkeiten…

    Mann, sind die schlau!

  2. Karl-Heinz meint:

    Sogar der Irak hat dagegen protestiert dass, die schwangere Frau eines agyptischen Genforschers vor den Augen der Polizei niedergestochen wurde! Ihr Mann, der helfen wollte, wurde dabei gleich noch von den Ordnungshütern angeschossen, versehentlich, „da er nicht blond war“. Zumindest bei den Agyptern geht es da nicht um Einwanderung o.ä., sondern um ein befristetes Doktorat am Max Planck-Institut, dass nach Promotion am Jahresende auslaufen sollte.Wäre z. Bsp. mit Japan so ein gespanntes Verhältnis, stünde eben auch in der Zeitung, dass germanische Dumpfbacken einen japanischen Gastprofessor und seine Familie wiederholt als „Fidschi“, „gelber Sack“ usw. titulierten. Diese „Deutschen“ müssen nicht erst aus der ehem. SU heimgeholt werden, da gibt es hier schon genug.

    So wie unsere Medien, die unschönen Vorgänge in den muslimischen Ländern mit Fleiß verbreiten, richtigerweise, so können wir uns darauf verlassen, dass unsere Fehler da genauso zelebriert werden. Gäbe es z. Bsp. mit Japan so ein gespanntes Verhältnis, wäre es evt. auch in den Medien, dass germanische Dumpfbacken einen japanischen Gastprofessor und seine Familie als „Fidschi“, „gelber Sack“ usw. titulieren. Diese haben aber nicht geklagt, sondern sind gesunderweise einfach weggezogen,

  3. Karl-Heinz meint:

    “Nr. 2″ sollte zu “Aus der Ferne” gehören. Entschuldigung…

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Migrationsstudie

29. Juni 2009 05:45

Lieber Freund

Wenn Sie glauben, in den Neuen Bundesländern einen männlichen Muslim mit Kopftuch gesehen zu haben, dann kann es sich nur um eine Fata Morgana handeln, denn 98% der in Deutschland lebenden Muslime wohnen in den Alten Bundesländern und Kopftücher trägt nur eine weibliche Minderheit von 30%.

Dieses und weiter Erstaunliches hat eine im Auftrag des Bundesinnenministeriums durchgeführte „Migrationsstudie“ ergeben, bei der, man höre und staune, 6004 Menschen telefonisch befragt wurden.

Bevor Sie jetzt weiterlesen, sollten Sie auch unbedingt wissen, dass es sich dabei nach Angaben des SPIEGEL um «die erste repräsentative Studie in diesem „Milieu“ handelt und unter Einrechnung der Auskünfte über Familienangehörige ergebe sich daraus eine rechnerische Datenbasis von rund 17.000 Personen.»

Also vergessen Sie alles was Sie bisher über “Muslime in Deutschland” ahnten und lassen Sie die folgenden Zahlen und Erkenntnisse unbedingt etwas länger auf sich wirken, da Ihnen sonst der intellektuelle Zugang zum etwas verborgenen Spaßfaktor sicher nicht gelingen wird.

Also aufgepasst!
Laut dieser Studie leben in Deutschland mehr Muslime als bisher angenommen, nämlich rund vier Millionen statt der bisher geschätzten 3,3 Millionen und damit rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung.
Leider gibt die Studie weder Auskunft darüber wo sich die rund 700.000 zusätzlichen Muslime bisher versteckt gehalten haben, noch wie viele der in Deutschland lebenden Muslime über einen Telefonanschluß gepaart mit den für eine telefonische Befragung notwendigen Kenntnissen der deutschen Sprache verfügen.

45% der in Deutschland lebenden Muslime haben einen deutschen Pass.
Erstaunlich, echt erstaunlich, wusste man doch bis eben noch nicht einmal wie viele Muslime sich in Deutschland aufhalten, aber wie viele Ausländer muslimischen Glaubens einen deutschen Pass besitzen sollte man eigentlich nicht erst über eine Telefonbefragung feststellen müssen.

Über zwei Drittel der Musliminnen tragen kein Kopftuch und 70 Prozent der Musliminnen tragen nie ein Kopftuch.
Ah jetzt ja! Kann man sich zwar rein mathematisch kaum vorstellen, ist aber doch echt erstaunlich was man mit einem Telefonanruf im muslimischen „Milieu“ Deutschlands so erfahren kann. Jetzt wäre es nur noch interessant, ob sich diese Auskunft über das Tragen eines Kopftuchs nur auf den heimischen Bereich oder auch die Öffentlichkeit bezog.

Ganz lustig ist auch der Schluss der diesen informell hochwertigen Artikel im SPIEGEL ziert, denn es wird Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zitiert, der nach dreieinhalb Jahren Islamkonferenz die Lage wir folgt zusammenfasst: „Die Muslime fühlen sich heute in Deutschland besser aufgehoben, besser wahrgenommen, und der nichtmuslimische Teil der Gesellschaft hat besser verstanden, dass der Islam ein Teil unseres Landes geworden ist und dass uns die Vielfalt nicht bedroht, sondern eine Bereicherung ist.”

Übrigens fühlen sich laut „Migrationsstudie“ nur etwa 25% der Muslime durch die „Dachverbände“ repräsentiert, mit denen der Bundesinnenminister Schäuble seit mehr als drei Jahren in der „Islamkonferenz“ rumkaspert.

Na denn.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. Juni 2009 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Migrationsstudie”

  1. Karl-Heinz meint:

    Wozu in diesen Zusammenhang solche Begriffe wie Migrations… u.s.w.

    Haben wir nicht schon alles, was wir brauchen?
    - Religionszugehörigkeit
    - ethnische Zugehörigkeit(~Herkunft)
    - Staatsangehörigkei
    - evt. noch “gut” oder “böse”
    Nach der Kombinatorik gibt es da eine ganze Reihe von Möglichkeiten…

    Mann, sind die schlau!

  2. Karl-Heinz meint:

    Sogar der Irak hat dagegen protestiert dass, die schwangere Frau eines agyptischen Genforschers vor den Augen der Polizei niedergestochen wurde! Ihr Mann, der helfen wollte, wurde dabei gleich noch von den Ordnungshütern angeschossen, versehentlich, „da er nicht blond war“. Zumindest bei den Agyptern geht es da nicht um Einwanderung o.ä., sondern um ein befristetes Doktorat am Max Planck-Institut, dass nach Promotion am Jahresende auslaufen sollte.Wäre z. Bsp. mit Japan so ein gespanntes Verhältnis, stünde eben auch in der Zeitung, dass germanische Dumpfbacken einen japanischen Gastprofessor und seine Familie wiederholt als „Fidschi“, „gelber Sack“ usw. titulierten. Diese „Deutschen“ müssen nicht erst aus der ehem. SU heimgeholt werden, da gibt es hier schon genug.

    So wie unsere Medien, die unschönen Vorgänge in den muslimischen Ländern mit Fleiß verbreiten, richtigerweise, so können wir uns darauf verlassen, dass unsere Fehler da genauso zelebriert werden. Gäbe es z. Bsp. mit Japan so ein gespanntes Verhältnis, wäre es evt. auch in den Medien, dass germanische Dumpfbacken einen japanischen Gastprofessor und seine Familie als „Fidschi“, „gelber Sack“ usw. titulieren. Diese haben aber nicht geklagt, sondern sind gesunderweise einfach weggezogen,

  3. Karl-Heinz meint:

    “Nr. 2″ sollte zu “Aus der Ferne” gehören. Entschuldigung…

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